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Pink Floyd

The Wall

(Siehe auch: Leitfaden "Konzeptalben")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1979
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; ArtPop; Melodic Rock / AOR; sonstiges
Label: EMI / Capitol
Durchschnittswertung: 8.4/15 (7 Rezensionen)

Besetzung

Roger Waters Bass, Guitar, Vocals
Nick Mason Drums
Richard Wright Keyboards, Vocals
David Gilmour Guitar, Vocals

Tracklist

Disc 1
1. In The Flesh? 3:19
2. The Thin Ice 2:29
3. Another Brick in the Wall, Pt. 1 3:09
4. The Happiest Days of Our Lives 1:51
5. Another Brick in the Wall, Pt. 2 3:59
6. Mother   (Ende Seite 1) 5:36
7. Goodbye Blue Sky 2:48
8. Empty Spaces 2:08
9. Young Lust 3:30
10. One of My Turns 3:37
11. Don't Leave Me Now 4:17
12. Another Brick in the Wall, Pt. 3 1:15
13. Goodbye Cruel World   (Ende Seite 2) 1:17
Gesamtlaufzeit39:15
Disc 2
1. Hey You 4:42
2. Is There Anybody Out There? 2:40
3. Nobody Home 3:24
4. Vera 1:33
5. Bring the Boys Back Home 1:27
6. Comfortably Numb   (Ende Seite 3) 6:24
7. The Show Must Go On 1:35
8. In the Flesh 4:17
9. Run Like Hell 4:24
10. Waiting for the Worms 3:58
11. Stop 0:30
12. The Trial 5:20
13. Outside the Wall   (Ende Seite 4) 1:44
Gesamtlaufzeit41:58


Rezensionen


Von: Christian Rode @ (Rezension 1 von 7)


THE WALL dürfte eines der herausragendsten und zugleich schwierigsten Alben der (Prog-) Rockhistorie sein. Schwierig zumindest für mich als Rezensenten...

Auf der einen Seite ist THE WALL das letzte wirklich große Werk von Pink Floyd: Von seiner inhaltlichen Konzeption und Breitenwirkung her gesehen übersteigt es die vorzüglichen Vorgängerwerke THE DARK SIDE OF THE MOON, WISH YOU WERE HERE und ANIMALS; musikalisch gesehen jedoch kann mich das Album nicht so recht überzeugen. Zur "Entschuldigung" muss allerdings gesagt werden, dass es nach den perfekten Alben der 70-er Jahre so nicht weitergehen konnte, wenn Pink Floyd nicht zu einem Abziehbild ihrer selbst werden wollten.

Die Story und auch die Umsetzung im gleichnamigen Film sind einwandfrei und klasse gemacht. Auch die Optik des Albums beeindruckt mit diesen dahingekrakelten Texten wie von einem Depressiven. Vielleicht - könnte man einwenden - ist die Weltsicht von Roger Waters Müttern, Lehrern und sonstigen Sozialisationsagenturen gegenüber auch zu negativ, aber, hey, grade das macht die Stärke dieses Werkes aus, dass es so gnadenlos polarisiert. Was war das damals für ein Skandal als ein Schulchor singen durfte: "We don't need no education, we don't need no thought control, no dark sarcasm in the classroom, teacher leave us kids alone!" Dabei war das doch alles erlebte Realität, wenn auch aus der Sicht eines Pubertierenden.

THE WALL ist ein Doppel-Album. Doppelalben hatten von jeher damit zu kämpfen, dass die Ideen oftmals für die Überlänge nicht reichten und gerade der Abschluss häufig dünn ausfiel bzw. auszufallen drohte.

Roger Waters Pink Floyd hatten nun 1979 anscheinend drei musikalische Grundideen für THE WALL vorgesehen: 1. Fortführung des bewährten elegischen Floyd-Sounds (Nobody home, Comfortably Numb, Hey You, The Thin Ice), 2. Aufnahme moderner, disco-orientierter Rhythmen (The Happiest Days of our Lives, Another Brick in the Wall, Run like Hell), und 3. langsame Stücke mit extrem weinerlichem Gesang (Mother, Don't leave me now, Goodbye cruel world). Hierzu wurden Songs entweder nur leicht umarrangiert oder deutlich umgebaut. Hinzu kommen noch ein paar kleinere musikalische Spielereien, v.a. im finalen The Trial.

