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Close to the Edge. How Yes's Masterpiece defined Prog Rock (20.11.2017)
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Keith Emerson

Emerson plays Emerson

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2002
Besonderheiten/Stil: instrumental
Label: EMI
Durchschnittswertung: keine Wertung (2 Rezensionen)

Besetzung

Keith Emerson piano

Gastmusiker

Mike Barsimanto drums on 9
Jerry Watts bass on 9
Frank Scully drums on 12
Rob Statham bass on 12
Oscar Peterson piano on 21

Tracklist

Disc 1
1. Vagrant 2:33
2. Creole Dance 3:05
3. Solitudinous 2:19
4. Broken Bough 4:01
5. A Cajun Ally 4:11
6. Prelude To Candice 1:47
7. A Blade Of Grass 2:08
8. Outgoing Tide 1:44
9. Summertime 3:42
10. Interlude 1:36
11. Roll'n Jelly 1:14
12. B&W Blues 5:22
13. For Kevin 1:55
14. The Dreamer 2:42
15. Hammer It Out 2:37
16. Ballad For A Common Man 3:19
17. Barrelhouse Shakedown 3:45
18. Nilu's Dream 2:07
19. Soulscapes 2:34
20. Close To Home 3:40
21. Honky Tonk Train Blues 3:59
22. Medley (Nicola, Silver Shoes & I'll See You In My Dreams) 2:07
Gesamtlaufzeit62:27


Rezensionen


Von: Nik Brückner @ (Rezension 1 von 2)


Der Mann mit dem Hammer ist zurück. Nachdem man sich im Hause ELP mal wieder nicht so gern mag - wahrscheinlich hat man sich gegenseitig die Sandförmchen geklaut - haben sich die Herren aufs Produzieren von Soloalben verlegt. Nachdem Palmer mit seiner Anthology, aber vor allem mit seinem Concerto for Percussion seine Position in der Historiographie des Progressive Rock gehörig korrigiert hat, legt nun der zweite der Triumvirn sein neues Solowerk vor.

Wie der Titel vermuten läßt, hat es der Meister (weitgehend) allein eingespielt. Damit tut er zunächst nicht mehr, als sich zu der Gruppe mehr oder weniger illustrer Namen einzufinden, die in den letzten Jahren solo am Klavier oder an der Gitarre ihr Können unter Beweis gestellt haben: Wakeman, Moraz, Khoroshev, Howe. Anstatt aber im Mainstream mitzuschwimmen und alte Klassiker aufzuwärmen macht Emerson das, was wahrscheinlich viele erwartet haben: eine Jazz-Platte.

Nur ganz weniges kennt man schon von ELP: "Creole Dance" wurde bereits live mehrfach zum Besten gegeben - oder eher zum Schlechtesten, denn Emerson hat das Stück auf der Bühne regelmäßig zerkloppt. Auch hier spielt er es nicht wirklich sauber, dafür aber ein wenig langsamer - was dem Stück dann doch ziemlich zuträglich ist.

"A Blade of Grass" war schon auf der "Black Moon"-Single als Zugabe zu hören, auch das ist hier weniger gehetzt. Es folgen der altbekannte "Barrelhouse Shakedown" in einer interessanten Neuaufnahme und "Close to Home" - mal wieder in einer viel zu schnellen Liveversion. Es ist leider eine Krankheit von Prog-Keyboardern, daß sie vor allem ihre Schnelligkeit unter Beweis stellen wollen wobei die Technik regelmäßig auf der Strecke bleibt - man höre nur die Liveaufnahmen von Yes mit dem maßlos überschätzen Igor Khoroshev, einem wahren Erben Emersons.

Eins macht dem E von ELP allerdings keiner nach: die Gewalt, mit der auf die Tasten eintrümmert. Besonders gut zeigt sich dies im Duett mit dem Meister Oscar Peterson ("Honky Tonk Train Blues"), bei dem Peterson kaum zu hören ist. Leider, denn sein Beitrag ist der bei weitem filigranere. Und so gerät auch eine ansonsten sehr interessante Version von "Summertime" zu einem ziemlichen Gekloppe. "Hammer it out", so der Titel eines weiteren Beitrags, scheint das Motto für die ganze Platte zu sein. Zu diesem Stück schreibt Emerson im - im übrigen dreisprachigen (Englisch, Deutsch, Italienisch) - Booklet, er habe hier das Klavier als Percussioninstrument verwendet. Hm!

