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TriPod

TriPod

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2003
Besonderheiten/Stil: Jazzrock / Fusion; Klassischer Prog
Label: moonjune
Durchschnittswertung: 10.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Clint Bahr lead vocals, 12 string bass, bass pedals
Steve Romano acoustic and electronic percussion
Keith Gurland alto and tenor saxophone, flute, clarinet, pedals, backing vocals

Tracklist

Disc 1
1. Jerome's Spotlight 2:51
2. Trip The Light 4:10
3. Dance of the Kabuki 6:56
4. Prelude 0:56
5. No Diamond Cries 3:23
6. East Flatbush 0:49
7. Buzz 3:17
8. Smoke & Mirrors 4:50
9. Conversation Drag 3:59
10. World of Surprise 2:24
11. Ghosts 2:08
12. Fashion 5:13
13. Fuzz 6:57
14. As the Sun 7:35
Gesamtlaufzeit55:28


Rezensionen


Von: Ralf J. Günther @ (Rezension 1 von 3)


TriPod können mit einer Menge Vorschusslorbeeren aufwarten - und die Promotion-Abteilung verschweigt selbstverständlich auch nicht, was aus berufenem Munde bereits an Positivem geäußert wurde. Sid Smith z.B., Autor eines maßgeblichen King Crimson-Buches, attestierte dem Trio beängstigende Power. Und Bill Martin, