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Leitfaden: Konzeptalben
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Bo Hansson

Lord Of The Rings

(Siehe auch: Leitfaden "Konzeptalben")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1970 (1972 Charisma Records)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Konzeptalbum
Label: Silence Records
Durchschnittswertung: 6.57/15 (7 Rezensionen)

Besetzung

Bo Hansson Orgel, Gitarre, Bass, Synthesizer

Gastmusiker

Rune Carlsson Schlagzeug
Sten Bergman Flöte
Gunnar Bergsten Saxophon

Tracklist

Disc 1
1. Leaving Shire 3:28
2. The Old Forest & Tom Bombadil 3:43
3. Fog On The Barrow-Downs 2:29
4. The Black Riders & Flight To The Ford 4:07
5. At The House Of Elrond & The Ring Goes South 4:40
6. A Journey In The Dark 1:10
7. Lothlórien 4:01
8. Shadowfax 0:51
9. The Horns Of Rohan & The Battle Of The Pelennor Fields 3:57
10. Dreams In The Houses Of Healing 1:56
11. Homeward Bound & The Scouring Of The Shire 2:54
12. The Grey Havens 4:57
Gesamtlaufzeit38:13


Rezensionen


Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 1 von 7)


Es mag am Alter liegen (ich weiss allerdings nicht wie alt Udo ist ;-) [ohne Dein und mein Alter zu verraten: ich bin ca. 14 Jahre jünger als Du... Wer jetzt partout wissen will, wie alt wir sind, der soll einfach in Andreas' Yessongs-Rezi nachlesen, wie alt Andreas damals bei Kauf der neuerschienenen "Yessongs" war und ein bisschen rechnen... (Udo)]), aber die Platte entstand 1970, kein Wunder, dass sie für jüngere Leute daher etwas antiquiert klingen mag, wir leben im Zeitalter der analogen 8-16 Spurtechnik ohne große Effektgeräte - und Synthies waren damals etwas sehr sehr teures. Hansson spielt daher meistens auf einer Hammondorgel, nur mache Sound kommen vom Moog (dem großen). Aufgenommen wurde auch noch in Hanssons Sommerhaus.

Im Gegensatz zu Udo finde ich sie sehr reizvoll, die gedämpfte Stimmung passt gut zur Stimmung des Buches, die Kampfszenen kommen energisch rüber :-> (es gibt doch nur eine "The Horns of Rohan & the battle of the pelennor fields") und gerade die hintergründige Melancholie des Buches kann Hanson sehr gut umsetzen. Muskalisch geht die Musik etwas in Richtung der Canterbury-Szene, oder erinnert an manche Passagen des frühen Oldfield, und ich persönlich kenne keine bessere musikalische Umsetzung zu Tolkiens "Herrn der Ringe", es sei den "Incantations" von Oldfield, aber das ist bei mir immer mit dem "Silmarillion" verknüpft.

Anspieltipp(s): The Old Forest & Tom Bombadil
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.4.2002
Letzte Änderung: 7.7.2012
Wertung: 9/15

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Von: Udo Gerhards (Rezension 2 von 7)


Der Schwede Bo Hansson ist ein Multiinstrumentalist, der in den Siebziger Jahren eine Reihe von Konzept-Alben veröffentlichte, das erste und erfolgreichste eben dieses zu Tolkiens Fantasy-Klassiker "Der Herr der Ringe". Hansson bedient hier Orgel, Gitarre, Moog und Bass und wird unterstützt von Rune Carlsson an Drums und Percussion sowie zwei Holzbläsern in einem Stück, wobei allerdings gesagt werden muss, dass keine besonders virtuosen Instrumentalstellen vorkommen und insbesondere Hanssons Gitarrenspiel nicht sehr überzeugend klingt.

Um es gleich vorweg zu nehmen: ich finde die Platte furchtbar langweilig. Der Sound klingt absolut veraltet, die einzelnen Songs, jeweils angelehnt an bestimmte Episoden der Trilogie, sind ziemlich primitiv und billig. Es gibt im Prinzip zwei Arten von Stücken auf der Platte: die ruhigen, leicht mysteriösen mit trottendem Rhythmus, meist mit mit Klöppeln gespieltem Schlagzeug, z.B. "Leaving Shire", "Fog On The Barrow Downs", "Lothlorien", "Homeward Bound", "The Grey Havens". Dann gibt es noch die schnellen Nummern, meist mit einem Fanfaran-artigen, quäkenden Synthie oder Gitarre als Lead-Stimme und Drums plus Conga-Rhythmus, wie z.B. "Flight To The Ford", "Shadowfax" und "The Battle Of The Pelennor Fields".