Wenn hier von drei musikalischen Ideen die Rede ist, klingt das vielleicht abwertend, so wie "die können nur drei Griffe auf der Gitarre", ist aber so nicht gemeint. Manche Band wäre froh, wenn sie für ein Album zwei Ideen hätte, die sie konzeptionell verbinden könnte. Die Verbindung dieser drei Elemente macht nun den besonderen Charakter von THE WALL aus. Mit dieser Kombination steht - und fällt - das Album.

Die erste Seite beginnt stark und druckvoll (In the Flesh), um dann nach röhrendem Finale in Babygeschrei überzugehen, das das brilliante The Thin Lee einleitet. Mit Another Brick in the Wall Pt. 1 wird der Grundstein für das folgende Recycling gelegt. Hier wird noch auf Drums verzichtet; die Gitarre sorgt für den treibenden Rhythmus. Beim folgenden The Happiest Days of our lives/Another Brick in the Wall Pt. 2 beginnt das rhythmisierende Element dann allerdings etwas an den Nerven zu zehren, wenngleich die Idee noch nicht ausgelutscht ist, sondern ja gerade erst gesteigert wird. Allerdings habe ich dieses Problem mit Disco-Rhythmen im Prog, was diese objektiv vielleicht glänzende Idee in meinen Ohren leider beeinträchtigt. Die Seite schließt mit dem brutal gewinselten Mother, einer der besten Kompositionen der Scheibe. Bis hierher kann das Album mit leichten Abstrichen überzeugen. Nett auch die Idee, die einzelnen Stücke durch Soundcollagen (Gespräche, Fernsehgeräusche etc.) miteinander zu verbinden. Das schafft eine Gesamtatmosphäre. Die Stücke selbst sind in der Regel prog-untypisch kurz, aber durch den Konzeptcharakter wird dieses Manko wieder aufgehoben.

Die zweite Seite variiert die bekannten Ingredienzien und verstärkt leider den Disco-Stampfer-Anteil mit den Stücken What shall we do now/Young Lust, One of my turns, Another Brick Pt. 3 (!). Und daneben wird noch einiges für die Tränendrüse geboten (Goodbye blue Sky, Don't leave me now, Goodbye Cruel World). Eine Seite, die nur im Konzept des Gesamtalbums für mich vertretbar/hörbar ist.

Dafür zeigen Roger Waters und Co. auf Seite drei noch einmal alle Klasse, die in ihnen steckt. Mit Hey You, Nobody Home und vor allem Comfortably Numb entwickeln Pink Floyd ihren Sound in Anknüpfung an die brillianten Vorgängeralben fort - ohne lästigen Disco-Stampf. Mit Vera enthält diese Seite außerdem ein kurzes, wunderschönes, wehmütiges Liedchen.

Die abschließende vierte Seite lebt zunächst vom Ideenrecycling. Nach dem anheimelnden The Show must go on gibt es noch einmal eine Reprise des Openers In the Flesh. Den Rest hätte man sich ersparen können, wenngleich die Bedrohlichkeit von Waiting for the Worms schon beeindruckend ist. Run like Hell nervt ebenso wie Another Brick in the Wall und das abschließende Trial ist nichts als eine Spielerei in Richtung Musical.

Fazit: Fraglos eines der größten und bekanntesten Alben der Rockgeschichte; nach meiner Meinung allerdings mit einigen strukturellen Mängeln behaftet. Vor allem empfinde ich die Verknüpfung von zeittypischer Disco mit Pink Floyd-Sounds als nicht so gelungen. Das geniale inhaltliche Konzept kann allerdings einiges wieder wett machen.

Anspieltipp(s): Comfortably Numb, Mother, The Happiest Days of our Lives/Another Brick in the Wall Pt. 2
Vergleichbar mit: Roger Waters
Veröffentlicht am: 27.5.2003
Letzte Änderung: 6.7.2014
Wertung: 11/15

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Von: Piotre Walter @ (Rezension 2 von 7)


Mag sein, daß "The Wall" was die Verkaufszahlen, den getroffenen Zeitgeist, die Live-Inszenierung, und den beeindruckenden Film (sind schon coole Zeichentricksequenzen) angeht, ein großes Konzept-Werk war. Musikalisch find ich das allerdings gar nicht groß. Die letzte wirklich gute Floyd-Scheibe war "Animals". Was danach kam, ob Waters- oder Gilmour-dominiert, ist 2. Wahl. Ich persönlich kann auch inhaltlich nicht viel mit "The Wall" anfangen. Mag sein, daß Waters damit seine Kindheits-, Star-Traumatas oder auch die Midlfecrisis verarbeitet hat. Mir ist das alles inhaltlich wie musikalisch zu dünn, plakativ und geschmäcklerisch. Die Single-Hymne "Another Brick in the Wall" * ist nun wirklich zu dumb und platt, inhaltlich wie musikalisch; ähnlich wie weitere Stücke mit Disco-Stampf-Rhythmus z.B. "Run like hell". *) "Another Brick..." traf aber sehr wohl den "No Future"-Zeitgeist. Ich kann weder mit Waters selbstmitleidigen Inhalten noch seinem weinerlichen Gesang (der von Gilmour ist einfach besser) etwas anfangen. Musikalisch nett finde ich noch Titel wie: "Hey you" oder "Comfortably numb", die zwar absolut nix Neues bringen, jedoch alte Floyd-Größe und Songperformance noch einmal aufleben lassen. Ganz schlimm finde ich Waters weinerliche Balladen: "Goodbye cruel World" oder "Don't leave me now". Longtracks findet man auf diesem Album nicht, was aber auf Konzeptalben sowieso eher selten vorkommt. Wie gesagt, wenn auch sehr erfolgreich und von der Inszenierung und Vermarktung sehr gut gemacht - das erste schwache Floyd-Album, dem viele weitere durchschnittliche Alben folgen sollten.

Anspieltipp(s): Hey You, Comfortably numb
Vergleichbar mit: Waters solo
Veröffentlicht am: 7.6.2003
Letzte Änderung: 7.6.2003
Wertung: 6/15

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Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 3 von 7)


Es scheint eine Frage des Alters zu sein, wie man die Stellung dieses Albums sieht. Die Markentingstrategie der Band war zur Erscheinungszeit pompös, genau so wie diese DoLP. Das inhaltliche Konzept war in meinen Augen nichts Neues, da hat Waters ziemlich bei den Kinks geklaut (Preservation Act 1 + 2), dazu etwas Orwell gemixt und seine Depressionen verarbeitet. Und wer dann in Interviews sagt, dass ihm der ganze Gigantismus zuwider ist, um anschließend das Ganze in der bis dahin monströsesten Show zu präsentieren, ist imho völlig unglaubwürdig.

Musikalisch ist es eher Waters solo, manche eingängige, aber eigentlich belanglose Ideen, mit viel Effekten aufgeplustert. Für mich die erste der wirklich schlechten PF-Platten, damals mit viel Spannung erwartet hat mich das Album arg enttäuscht. Aber immerhin eine gute Produktion ;-)

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.11.2003
Letzte Änderung: 27.8.2011
Wertung: 5/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 4 von 7)


Es gibt einfach Alben, zu denen man sich äußern MUß. "The Wall" gehört nicht dazu. Das entnehme ich jedenfalls den Rezensionen meiner Vorgänger. Trotzdem will ich hier etwas ergänzen.

Ich gebe zu, ich gehöre zu denen, die aufgrund irgendeines Mangels den künstlerischen Wert floydscher Ergüsse nie begriffen haben und kann eine gewisse schmutzige Sympathie für diejenigen nicht verhehlen, die PF immer für eine überdimensionierte Bluesband gehalten haben, bin also nicht wirklich kompetent. Ich ahne aber, daß der angesprochene Mangel darin besteht, daß ich 1968 keines ihrer Konzerte gesehen habe, und somit das berühmte Spiegelei-Braten verpaßt habe. Das tut mir auch sehr leid. (Dennoch rechtfertigt es nicht eine Platte wie "Ummagumma"!)

Das Wort "pubertär" ist ja bereits gefallen. Leider kann man heute nicht mehr verwenden, ohne daß jeder denkt, man setze sich auf's hohe Roß. Wenn ich jetzt also schreibe: "Ich habe "The Wall" immer für pubertär gehalten", dann meine ich mit "pubertär" 'auf die Pubertät bezogen', lasse das Roß also unbesetzt. Ich denke, in diesem Sinne ist es angebracht, angesichts der stolzen 36, die Waters erreicht hatte, als die Platte erschien. Solche oder ähnliche Erfahrungen, wie sie auf "The Wall" verarbeitet wurden, hat sicher jeder mal zumindest ansatzweise durchgemacht, so zwischen 10 und 17, aber mit 36...? Ich weiß nicht. Ernstnehmen kann man die Thematik des Album allenfalls dann, wenn man daraus das Statement entnimmt: Schaut (horcht), was das Musikbusiness aus uns macht! Aber die Konsequenz wäre dann: Boykottiert die Plattenkonzerne, kauft nicht unsere Platten. Das wäre dann doch allzu paradox (obwohl: paradox ist es ja, Stichwort "Gigantomanie"). Ich weiß nicht, mit diesem Album ist es wohl so wie mit dem "Steppenwolf": In einem bestimmten Alter kann einen das ziemlich berühren, zu einer anderen Zeit geht es ziemlich an einem vorbei.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.10.2004
Letzte Änderung: 22.10.2004
Wertung: keine

