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Exmagma

Exmagma & Goldball

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2003 (Zwei Alben auf einer CD: Exmagma (1973), Goldball (1974))
Besonderheiten/Stil: improvisiert; instrumental; Jazzrock / Fusion; Krautrock
Label: Daily Records
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Thomas Balluff Organ, E-Piano, Clavinet, Effects
Fred Braceful Drums, Percussion
Andy Goldner Fretless E-Bass, E-Guitar, Altosax, Tape Recorder

Tracklist

Disc 1
1. The First Tune   (1-5: Exmagma) 7:37
2. Tönjès Dream Interruption 4:17
3. Interessante Olè 2:50
4. Two Times 2:25
5. Trippin With Birds / Kudu / Horny 18:48
6. Marilyn F. Kennedy   (6-15: Goldball) 2:30
7. Dada 3:36
8. Adventury With Long S.tea 2:53
9. Groove 4:53
10. Mango Wolperaiso 2:36
11. Jam Factory For People Insane 4:04
12. Habits 5:57
13. Dance Of The Crabs 0:53
14. Greetings To The Moroccan Farmers 6:36
15. Last But One Train To Amsterdam 0:56
Gesamtlaufzeit70:51


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 2)


Der amerikanische Schlagzeuger Fred Braceful kam als Soldat nach Deutschland, später arbeitete eine Zeit lang als Musik-Freelancer und spielte schliesslich mit Wolfgang Dauner in dessen Band Et Cetera. 1972 lebte er zusammen mit Bassist / Gitarrist Andy Goldner und Keyboarder Thomas Balluff auf einem Kommunen-Bauernhof in Süddeutschland, und die drei formten die Band Exmagma (ursprünglich nannte die Gruppe sich Magma, aber wegen der gleichnamigen, bekannteren französischen Formation musste ein neuer Name her...). Exmagma veröffentlichten 1973 bzw. 1974 zwei Alben, "Exmagma" und "Goldball", die erst 2001 vom Label Daily Records auf Vinyl und schliesslich 2003 auf CD wiederveröffentlich wurden.

Das unbetitelte Debütalbum ist eine sehr spannende Geschichte: Exmagma verbinden den Sound des Krautrock mit dem Geist des Freejazz (oder umgekehrt?) Die Stücke wurden frei improvisiert, aber im Nachhinein teils mit Overdubs bearbeitet. Die elektrische Instrumentierung, der elektrische Bass und vor allem die wabernden Keyboard-Sounds von E-Piano und Orgel, der Einsatz von spacigen Effekten und die kosmische, drogen-geschwängert trippige Atmosphäre (Trippin With Birds...) sorgen für das Krautrock-Feeling, die Spielweise und das Feeling, der rhythmische Swing sind eindeutig jazz-verseucht. Das Spektrum der Stücke reicht von minimalistischen Skizzen über Riff-betonte Nummer mit starker Rhythmik hin zu abgedrehten Freiform-Freakouts.

Beim zweiten Album ist die Atmosphäre immer noch rauschhaft und rauchwabernd (Habits, Greetings To The Moroccan Farmers, Last But One Train To Amsterdam, Adventury With Long S.tea...), aber dennoch sind die Stücke konziser und - bis auf die akustische freie Nummer "Greetings To The Moroccan Farmers" - stärker durchkomponiert. Groovige, teils fast funkige Riffs und drängend-verschachtelte Rhythmik lassen "Goldball" bei aller Seltsamheit und gelegentlichen freakigen Passagen etwas konventioneller wirken, näher an zeitgenössichem Jazzrock. Dafür ist der Sound wesentlich besser als beim doch ziemlich mupfigen Erstling, schliesslich wurde Goldball in (damals) brandneuen Studio des bekannten Kraut-Produzenten Conny Plank aufgenommen.

Exmagma namen noch ein drittes Album - eine Doppel-LP - auf, die aber Mangels Plattenfirmen-Interesse nie veröffentlicht wurde. Es soll jedoch in absehbarer Zukunft auch von Daily Records veröffentlicht werden. Ich freue mich drauf.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.11.2003
Letzte Änderung: 18.11.2003
Wertung: 11/15
Exmagma: 12; Goldball: 10

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


Ja, "Krautrock meets Freejazz", so könnte man diese CD kurz und knapp umschreiben. Bass, seltener E-Gitarre, verschiedene Tasteninstrumente (Orgel, E-Piano, Clavinet) und Schlagzeug rocken hier frei und mitunter effektverfremdet durcheinander, gelegentlich ergänzt durch schräge Klänge vom Altsaxophon und Tonbandeffekten.

"Exmagma", das experimentellere und freiere Album der beiden hier auf einer CD vereinigten LPs, erinnert gelegentlich an die Trio-Besetzung von Soft Machine, bevor sich Elton Dean der Gruppe anschliessen sollte (gerade was die röhrende Orgel und den verzerrt brummenden Bass anbelangt - man höre z.B. den Beginn "The First Tune"). Ansonsten wird hier, wie von Udo oben beschrieben, spacig-kosmisch-avantgardistisch durcheinander gejazzrockt.

"Goldball" dagegen bewegt sich, trotz einiger improvisierter Momente, deutlicher in herkömmlichen Fusion-Jazzrockgewässern. Diese zweite LP von Exmagma wurde übrigens nur in Frankreich veröffentlicht, wo sich die Gruppe für einige Zeit niedergelassen hatte, was unter den dortigen Plattensammlern Spekulationen auslösste, dass irgendwelche Dissidenten von Magma hinter dem Projekt stecken würden.

"Exmagma & Goldball" ist eine durchaus interessante CD, die mich aber nicht vollkommen überzeugt. "Exmagma" ist mir stellenweise zu frei und unstrukturiert geraten, insbesondere im langen "Tripping With Birds". Die kürzeren Stücke sind dagegen meist nur Fragmente, die zudem gegen Ende meist ausgeblendet werden (auch "The First Tune" ist ein Sammlung kürzerer Nummern). Das hinterlässt beim Hörer den Eindruck, als würde er immer nur Auschnitte, Appetithappen einer umfangreicheren Komposition zum antesten vorgespielt bekommen. Trotzdem ist "Exmagma" das interessantere, weil experimentellere der beiden Alben.

Im Gegensatz dazu bietet "Goldball" sehr gut gespielten und abwechslungsreichen Trio-Jazzrock (bis auf das Freiform-Klangdurcheinander "Maroccan Farmers"), dem es aber ein wenig an Höhepunkten und einer eigenen Note fehlt.

Nichtsdestotrotz ist diese CD ein interessantes Album mit hörenswerten Free-Jazzrock-Klängen, die jedem Krautrock-Interessierten, wenn er denn keine Abneigung gegen Jazz und freiere Experimente hat, als Sammlungsergänzung empfohlen sei!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.6.2005
Letzte Änderung: 29.10.2006
Wertung: 10/15
Exmagma: 11; Goldball: 9

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Exmagma

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2006 3 9.00 1

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