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Subject Esq.

Subject Esq.

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1972 (CD-Reissue 2003, Ohrwaschl Records)
Besonderheiten/Stil: Blues; Jazzrock / Fusion; Klassischer Prog
Label: Epic
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Michael Hofmann Flöte, Saxophon, Gesang
Alex Pittwohn Mundharmonika, Gitarre, Gesang
Harry Rosenkind Schlagzeug, Percussion
Peter Stadler Keyboards
Stefan Wissnet Bass, Gesang

Gastmusiker

Paul Vincent Guitars

Tracklist

Disc 1
1. Alone 5:18
2. Giantania 6:39
3. What Is Love 5:34
4. 5:13 4:29
5. Mammon 12:38
6. Durance Is Waiting 8:23
7. Giantania (live)   (Bonustitel) 18:55
8. Untitled (live)   (Bonustitel) 10:00
Gesamtlaufzeit71:56


Rezensionen


Von: Horst Straske @ (Rezension 1 von 2)


Das titellose Debüt von Subject Esq. bietet jazzigen Progressive Rock, der sich stilistisch noch von den späten 60er geprägt präsentiert. Es ist eindeutig erkennbar, dass die Münchner die Musik der gerade vergangenen Dekade verinnerlicht haben und aus diesen verschiedenen Einflüssen eine eigenständige Variante geschaffen haben. Diese druckvolle Version des 70er Jahre Rocks tendiert allein schon wegen der technischen Versiertheit der beteiligten Musiker und einer vorhandenen Experimentierfreudigkeit in progressive Gefilde.

Auf einem soliden Rockfundament unter hörbarer Beeinflussung durch den Beat und Blues entwickeln die Kompositionen ein komplexes Eigenleben. Insbesondere markantes Saxophonspiel rückt das Album in den Bereich des gepflegten Jazzrocks. Als Gegenpol zu diesem Fusion-Einfluss verleihen Gitarre, beherztes Flötenspiel und die agile Rhythmussektion dem Ganzen ein erdiges Element, das auch für die notwendige Dynamik sorgt. Röhrendes Hammondspiel schlägt in die gleiche Kerbe und spannt wieder den Bogen zu komplexeren Gefilden, in denen auch eine Bereitschaft zu Improvisationen offenbart wird. Grundsolider Gesang rundet dies alles ab und stellenweise werden auch mehrstimmige Gesangsharmonien geboten.

Nach dem kraftvollen Opener "Alone" basiert "Gintania" auf eingängigen Gesangspassagen. Im weiteren Verlauf schleicht sich aber ein getragener Instrumentalteil ein, der von schwebendem Flötenspiel dominiert wird. Auch die beiden nachfolgenden Songs funktionieren nach diesem Strickmuster und mancher Instrumentalteil tendiert auch ganz leicht in psychedelische Gefilde. Eine gewisse Inspiration durch den typischen Krautrock ist wohl allein an der Tatsache abzulesen, dass die Band genauso wie Amon Düül aus der Metropole an der Isar stammte. Auch Jethro Tull sind wegen des Flötenspiels und Van der Graaf Generator aufgrund der Saxophoneinlagen herauszuhören.

Der Longtrack "Mammon" unterstreicht den vorher praktizierten Stilmix. Hier stoßen West Coast Gesangsharmonien auf swingenden Jazzrock der Marke Blood, Sweat & Tears. Das ganze mündet dann wiederum in einer Variante des frühen Progressive Rocks britischer Prägung.

Zwei Live-Bonustracks runden dieses gelungene Album ab, wobei die Soundqualität dieser aus dem Jahr 1971 stammenden Titel doch sehr bescheiden ist. Reiner Progressive Rock wird hier kaum geboten. Dafür ist das Songmaterial noch zu stark in den späten 60er Jahren angesiedelt. Dennoch ist die hierbei herausgekommene Mixtur aus Jazz und traditionellen Rockstrukturen für die frühen 70er Jahre im wahrsten Sinne des Wortes "progressiv" gewesen.

