Fact and Fiction
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
|
|
| Label: |
Cyclops |
| Durchschnittswertung: |
13.33/15 (3 Rezensionen) |
|
Besetzung
| Brian Devoil |
Drums And Percussion |
| Geoff Mann |
Voices And Tape Effects; Cover Design |
|
| Clive Mitten |
Keyboards, Bass And Classical guitar |
| Andy Revell |
Electric And Acoustic Guitar |
|
Gastmusiker
| Jane Mann |
Additional Vocals |
|
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
We Are Sane
|
10.27
|
| 2. |
Human Being
|
7.50
|
| 3. |
This City
|
4.01
|
| 4. |
World Without End
|
1.54
|
| 5. |
Fact And Fiction
|
3.59
|
| 6. |
The Poet Sniffs A Flower
|
3.51
|
| 7. |
Creepshow
|
11.57
|
| 8. |
Lovesong
|
5.40
|
| 9. |
East Of Eden
|
3.27
|
| 10. |
Eleanor Rigby
|
3.22
|
| 11. |
Constant (Fact And Fiction)
|
2.27
|
| 12. |
Fistful Of Bubbles
|
3.18
|
| 13. |
Leader
|
2.40
|
| 14. |
Dancing In The Dream
|
2.58
|
| 15. |
Human Beeing (Alternative)
|
3.56
|
| Gesamtlaufzeit | 71:47 |
|
|
Rezensionen
Von: Fix Sadler (Rezension 1 von 3)

Oft gelobt, gewürdigt und zum Vergleich herangezogen, doch bisher hier nicht besprochen... Das wird nun geändert!
Hauptmerkmal der Musik von TN ist der fantastische Gesang von Geoff Mann, der ganz in der Tradition der großen Geschichtenerzähler steht, dabei spielt es keine Rolle, ob der der Gesangspart eines Wahnsinnigen, einer verschüchterten Frau, eines Fernsehsprechers oder "weiß wer noch wen" übernimmt. Geoff's Stimme ist allerdings nicht im geringsten mit Gabriel oder Fish zu vergleichen... mir fallen aber auch tatsächlich keine bekannteren ähnlich klingende Sänger ein...vielleicht ein bisschen Peter Hammill, aber weniger "brüchig"...sei's drum. Des weiteren ist die Musik im Aufbau zu Vergleichen mit den anderen Neoprogbands der frühen 80er Jahre. Also voranschreitende Songs, meist ohne Refrain-Schema, ich nenne es gerne "vertonte Geschichten", aber morbider, düsterer und auch weniger keyboardlastig als bei Marillion, Pendragon oder Pallas.
Auf der einzigen "richtigen" CD in dieser Besetzung (sprich mit Geoff Mann, der später ausstieg und die zweifelhafte "Karriere" der Band bei Virgin verpasste) liefert die Band ein Feuerwerk an anspruchsvoller, moderner Progmusik ab.
Die beiden Longtracks We Are Sane und Creepshow bieten alles, was andere Klassiker dieser Musikrichtung auch beinhalten, sprich Breaks, melodische Parts, Sprechgesang, interessante Effekte usw. dies aber mit der sprichwörtlich (und textlich passenden) "kranken Atmosphäre". Sicher noch nicht in sound- und produktionstechnischer Perfektion, aber bedenkt man das Erscheinungsjahr und die Eigenproduktion muß man auch heute noch dieser Leistung einen gehörigen Respekt zollen!
Angereichert werden diese beiden Perlen des Prog mit der angewaveten Ballade Human Being (mit interessanten E-Drums im Zwischenspiel), dem beängstigenden This City (nebst instrumentalen Ausklang World Without End), dem "Hit" und Titelstück - sprich kurzer Rocksong - Fact And Fiction, welcher dann auch wieder nahtlos mit schönem, ausladendem Akustik-Gitarren Übergang in das instrumentale Power-Prog Stück The Poet Sniffs A Flower endet.
Abgeschlossen und perfekt abgerundet wird dieses Meisterwerk durch die zeitlose Ballade Love Song.
Als Bonus bietet die Cyclops Wiederveröffentlichung 7 Songs die einerseits die raren Singles beinhalten (East Of Eden, Eleanor Rigby - sehr schön), andererseits einen Einblick in die "Working-Versions" bieten. Eine nette Beigabe zu dieser ehedem tollen CD.
Fazit: Diese Platte gehört in jede sortierte Neoprogsammlung, aber auch die "Frickelbrüder", die Marillion für nett, aber nicht essentiell halten dürfen gerne mal ein Ohr riskieren.
| Anspieltipp(s): |
Creepshow |
| Vergleichbar mit: |
Marillion, Pink Floyd |
|
| Veröffentlicht am: |
10.8.2002 |
| Letzte Änderung: |
28.5.2004 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

Der Einschätzung von Fix vermag ich nicht zu widersprechen, sondern diese nur durch einen Aspekt anreichern, der mir in der Rezension zu kurz kommt: Das besondere am Sound dieser Scheibe ist, dass es der Band gelingt, Prog mit New Wave-Elementen geschickt zu verknüpfen. Das gibt der Musik eine ganz eigene Note. Und das wird bereits im ersten Song deutlich. Eine Genesis-Revival-Band ist auf FACT AND FICTION nicht zu hören.
Und mit Pink Floyd würde ich das Album übrigens nicht vergleichen. Und mit Marillion eigentlich auch nur bedingt...
| Anspieltipp(s): |
We are sane, Fact and Fiction |
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
18.7.2004 |
| Letzte Änderung: |
17.2.2006 |
|
|
|
Zum Seitenanfang