Fast all diesen Stücken ist gemein, dass sie aus ein oder zwei Phrasen bestehen, die dauernd wiederholt werden und über die dann leicht rumgenudelt wird, aber nicht sonderlich eindrucksvoll. Auch bleibt der Sound fast immer gleich; leicht gedämpft und trotz elektrischer Besetzung sehr pastoral. An manchen Stellen (Auenland, Lothlorien) entspricht dies der Stimmung der Buchvorgabe vielleicht ganz gut, aber mehr Abwechslung müsste sein; die Kampfszenen sind nicht brutal und energisch genug, die schwarzen Reiter und die Grabunholde nicht bedrohlich genug, Lothlorien nicht schön genug, und Mordor vermisse ich ganz... Nur wenige der Nummern fallen aus dem Einheitsbrei raus, z.B. das bewegte "Tom Bombadil" mit Holzbläserunterstützung oder das tatsächlich mal ganz gut passende "A Journey In The Dark", das die Wanderung durch die Moria-Minen nur mit tiefem Synthie und Trommeln illustriert, dazu leichte Tappgeräusche im Hintergrund (Gollum).

Aber alles in allem finde ich "Lord Of The Rings" von Hansson nicht sonderlich inspiriert und wenig empfehlenswert (es gibt wohl Leute, die das anders sehen), auch wenn es oft als Nice-Price für weniger als 15DM zu finden ist. Es gibt auch eine Ausgabe von "Lord Of The Rings", auf der Ausschnitte von zwei weiteren Bo Hansson-Alben ("The Magicians Hat", "Attic Thoughts") mit drauf sind; diese schlagen ungefähr in die gleiche Kerbe, sind aber vielleicht ein bisschen interessanter (mehr Gastmusiker), wenn auch m.E. immer noch keine Grund, sich die CD zuzulegen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.5.2002
Letzte Änderung: 7.5.2002
Wertung: 3/15

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Von: Thomas Thielen @ (Rezension 3 von 7)


Diese Platte befindet sich nun seit gut 8 Jahren in meinem Besitz, und immer wieder krame ich sie aus, um zu hören, ob sich mein persönlicher Geschmack, mein Verständnis der Stimmung des Herrn der Ringe und die Musik einigermaßen angenähert haben sollten. Jedesmal werde ich sie beinahe wütend in die Ecke.

Die Stimmung wird von den geschätzten Kollegen zurecht als gedämpft beschrieben, ich möchte lieber noch sagen: Sie ist schlicht dumpf. Besonders Lothlorien wird furchtbar lahm und uninspiriert abgehandelt, Bürokraten-Ambient könnte man sagen. Das Auenland klingt längst nicht verspielt genug, die anfängliche Unbeschwertheit des Buchs fehlt komplett. Auch beinah alle anderen Songs verschwimmen vor dem geistigen wie tatsächlichen Ohr zu einem Brei, der in sich höchstens mal ein bisschen hin- und herwabert, ohne sich aber wirklich einbrennen zu können. Ganz mieses Kino.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.7.2003
Letzte Änderung: 14.7.2003
Wertung: 2/15
Der Herr der Ringe mal ganz ohne Zähne

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Von: Kristian Selm (Rezension 4 von 7)


Dies ist offensichtlich wieder mal ein Album, welches deutlich polarisiert. Ich schlage mich dabei auf auf die Seite derjenigen, die das Album mögen.

Die Gründe dafür sind recht schnell aufgezählt: "Lord of the rings" von Bo Hansson verfügt einfach über eine herrlich angestaubte, oftmals psychedelisch anmutende Atmosphäre, der ich mich einfach nicht entziehen kann. Zwar wird hier auf vielerlei Variationen, sowohl im Songaufbau, wie auch in der Instrumentierung verzichtet, dennoch erzeugt gerade diese Beschränkung, die eher sparsam arrangierten Songs, eine eigenartige, ganz eigene Stimmung aus einer anderen Welt.

Besonders die verträumten Orgel- und Moogsounds, sowie die verzerrte Gitarre legen den Grundstock für die subjektiv wahrgenommene Mystik dieses Albums.

