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24976 Rezensionen zu 17123 Alben von 6671 Bands.
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Shadow Gallery

Tyranny

(Siehe auch: Leitfaden "ProgMetal")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1998
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Progmetal
Label: magna carta
Durchschnittswertung: 9.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Carl Cadden-James Bass, Backgroundgesang, Flöte
Brendt Allman Gitarre, Backgroundgesang
Chris Ingles Piano, Synthesizer
Gary Wehrkamp Gitarre, Piano, Syntheziser, Backgroundgesang
Joe Nevolo Schlagzeug
Mike Baker Gesang

Tracklist

Disc 1
1. Stiletto in the Sand 1:56
2. War for Sale 5:34
3. Out of nowhere 4:20
4. Mystery 5:41
5. Hope for us? 6:00
6. Victims 5:12
7. Broken 1:55
8. I believe 8:40
9. Roads of Thunder 6:05
10. Spoken Words 4:37
11. New World Order 8:10
12. Chased 4:35
13. Ghost of a Chance 5:19
14. Christmas Day 5:40
Gesamtlaufzeit73:44


Rezensionen


Von: Jochen Lohr @ (Rezension 1 von 3)


Seitdem Dream Theater ihr Album "Images and Words" aufgenommen haben, hat eine neue Generation von Progmetal-Bands die Bühne betreten, deren Stil sich deutlich von dem unterscheidet, was man in den 80ern unter Progressive Metal verstand. Shadow Gallery muss man eindeutig zu diesen Bands zählen, die massiv auf Keyboards und weniger vertrackte, dafür aber symphonischere Songs setzen.

Mit "Tyranny" legen Shadow Gallery ihr drittes Album vor, das im Gegensatz zu den Vorgängern auf überlange Tracks verzichtet. Als Ausgleich dafür stellt es ein Konzept dar, erzählt eine Story über Individuen in einer Welt, in der Unterdrückung und Überwachung herrschen.

Die im Vergleich zu den Vorgängeralben kürzeren Stücke lassen das Album dann auch wesentlich mainstreamiger klingen. Überall wird auf die bekannt glatten, durchaus US-radiotauglichen Melodien in schön simplem Strophe-Refrain Strophe-Refrain-Schema gesetzt. Pianos und Synthie-Streicher werden bei den obligatorischen Balladen mehr oder weniger gekonnt zur weiteren Verschmalzung verwendet. Was für ein Glück, dass zwischendurch auch mal das Gaspedal betätigt wird und ein paar zwar straighte, aber durchaus druckvolle Nummern erschallen.

Ich will auch nicht verschweigen, dass das Album mit "I believe" und "New World Order" auch zwei Stücke mit etwas interessanterem Aufbau beinhaltet. Hier wird mal aus dem sonst vorherrschenden Mainstream ausgebrochen, es erklingen mehrstimmige Melodieläufe, wie man sie auch von Savatage kennt. Ebenfalls für den Prog Anspruch herhalten müssen die zum Glück selten eingeschobenen Frickelpassagen, die im Vergleich zu Dream Theater deutlich kürzer und unaufdringlicher daherkommen.

Ich kann ja persönlich mit Shadow Gallery nicht so viel anfangen. "Tyranny" gefällt mir dabei noch am besten, weil es irgendwie ehrlicher klingt, anstatt wie die Vorgänger ein künstlich auf Progmetal getrimmter Schmalztopf zu sein. Oft gelingt es "Tyranny" allerdings trotzdem nicht, in meinen CD-Player zu gelangen. Es gibt nunmal deutlich besseren Progmetal und auch deutlich besseren straighten Metal als ihn Shadow Gallery produzieren. So bleiben sie leider im Durchschnitt stecken.

Anspieltipp(s): Stiletto in the Sand, I believe
Vergleichbar mit: Dream Theater
Veröffentlicht am: 20.9.2003
Letzte Änderung: 20.9.2003
Wertung: 8/15

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 2 von 3)


Shadow Gallery sind mit ihrem dritten Album zurück. Nachdem der Vorgänger 'Carved In Stone' schon recht super war, mußte dieser natürlich erstmal als Bewertungsmaßstab herhalten. Und die Frage ist natürlich, ob man den selbst gesetzten hohen Standard halten kann.