Emerson ist und bleibt nunmal ein Rock-Keyboarder, das kann er nicht verstecken. Und so klingt denn auch der Rest der CD nach einem jazzenden Rockpianisten, nicht übel, aber viel zu gewalttätig - und interessanterweise ganz ähnlich wie Bandkollege Carl Palmer, wenn er Funk spielt - hat das mal jemand gehört? Na, dem Emerson-Fan wird das Album sicher gefallen, auch wegen solcher Perlen wie einem Medley, das Emo mit vierzehn Jahren aufgenommen hat - Jazz-Fans sollten halt lieber die Finger davon lassen. Ich jedenfalls mag die Platte. Punkte gebe ich aber keine, denn mit Progressive Rock hat die Scheibe nun gar nichts zu tun, und wie soll man das mit Prog-Punkten bewerten?

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.11.2002
Letzte Änderung: 19.7.2012
Wertung: keine

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Von: Marc Colling @ (Rezension 2 von 2)


Am heutigen Tag wäre Keith Emerson 73 Jahre alt geworden. Als Gruß an seine Fans erschien Ende September 2017 eine Neuauflage dieser seit Jahren nicht mehr erhältlichen CD unter Mithilfe der Familie des Musikers. Eine remasterte Version wurde realisiert und der Sohn von Keith soll das Ganze überwacht haben. Damit haben die horrenden Preise die teils bei Discogs und Co. verlangt wurden ein Ende. Und es hat sich tatsächlich gelohnt die Aufnahme noch einmal unter die Lupe zu nehmen. Nach dem ersten Durchgang der CD wüsste ich wirklich nicht, wie man den Klang noch verbessern könnte.

Die Tracks werden alle am Klavier eingespielt und sind fast ausschließlich von Keith Emerson komponiert. Eine unkonventionelle Version von Gerhwin's SUMMERTIME oder Ginastera's CREOLE DANCE hat aber noch Platz gefunden. Er zeigt hier auf eindrucksvolle Weise, dass er zu Recht als einer der interessantesten Keyboarder des letzten Jahrhunderts angesehen wird. Es ist beileibe nicht nur seine Progseite von Emerson, Lake & Palmer die ihn unsterblich machen wird, sondern auch seine kompositorische Vielfalt in seinen hier gespielten Solowerken. Die Zeit wird zeigen, wie wichtig sie in der Zukunft bei Musikern sein werden.

Keith Emerson spielt hier jeden erdenklichen Musikstil, aber keinen Prog. Aus Respekt vor einem meiner absoluten Lieblingskeyboarder verzichte ich, wie Kollege Nik, ebenfalls auf eine Bewertung. Die CD macht mir unendlich viel Spaß. Wer aber so was wie The Nice oder ELP erwartet sollte definitiv die Hände davon lassen.

Das Booklet besitzt übrigens interessante Details zu den verschiedenen Tracks in englisch, deutsch und italienisch. Kompliment an die Plattenfirma.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.11.2017
Letzte Änderung: 2.11.2017
Wertung: keine seine Kompositionen vom Meister selbst interpretiert: ein einziger Hörgenuss

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Keith Emerson

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1980 Inferno 13.00 2
1981 Honky 3.50 2
1981 Nighthawks 8.00 2
1983 Harmagedon 5.00 2
1984 Murderock 3.00 2
1985 Best Revenge 8.00 2
1988 The Christmas Album 6.00 2
1989 La Chiesa 9.00 1
1995 Changing States 9.00 3
2002 Iron Man Vol.1 11.50 2
2004 Godzilla - Final wars (Soundtrack) 4.00 1
2005 At The Movies 9.50 2
2005 Hammer it out - The Anthology - 1
2006 Off the Shelf 4.00 1
2008 Keith Emerson Band featuring Marc Bonilla 10.33 3
2009 Boys Club - Live From California 12.00 2
2010 Moscow 11.00 1
2012 Three Fates 6.00 1

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