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Leitfaden: Nordamerik. symphonischer Prog der 70er Jahre
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Kansas

Point Of Know Return

(Siehe auch: Leitfaden "Nordamerik. symphonischer Prog der 70er Jahre")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1977
Besonderheiten/Stil: Blues; HardRock; Klassischer Prog
Label: Epic
Durchschnittswertung: 13/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Phil Ehart drums
Dave Hope bass
Kerry Livgren guitars,keyboards
Robby Steinhardt violin,viola,vocals
Steve Walsh keyboards,vocals
Rick Williams guitars

Tracklist

Disc 1
1. Point Of Know Return 3.12
2. Paradox 3.50
3. The Spider 2.04
4. Portrait (He Knew) 4.39
5. Closet Chronicles 6.31
6. Lightning´s Hand 4.24
7. Dust In The Wind 3.27
8. Sparks Of The Tempest 4.17
9. Nobody´s Home 4.40
10. Hopelessly Human 7.09
Gesamtlaufzeit44:13


Rezensionen


Von: Horst Straske @ (Rezension 1 von 3)


"Point Of Know Return" setzte den bombastischen Stil der vorangegangenen Kansas-Alben nahtlos fort und kann als der letzte große Klassiker der Band bezeichnet werden. Mit der zuckersüßen Ballade "Dust In The Wind" ist hier auch der zweifellos bekannteste Kansas-Song vorhanden, wobei diese Ballade angesichts der übrigen Highlights aber eher untergeht. Mit dem dynamischen Titelsong "Point Of Know Return" liegt ein idealer Opener vor, der als typisches Kansas-Trademark energisches Geigenspiel bietet. "Paradox" geht in eine ähnliche Richtung, wobei hier der Härtegrad gesteigert wird. "Portrait (He Knew)" bietet zu Beginn kraftvolle Hammondeinsätze und entwickelt im weiteren Verlauf eine ungebändigte Energie. Dieser rockigen Komponente steht mit "Closet Chronicles" aber wiederum ein wahrer Kansas-Klassiker gegenüber, der die Formation von ihrer bombastischen Seite präsentiert und eindeutig in den Bereich der progressiven Rockmusik einzuordnen ist. Unverwechselbare und hymnische Gesangsarrangements tragen zum unvergleichlichen Zauber dieses Titel bei. Kaum ein Song im Repertoire der Band bringt diese typische Mixtur aus ausuferndem Pathos, epischen Arrangements und kraftvollem Rock derart perfekt auf den Punkt.

"Lightning´s Hand" mit Robby Steinhardt als Lead-Sänger tendiert dann abermals in eine rockige Richtung, wogegen die hinlänglich bekannte Ballade "Dust In The Wind" einen ruhigen Kontrast dazu bildet. Die beiden nachfolgenden Songs "Sparks Of The Tempest" und "Nobody´s Home" können jedoch qualitativ nicht mit den vorhergehenden Songs mithalten und lassen den Glanz der klassischen Kansas-Songs vermissen. Schlecht ist dies natürlich auch keinesfalls, aber die Band selbst hatte die Messlatte ja sehr hoch angesetzt und solche Kompositionen werden diesen hohen Ansprüchen einfach nicht gerecht. Mit "Hopelessly Human" findet "Point Of Know Return" aber seinen krönenden und bombastischen Abschluss. Neben dem instrumentalen Pomp glänzt dieses großartige Finale mit perfekten Gesangslinien, wobei sich Steinhardt und Walsh den Lead-Gesang untereinander aufteilen. Es wird ein glänzender Spannungsaufbau geboten, der an Eindringlichkeit kaum zu überbieten ist.

Anspieltipp(s): Portrait (He Knew), Closet Chronicles
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.6.2003
Letzte Änderung: 8.6.2003
Wertung: 12/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 3)


Die beiden klassischen platin-veredelten Kansas-Alben Leftoverture (1976) und Point of Know Return (1977) beweisen eindrucksvoll, dass es Zeiten gab, in denen hohe musikalische Qualität und breites Publikumsinteresse keinen Widerspruch darstellten. Allerdings gelingt es Kansas auf dieser Scheibe von Anfang an, ihren sehr amerikanischen Prog auf äußerst hohem Konstruktionsniveau mit so einnehmenden Melodien zu versehen, dass quasi jeder Song ein Hit ist, so proggig er auch klingt.

Die rühmliche (!) Ausnahme bildet der melancholische Teetassen-Hit Dust in the Wind. Eigentlich passt der schlichte akustische Song überhaupt nicht in sein Umfeld, in dem ein Prog-Feuerwerk nach dem anderen abgefackelt wird. Aber gerade dadurch ist Dust in the Wind so etwas wie das Auge in dem Sturm, der auf Point of Know Return tobt.

Bonus-Material enthält die Ausgabe aus dem Jahr 2002 auch, nämlich eine Live-Version von Spark of the Tempest sowie einen Remix von Portrait (he knew). Mal wieder eine nette Dreingabe.

Mit Point of Know Return gelingt den Amerikanern ein spätes Highlight des klassischen Prog überhaupt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.8.2011
Letzte Änderung: 23.6.2012
Wertung: 14/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 3 von 3)


Ein stolzes Segelschiff kippt in den Abgrund. Mit Blick auf die 80er und über "Monolith" hinweg ist das schon sinnbildlich für Kansas (für welche Progband eigentlich nicht?), aber "Point Of Know Return" wird dieses Cover nicht gerecht. Tatsächlich haben wir es hier mit dem aus meiner Sicht zweitbesten Werk der Band zu tun.

Im Vergleich mit "Leftoverture" fällt vor allem auf, dass die Stücke nochmals kompakter geworden sind. Gerade mal "Closet Chronicles" und "Hopelessly Human" dauern länger als fünf Minuten. Andererseits ist das Material aber durchwegs verspielter und weniger direkt ausgefallen als auf dem Vorgänger oder auf "Masque". Und so ist es dann bezeichnend, dass man dem eigentlich "nur netten", weil etwas unauffälligen Titelsong und Opener in erster Linie seine Kürze vorwerfen kann. Man hätte gerne mehr davon gehabt von dieser Nummer, die zwar leichtfüßig und eingängig ausfällt, aber einen nicht so erschlägt wie "Carry On My Wayward Son". Und so ist auch "Paradox" ein vertracktes Kabinettstückchen auf der Kurzstrecke und das genüßsslich zappelnde (jaja...) "The Spider" kurioserweise das erste Instrumental der Bandgeschichte. Ein Auftakt nach Maß also.

Was Kansas dann aber vom Stapel lassen, gehört wirklich zum Besten der Band. Die Einstein-Hymne "Portrait (He Knew)" ist trotz eines mit der Verbissenheit eines Pitbulls ins Ohr gehenden Refrains uneingeschränkt hörenswert. Dafür sorgen der schöne mehrstimmige Gesang und sinfonische Schmankerln wie dem Instrumentalteil nach ca. zweieinhalb Minuten. "Closet Chronicles" kann anschließend für sich in Anspruch nehmen, der höchstkondensierte Longtrack der klassischen Kansas zu sein. Mal wieder demonstriert die Band hier schönes Zusammenspiel und ebenso ihr Gespür für einen dramatischen Aufbau: Auf den ruhigen Anfang und eine langsame Steigerung folgt eine kurze Ruhepause, bevor der unglaubliche Instrumentalteil angeschnitten wird. Tatsächlich ist das hier sogar noch vor "Magnum Opus" die abgedrehteste Passage der Bandgeschichte. Zwischenzeitlich kommen neben den hinlänglich bekannten Western- und Klassikeinflüssen sogar Gamelan-artige Klänge zum Einsatz. Allenfalls das Ende des Liedes hätte etwas spektakulärer ausfallen können, statt ein paar ordentlicher Schlussakkorde wird aber einfach zum Hauptriff ausgefadet.

