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Vortex

Les Cycles De Thanatos

(Siehe auch: Leitfaden "Zeuhl")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1979 (2003 auf einer Doppel-CD zusammen mit dem Album "Vortex" von 1975 wiederveröffentlicht)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Canterbury; Moderne Klassik; RIO / Avant; Zeuhl
Label: Le Triton (Vertrieb: Musea)
Durchschnittswertung: 12.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Jean Pierre Vivante Fender Rhodes, orgue Yamaha, piano
Jacques Vivante guitare basse
Gérard Jolivet saxophone
Christian Boissel Fender Rhodes, hautbois, cor anglais
Jacques Guillot saxophone
Jean-Michel Belaich batterie
Alain Chaleard percussions
Maurice Sonjon percussions

Gastmusiker

Sunny James violon (1)
Michel Boissel basson (3)

Tracklist

Disc 1
1. God Is Good For You, John 4:28
2. Prolegomenes 11:43
3. Les Cycles De Thanatos   (version intégrale) 25:16
4. Hipopotalamus Negrus   (Bonus) 5:46
5. Ivanoe   (Bonus) 4:35
Gesamtlaufzeit51:48


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 3)


Trotz der zahlreichen Wiederveröffentlichungen der letzten Jahr gibt es immer noch Vinyl-Schätze, die auf CD gehoben werden müssen. Natürlich ist "obskur" nicht immer gleichbedeutend mit "gut", aber im Fall von Vortex trifft dies zu, und das französische Label "Le Triton" hat sich endlich dieses Kleinods angenommen und beide Alben der Band als Doppel-CD mit jeweils zwei Bonustracks herausgebracht.

Les Cycles De Thanatos, das zweite Album der Band rund um die Gebrüder Vivante, ist ein fast vergessenes Meisterwerk, immerhin ungefähr dreitausend LPs wurden ursprünglich verkauft. Dass man solange auf eine CD-Auflage warten musste, ist eigentlich unverständlich: die gebotene Musik gehört zum Besten, was das Spannungsfeld zwischen Canterbury, Zeuhl, RIO und moderner Klassik zu bieten hat.

Die erste Nummer, "God Is Good For You, John" hat einen leichtfüssigen aber verspielten Canterbury-Sound mit treibender Rhythmik, schön ausgearbeiteten, zwischen Violine und E-Piano verschlungenen Melodie-Linien. Das ganze ist bei aller Komplexität durchaus gefällig, jazzig, schön.

"Prolegomenes" beginnt wieder flott und Canterbury-artig, jazzrockig, aber hier treten die Holzbläser mehr in den Vordergrund. Später wird das Stück immer wirbelnder und Zeuhl-Einfluss tritt zutage, schräg-gehämmerte Passagen lassen teilweise an Univers Zero oder Present denken, leichtfüssiger aber nicht weniger intensiv.

Das titelgebende und zentrale Stück erinnert anfangs mehr an ein elektrifiziertes Kammerorchester. Die durcharrangierten Holzbläser und unterschiedliche Percussion bestimmen lange den Sound und sorgen - auch später im Zusammenspiel mit Bass, Keyboards und Schlagzeug - für eine durchaus ungewöhnliche Klangwelt.

Nach den beginnenden verschlungenen Linen werden behutsam und langsam von den Bläsern langgezogene Töne intoniert. Schliesslich treten Percussion (Becken, Gongs, Pauken, Glocken) hinzu und sorgen für drängendere Atmosphäre. Die langen Töne werden immer mehr gegeneinander versetzt, Schlagzeug und Bass kommen hinzu, die Rhythmik wird greifbarer und rockähnlicher. Tempo und Intensität werden immer weiter gesteigert, wieder zurückgenommen, wieder gesteigert, wieder zurückgenommen, wieder... Die Linien werden immer verschlungener, immer komplexer und hektischer... Hier entwickelt sich tatsächlich ein musikalischer Strudel, der dem Bandnamen alle Ehre macht.

