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Sahara

For All The Clowns

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1975 (CD-Reissue 1993, Ohrwaschl Records)
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Ariola / Eurodisc
Durchschnittswertung: 8.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Holger Brandt Schlagzeug, Percussion
Hennes Hering Orgel, Klavier, Synthesizer
Michael Hofmann Moog, Gitarre, Flöte, Gesang
Günther Moll Lead-Gitarre, Gesang
Stefan Wissnet Bass, akust. Gitarre, Lead-Gesang
Alex Pittwohn Koordinator, Bühnensound

Gastmusiker

Nick Woodland 12-String Guitar auf "Source"

Tracklist

Disc 1
1. Flying Dancer 3:23
2. The Source Part I & Part II 7:10
3. For All The Clowns 10:59
4. Prélude 1:05
5. The Mountain King Part I & Part II 13:20
6. Dream Queen 5:05
7. Fool The Fortune 1:19
Gesamtlaufzeit42:21


Rezensionen


Von: Horst Straske @ (Rezension 1 von 2)


Auf dem 1975 veröffentlichten Album "For All The Clowns" präsentierten sich Sahara erheblich symphonischer als auf dem vorangegangenen Album. Die Jazzeinflüsse waren fast gänzlich verschwunden und hatten einem gepflegten Symphonic Sound Platz gemacht, der von melodischen Elementen dominiert wird.

Schon der kompakte Opener "Flying Dancer" steht für diese stilistische Neuorientierung und wird von einprägsamen Gesangslinien dominiert. Nach diesem doch recht mainstreamigen, aber dennoch gefälligen Auftakt folgen gleich drei Titel, die eindeutig in der besten Tradition des deutschen Progressive Rocks stehen. Hier dominieren weite Keyboardflächen und melodisches Gitarrenspiel zusammen mit einer einprägsamen Gesangleistung. Somit wird die Abkehr von der schroffen Mixtur des Vorgängers deutlich.

Der Titelsong "For All The Clowns" untermauert diesen Wandel überdeutlich. Auf einem Fundament aus symphonischen Synthieklängen entwickelt sich ganz behutsam ein bombastischer Song, der neben gekonnten Gesangssequenzen auch eindrucksvoll ausgearbeitete Instrumentalpassagen bietet, in denen eine Tastendominanz vorherrscht. Hierzu gesellt sich dann auch noch majestätisches Gitarrenspiel, weshalb die Münchner auf ihrem letzten Album eine gewisse Verbindung zum britischen Sound der Marke Genesis aufweisen.

Auch der mit einer Spielzeit von 13:20 Minuten längste Titel "The Mountain King Part I & Part II" beweist, dass Sahara hierbei eine sehr gefällige und auch verhältnismäßig eigenständige Version der progressiven Rockmusik symphonischer Prägung gelungen ist. Hier stehen quirliges Flötenspiel und schwirrender Moog-Sound im schönen Einklang. Der ausgefeilte Satzgesang erinnert im weiteren Verlauf gar ein wenig an Gentle Giant. Nachfolgend wird ein ausgedehnter Instrumentalpart von perlenden E-Pianoklängen dominiert und entwickelt ganz unerwartet einen leicht spacigen Charakter.

Ein auch für heutige Verhältnisse noch erstaunlich frischer Sound rundet das wirklich empfehlenswerte zweite und letzte Sahara-Album ab. Trotz der wiederum gebotenen musikalischen Klasse fällt "For All The Clowns" gegenüber dem Vorgänger dennoch leicht ab, da einige Passagen doch nicht ganz so mit dem gleichen Enthusiasmus rüberkommen.

Anspieltipp(s): For All The Clowns
Vergleichbar mit: ein wenig Genesis
Veröffentlicht am: 31.8.2003
Letzte Änderung: 31.8.2003
Wertung: 11/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


Ich kann Horst nur zustimmen - zumindest was die Einschätzung des Stilwandels der Münchner Formation betrifft. Auf ihrem zweiten Album haben sich Sahara in der Tat neu orientiert und von den noch relativ experimentierfreudigen Klängen ihres Debüts weitestgehend verabschiedet. Einen melodischen, glatten und stellenweise fast poppigen Mainstream-Symphoprog gibt es auf "For All The Clowns" zu hören, der nicht gerade durch überbordende Originalität glänzt, aber durchaus sehr ordentlich gemacht ist.

Allerlei synthetische Tastenklänge mäandern hier eher unaufgeregt von der soliden Rhythmusabteilung angetrieben dahin, begleitet von melodiös-verspielten Gitarrenlinien, die nur selten einmal kernig und kantig werden. Dazu wird recht viel gesungen, sehr harmonisch, oft im Chor und ziemlich poporientiert. Wenn nicht gesungen wird ist die Musik meist ganz erträglich, bietet klangvollen, gemäßigten Tastenbombast und einigermaßen komplexe Arrangements. Das zweiteilige "Mountain King", mit flottem Flöteneinsatz, ein paar jazzig-rockigen Rudimenten und dem filigran-virtuosen und erdigen E-Gitarrenlinien, ist eindeutig die besten Nummer des Albums, auch wenn sie gegen Ende etwas verflacht.

"For All The Clowns" ist eine recht harmlose Symphoprog(pop)scheibe, die aber diejenigen, die eine eher leichtgewichtige, melodiöse Spielart des Progs bevorzugen, einmal antesten sollten. Professionell gemacht und druckvoll produziert ist das Ganze nämlich, wenn auch für meinen Geschmack viel zu glatt und zu harmonieselig.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.6.2007
Letzte Änderung: 6.9.2016
Wertung: 6/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Sahara

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1973 Sunrise 10.50 2
2016 Lost Tapes 8.00 1

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