Anspieltipp(s): Leaving Shire, The Black Riders & Flight to the ford
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.11.2004
Letzte Änderung: 5.3.2012
Wertung: 10/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 5 von 7)


"Angestaubte Atmosphäre", das trifft es wunderbar. Und das ist genau das, was mir diese Platte so sympathisch macht. Obwohl ich mittlerweile die CD-Ausgabe besitze, lege ich meist immer noch meine uralte Schallplatte auf - weil sie so schön knistert und noch angestaubter klingt ;-)

"Lord of the Rings" habe ich kennen gelernt, als die erste Verfilmung von Herr der Ringe (die Zeichentrick-Fassung) in die Kinos kam, da wurde tatsächlich mal ein Stück aus dieser Platte, nämlich "The Black Riders & Flight to the Ford", im Radio gespielt. Die Platte habe ich dann zur gleichen Zeit erworben, als ich auch das Buch gelesen habe, und seitdem sind beide für mich untrennbar miteinander verbunden.

Ebenso wie Kristian fühle ich mich gerade von der von anderen kritisierten Schlichtheit der fast immer leicht elegisch klingenden Musik angesprochen. Aber ich möchte nicht ausschließen, dass ich "Lord of the Rings" vielleicht anders beurteilen würde, wenn ich es erst im "gesetzteren" Alter kennen gelernt hätte.

Meine Schallplatte hat übrigens ein anderes Cover als das oben abgebildete und gibt als Entstehungsjahr 1972 an.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.11.2004
Letzte Änderung: 3.12.2004
Wertung: 8/15

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Von: Ralf J. Günther @ (Rezension 6 von 7)


Oh nein, es liegt nicht am Alter. Ich bin gemessen an Kollege Udo ebenfalls schon ein "Lord of the Jahresrings", ich kenne diese Platte ewig und - noch schlimmer - ich verbinde sogar allerlei persönlich gefärbte Erinnerungen mit ihr. Nächtliches Radiohören z.B., das mich in seltsam-traumatische Stimmungen versetzte, wie sich´s für einen Pubertierenden gehört, der dem Weltschmerz huldigt.

Ich besitze sogar eine vorschriftsmäßig knisternde LP-Version des Albums. Aber ich kann mir und meinen gereiften Trommelfellen nicht helfen: Die Musik ist absolut fad. Sie hört sich an, als ob jemand das Weltall mittels einer Farfisa-Heimorgel vertonen wollte. Und zwar mit eingeschalteter Begleitautomatik.

Sollten irgenwann mal in einer Mondsiedlung der Zukunft die ersten goldenen Hochzeiten gefeiert werden, steht der Bo-Hansson-Musik vielleicht noch eine gewaltige Renaissance bevor. Ein keyboardbewehrter Alleinunterhalter wird da zu Ehren der rüstigen Jubilare kaum was Passenderes zum Besten geben können.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.11.2004
Letzte Änderung: 5.11.2004
Wertung: 4/15

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Von: Jürgen Gallitz-Duckar @ (Rezension 7 von 7)


Hanssons LOTR ist ein Psychedelic-Album (und in keinster Weise Prog oder proggig gedacht). Als solches braucht es vor allem eines: Atmosphäre. Und diese hat es und zwar die richtige. Durchgehend zieht sich eine träge, schleppende, schwülstige, unwirkliche Stimmung durch die Musik. Weckt Bilder.

Bilder von total verkifften Räumen, in denen sich langmähnige, vollbärtige Hippies in Batik-Klamotten, behangen mit buntem Schmuck auf Flokati-Teppichen räkeln und an ihren Hippienen zugange sind.

Öldias werden an die Wand geworfen und verfärben temporär die indischen Heiligenbildchen und selbstbemalten Wandbehänge, während das erotische Treiben seinen Gang nimmt.

Diese Art Musik erwartet einen hier: Hippie-Sex-Musik.

Schwebende warmklingende Orgeln (erinnern mich teilweise an die Art wie Tori Amos ihre Orgel spielt), etwas kratzige Gitarre, Trommeln mit Filzklöppeln geschlagen und ein paar Soundeffekte, erzeugen den idealen Soundtrack für die schwere Sinnlichkeit bekiffter Gemüter.

Große Klasse. Dass das Album "Herr der Ringe" als Thema hat? Völlig wurscht. Es war 1970, Herr der Ringe war IN bei den Hippies, da passte das wunderbar. Die mystische Stimmung des Buches wird auf alle Fälle ideal transportiert.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.8.2006
Letzte Änderung: 19.8.2006
Wertung: 10/15
erotisch, psychedelische Musik für sinnliche Alt- und Neu-Hippies

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Bo Hansson

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1972 Magician's Hat 8.67 3
1975 Attic Thoughts 9.00 2
1977 Music Inspired By Watership Down 8.50 2

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