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24715 Rezensionen zu 16916 Alben von 6588 Bands.
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Can

Soundtracks

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1970
Besonderheiten/Stil: Krautrock
Label: Liberty/United Artists Records - Spoon
Durchschnittswertung: 11.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Holger Czukay Bass
Michael Karoli Guitars
Jaki Liebezeit Drums, Percussion, Flute
Irmin Schmidt Keyboards
Damo Suzuki Vocals (Tracks 1,2,4,6)
Malcolm Mooney Vocals (Tracks 5,7)

Tracklist

Disc 1
1. Deadlock 3:25
2. Tango Whiskeyman 4:02
3. Deadlock (Titelmusik) 1:40
4. Don't Turn The Light On, Leave Me Alone 3:42
5. Soul Desert 3:46
6. Mother Sky 14:30
7. She Brings The Rain 4:04
Gesamtlaufzeit35:09


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 3)


"Soundtracks" ist die 2. Veröffentlichung von Can, jedoch nicht - wie ausdrücklich auf dem Cover vermerkt - ihr 2. Album. Trotzdem sollte man diese Scheibe nicht übersehen, enthält sie doch durchaus hochkarätige Musik, die den anderen frühen Werken der Band in nichts nachsteht! Wie der Titel des Albums schon vermuten läßt, handelt es sich um eine Sammlung von Stücken, die Can, hauptsächlich auf Betreiben von Irmin Schmidt (der übrigens bis heute viel Filmmusik komponiert), für diverse Filme der Jahre 1969/70 geschrieben haben. Wer jetzt auf dieser Scheibe irgendwelche eher langweilige Hintergrundmusik erwartet, wird überrascht sein!

"Deadlock" ist eine Art getragene Ballade mit absolut schrägem und gequälten Gesang von Suzuki. "Tango Whiskeyman" ist - Überraschung ! - ein Tango, aber à la Can, sehr relaxed und cool. "Don't Turn The Light On, Leave Me Alone" ist fast ein Pop-Song mit Tralala-Melodie, dafür aber mit einem Flötensolo von Liebezeit. "Soul Desert" dagegen ist eines der depressivsten Stücke von Klang, welches mir je unter die Ohren gekommen ist! Zu minimalistischer Begleitung von Bass, Schlagzeug und ein wenig Gitarre "singt" Malcolm Mooney so kaputt und verzweifelt, daß einem Angst um seinen Geisteszustand wird (und so unbegründet wäre dieser Gedanken nicht, hat Mooney doch kurz nach dieser Aufnahme die Band auch wegen "psychischer" Probleme verlassen). "She Brings The Rain" wird auch von Mooney gesungen, ist aber das gerade Gegenteil zu "Soul Desert", ist jazzig entspannt mit sehr ruhigem, "normalem" Gesang.

Das Stück aber, weswegen man sich diese Scheibe unbedingt zulegen sollte, ist "Mother Sky"! Hier gibt es den "ureigensten" Can-Stil in Reinstform: Kompromisslos, radikal, schräg, repetitiv-maschinenartig-rhythmisch, ekstatisch, grelle Gitarre, treibender Bass, Metronomperkussion und bizarrer Gesang. Dazu ist das Stück für Can-Verhältnisse erstaunlich abwechslungsreich! Für mich gehört "Mother Sky" zum Besten, was Can je auf Platte haben pressen lassen! Angeblich war das Stück 1970 ein Discohit in Berlin ... das waren noch Zeiten! Zur Bewertung: "Mother Sky" 15, der Rest 10. Da "Mother Sky" fast die Hälfte der Scheibe ausmacht, nehme ich doch einfach die Mitte und runde ab!

Anspieltipp(s): Mother Sky
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.6.2003
Letzte Änderung: 14.8.2007
Wertung: 12/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 3)


Neben Future Days dürfte Soundtracks den leichtesten Zugang zu Can bieten, da es eine hübsche Sammlung hochmelodischer Pop-Songs mit dem gewissen Can-Appeal darstellt, also quasi Pop mit Anspruch bzw. Anspruch goes Pop. Es findet sich hier auch schon ein gewisser "Worldmusic"-Einschlag, den die Band in späteren Jahren noch sehr vertiefen sollte.

Dass Mother Sky ein Disco-Hit gewesen ist, überrascht nicht so sehr, wenn man bedenkt, dass Can mit ihrer starken Rhythmusorientierung Mitte der 70er auch Anschluss an die Disco-Szene gefunden hatten und in den 90ern eine Inspiration für Techno-Musiker waren. 1997 gab es dann auch das Album Sacrilege mit Remixen der Can-Songs u.a. von Westbam und U.N.C.L.E.

Dabei darf man sich die Rhythmusorientierung von Can keinesfalls als billiges Gekloppe vorstellen, auch wenn es tanzbar ist. "Ich spiele immer natürliche Rhythmen," wird Jaki Liebezeit im Can Book von Pascal Bussy zitiert. "Manchmal fingen die Leute an Mitzuklatschen, als wir One more Night oder Splash spielten, obwohl sie den Rhythmus nicht verstanden. Sie merkten nicht, dass es ein 7/8 Rhythmus war."

