SUCHE
Erweiterte Suche
Leitfaden: Elektronische Musik
Brian Eno
Eberhard Schoener
Erdenklang
Heldon
Human League
Jean Michel Jarre
Klaus Schulze
Kraftwerk
László Hortobágyi
Synergy
Tangerine Dream
The Future Sound of London
The Orb
Wendy (Walter) Carlos
Persönliche Tips
Keller & Schönwälder
Main
Michael Garrison
Michael Hoenig
Thomas Köner
STATISTIK
24976 Rezensionen zu 17123 Alben von 6671 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Jean Michel Jarre

Oxygene

(Siehe auch: Leitfaden "Elektronische Musik")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1976
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Disques Dreyfus
Durchschnittswertung: 10.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Jean Michel Jarre Synthesizer, Mellotron, Organ, Drum Computer

Tracklist

Disc 1
1. Part 1 7:40
2. Part 2 7:37
3. Part 3 3:24
4. Part 4 4:06
5. Part 5 10:26
6. Part 6 6:24
Gesamtlaufzeit39:37


Rezensionen


Von: Jörg Graf @ (Rezension 1 von 3)


Das ist sie also: die Scheibe, die die Welt als Meilenstein im Bereich der elektronischen Musik ansieht. Die Meilensteine der Elektromusik setze ich persönlich etwas früher an und auch nicht bei Jarre. Der hatte zwar Anfang der 70'er Jahre schon in seinem Heimatland lokale Erfolge mit elektronischer Musik erzielt, aber Mitstreiter wie Kraftwerk oder Tangerine Dream hatten damals die Nase vorn. Jarre gab "Oxygene" jedoch die wesentlichen Impulse um die elektronische Musik weltweit zu etablieren. "Oxygene Part IV" war dabei die Hitsingle, die durch alle Radios bis zum Erbrechen dröhnte. Dabei war es nicht mehr als ein kleines lustiges Popliedchen mit einer einfachen, aber markanten Melodie.

"Oxygene" hat jedoch weit mehr zu bieten als nur Elektro-Pop. Das Album ist sogar ein reines Synthesizer-Album, kein Gesang oder andere Instrumente wurden verwendet. Der Albumtitel ist zugleich Programm. Um Sauerstoff geht es hier. Part I eröffnet mit vor sich hinschwebenden, säuselnden Loops, dazu kommen allmählich weitere Klangspielereien wie Moll-Tonleiterfolgen oder moogähnliches Gequietsche. Dann übernimmt eine triste Melodie die Führung. Das Klanggefüge baut sich schließlich zu einem ersten Höhepunkt auf, in dem ein dunkler beinahe wie eine Stimme wirkender Sound eine Dur-Melodie wiedergibt. Der Sound fällt wieder ins vorherige Gewand zurück und scheint förmlich auf eine Veränderung zu warten. Schließlich läutet ein Melodieloop Part II ein. Jetzt gibt ein Basslauf dem ganzen sogar einen Rhythmus, der kurz darauf vom Drum-Computer übernommen wird. Der Spannungsaufbau zum eigentlichen Beginn von Part II wird von interessanten Soundgebilden unterstützt, die ein wenig wie abgefeuerte und explodierende Videospiel-Bomben klingen, aber auf den Punkt in den Hintergrund passen. Nachdem sich das Thema von Part II ausgetobt hat, leitet das bekannte Säuseln in Part III über, der die erste Seite mit ein wenig Bombast ausklingen lässt.

Die B-Seite eröffnet mit dem weltbekannten Part IV, über den ich wohl kein Wort verlieren muss, außer daß er mir schon nach dem dritten Durchlauf (damals war ich gerade 12) auf die Nüsse ging. Ein Sauerstoffbrodeln überbrückt zum Part V, der mit einer Art Elektro-Lullaby beginnt. Erst ganz leise, später kommen weitere Melodien und Riffs dazu. Nach ein paar Minuten, kommt ein treibender Basslauf ins Spiel als totaler Gegensatz zur vorherigen Passage. Bis dahin ganz nett, leider fallen dem Meister dann keine weiteren spannungsaufbauenden Elemente mehr ein. Die weiteren Minuten plätschern auf diesem Lauf dahin. Interessant ist dann nur noch das elektronische Atemgeräusch, das auf Part VI überleitet. Letzterer klingt leider genauso, als ob man einen Schüler zu einem Bossanovarhythmus auf der Orgel eine Melodie spielen lässt. Schade eigentlich.

Die A-Seite dieses Album ist wirklich klasse und auch Part V hat einige spannende Momente. Also: Kein Klassiker für mich, aber ich bin mir der historischen Bedeutung dieses Albums durchaus bewußt: Der Longpplayer, der die Elektro-Musik salonfähig machte.

Noch eine Anekdote: Aufgrund der sehr ähnlichen Melodie wird die weltweit erste Elektro-Hitsingle "Popcorn" von "Hot Butter" häufig Jarre in die Schuhe geschoben. Allerdings kann man sich demnach auch denken, wo Jarre seine Idee zu "Oxygene IV" geklaut hat.