Der treibende Rocker "The Lighning's Hand" schließt diese gelungene Trilogie toller Songs ab. Bemerkenswert finde ich hier die gesangliche Theatralik, die dem ganzen einen düsteren Touch verleiht, und die wieder einmal ausgefeilte Soloarbeit an den Saiteninstrumenten. Letzteres lässt mich am ehesten an Queen respektive Brian May denken und auch an ihre Epigonen von Blind Guardian. Vom Manowar-artigen Text ("I fight with force and power for my land / I command the lightning's hand") möchte ich gar nicht erst anfangen.

Es folgt "Dust In The Wind", das "Carry On..." alleine schon wegen seiner Unaufdringlichkeit vorzuziehen ist. Da verzeiht man auch die Kitschstreicher. Na ja, es geht vorbei, und die beste Single einer US-Progband ist eh "Boat On The River" von Styx. Das reduzierte, irgendwie elektronisch wirkende Arrangement von"Sparks Of The Tempest" werte ich mal als (gelungenen) Vorgriff auf die eigenen 80er. Allerdings unterstützen diese Klänge den Textinhalt ganz wunderbar, und ein paar Romantizismen gibt's zur Abwechslung auch.

Den Abschluss bilden zwei melancholische Halbballaden: Das dramatische, bittersüße "Nobody's Home" mit seinem theatralischen Bombastfinale (Tock, tock, tock) auf der einen Seite. Auf der anderen Seite "Hopelessly Human", das mit langem Soloteil und rhythmischer Abwechslung durchaus Longtrackqualitäten hat, wenngleich die fulminanten Paukenschlag-Momente zugunsten hymnischer Romantik fehlen.

Mein Favorit von Kansas heißt eigentlich "Song For America", das ich für seinen jugendlich-wilden Esprit und die Ecken und Kanten schätze. Das vorliegende Album ist da schon etwas ruhiger, geschliffener und konzentrierter, sodass das Werk als Ganzes im Vergleich ein bisschen "anders" klingt. Ein Klassiker ist "Point Of Know Return" aber dennoch. Objektiv betrachtet sind Kansas stilistisch eigentlich recht eingeengt: Eingängiger US-Hardrock mit etwas Gefrickel und überragender Soloarbeit. Allerdings hat es kaum eine vergleichbare Band je geschafft, derart viel progressiven Abwechslungsreichtum auf einem Album unterzubringen. Meine Hochachtung!

Anspieltipp(s): Closet Chronicles, The Lightning's Hand, Nobody Home
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.10.2011
Letzte Änderung: 7.10.2011
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Kansas

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1974 Kansas 10.67 3
1975 Masque 10.33 3
1975 Song For America 12.33 3
1976 Leftoverture 13.00 3
1978 Two For The Show 13.00 2
1979 Monolith 10.00 3
1980 Audio Visions 6.00 2
1982 Vinyl confessions 7.50 2
1983 Drastic Measures 2.00 2
1986 Power 8.00 1
1988 In The Spirit Of Things 7.00 1
1993 Live at the Whisky 11.00 1
1994 Box Set 12.00 1
1995 Freaks Of Nature 10.00 1
1998 Always Never The Same (featuring The London Symphony Orchestra) 7.00 1
1998 King Biscuit Flower Hour Presents 10.00 1
2000 Somewhere To Elsewhere 10.00 1
2003 Device - Voice - Drum 10.33 3
2004 Sail On - The 30th Anniversary Collection - 1
2009 There's Know Place Like Home 11.00 1
2009 Original Album Classics - 1
2015 Miracles Out Of Nowhere (CD/DVD) 12.50 2
2016 The Prelude Implicit 9.00 2
2017 Leftoverture Live & Beyond 12.00 1

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