Man kann! Das steht fest. Zwar ändert sich vom Stil her nicht sehr viel, aber die Klasse der Songs ist unbestritten sehr hoch und, so nehme ich es vorweg, dieses Werk setzt einen noch höheren Standard an.
Recht Metal-lastig geht es los. Das Intro macht einen wahnsinnig. Hier wird in gut 1.30 min gefrickelt ohne Ende. Harter Tobak. Genauso geht es dann weiter. Allerdings nie so, daß man nicht irgendwo einen Einstieg finden kann. Mike Bakers Gesang paßt hervorragend in diesen Sound. Überhaupt hat der Mann an seiner Stimme gearbeitet und schafft einen melodiösen Kontrapunkt zur Musik. Die ist natürlich nicht nur knallhart und unmelodiös. Nein. Shadow Gallery haben hier den Moment verewigt, der Dream Theater auf dem letzten Album verloren ging. Die gelungene Synthese aus Härte, Frickeleien, schönen Harmonien und gefühlvollen Balladen, die nicht schnulzig daherkommen. Besonders gut gelungen sind für meinen Geschmack der eröffnende Song 'War For Sale' das ruhige 'Hope For Us?' und das Piano-Stück 'Spoken Words' mit Female-Vocals. Schmatz - klasse. Eine Hymne hat man dann mit 'I Believe' am Start, und als Gastshouter hat man niemand geringeren geholt als James LaBrie (der wohl mal schauen wollte wie das 'gute Songs machen' geht!). Aber auch der Rest der Songs fällt nicht unter den Tisch. Vielmehr halten die Songs auf der gesamten Länge einen fantastisch hohen Standard und werden allen Ansprüchen gerecht. Lediglich 'Out Of Nowhere' erinnert mich stellenweise doch sehr stark an 'Cliffhanger' vom Vorgängeralbum.

Fazit: Shadow Gallery sind momentan heißer Anwärter für den ersten Platz in der Progressive-Metal-Liga. Wer auf die alten Dream Theater steht, sollte hier zuschlagen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.6.2004
Letzte Änderung: 22.6.2004
Wertung: 11/15

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Von: Marcus Kästner @ (Rezension 3 von 3)


Morgens, halb sieben in Schlumpfhausen. Der Frickelschlumpf packt sein Repertoire aus um der aufkommenden Wintersonne entgegen zu harmonieren. In seiner Pilzbehausung hat der Cyberschlumpf unlängst begonnen, den geheimen Machenschaften von Gargamel, dem fiesen Zauberer, der Schlümpfe aus einem unerfindlichen Grund für lecker hält, via Computer nachzuspionieren. Nebenbei unterhält er eine Chat-gebundene Liaison mit dem einzigen weiblichen Wesen im Ort: Schlumpfine.

Eines Tages wird die friedliebende, strikt-monogame (wobei sie das sicher zu ernst nehmen) Gesellschaft durch den nahen Tod des Dorfoberhauptes Papa Schlumpf erschüttert. Mit seinen letzten Worten wendet er sich an den Cyberschlumpf. "Hau mächtig auf die Bimmel, Judas.", spricht er und lebt ab.

Der Cyberschlumpf nimmt seine Queste wahr, forscht nach all den unergründlichen Mysterien, bis er sich dem Agenten des finsteren Hexers gegenüber sieht: Der Katze Azrael. Auf der Flucht spannt er die holde Schlumpfine ein, windet sich mit ihr durch ein paar Arien und feiert schließlich Weihnachten im Taka-Tuka-Land.

Es klingt vielleicht bescheuert, aber genauso kommt "Tyranny" bei mir an. Der Sound, die Hintergrundgeschichte, die Texte, der Gesang, die Chöre, die Instrumentierung. Alles trieft vor Kitsch und Schmalz. Und zwar so, dass ich es wieder witzig finde.

Kann das denn wirklich ernst gemeint sein? Die Cover-Innenseite zeigt die Musiker in 80er-Jeans-Outfits mit verspiegelten Sonnenbrillen. Die Texte und die Darbietungsweise rufen in mir eher das Bild eines paranoiden, internetsüchtigen Verschwörungstheoretikers hervor, denn eines gejagten heldenmütigen Kämpfers gegen das Unrecht.

Ich mag mich irren, schließlich kenne ich den logischen Nachfolger "Room V" nicht, aber es wäre schon starker Tobak, wenn die Amerikaner diese – in meinen Augen und Ohren – geballte Ironie für wahr verkaufen wollten.

Ich kann nur allen Leuten, die genauso empfänglich wie ich für Kitsch-Opern sind, anraten in dieses Album hineinzuhören. Das ist tolles Popkorn-Kino für die Ohren, mit einem gewissen Augenzwinkern versehen. Ich jedenfalls packe das Album gern ein- zweimal im Jahr aus. Natürlich auch am 24. Dezember, dann ist ja schließlich 'Christmas Day'.

Anspieltipp(s): Vorne anfangen
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.11.2005
Letzte Änderung: 7.11.2013
Wertung: 9/15
Wahlweise jede Wertung zwischen 1 und 15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Shadow Gallery

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1992 Shadow Gallery 8.00 2
1995 Carved in stone 10.50 2
2001 Legacy 8.67 3
2005 Room V 9.00 2
2007 Prime cuts - 1
2009 Digital Ghosts 10.00 2

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