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 5 von 7)


Hier beginnt Pink Floyd langsam zu einem Soloprojekt von Roger Waters zu werden. Auf Animals hat er bereits kompositorisch dominiert, jetzt drängt er seine Mitspieler ganz an die Wand (und Wright gleich raus aus der Band).

Kollege Nik hat völlig recht, The Wall ist pubertär. Aber das war ich zum Erscheinen dieses Albums selbst und daher für Weltschmerzlyrik aller Art empfänglich ;-) Und Textzeilen wie "We don't need no education..." fand man als Schüler schon irgendwie cool.

Weniger cool fand ich bereits damals sowohl die in einigen Songs verwendeten Discorhythmen (wobei die Songs selber keinesfalls Discomusik sind), als auch manch weinerliche Ergüsse von Mr. Waters zu Akustik-Gitarren-Gezupfe. Insbesondere die zahlreichen "Ooooooh"-Gesänge gingen mir schon immer gehörig auf den Senkel. Erfreulicherweise war auf dem folgenden The Final Cut von beidem nicht mehr viel zu hören.

Aus heutiger Sicht empfinde ich The Wall als ein reichlich aufgeblasenes, letzten Endes aber hohles Machwerk, allerdings mit einigen durchaus hörenswerten Passagen (Hey You, Comfortably Numb).

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.11.2006
Letzte Änderung: 20.11.2006
Wertung: 7/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 6 von 7)


Mir geht es wie Nik: auch ich konnte mit den Frühwerken der Band grösstenteils nicht viel anfangen. Erst ab The Dark Side of the Moon beginnt mir die Musik zu gefallen.

Warum THE WALL? Warum wurde dieses Album zu einem der erfolgreichsten aller Zeiten, zu einem Meilenstein der Musikgeschichte?

Weil es ein Konzeptalbum ist? Das sind andere auch. Wegen einer besonders gelungenen Kombination dreier musikalischer Grundideen, wie dies Christian oben anführt? Mag sein. Weil es schlicht als perfektes Gesamtpaket (Musik, Cover, Film) daherkam und genial vermarket wurde? Hat vielleicht dazu beigetragen. Weil es speziell gut in seine Zeit gepasst hat? Ich weiss nicht, da war ich erst 9 und habe noch Winnetou-Kassetten gehört...

Ich glaube es liegt einfach daran, und da werde ich jetzt für einmal ganz apodiktisch, dass Pink Floyd mit "Another Brick in the Wall Part 2" eine Hymne geschrieben haben. DIE Hymne der ausgehenden 70er Jahre.

Derartige Hymnen gibt es bloss eine Handvoll und vielleicht nur alle 10 Jahre einmal: "Let it be" von den Beatles ist eine, "Purple Rain" von Prince ist eine andere und dazwischen eben diese von PF. Eine Komposition, die sich, einmal gehört, tief in das musikalische Gedächtnis eines jeden Hörers eingräbt und daraus nie mehr verschwindet. Wenn ich mich recht erinnere, hat die NASA mal an Bord einer Raumsonde das kulturelle und intellektuelle Erbe der Menschheit mit auf die Reise in die Weiten des Alls geschickt. Auf dass dereinst in ferner Zukunft irgendwelche Ausserirdische, denen die Sonde begegnen könnte, sehen würden, was wir für welche sind. Unter anderem war dort ein Tonträger mit Beethovens 5.Symphonie (oder wars die "Ode an die Freude") enthalten. Eine gute Wahl, wie ich finde. Hätte man sich allerdings damals dafür entschieden, eine Komposition von Pink Floyd mitzuschicken, dann wäre die Wahl mit Sicherheit auf "Another Brick in the Wall Part 2" gefallen.

Dieses Stück hat das gesamte Album mitgezogen. Diese etwas mehr als 3 Minuten gehören zum musikalischen Erbe der Menschheit. Und entziehen das Album "The Wall" somit irgendwie einer Bewertung auf den BBS.

