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Leitfaden: Konzeptalben
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24274 Rezensionen zu 16590 Alben von 6468 Bands.
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The Moody Blues

Days of Future Passed

(Siehe auch: Leitfaden "Konzeptalben")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1967 (remasterte Version besprochen)
Besonderheiten/Stil: mit Orchester; Konzeptalbum; ArtPop
Label: Deram
Durchschnittswertung: 9.25/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Justin Hayward guitars, vocals
John Lodge bass guitar, vocals
Michael Pinder keyboards, vocals
Ray Thomas harmonica, flute, vocals
Graeme Edge drums, percussion

Gastmusiker

The London Festival Orchestra:Peter Knight

Tracklist

Disc 1
1. THE DAY BEGINS 5:55
2. DAWN

1. Dawn Is A Feeling

3:48
3. THE MORNING

1. Another Morning

3:57
4. LUNCH BREAK

1. Peak Hour

5:29
5. THE AFTERNOON

1. Forever Afternoon (Tuesday?)
2. Evening) Time To Get Away

8:24
6. EVENING

1. The Sun Set
2. Twilight Time

6:40
7. THE NIGHT

1. Nights In White Satin

7:32
Gesamtlaufzeit41:45


Rezensionen


Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 1 von 4)


Das zweite Album der Band, allerdings das erste in der bekannteren Besetzung Hayward, Lodge, Edge, Thomas und Pinder (oder wer weiß noch, dass der erste Hit der Band "GO NOW" hieß, allerdings noch ohne Lodge und Hayward, dafür mit Denny Laine, und satter R&B war, wie die erste LP). Aber zurück zu diesem Album. Hier arbeitete die Band mit Peter Knight und einem Studio-Orchester zusammen, und da die Platte auch das neuartige DERAM SOUND SYSTEM vorstellen sollte, ist die Produktion hervorragend, was die remasterte CD eindrucksvoll beweist.

Die Platte spiegelt den Ablauf eines Tages wieder, vom Sonnenaufgang ("The day begins") bis zur Nacht (das bekannte "Nights in white satin"). Das Orchester gibt oft am Beginn des Thema vor, welches die Band dann in ihren Songs übernimmt. Auch das Mellotron kommt hier erstmals in dominanter Weise zum Tragen.

Tja, was soll ich zu dem Sound der Moodies sagen, was nicht schon bekannt ist, kritische Stimmen könnten sagen, zuckersüss, was auch stimmt, allerdings vermeiden sie zumindest auf diesem Album die nahe Grenze zum Kitsch. Songs wie "Peak hour" sind recht flott, und auch "Nights in white satin" gewinnt durch den Orchestervorspann enorm (was die Single ohne diesen Part wirklich kitschig erscheinen läßt).

Wer also melodiösen Pop mag, gekonnt gespielt, hat hier einen Klassiker vor sich, der in der Neuausgabe auch klanglich überzeugt. Und es wird auch klar, warum BJH einen Song "Poor man's Moody Blues" nannten - so wurden sie bezeichnet, da sie oft die Grenze zum Kitsch überschritten - im Gegensatz zu den Moodies (ich nehme die Reunionplatten davon aus).

Anspieltipp(s): DAWN, TWIGLIGHT TIME, NIGHTS IN WHITE SATIN (gesamter Song)
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.4.2002
Letzte Änderung: 3.7.2004
Wertung: 10/15
(Nostalgie und Schmusefaktor einbegriffen ;-))

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 4)


Das zweite Album der Moodies ist ein radikaler Stilbruch zum zwei Jahre vorher erschienen Debüt. Statt Rhythm'n'Blues war nun symphonischer Art-Pop angesagt, der dazu noch in ein recht ambitioniertes Konzept eingebunden war, inklusive - bisweilen etwas süßlicher - orchestraler Vor- und Zwischenspiele, sowie eines gesprochenen Prologs und Epilogs. Solche Prologe mit gesprochenem Text sollten auch auf späteren Moodies-Platten des öfteren noch auftauchen.

Die einzelnen Phasen des Tages werden recht originell dargestellt, das noch etwas schläfrige "Dawn is a Feeling"; das naive-fröhliche "Another Morning", das die Vorfreude auf die Aktivitäten des Tages aus der Sicht eines Kindes darstellt; der hektische Trubel der "Peak Hour" (hier klingt die R'n'B-Vergangenheit der Band ein wenig durch); schließlich wird es mit "Tuesday Afternoon" wieder etwas gemächlicher, und mit dem majestätischen "The Sun Set" erreicht das Album seinen Höhepunkt. Nach dem leicht psychedelischen "Twilight Time" klingt es dann mit dem hinlänglich bekannten "Nights in White Satin" aus, und schließlich ist noch einmal der Sprecher zu hören.

"Days of Future Passed" ist der Auftakt zur kreativen Phase der Moodies, deren beste Zeit noch zwei Jahre bis zum Album "To Our Children's Children's Children" reichen sollte.

Anspieltipp(s): The Sun Set
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.7.2004
Letzte Änderung: 29.7.2004
Wertung: 9/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 3 von 4)


Days of Future Passed stellt ja irgendwie sowas wie einen Klassiker des frühen progressiven Poprock bzw. der Psychedelic dar. Das Album ist im Dezember 1967 erschienen und bietet vor allem zweierlei, was diesen Status rechtfertigt: es ist eins der ersten Konzeptalben und verbindet zu einem recht frühen Zeitpunkt ziemlich konsequent Rockmusik und klassisches Orchester.

Wenn ich die Frage beantworten soll, wie gut die Verbindung von Rock und Klassik den Moody Blues gelungen ist, so sind die entscheidenden Stichworte bereits gefallen: zuckersüß und kitischig. Zumindest was die ersten Songs des Albums betrifft, stellt sich ein absolut süßliches Musical-Feeling ein. Im Verlaufe von Lunchbreak zieht dann aber ein frischer Beatwind auf.

In der zweiten Hälfte gewinnt die Scheibe auch endlich Anspruch auf der Höhe ihrer Zeit. Mit The Afternoon gelingt erstmals die Verschmelzung der Stile ohne die Kitschgrenze zu überschreiten. Auch das nachfolgende The Evening kann mit leicht exotischem Einschlag dieses Niveau halten. Und Nights in White Satin lässt das Album schließlich hymnisch ausklingen.

Auch wenn es mich beim Hören der ersten Hälfte dieses Albums über weite Strecken schüttelt, muss der Band insgesamt doch eine stimmige Konzeption und eine ebenso stimmige Umsetzung bescheinigt werden. Gerade die für meinen Geschmack deutlich besser hörbarere zweite Hälfte reißt einiges heraus und lässt schon den Stil anklingen, der auch die folgenden durchaus hörenswerten Alben der Band bestimmen sollte.

Negativ angerechnet werden muss den Moody Blues jedoch, dass sie mit diesem Album einen nicht geringen Teil dazu beigetragen haben, die Rockmusik mit schon damals ausgelutschten Klischees klassischer Musik zu kreuzen.

Anspieltipp(s): Evening
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.12.2006
Letzte Änderung: 16.3.2017
Wertung: 8/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 4 von 4)


"Nights in White Satin" durfte in den 80er und 90er Jahren auf keinem Kuschelrock-Sampler fehlen. Kaum zu glauben, dass die dazugehörige Langrille zum Unterbau des progressive Rock gehört.

Begonnen hatten The Moody Blues als R`n`B-Band, waren damit aber mässig erfolgreich. Dann erhielt man die Möglichkeit, beim Decca-Unterlabel DERAM eine Platte aufzunehmen. Da die Plattenfirma ein neuartiges Stereo-Aufnahmesystem testen wollte, stellte man allerdings die Bedingung, dass The Moody Blues zusammen mit einem Orchester eine Bearbeitung von Dvoraks 9.Symphonie "From the New World" aufnehmen sollten. Offenbar waren die Musiker von der Idee einer Kombination "Rockband-Orchester" angetan, nicht aber von der Idee, fremde Musik nachspielen zu müssen.

So einigte man sich darauf, dass das Gerüst der Aufnahmen aus eigenen Songs der Band bestehen, um die herum der Dirigent Peter Knight dann Stücke für das Orchester bauen sollte. Letztere basierten dabei unter anderem auf Themen und Motive der Bandkompositionen. So erscheint das "Nights in White Satin"-Motiv bereits zu Anfang in "The Day Begins" und wird auch sonst immer wieder zitiert. Das Ganze wurde als Konzeptalbum angelegt. Thema: ein Tag im Leben eines Normalbürgers. Die beinahe durchgehend süssliche Grundattitüde der Stücke wirkt in diesem Kontext fast etwas spiessig. Doch darauf will ich nicht weiter eingehen. Insgesamt wirkt die Musik eher wie ein Filmsoundtrack denn wie ein Rockalbum. Der Hörer kann sich hier in Wohlklang baden, nie wird es kantig oder kratzig, Melodie und Harmonie sind bestimmend.

Die Leistung des Albums für den Progrock liegt zum einen darin, das Mellotron als eine der ersten Bands in die Rockmusik eingeführt zu haben, zum anderen in der Tatsache, dass man ein, in diesem Fall praktisch gleichberechtigtes, klassisches Orchester aufspielen liess. Auch das gab es vorher praktisch noch nicht, jedenfalls nicht in diesem Ausmass. Das ist aller Ehren wert und verhilft "Days of Future Passed" zu einem wichtigen Platz in der Entstehungsgeschichte des progressive Rock.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.5.2013
Letzte Änderung: 11.5.2013
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Moody Blues

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1968 In Search of the Lost Chord 9.00 3
1969 On the Threshold of a Dream 10.00 1
1969 To Our Children's Children's Children 9.00 1
1970 A Question of Balance 9.00 2
1971 Every Good Boy Deserves Favour 7.00 3
1972 Seventh Sojourn 7.50 2
1974 This Is The Moody Blues - 2
1977 Caught Live + 5 7.00 1
1978 Octave 3.33 3
1981 Long Distance Voyager 8.00 2
1983 The Present 4.50 2
1985 Voices in the Sky - 1
1988 Sur La Mer 3.00 1
1991 Keys Of The Kingdom 2.00 1
2005 Gold - 1
2007 Live at the BBC 1967-1970 8.00 1
2010 Threshold of a Dream - Live at the Isle of Wight Festival 7.00 1

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