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Anekdoten

Vemod

(Siehe auch: Leitfaden "Skandinavischer Prog der 90er Jahre")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1993
Besonderheiten/Stil: RetroProg
Label: Virta
Durchschnittswertung: 11.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Jan Erik Liljeström bass, voice
Nicklas Berg guitar, Mellotron, voice
Peter Nordins drums, percussion
Anna Sofi Dahlberg Mellotron, keys, cello, voice

Tracklist

Disc 1
1. Karelia 7:20
2. The Old Man & The Sea 7:50
3. Where Solitude Remains 7:20
4. Thoughts In Absence 4:10
5. The Flow 6:58
6. Longing 4:50
7. Wheel 7:50
Gesamtlaufzeit46:18


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 3)


OK, das ist tatsächlich klassischer "King Crimson"-Sound in die Neunziger transportiert (vgl. Rezi zu "Nucleus"): Mellotron-Streicher, schräge Gitarren-Arpeggios, kraftvoller Baß. Schon das erste Stück, "Karelia", stellt all diese Ingredienzien bereit. Es gibt ruhig fließende Stellen und krachend rockiges. Und wie bei "Nucleus" ist hauptsächlich Bassist Jan Erik Liljeström mit seinem krachigen, verzerrten Spiel zusammen mit Schlagzeuger Peter Nordin für die Power verantwortlich. Gitarrist Nicklas Berg setzt Gitarrentupfer und sorgt für volleren Sound, teils auch am Mellotron. Schön ist, daß man auf "Vemod" das Cello von Anna Sofi Dahlberg etwas deutlicher und öfter hört als auf der Nachfolgerplatte, aber auch hier scheint es mir nicht wirklich essentiell für den Sound. Viel mehr ist sind dies die schwellenden Mellotron-Streicher und -Flöte, die extensiv genutzt werden. "Starless" oder "Fracture" (siehe den Anfang von "The Flow") von den Crimsos stehen soundmäßig an einigen Stellen Pate. Und das Kornett/Flügelhorn auf "Wheel" hat man auch schon auf "Red" und "Islands" gehört.

Natürlich erreichen "Anekdoten" nicht ganz die Komplexität, Virtuosität und Klasse der Vorbilder. Weiterhin ist der Gesang doch etwas arg wacklig-schwachbrüstig. Daß die Platte dennoch unterhaltsam bleibt und Spaß macht, liegt an zweierlei Dingen: zum einen an der unbestreitbaren Energie und Spielfreude, mit der die Band agiert, zum anderen daran, daß sie den abgekupferten Sound durch eine gehörige Portion 'schwedischer' Melancholie und Düsterheit anreichern, die so in den manchmal eher technokratischen Crimson-Sachen (wie "Fracture", auch "Larks' Toungues In Aspic 2") nicht vorhanden war. Außerdem gefällt mir, daß die Stücke viel Dynamik entwickeln: die Kontraste zwischen ruhigen Stellen und plötzlichen Baß/Gitarre-Eruptionen sorgen für einige nette Momente.

"Vemod" ist nicht unbedingt die orignellste Prog-Platte aller Zeiten, aber Liebhaber des Siebziger-Jahre-"King Crimson"-Klangs kommen sicher auf ihre Kosten. Ein ordentliches Debut einer talentierten Band, und auf "Nucleus" haben sie sich dann ja auch schon ein Stück weit von Fripp & Co. abgenabelt.

Anspieltipp(s): The Old Man & The Sea, The Flow
Vergleichbar mit: King Crimson
Veröffentlicht am: 4.4.2002
Letzte Änderung: 7.7.2003
Wertung: 11/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 3)


Der Titel der Platte ist Programm. Vemod bedeutet soviel wie "zarte Traurigkeit", wie "ernste Melancholie". Die entsteht zum einen durch das gefühlvolle, berührende Mellotronspiel von Anna Sofi Dahlberg und Nicklas Berg, zum anderen durch die zerbrechliche Stimme von Jan Erik Liljeström, die ich in diesem Kontext gar nicht als so unwesentlich beurteilen würde. O.K., manchmal ist die Intonation nicht ganz sattelfest (z.Bsp. "thoughts in absence"), aber die meisten anderen Stimmen hätten wahrscheinlich die "Veamood" zerstört. Die ruhigen Stücke versprühen diese Traurigkeit und selbst die rockig-krachig-scharrenden parts sind dergestalt gefärbt. Dazu gibts eine gute Portion Schrägheit, wie wir sie auch von Änglagård kennen. Unter dem Strich ist Vemod bzw. sind Anekdoten nicht so komplex und schräg wie Änglagard, aber mindestens ebenso düster-traurig.

Anspieltipp(s): durchhören
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.4.2004
Letzte Änderung: 4.5.2015
Wertung: 12/15

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Von: Horst Straske @ (Rezension 3 von 3)


Das Debüt von Anekdoten orientiert sich stilistisch an den frühen King Crimson und weidet sich in einem steten Wechsel aus mellotrongetränkten Schwelgereien und schräg-krachendern Phasen, die sich aus der nordischen Melancholie in dynamischer Wucht hervorheben. Eine gewisse Inspiration beim zeitgenössischen Alternative Rock ist gerade angesichts der meist unvermittelt auftretenden Dynamikschübe nicht von der Hand zu weisen, versteht sich aber dem verklärten Retrosound perfekt unterzuordnen. Die Kompositionen präsentieren sich meist in einer spröden Zerbrechlichkeit und grenzen sich somit entschieden vom symphonischen Wohlklang vieler Veröffentlichungen der 90er Jahre ab.

Titel wie der Opener "Karelia" und "Wheel" zeugen von einer zerbrechlich-anmutigen Songbasis, welche auf leisen Sohlen eine zartgliedrige Melancholie entfaltet, um den aber behutsam zum quirlig-kraftvollen Kunstrock überzuleiten, der von einem dröhnenden Bass in fast schon manischer Manier vorangetrieben wird und sich dann im schräg-schrammeligen Soundgewitter entlädt. Vorbildlich präzise Schlagzeugarbeit und kratzig-verzerrte Gitarreneinsätze auf der einen Seite sowie magisch-flehende Mellotronsequenzen und entrücktes Cellospiel auf der anderen Seite markieren die stilistischen Eckpfeiler im Klangbild der Schweden. Die Band weiß sich in ihren emotionalen Ausbrüchen vortrefflich zu disziplinieren und setzt dabei die vom Mellotron ausgehende weiche Ornamentik als wirksamen Weichzeichner ein. Über die gesamte Spielzeit hinweg breitet sich gleichsam ein romantischer Schleier aus, der zackige Ecken und Kanten mal in sanfte Nebelschwaden hüllt, zum rechten Zeitpunkt aber kluftig steile Klippen in all ihrer Schroffheit freigibt, um diese dann aber immer wieder in kurzzeitig undurchdringliche Wolkenschwaden zu hüllen.

Anspieltipp(s): Karelia, Wheel
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.11.2011
Letzte Änderung: 10.11.2011
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Anekdoten

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1995 Nucleus 12.00 3
1997 Live EP 10.50 3
1998 Official Bootleg - Live In Japan 10.67 3
1999 From Within 10.33 3
2003 Gravity 9.33 6
2005 Waking The Dead - Live In Japan 2005 8.50 2
2007 A Time Of Day 8.67 3
2009 Chapters 12.00 2
2015 Until All The Ghosts Are Gone 11.33 3

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