Anspieltipp(s): Part I und II
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.8.2002
Letzte Änderung: 5.8.2005
Wertung: 10/15

Zum Seitenanfang

Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 3)


Ich streite zwar immer wieder mit mir, ob die Musik Jarre`s auf den Babyblauen Seiten etwas verloren hat oder nicht. Worüber ich mir mit mir aber einig bin ist, dass Oxygene ein grosses Album ist, welches mich schon seit über 20 Jahren fasziniert und welches ich auch nach so langer Zeit immer noch und wieder spannend und bewegend finde.

Vor allem die ineinander fliessenden I & II mit dem zuerst mystisch-fantastischen Flair und der folgenden Leichtigkeit sowie das erst zerbrechliche und dann klappernd-blubbernd nervöse V sind für mich Inbegriff zeitlos schöner Elektronic-Instrumental-Musik.

Gehört in jede gut sortierte Musiksammlung.

Anspieltipp(s): durchhören
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.1.2006
Letzte Änderung: 19.10.2015
Wertung: 11/15

Zum Seitenanfang

Von: Markus Peltner @ (Rezension 3 von 3)


„Oxygene“ von Jean Michel Jarre steht für das Genre „Elektronische Instrumentalmusik“. Diese kann mitunter kalt wirken, ist es im Fall von „Oxygene“ aber keineswegs. Erfunden wurde dieser Musikstil allerdings auch nicht mit der Platte „Oxygene“. Zum einen ist dieses Album bereits Jean Michel Jarres dritte Veröffentlichung, zum anderen frönten beispielsweise Tangerine Dream oder auch Klaus Schulze solo schon deutlich länger diesem Genre und haben bereits einige Zeit früher sehr gute Platten dieser Machart veröffentlicht. Aber Jean Michel Jarre machte diese Musik bekannter beziehungsweise sogar richtig bekannt.

Und da wären wir auch gleich bei den Titeln oder besser gesagt „Parts“ auf „Oxygene“. Diese sind ebenfalls, wie die der deutschen Kollegen, mitunter sphärisch und schwebend und transportieren sehr viel Atmosphäre, die nicht selten Assoziationen zum Weltall aufkommen lassen. Aber – und da liegt jetzt der Unterschied zu den Berliner Musikern – in der Musik des Jean Michel Jarre gibt es immer wieder diese Keyboardläufe, die so überaus eingängig sind. Die, wenn man sie einmal gehört hat, nicht mehr vergessen werden können, da sie fest im Musikzentrum des Gehirns verankert wurden. Sehr melodiös und harmonisch klingt so die Musik von Jean Michel Jarre – andere werden vielleicht sagen oberflächlich.

Und genau diese Eingängigkeit eröffnete Jean Michel Jarre die Türen zum Radio und nicht nur die zu Dokumentationen über den Südpol, ausgebrochene Vulkane oder aber eine geplante Reise zum Mars. Wie immer bei solchen Kompositionen und überhaupt in der Musik, man muss sich eben darauf einlassen können. „Oxygene“ ist nichts für die Hektik, weniger für nebenbei und ganz viel für den Kopfhörer auf einem bequemen Sofa.

Fazit: Sehr eingängige elektronische Musik präsentiert Jean Michel Jarre auf „Oxygene“. Reine Synthesizer Musik, die zwar auch sphärisch klingt, die Melodie eines Liedes dabei jedoch nie aus den Augen beziehungsweise „aus den Ohren“ verliert. Musik zum Tagträumen, die schön anzuhören ist und keinem weh tut. In den 70er Jahren mag das revolutionär geklungen haben, heute ist es immer noch nett. Für die Idee, Umsetzung und den angenehmen Wiedererkennungswert gibt es zehn Punkte.

Anspieltipp(s): Muss man durchhören.
Vergleichbar mit: Equinoxe
Veröffentlicht am: 17.4.2012
Letzte Änderung: 17.4.2012
Wertung: 10/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Jean Michel Jarre

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1972 Deserted Palace 7.00 1
1973 Les Granges Bruleés 9.00 2
1978 Equinoxe 12.00 2
1981 Magnetic Fields 10.50 2
1982 The concerts in China 8.50 2
1984 Zoolook 7.67 3
1986 Rendez-Vous 8.00 2
1987 In Concert Houston-Lyon 7.00 2
1988 Revolutions 7.50 2
1989 live 7.00 2
1990 Waiting for Cousteau 7.00 2
1991 Images - The Best of Jean Michel Jarre - 2
1993 Chronologie 3.00 2
1994 Hong Kong 7.00 1
1997 Oxygene 7-13 3.00 1
1998 Paris Live "Electronic Night" - 1
2000 Metamorphoses 7.50 2
2002 Sessions 2000 4.00 2
2003 Geometry of Love 6.50 2
2004 Aero 8.50 2
2007 Téo & Téa - 1
2015 Electronica 1 - The Time Machine - 1
2016 Electronica 2 - The Heart Of Noise - 1
2016 Oxygene Trilogy - 1
2018 Planet Jarre 11.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2018; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Datenschutzerklärung - Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum