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Echolyn

Mei

(Siehe auch: Leitfaden "Retroprog")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2002
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; RetroProg
Label: Velveteen Records
Durchschnittswertung: 11.14/15 (7 Rezensionen)

Besetzung

Christoper Buzby Keyboards, Backing Vocals
Brett Kull Guitars, Lead and Backing Vocals
Paul Ramsey Drums, Percussion
Ray Weston Lead and Backing Vocals, Bass

Gastmusiker

Emily Botel-Barnard Violin 1
Janosh Armer Violin 2
Jonathan Atkins Cello
Sarah Green Flute
Eric Huber Vibraphone, Marimba, Timpani, Tambourine
Jordan Perlson Percussion
Jian Shen Clarinet

Tracklist

Disc 1
1. Mei 49:33
Gesamtlaufzeit49:33


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 7)


In der Tat: das beste "traditionelle" Prog-Album des Jahres 2002 ist Echolyns "Mei", knapp vor "Unfold the Future" von den Flower Kings. Wer hätte das gedacht? Ich nicht. Denn das Echolyn-Comeback "Cowboy Poems Free" hatte mich nicht wirklich überzeugt, war zu mainstreamig geraten und zu zerissen.

Auf "Mei" schaffen es Echolyn, die mainstreamigen, College-Rock-artigen Momente von "Cowboy Poems Free" in ein überzeugendes, übergeordnetes Konzept einzubinden, schütteln ein paar enorm schöne aber unpeinlich Melodien aus dem Ärmel, arbeiten diese in detailreichen und aufwendigen Arrangements mit den ganzen Gastmusikern aus, erzeugen von vorne bis hinten eine intensiv-melancholische Atmosphäre, verbinden mühelos mitreissenden Bombast mit fast triphopiger (siehe die verschiedentlich mit Filtern bearbeiteten Schlagzeug-Sounds) Modernität.

"Mei" ist einfach ein Album aus einem Guss. "Mei" ist mehr als nur eine Suite verschiedener Songs; dafür gibt es viel zu viele untereinander verbundene Teile: Themen werden in unterschiedlichen Gewändern immer wieder im Verlaufe der 50 Minuten aufgegriffen und variiert.

Highlight-Alarm!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.7.2003
Letzte Änderung: 30.6.2011
Wertung: 13/15

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Von: Holger Grützner @ (Rezension 2 von 7)


Eigentlich hat die Platte genügend Lob erhalten. Aber eine Komponente fehlt: Text und Gesang wurden von meinen Vorrednern geflissentlich übersehen. Und was bedeutet "Mei"? Daraus folgt: Hinhören könnte sich lohnen! Tatsächlich: Die Band hat mehr zu bieten als nur Geräusch in chicer Verpackung. Die beiden Leadvokalisten teilen sich die wechselnden Stimmungen mit nahezu parodistischem Können. Ist nur einer von ihnen der Stimmakrobat, während der andere die stimmlich unscheinbare Rahmung liefert oder teilen sich beide in die gekonnten Anverwandlungen? Man meint auf eine Art Gipfeltreffen der Goldkehlchen gestoßen zu sein. Zwar ist die Story, um die sich das Album dreht, nicht neu und unerhört, jedoch in Zeiten wie diesen wieder einmal aktuell:

Irgendein Allerweltstyp fährt bei strömendem Regen auf einem einsamen Highway und singt von einem Allerweltsproblem... Dabei singt er zunächst wie alle singen: von A wie Arena bis P wie Porcupine Tree. Er lamentiert über seine gescheiterte Liebe und kommt in eine absolut trübselige Stimmung.

Hier wird der Gesang nöhlig wie bei Metallica, denn nothing else matters.. Die Härte der Musik steigert sich gekonnt, kein Metal-Getucker. Er erfleht sich irgendeinen himmlischen Hinweis, der ihn heilen (cure) könnte, seine Verzweiflung eindämmen sollte.

Prompt wandelt sich der Gesang in der Stimmlage wiederum und klingt verblüffend nach Robert Smith. Wenn dessen Band auch "The Cure" hieß, empfahl sie gegen Melancholie doch nur bedingt nachahmenswertes Zeug: Killing an arab, Pornography and so on! So auch der Einfall, der hier nun eine Rolle spielt: Wer verzweifelt ist, braucht Selbstwertgefühl. Also: Held werden! Wo bitte wird man Held? Was empfiehlt einem so ein gruftiger Todesvogel mit Robert Smith Stimmlage? Na klar: Die Fahne; den Barras; die "Asche"; den "Bund"... Träumen wir uns also hinein in die Rolle des prämierten Demokratie-Export-Gehilfen, des bestaunten Veteranen... aber letzte Zweifel bleiben: Wie wird man heimkehren? Mit 5 Sternen auf der Brust - oder im Knochensack?

Der Gesang wird Bono Vox like; also U2 lastig; schwankend zwischen "pride" und "where the streets have no name"; Idealismus und Resignation im Wechselspiel. Hat der fahrende Ich-Erzähler nur geträumt oder ist er wirklich im Krieg gewesen? Held ist er keiner geworden, aber der Regen hat aufgehört, der Reifungsprozess ging weiter. Eine Weisheit der counting crows stellt sich ein: Dein schlimmster Feind ist mitunter dein eigener Kopf. Die Welt hatte gar nicht das Problem, welches du lösen zu müssen meintest. Es schlummert statt dessen unter deinem eigenen Teppich, unter dem du es gefälligst vorkehren solltest. An diesem Punkt muss man sich die Kugel geben ? oder einfach erwachen. Er erwacht. Ein Queen-ähnlicher Background-Chor hilft kurz dabei.

Und somit singt er am Ende wie am Anfang mit Allerweltsstimme von seiner Rückkehr in den zivilen Alltags. Neue Umarmungen durch weitere Lebensabschnittsgefährtinnen stehen bevor, weil am Ziel der Reise irgendwo zwischen den Cover-Felsen des nicht mehr ganz so wilden Westens ein Wüstendornröschen seiner harrt...

Wofür steht nun "Mei"? My enemy inside? My evil I? More epic impressions?

Echolyn? Eine Prog-Band; die mich an die schönen Momente der Kansas-Diskografie erinnert, so irgendwie zwischen "the wall" und "no one together". Deren "Song for America" wäre ebenfalls ein großartiges Stück Rockgeschichte, wenn der textliche Höhepunkt mit dem kompositorischen zusammenfiele und geschickter gesungen würde - so was passiert Echolyn auf "Mei" nicht.

Alle Achtung! What comes next?

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: der proggigen Seite von Kansas
Veröffentlicht am: 22.7.2003
Letzte Änderung: 13.5.2012
Wertung: 13/15

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 3 von 7)


Nachdem ich letztes Jahr erstmals von der Band gehört hatte, konnte sich "As The World" gleich als Dauerbrenner bei mir breit machen. Klar, dass das neue Werk "Mei" demnach sehr interessant für mich schien.

Und meine Erwartungen sind nicht enttäuscht worden. "Mei" präsentiert sich als ein in sich geschlossenes Album, dem einige wenige grundsätzliche Themen als Basis dienen. Verwunderlich ist die Tatsache, dass man sich dazu entschlossen hat, "Mei" lediglich als einen Track auf die CD zu brennen. Das ist denn auch gleich der einzige Nachteil des Albums, denn hin und wieder wünscht man sich doch mal wenigstens die ein oder andere Indexmarke, damit man wenigstens mal direkt auf einzelne Passagen zugreifen kann. Also, "Mei" ist nur ein Song - so weit so gut. Das bedeutet, man muss sich die Zeit nehmen, den Song über eine längere Spanne komplett zu hören. Und diese Durchläufe sind für das Album auch sehr wichtig.

Anfangs erscheinen einen Passagen etwas lang und sie wollen sich nicht so recht ins Gesamtbild einfügen. Doch nach und nach versteht man zunehmend, warum diese Parts an eben nur dieser Stelle stehen. Vielleicht kann man die CD mit einem guten Käse vergleichen... je länger er reift, um so herzhafter der Geschmack. "Mei" steigert sich von Durchlauf zu Durchlauf und setzt dabei unzählige Facetten und Feinheiten der Musik frei. Die Leichtigkeit mit der die Musiker zu Werke gehen, macht das Album zu einem gleichermaßen eingängigen als auch komplexen Werk. Die Grundthemen werden immer wieder geschickt aneinander gereiht und erlauben einen flotten Einstieg. Trotz zahlreicher Wiederholungen tritt man nicht auf der Stelle, sondern bastelt geschickte Überleitungen und Veränderungen zu anderen Passagen. Der Hörer wird gefangen in einer Vielzahl unterschiedlicher Spannungen und Stimmungen. Das Album baut auf eine melancholische Grundstimmung auf und entfaltet dabei trotzdem immer wieder fröhliche Momente.

Die Vielseitigkeit der Band wird auf "Mei" eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Und diese Vielseitigkeit macht es dem Rezensenten so schwer, die Musik treffend zu umschreiben. ECHOLYN verfolgen auf "Mei" den Weg, den man auf "As The World" eingeschlagen hat. Die Band zeigt sich spielfreudig und komplex, dabei aber niemals rigide oder festgefahren. Um es auf den Punkt zu bringen: ECHOLYN sind eben ECHOLYN.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.7.2003
Letzte Änderung: 8.1.2004
Wertung: 15/15

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Von: Ralf J. Günther @ (Rezension 4 von 7)


Oh je, so viele gute Worte von geschätzten und kenntnisreichen Mitstreitern für eine Platte, die ich wirklich langweilig finde. Ich habe mich oft genug durch "Mei" gequält, um das Recht in Anspruch nehmen zu können, mich hier ebenfalls zu äußern. Aber für mich war es tatsächlich Quälerei.

Echolyn klingen in meinen Ohren behäbig, langsam, zäh, unelegant, biedermeierlich, fad, träge, kraftlos, uninspiriert, schlapp, abgestanden, konturlos, miefig, vorhersehbar... na ja, und so weiter. Tatsächlich werden in den 50 Minuten, die "Mei" dauert, Themen immer mal wieder aufgegriffen. Leider, möchte man sagen, denn man wartet die ganze Zeit darauf, dass der Band mal was zündend Neues einfallen würde. Das Ganze als "Longtrack" zu deklarieren, ist pure Anmassung (was mir aber natürlich völlig egal wäre, wenn ich die Einzelteile gut fände).

Schluss mit der billigen Polemik. Ich höre selbst genug Platten, bei denen andere den Kopp schütteln und sich fragen: Was soll denn daran nun so besonders sein? Dass "Mei" seine Fans hat, wundert mich auch nicht. Es ist die enorm hohe Punktzahl meines Vorschreibers, die mich auf den Plan gerufen hat. Denn ein bisschen fragt man sich angesichts solch übereinstimmend hoher Wertungen ja immer: Sitze ich nun doch auf meinen Ohren? Daher bin ich gespannt, ob es noch weitere Rezis gibt, und ob dies wieder nur Lobeshymnen sein werden, so dass ich mich wegen meiner Verständnislosigkeit demnächst verschämt ins Eckchen verkriechen muss.

P.S.: Zu den großen Echolyn-Fans habe ich nie gehört, aber auf "Suffocating the Bloom" oder "As the World" gab es immerhin Strecken, bei denen ich mich wohl fühlte. Bei "Mei" fehlen mir selbst die.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.7.2003
Letzte Änderung: 5.8.2011
Wertung: 6/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 5 von 7)


Ralfs Kommentar macht wohl weitere MEInungsäusserungen zu "Mei" notwendig! Als gut, hier ist MEIne.

Ich denke Ralfs Polemik ist genauso übertrieben, wie einige der guten Worte davor! "Mei" ist eine schöne Rockscheibe mit progressiven Elementen. Im Gegensatz zu "Unfold the Future" der Flower Kings sind die Retro-Elemente hier nicht so penetrant offenhörlich, und ich muß zugeben, daß ich "Mei" mit viel größerem Behagen hören kann als das letzte Werk der Schweden. "Mei" ist unaufdringlich (insbesondere der Gesang), abwechslungsreich, mit vielen netten Details und angenehmer, leicht melancholischer Atmosphäre. Behäbig und langsam, meinetwegen auch träge ist die Scheibe vielleicht, da sie eher langsam ihre Themen entwickelt und ausspielt. Aber das macht sie für mich eigentlich sehr sympathisch, da so die Musik recht relaxed, unspektakulär und unhektisch daherkommt. Wie Ralf in Bezug auf dieses Album all die anderen Adjektive, die er weiter oben aneinanderreiht, in den Sinn gekommen sind, ist mir schleierhaft! Vielleicht hat er eine Fehlpressung erwischt, auf der gar nicht Echolyns neuestes Werk drauf ist?

Wie auch immer, wie Udo schon so treffend schrieb: "Mei" ist aus einem Guß! Ein Meilenstein ist die Scheibe aber auch nicht! Sie ist einfach nur eine gute, angenehme Platte, die ich (im Gegensatz zu "Unfold the Future") immer wieder gern höre!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.7.2003
Letzte Änderung: 13.5.2012
Wertung: 10/15

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 6 von 7)


Oha... schon fünf Rezensionen, dann will ich mich vielleicht doch etwas kürzer fassen.

Echolyn kenne ich noch gar nicht lange... anfangs des Jahres habe ich die Triple-Box "A Little Nonsense" erworben und war hin und weg! Liebe auf den ersten Ton, oder so... Vor allem das geniale Debütalbum (in Gänze dort enthalten) hat's mir angetan. Also musste Nachschub her, was bei Echolyn manchmal nicht so einfach ist. Aber schließlich lag dann doch das hochgelobte "Mei" im Briefkasten...

...kein ganz einfaches Album. Selten habe ich so einen stimmigen Versuch über einen einzelnen Track gehört wie hier (für dieses ambitionierte Unterfangen gibt es schon mal einen Bonuspunkt), das große Aber: Echolyn, das sind spritzige, federleichte Arrangements, das ist ein unglaublicher Groove, das ist toller Chorgesang... was hier manchmal etwas zu kurz kommt. Einige eher ruhige Passagen wirken ein bisschen wie Füllmaterial. Vielleicht verstehe ich das Album einfach nicht richtig, vielleicht ist das auch dem Versuch eben eine lange, zusammenhängende Komposition zu erschaffen? So gewinnt das Album den Hörer auf jeden Fall nicht im Sturm, sondern durch „steter Tropfen höhlt den Stein“.

Glücklicherweise gibt es eben auch immer wieder tolle, "catchy" Passagen, die einiges herausreißen. Hier leben die alten Echolyn. Und das grandiose Finale (immerhin gut die letzte Viertelstunde) versöhnt dann doch. Vielleicht waren es letztlich die hohen Erwartungen, die einem hier einen Streich spielen, aber auch hier gilt „Ende gut, alles gut“, letztlich schon ein tolles Werk einer außergewöhnlichen Formation.

Anspieltipp(s): he, he
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.4.2004
Letzte Änderung: 29.11.2015
Wertung: 11/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 7 von 7)


Track 1 (-05:16) Melancholie und Stimmung; Track 2 (-08:19) Intensität und modern grooves; Track 3 (-11:11) ruhig und fliessend; Track 4 (-16:01) Bombast, kraftvoll, ELP-hommage; Track 5 (-22:38) MEI; Track 6 (-24:56) Bombast, Helter-Skelter; Track 7 (-27:45) leicht, Flöte, chorus; Track 8 (-34:18) Jagger, Krummtakte und modern grooves; Track 9 (-37:07) Piano, Ballade; Track 10 (-41:57) rockin`, funky groove; Track 11 (-43:30) reprise; Track 12 ( -end) MEI finale

Ansonsten wurde schon alles gesagt...

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.4.2004
Letzte Änderung: 9.4.2004
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Echolyn

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1991 Echolyn 13.00 1
1992 Suffocating The Bloom 12.00 2
1995 As The World 11.50 4
2000 Cowboy Poems Free 9.67 3
2002 A Little Nonsense 12.00 2
2003 Jersey Tomato Vol.2 10.00 3
2004 Stars And Gardens (DVD) 12.33 3
2005 The End Is Beautiful 10.75 4
2012 echolyn (The Window Album) 12.50 2
2015 I Heard You Listening 11.50 2

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