In upstairs rooms, the meals are eaten...
Zu dezenter Keyboarduntermalung beginnt Geoff Mann in Kopfstimme die oben stehende Zeile zu intonieren und führt den Hörer in ein 10minütiges Progressive Rock-Monster namens „We Are Sane“. Nach dem bedächtigen Intro rocken Twelfth Night in ihrem eigenen (manche sagen wavigen) Sound zunächst los um darauf Breaks und gelungene Wendungen folgen zu lassen. Geoffs expressionistischer Gesang gefolgt von weiteren Breaks, tollen Keyboardpassagen und einem meisterlichen Gitarrensolo vom großartig aufspielenden Andy Revell bestimmen den Opener des Fact and Fiction-Albums. Break! Die Techniker werden aufgefordert, die Arbeiterschaft zu verkabeln, um so stets ihre Gedanken und Ansichten zu überwachen. Dass die Erhaltung der Macht befriedigt, solange all die Sklaven willig sind singt Geoff Mann bevor die Band zum finalen Endspurt bläst, will heißen (prog)rockt... „We Are Sane“ - das ist neo-progressive Musik in Perfektion und hat mit all dem Flachen, was man heute als Neo-Prog bezeichnet recht wenig zu tun. Bedrohlich, melodisch, verschachtelt und am Ende fügt sich doch alles zusammen während man sich fragt, ob dies alles normal ist. Geoff Mann wurde von seiner sozialen Arbeit in einer Anstalt zu den Lyrics inspiriert – wer will es bezweifeln?
Zur Erholung hört man Geoff zu Beginn von „Human Being“ in der Badewanne sitzend singen. Pendragon coverten das proggige „Human Being“ übrigens auf Mannerisms – a Celebration of the Music of Geoff Mann. Mit „This City“ - und ich möchte hier eigentlich keine 'song by song' Rezi fabrizieren – folgt der nächste Song, dem Erwähnung gebührt. Trotz seiner unspektakulären Länge ist auch „This City“ ein Meisterstück.
Ursprünglich war „Fact and Fiction“ als (politisches) Konzeptalbum geplant und sollte (zumindest auf Seite 2) ohne Pausen zwischen den einzelnen Songs durchlaufen. Gedacht war an folgende Aufteilung: Seite 1 - Eleanor Rigby, Human Being, East of Eden, Fact and Fiction, The Poet Sniffs A Flower, This City, World Without End; Seite 2 - We Are Sane/Creepshow/Love Song. Doch letztendlich war diese Zusammenstellung deutlich zu lang und man kippte das Konzept. Aber wenn ich schon bei historischen Fakten zum Album bin, soll auch nicht unerwähnt bleiben, dass Twelfth Night-Keyboarder Rick Battersby während der Aufnahmen zu "Smiling At Grief" ausstieg (er wollte eine Solokarriere starten) um unmittelbar nach den Aufnahmen zu "Fact and Fiction" wieder einzusteigen. Shit happens, sagt da der Brite! Bassist Clive Mitten übernahm die Keyboards und glänzte so auf „Fact and Fiction“ an zwei Instrumenten. Auch nicht uninteressant ist, dass Twelfth Night nach dem Einstieg von Geoff Mann eher kürzeres, „kommerzielleres“ Material schrieben (Smiling at Grief) und erst durch die mediale Aufmerksamkeit, die die befreundeten Progger Marillion (und kurz darauf die gesamte Neo-Progressive-Szene) auf sich zogen, ermutigt wurden, erneut progressiveres Material zu komponieren.
Zurück zu „Fact and Fiction“. Das Titelstück ist sicher der schwächste Moment des Albums, ohne jedoch schlecht zu sein. Die „Creepshow“ hingegen ist ein weiteres Progressive Rock-Monument und alles was für „We Are Sane“ gilt, trifft auch auf dieses Stück zu. „Love Song“ endlich schließt das Album versöhnlich ab und ist ein Klassiker. Geoff ruft auf, jedem Mitmenschen immer und immer wieder die Hand zu reichen. Bin ich der einzige, der denkt, dass Marillion Sugar Mice von „Love Song“ abgekupfert haben? Egal, forgive and love again...
Die Bonussongs der neuen CD-Auflage sind (besonders für Fans) hochinteressant. Essentielle Stücke wie „East of Eden“ oder das Beatles-Cover „Eleanor Rigby“ sind hier ebenso vertreten wie interessante Songs (die alternative, kurze, rockige Version von „Human Being“) oder nicht professionell aufgenommene, jedoch starke Stücke wie „Fistfull of Bubbles“.
„Fact and Fiction“ ist ein Meisterwerk, für mich eines der drei stärksten Studioalben der 80er, ein glücklicher Moment in der kurzen Existenz einer kommerziell unbedeutenden Band irgendwo von einem Planeten am Rande der Milchstraße.
| Anspieltipp(s): |
We Are Sane |
| Vergleichbar mit: |
Pallas, Marillion |
|
| Veröffentlicht am: |
27.4.2010 |
| Letzte Änderung: |
27.4.2010 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Twelfth Night
Zum Seitenanfang
|