SUCHE
Erweiterte Suche
GLOSSAR: L
Label
Leslie
Lexika
Line-Up
Liner Notes
Longtrack
Loops/Schleifen
ARCHIV
STATISTIK
24646 Rezensionen zu 16864 Alben von 6565 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Jimmy Page & Robert Plant

No Quarter

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1994
Besonderheiten/Stil: live; Folk; Rock / Pop / Mainstream; Worldmusic / Ethno
Label: Phonogramm
Durchschnittswertung: 10.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Robert Plant vocals
Jimmy Page guitars, mandolin
Charlie Jones bass, perc.
Michael Lee drums, perc.
Porl Thompson guitar, banjo
Najma Akhtar vocals
Jim Sutherland mandolin, bodhran
Nigel Eaton hurdy gurdy
Ed Sheamur hammond, orchestral arrangements

Gastmusiker

Egyptian Ensemble (11 Musiker) doholla, duf, bendir, reque, merwas, finger cymbals, strings, nay, oud
Marrakech Musicians (4 Musiker) vocals (keine weiteren Angaben)
London Metropolitan Orchestra (29 Musiker) violins, violas, celli

Tracklist

Disc 1
1. Nobody's Fault But Mine 04:04
2. Thank You 05:46
3. No Quarter 03:43
4. Friends 04:34
5. Yallah 04:57
6. City Don't Cry 06:06
7. Since I've Been Loving You 07:28
8. The Battle Of Evermore 06:39
9. Wonderful One 04:55
10. Wah Wah 03:57
11. That's The Way 05:33
12. Gallows Pole 04:07
13. Four Sticks 04:51
14. Kashmir 12:28
Gesamtlaufzeit79:08


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 3)


1994 fanden sich der Kern der Rock-Legende "Led Zeppelin" Jimmy Page, Gitarrero, und Robert Plant, Sänger, wieder zusammen, um eine Art Ethno-Rock-Led Zeppelin-Album aufzunehmen... Geldmangel? Inspirationslos? Was immer die Zwei auch wieder zusammengebracht hat, ist glücklicherweise geschehen und so ist ein sehr ungewöhnliches, aber spannendes Album entstanden.

Neben den Musikern der regulären Band (die zum grössten Teil aus Musikern der letzten Plant'schen Solo-Alben besteht) wurden Aufnahmen zusammen mit arabischen Musikern aus Ägypten und Marokko sowie einem Londoner Orchester gemacht. Vor allem die interessante, "wusselige" Rhythmik der arabischen Percussion-Instrumente gibt einigen Led Zep-Songs, aber vor allem den neuen Kompositionen einen hochspannenden, exotischen Ethno-Touch. Ein Wermuhts-Tropfen: Jimmy Page spielt meistens die akustische Gitarre und geht selten mit der E-Gitarre in die Lead...

Die Songauswahl teilt sich in zwei Komponenten, da sind zum einen Led Zep-Songs wie "Nobody's Fault...", "Thank You", "No Quarter" u.s.w., die grösstenteils in mitreissenden akustischen Versionen teilweise eben untermalt von den arabischen Percussion-Instrumenten geboten. Die Songs gewinnen damit eine völlig neue Erscheinung... Led Zep goes Folk goes Ethno, lässig & cool. "Thank You" ist so schön, dass man fast zu Tränen gerührt ist, und kommt mit einem klasse JP-E-Gitarren-Solo. "Since I've Been Loving You" mutiert zum Edel-Blues-Rock getragen vom (Streich-)Orchester, mit toller Gitarrenarbeit und Klasse-Gesang von Robert Plant. "Gallows Pole" rockt akustisch ziemlich ab... High-Speed-Folk-Rock ;-) Zum Abschluss wird der Klassiker "Kashmir" in einer Hammerversion getragen von dem Orchester mit percussiven und exotischen Einlagen geboten. Hier packt JP dann auch die E-Gitarre aus und damit gewinnt der Song nochmals an Dynamik und Dramatik, klasse! Die anderen Songs sind neue Titel wie "Yallah", "City Don't Cry", "Wah Wah" etc., die mir zumindest von keinem Led Zep-Album bekannt wären. Diese Songs wurden alle in Zusammenarbeit mit den arabischen Musikern aufgenommen und gehen daher eher in eine folkige Ecke (im weitesten Sinne mit dem dritten Led Zep-Album vergleichbar). Die Titel fügen sich alle sehr schön in den gesamten Rahmen der CD ein. Ein Teil der Songs wurde offensichtlich live eingespielt (man kann das Publikum hören, es gibt wohl auch ein Video dazu, bin mir aber nicht sicher).

Dies ist kein Versuch zweier alter Säcke nochmals Geld zu machen, sondern ein tolles Experiment Led Zep-Stücke und Ethno-Rock / Worldmusic / Folk zu verbinden und wenn am Schluss noch Led Zep-Klassiker in bester Rockmanier zitiert werden, ist die Überraschung perfekt. "Progressive" Rock im Wortsinne... Noch zu bemerken: Robert Plant singt wie zu besten Tagen! Ein echter Tipp!

(Leider bewiesen die beiden "Helden" schon mit dem nächsten Album, das die Kreativität hiermit aufgebraucht war, aber das ist eine andere Rezi...)

Anspieltipp(s): Thank You, Yallah (damit nicht das Beste gleich am Anfang kommt...)
Vergleichbar mit: Led Zep goes Folk goes Ethno-Rock
Veröffentlicht am: 31.3.2003
Letzte Änderung: 28.5.2004
Wertung: 11/15

Zum Seitenanfang

Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 3)


So ganz kann ich Thomas' Beurteilung nicht teilen. Es ist zwar richtig, daß Robert Plant hier gut bei Stimme und diese Scheibe recht ungewöhnlich ist, aber so richtig funktionieren tut sie für mich nicht. Dieie "ethno"-Versionen der Led Zeppelin Nummern klingen uninspiriert und zusammengeschustert, so als würde man den meist akustischen Torso der Originalversionen mit Ethnoperkussion und/oder Folkgefidel aufpeppen. Das Gleiche gilt auch für die neuen Stücke, die nicht von Led Zeppelin-Scheiben stammen. Grosse Teile dieser CD bieten artifizielle Stilvermischungen, gewaltsame Vereinigungen musikalischer Stile und Mentalitäten, die (zumindest so) nicht wirklich zusammen passen. Na ja, vielleicht habe ich aber auch nur einen Imprint auf die Originalversionen, der es mir unmöglich macht, diese Scheibe objektiv zu bewerten?

Die "Edel-Blues-Rock" Nummer "Since I've Been Loving You" verkommt durch die Streicher eher zu einer kitschigen Schmalzversion. "Kashmir" dagegen ist ganz gelungen, nähert sich aber bedenklich einer "the XXX-Symphony-Orchestra-plays-the-greatest-Hits-of-Led-Zeppelin"- oder "Led Zep goes Classic"-Version an. Eine etwas durchwachsene, aber durchaus interessante Scheibe.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.10.2003
Letzte Änderung: 19.6.2009
Wertung: 8/15

Zum Seitenanfang

Von: Piotre Walter @ (Rezension 3 von 3)


Also ich muss da Thomas zustimmen – für mich war „No Quarter“ eine Offenbarung. Schon lange nicht hatte ich Led Zeppelin-Songs als dermaßen frisch, zeitgemäß und mitreißend empfunden. Plant und Page (beide in Bestform) gelingt wirklich ein schönes Experiment. Die Neuinterpretation alter Rockklassiker in Akustik-Versionen sowie die souveräne Einarbeitung arabischer Rhythmen und Gesänge dazu die Einbeziehung des klassischen Orchesters empfinde ich als stimmig und sehr gelungen.

Das ganze hat seine Ecken und Kanten, aber das empfinde ich als positiv und passt auch eigentlich zur „Unplugged-Stimmung“ des Albums. Weiterhin als sehr positiv empfinde ich, dass auch die neuen Songs sich nicht zu verstecken brauchen und nicht nur Füllmaterial sind. Fein auch die Percussion- und Gesangsarbeit der arabischen Kollegen.

„Kashmir“ und „Thank you“ sind einfach nur genial! Ich muss zugeben, ich hatte schon immer eine Schwäche für die „Ethno-Ecke“, aber ich war damals sehr angenehm überrascht und hatte aus dem „Hause LZ“ nicht so eine mitreißende Scheibe mehr erwartet – zumal Plant ansonsten ordentliche aber eben auch nicht weltbewegende Soloalben auflegt.

Fazit: Sehr empfehlenswert

Anspieltipp(s): Kashmir, Thank you, Yallah, Nobody's fault but mine
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.4.2008
Letzte Änderung: 9.4.2008
Wertung: 12/15

Zum Seitenanfang

© 1999-2018; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Datenschutzerklärung - Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum