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Twelfth Night

Live and Let Live

(Siehe auch: Leitfaden "NeoProg der 80er Jahre")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1984
Besonderheiten/Stil: Neoprog
Label: Cyclops (Re-Release)
Durchschnittswertung: 13.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Andy Revell Guitars
Clive Mitten Bass, B-Vocals
Brian Devoil Drums
Rick Battersby Keys
Geoff Mann Vocals

Tracklist

Disc 1
1. The Ceiling Speaks 8.26
2. The End Of The Endless Majority   (Instr.) 3.18
3. We Are Sane 12.04
4. Fact And Fiction 5.27
5. The Poet Sniffs A Flower   (Instr.) 4.03
6. Sequences 17.14
7. Creepshow 12.06
8. East Of Eden 5.14
9. Love Song 8.29
Gesamtlaufzeit76:21


Rezensionen


Von: Fix Sadler (Rezension 1 von 3)


Am 5 November 1983 gab Geoff Mann mit TN sein Abschlusskonzert im Marquee, dieses wurde dokumentiert, von FM Records kurzfristig auf Platte herausgegeben und schließlich 1993 dankenswerter Weise von SI-Music neu aufgelegt, mit 3 Bonustracks bestückt!

Neben den von Fact And Fiction schon bekannten Stücken gibt es den Einpeitscher The Ceiling Speaks, das waveige East Of Eden, ein Akustik-E-Gitarren Duett, aber vor allem das alles überragende Sequences zu hören. In diesem Song vereinigen sich alle positiven Auswüchse, die die Genialität dieser Band wiederspiegelt.

Es handelt sich um die Vertonung der Geschichte eines Jungen, der sich aufgerufen fühlt in den Krieg zu ziehen. Sequenzhaft werden seine Erlebnisse bis hin zur großen Schlacht beschrieben - all seine Gefühle, der Horror des Krieges, der Klang der Schlacht. Bis ins letzte Detail kann man der Musik die textliche Intention nachempfinden. Um so bemerkenswerter, wenn man weiß, dass die Musik in dieser Form lange bestand, bevor Geoff Mann seinen Text dazu schrieb... sei wie es sei, das Teil passt wie "Arsch auf Eimer" und ein weiteres glanzvolles Stück Musikhistorie aus dem Hause TN.

Überhaupt entpuppen sich TN als ausgesprochen gute Live-Band, die diesen denkwürdigen Abend mit ungeheurere Energie und Lust durchzogen...dazu gehört auch das fast nicht enden wollende Lovesong, bei dessen Intensität der ein oder andere Schauer über den Rücken rutscht. Auch Creepshow ist Live sogar noch ein Tacken genialer als in der Studio-Version, weil Geoff Mann voll in den verschiedenen Rollen des (Fast-) Hörspiels aufgeht. Nur We Are Sane klingt unrunder als im Original, da die besonderen Sound - Gimmicks der Studio-Aufnahme fehlen.

Fazit: Wer die Scheibe irgendwo bekommen kann, sollte nicht lange zögern! Sie gehört zu den Highlights des New-Progressive-Rock-Movements Anfang der 80er Jahre, ist modern, nicht geklaut und einfach genial stimmungsvoll.

Anspieltipp(s): Sequences
Vergleichbar mit: Marillion, Pink Floyd
Veröffentlicht am: 10.8.2002
Letzte Änderung: 28.5.2004
Wertung: 14/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 3)


Twelfth Night werden trotz ihres mageren Outputs zu den Highlights progressiver Rockmusik der 80-er Jahre gezählt. Allerdings stellt sich die Frage, wie eine solche Sternstunde des alten Neoprog, wie sie auf diesem Live-Album verewigt ist, auf den heutigen Hörer wirkt. Nicht jedes Album, das damals für einen Meilenstein des Prog gehalten wurde, konnte den Test of Time bestehen.

Das Besondere und die Band damit über die Kollegen anderer Neoprog-Klassiker hinaushebende ist, dass Twelfth Night es schaffen, ihren Neoprog mit der damals noch virulenten New Wave zu vereinigen. Dies geschieht in höchstem Maße überzeugend und wird durch die eher wavige Stimme Geoff Manns noch unterstrichen.

Das Album steckt voller Spielfreude und kompositorischer Vielschichtigkeit und spricht auch heutige Hörer noch - auch und gerade - durch seine besondere Note an - auch wenn New Wave schon längst Geschichte ist.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Neoprog meets New Wave
Veröffentlicht am: 23.6.2004
Letzte Änderung: 25.6.2004
Wertung: 12/15

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Von: Günter Schote @ (Rezension 3 von 3)


90, Wardour Street in London, Soho - dort fand man von Mitte der 60er bis Ende der 80er Jahre den weltberühmten Marquee-Club.

Dieser Marquee-Club war Anfang/Mitte der 80er u.a. das Wohnzimmer der neo-progressiven Szene und in der Tat ein besonderer Ort für Konzerte: von außen wirkte der Club durch seinen kleinen Eingangsbereich zunächst recht unscheinbar, das Vordach mit dem Marquee-Logo war allerdings sehr markant. Im Schaufenster hingen die zahlreichen Ankündigungen für anstehende Konzerte aus, rechts war der Einlass. Kaufte man ein Ticket und trat ein, gelangte man über einen schmalen Gang zunächst zum Merchandise-Stand, wo die Bands ihre Demo-Tapes, LPs, Shirts, Badges, Textblätter etc. anboten. Jetzt noch zwei Schritte nach links und schon stand man an der Bar des Clubs. Schnell ein Pint Lager geordert und in der Hosentasche nach den in den 80ern neuen, dicken One-Pound-Coins gesucht, die dann auch flink den Besitzer wechselten. Nun konnte man den Kopf um 180 ° wenden und blickte endlich auf die Bühne, auf der sie alle, alle spielten. Die Wände und die Decke des Konzertraumes waren schwarz, das Logo strahlte in goldenen Lettern hinter der Bühne, der kondensierte Schweiß tropfte lustig von oben auf das Publikum herab: das war der heute nicht mehr existierende Marquee-Club! Twelfth Night waren eine der Bands, die in jenen Jahren regelmäßig dort auftraten, u. a. am 4. und 5. November 1983 anlässlich des Abschiedes ihres Sängers Geoff Mann.

„Live & Let Live“ sollte als siebente Veröffentlichung der Band die Bestellnummer „TN007“ erhalten. Nach dem Deal mit „Music for Nations“ entfiel diese Nummer zwar, doch hatte man die Idee, die James Bond-mäßige 007 in den Albumtitel zu integrieren: aus „Live & Let Die“ wurde „Live & Let Live“.

Zur Eröffnung ihrer Live-Shows nahmen Twelfth Night verschiedene Intro-Tapes auf, eines davon hört man zu Beginn des Albums. Die Band betritt dabei unter dem Jubel des Anhangs die Bühne und legt los mit (der sicherlich stärksten Version von) „The Ceiling Speaks“. Sensationell! Die Akustiknummer „The End of the Endless Majority“ wurde zwar an beiden Abenden gespielt, die auf dem Album enthaltene Version stammt jedoch aus einem Soundcheck, da die Live-Versionen aufgrund des lauten Publikums nicht zu verwenden waren. Ebenfalls gespielt wurde der Longtrack „The Collector“, der in dieser Live-Version eines Tages sicherlich (vielleicht gar als Teil deiner DVD dieser Shows!) das Licht der Welt erblicken wird.

Die „neue“ nun mit Lyrics und Gesang von Geoff Mann versehene Version von „Sequences“ ist das zentrale Stück von „Live & Let Live“. Es ist Geoffs Anti-Kriegs-Statement über einen jungen Soldaten im 1. Weltkrieg und einer von Twelfth Nights packensten Momenten. „Love Song“ hingegen war natürlich der emotionale Abschluss der beiden Abende und ist nun auch das würdige Finale der CD-Version (die LP endete original mit „Sequences“).

Ein super Sound, Energie pur und eine ausgesprochen starke Songauswahl von einer der besten Progressive Rock-Bands der 80er machen „Live & Let Live“ zu einem perfekten Vermächtnis des Progressive Rock dieses musikalisch häufig dunklen Jahrzehnts!

Anspieltipp(s): The Ceiling Speaks
Vergleichbar mit: Marillion, Pallas
Veröffentlicht am: 22.5.2010
Letzte Änderung: 22.5.2010
Wertung: 14/15
Ihr bestes Album!

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Twelfth Night

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1981 Live at the Target 9.33 3
1982 Fact and Fiction 13.33 3
1982 Smiling at Grief 9.00 3
1984 Art & Illusion 12.00 2
1986 Twelfth Night 7.00 3
1991 Collectors Item (2LP only) 11.00 1
2001 Collectors Item (Cyclops Edition) 10.50 2
2005 Night Vision 10.00 1
2005 Flashbacks 11.00 1
2005 Entropy 8.00 1
2005 Live From London - 1
2005 Corner of the World 10.00 1
2005 A Midsummer Night's Dream 8.00 1
2005 Live From London (DVD) 11.00 1
2007 Voices in the Night - 2
2010 Reading Festival 1983 - 1

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