Anspieltipp(s): Mammon
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 31.8.2003
Letzte Änderung: 31.8.2003
Wertung: 11/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


"The King and the Subject" nannten Harry Rosenkind und Michael Hofmann die Beatband, die sie 1965 zusammen mit zwei Schulfreunden gründeten. 5 Jahre später, nach einigen Besetzungs- und Stilwechseln, hieß die Gruppe um Rosenkind und Hofmann Subject Esq. und spielte Bluesrock. Im Juni 1969 trat die Band in München sogar als Vorgruppe von John Mayall auf. Im Sommer 1971 kam der Organist Peter Stadler in die Gruppe und Hofmann konzentrierte sich ganz auf Saxophon und Flöte.

Auf dem im Januar 1972 eingespielten einzigen Album der Münchner sind die Blueswurzeln der Gruppe daher zwar noch auszumachen, doch ist meist ein progressiver, erdiger, aber auch jazzig-symphonischer Rock zu hören, wie ihn so ähnlich z.B. auch die britischen Kollegen von Warm Dust, Colosseum, If oder auch Web im Angebot hatten. Kurz vor den Aufnahmen zu "Subject Esq." hatte der Gitarrist Peter Markl die Gruppe verlassen, so dass für die Aufnahmesessions Paul Vincent als Studiogitarrist engagiert wurde.

Eine lockere, sehr beschwingt vorgetragene Mischung aus noch stark an den 60er Jahren angelehntem Poprock mit Beatrudimenten und Westcoasteinschlag (das erinnert gelegentlich an die Musik der Birds, von Moby Grape, oder den Charlatans) und komplexem, jazzlastigen Orgelprog, der vor allem vom virtuosen Flötenspiel Hofmanns lebt, aber auch durch brassrockorinetierte Saxophonschübe und ausladende Orgeleinlagen aufhorchen lässt. Dazu wird recht angenehm gesungen, mitunter auch im Chor, wobei die progressiveren Abschnitte allerdings diejenigen sind, in denen kein Sänger zum Einsatz kommt. Vincent bearbeitet zurückhaltend, mitunter sehr virtuos-filigran E- und Akustikgitarre, Rosenkind bedient eher solide sein Schlagzeug, der Bass treibt alles bestimmt voran und ab und zu greift Alex Pittwohn auch zur Mundharmonika. Wenn die Musik lockerleicht dahingleitet, der Bass warm tänzelt und die Orgel wabert kommt mitunter eine leichte Canterbury-Atmosphäre auf (à la Caravan). Ansonsten wird eher kraftvoll und erdig gerockt, die westcoastorinetierten Gesangsabschnitte ausgenommen, herrscht ein von Orgel und E-Gitarre bestimmter, durch Saxeinwürfe angereicherter, progressiver Bluesrock vor.

Nach erscheinen von "Subject Esq." schlossen sich der Gitarrist Nick Woodland (von der Band Gift) und der Tastenmann Hennes Hering (von Out Of Focus ) der Gruppe an. Als man 1973 einen Vertrag bei der Ariola unterschrieb, hatte die Band dann den Namen gewechselt. Als Sahara spielte man zwei weitere Alben ein.

"Subject Esq." ist vor allem all jenen Krautrockinteressierten zu empfehlen, die die weiter oben erwähnten britischen Vergleichsbands schätzen. Denen konnten Subject Esq. nämlich durchaus das Wasser reichen. Sonderlich krautig oder holprig ist das hier Gebotene nicht. Durch die liedhaften Abschnitte mit kalifornischem Flair bekommt die Musik zudem eine durchaus eigene, wenn auch etwas angestaubte Note. Das liebevoll aufgemachte CD-Reissue von Ohrwaschl Records beinhaltet zudem noch zwei lange Livenummern von ganz ordentlicher Klangqualität, die als ein 1971 eingespieltes Zeitdokument durchaus interessant anzuhören sind.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.3.2007
Letzte Änderung: 14.4.2007
Wertung: 9/15

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