Obwohl hier verschiedene Sänger zu hören sind und die Songs aus ganz unterschiedlichen Filmzusammenhängen stammen, entwickelt das Album doch eine recht stimmige Gesamtatmosphäre.

Anspieltipp(s): Mother Sky, She brings the Rain
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.2.2010
Letzte Änderung: 6.3.2012
Wertung: 11/15

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Von: Markus Peltner @ (Rezension 3 von 3)


„Soundtracks“ heißt das zweite Album der Kölner Band Can, ist aber nicht gleichzeitig deren zweites Studioalbum. „Soundtracks“ ist, wie der Name bereit besagt, ein Soundtrack-Album, bestehend aus sieben Liedern, die Can zu fünf verschiedenen Filmen beitrug. Dementsprechend müsste man „Soundtracks“ wohl als Kompilations-Soundtrack-Album bezeichnen. Die Platte erschien im Jahr 1970 und stellte eine kleine Zäsur dar. Sänger Malcolm Mooney ist hier nur noch bei den Titeln Soul Desert“ und „She Brings The Rain“ zu hören. Die restlichen Stücke wurden vom Neu-Bandmitglied Damo Suzuki eingesungen.

Man hört auf „Soundtracks“ Lieder, eingesungen von unterschiedlichen Sängern, entstanden in zum Teil unterschiedlichen Jahren, welche für unterschiedliche Filme eingespielt wurden. Dementsprechend könnte man eine krude Mischung verschiedenster Musik erwarten. Doch obwohl sich die einzelnen Titel durchaus stilistisch unterscheiden, klingt „Soundtracks“ wie ein „ganz normales“ Studioalbum und man würde nichts vom Hintergrund der Entstehung merken, wenn man es nicht auf der Platte selbst nachlesen könnte. „Soundtracks“ klingt wie eine Einheit aus psychedelischen Titeln, die im Krautrock Anfang der 70er Jahre beheimatet sind. Mal etwas experimenteller, mal etwas rockiger und ein klein wenig Pop ist hier ebenfalls zu hören. Nicht ganz so eingängig hören sich die Lieder an, wie jene der Kollegen von Grobschnitt oder Jane, dafür etwas schräger, fordernder und definitiv experimenteller.

Mit all diesen Eigenschaften schaffen es die Lieder auf „Soundtracks“ jedoch durchaus auch, sich im Ohr festzusetzen – wenn auch nicht unbedingt gleich beim ersten Mal des Hörens. Allzu schwierig ist der Zugang zu den Liedern allerdings nicht. Ganz besonders sticht dabei die Nummer „Mother Sky“ aus dem Film „Deep End” hervor. In über vierzehn Minuten Spieldauer perfektionieren die fünf Musiker hier die Monotonie der Musik. Repetitiv und konsequent werden einem die Noten immer und immer wieder präsentiert, das Ganze untermalt mit einer sehr dominanten Rhythmusfraktion. Das Lied hämmert richtiggehend auf einen ein, ohne dabei in den vierzehneinhalb Minuten auch nur einen Hauch an Spannung zu verlieren. Wahrlich begeisternd. Dieses Lied ist intensiv und mitreißend. So mitreißend sogar, dass das britische Musikmagazin „Q“ die Nummer im Jahr 2005 auf Platz 48 der 100 besten „Guitar Tracks“ einreihte.

Fazit: „Soundtracks“ von Can ist ein sehr überzeugendes Album geworden. Zunächst nicht eingängig, nicht besonders melodiös, dafür gleich beim ersten Mal des Hörens sehr intensiv, packend und mitreißend. Die sieben Stücke ergeben ein Gesamtklangerlebnis, welches zusammenwirkt. Für Can-Verhältnisse erfordert „Soundtracks“ auch nicht sehr viel Anstrengung, sich dieser Musik hinzugeben, sie sich zu erschließen. Zwei, drei Durchläufe und die Musik packt – vor allem „Mother Sky“ lohnt dabei gehört zu werden.

Anspieltipp(s): Mother Sky
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 26.12.2017
Letzte Änderung: 26.12.2017
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Can

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1969 Monster Movie 13.00 3
1971 Tago Mago 13.67 3
1972 Ege Bamyasi 13.00 3
1973 Future Days 12.50 2
1974 Soon Over Babaluma 13.00 2
1975 Landed 11.00 2
1976 Flow Motion 7.00 2
1976 Unlimited Edition 12.00 2
1977 Saw Delight 10.50 2
1978 Out Of Reach 8.00 2
1979 Can 8.00 2
1981 Delay 1968 11.00 2
1989 Rite Time 10.00 2
1995 The Peel Sessions 12.00 1
1999 Can Live 10.50 2
1999 The Legendary Can 8.50 2
2003 DVD - 1
2012 the lost tapes 12.00 1
2017 The Singles 12.00 2

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