Anspieltipp(s): Another Brick In The Wall Part 2
Vergleichbar mit: Let It Be, Purple Rain
Veröffentlicht am: 8.6.2011
Letzte Änderung: 21.8.2011
Wertung: keine

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Von: Günter Schote @ (Rezension 7 von 7)


Womit, fragt Roger Waters, sollen wir die leeren Räume füllen, um die Mauer zu vervollständigen? Einen Ziegelstein Sarkasmus, einen Stein ungeschenkte Liebe, einen Stein gestörte Kommunikation plus ordentlich eins mit dem Lineal auf die Finger. Erst links, dann rechts. Endlich mal ein bodenständiges Konzept.

Wenngleich ich das reguläre floyd'sche Œuvre vollständig im Schrank stehen habe (teilweise natürlich doppelt und dreifach) und es ausgesprochen schätze, kann man mich kaum als PF-Intimus bezeichnen. Immerhin kenne ich "The Wall" seit meinen Kindertagen, und diese liege gute 30 Jahre in der Vergangenheit. Soviel zu meiner Legitimation, Senf zur Wurst zu geben.

Das Tandem "In the Flesh?/The Thin Ice" eröffnet das Album mit Schmackes, wer bekommt da keine feuchten Augen? "Another Brick in the Wall II", "Mother", "Hey You", "Comfortably Numb", "Run Like Hell" - herausragende Songs geben sich die Klinke in die Hand, so dass das Wort "herausragend" schon gar nicht mehr recht passen mag. "Another Brick in the Wall I", "Empty Spaces", "Nobody Home", "Waiting fort he Worms" – das Album hat Hand und Fuß.

Die Produktion ist vom Allerfeinsten, der Sound ein wahrer Ohrenschmeichler; fett, fett, fett. Play it loud with the lights off! Play it außerdem laut im Sonnenschein, denn nicht nur der Sound ist weltklasse. Waters/Gilmour zeigen der staunenden Öffentlichkeit, dass Progressive Rock auch Eier haben und verdammt nochmal grooven kann. Gibt es überhaupt groovigere Rockmusik als "Run Like Hell"?

Mit dem Klamauk namens "The Trail" erreicht "The Wall" seinen dramaturgischen Höhepunkt, jeder darf dem armen Pink noch mal eine mitgeben, ja selbst der Richter verschafft seinem Unverständnis über Pinks Verhalten gegenüber dessen Umfeld und der Gesellschaft Luft.

Nun aber Strich drunter!

"The Wall" ist ein perfekt produziertes Konzeptalbum mit packenden Songs in einem fetten Sound, dem Gilmours Gitarre ein Sahnehäubchen nach dem anderen aufsetzt. Zudem Scarfes Artwork, es ist grandios und ein Meisterwerk für sich. Dieses Werk ist ein Muss unseres Genres.

Progressive Rock kann grooven! "The Wall" ist der Beweis.

Anspieltipp(s): In the Flesh?
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.8.2011
Letzte Änderung: 27.3.2013
Wertung: 13/15
12+1 für herausragende Stellung, Produktion & Artwork

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Pink Floyd

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1967 The Piper at the Gates of Dawn 9.50 5
1968 A Saucerful Of Secrets 10.00 6
1969 More 9.75 4
1969 Ummagumma 11.33 4
1970 Atom Heart Mother 11.33 4
1971 Relics 9.00 2
1971 Meddle 12.00 3
1972 Obscured By Clouds 9.67 4
1973 The Dark Side of the Moon 12.29 7
1974 Masters Of Rock - 1
1975 Wish You Were Here 11.00 8
1977 Animals 13.00 6
1980 Is there anybody out there? - The Wall live 1980/81 7.00 1
1983 The Final Cut 8.75 8
1987 A Momentary Lapse of Reason 6.75 4
1988 Delicate Sound of Thunder 9.00 2
1989 Delicate Sound of Thunder (Video) 4.00 1
1994 The Division Bell 5.40 5
1995 P.U.L.S.E. 9.00 3
1995 London '66-'67 - 1
2003 Live at Pompeii (DVD) 12.00 4
2003 The Pink Floyd & Syd Barrett Story (DVD) 7.00 1
2005 London 1966/1967 (DVD) - 1
2006 P.U.L.S.E. (DVD) 10.00 2
2011 Discovery - 1
2014 The Endless River 10.00 5

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