Die Bonus-Tracks der CD-Wiederauflauge stammen von den gleichen Aufnahmen wie die schon vorher veröffentlichten Stücke, wurden aber für die LP nicht berücksichtigt, obwohl sie beide von hoher Qualität sind und auf der ersten LP-Seite durchaus noch Platz gewesen wäre.

"Hipopotalamus Negrus" ist anfangs wieder recht zeuhlig geraten, mit guter Balance zwischem Schrägem und fast funkigem Rhythmus. Hier treten auch Synthesizer-Klänge hervor, die auf dem eigentlichen Album kaum zu hören sind. Gegen Ende wird es sanfter-jazzrockig und blended aus; vielleicht war es noch nicht fertig aufgenommen / komponiert?

"Ivanoe" ist nach durchkomponiertem kurzen Intro insgesamt lockerer, jam-artiger gehalten als die Stücke der eigentlichen LP, mit etwas Sax-Gequietsche.

Das Booklet der CD-Wiederauflange enthält eine sehr ausführliche Bandbiographie und etliche Photos. Leider - für mich, der ich mit Französisch eher auf Kriegsfuss stehe - ist die französische Version der Bandbiographie mit mehr als 20 Seiten fünfmal so lang geraten wie die englische.

Einziges Manko des Albums ist der etwas dünne, fast zerbrechlich wirkende Sound, der nicht wirklich besser geraten ist als der der LP, eher im Gegenteil vielleicht sogar etwas anämischer. Aber musikalisch haben wir hier ein echtes Goldstück vorliegen: sehr komplexe, verspielte, ungewöhnlich orchestrierte und intelligent komponierte Musik, die aber nie zu sperrig und abweisend wird, sondern stets charmant und zugänglich bleibt. Sehr empfohlen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.7.2003
Letzte Änderung: 6.4.2004
Wertung: 13/15
mit Tendenz nach oben

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Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 2 von 3)


Was gibt es zu sagen, was Udo noch nicht geschrieben hat? Nichts ;-> !

Im Ernst, für solche Entdeckungen liebe ich diese Seiten und die ganzen MitschreiberInnen hier - welche bisher unbekannten Schätze man immer wieder finden kann, ist schon phantastisch.

Diese CD erinnerte mich im Opener irgendwie an frühe BRAND X -Scheiben, wie auch der nachfolgende Track leicht und locker daherkommt. Besonders schätze ich die Violine in beiden Stücken, die wesentlich für diesen Eindruck verantwortlich ist.

Im Titelstück, dem Magnum-Opus dieser CD gibt es dann einen abrupten Stimmungswechsel hin zu bedrohlicher, düsterer dem Titel angemessener Athmosphäre mit klagender Basson am Ende.

In den Bonustracks wird es vertrackt, verpielt, jamartig, jazzig und und und.

Fazit: Klasse Entdeckung, bitte hören!!!

Anspieltipp(s): Prolegomenes, Titelstück,
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.4.2004
Letzte Änderung: 15.4.2004
Wertung: 12/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 3 von 3)


Vielleicht sollte man ergänzen, dass der Zeuhl-Anteil gegenüber dem ersten Album stark zurückgenommen ist. Vortex läuft nämlich häufig unter dem Label "Zeuhl-Band", aber "Les Cycles De Thanatos" enthält kaum stilreinen Zeuhl. Wenn entsprechende Elemente auftauchen (z. B. gegen Ende von "Prolegomenes"), dann interessant in neue, meist jazz(rock)ige Zusammenhänge gestellt oder dementsprechend paraphrasiert. Monolithisch-repetitiv ist hier kaum etwas und die Melodien sind auch deutlich abwechslungsreicher als etwa bei Magma oder Weidorje. Wer also gern in abgefahrenere Gefilde einsteigen will oder diese gerne mag, Zeuhl aber nicht unbedingt zu seinen Lieblingsgenres zählt, kann hier entspannt zugreifen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.7.2007
Letzte Änderung: 16.7.2007
Wertung: 13/15
Großartige Platte!

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Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1975 Vortex 11.00 2

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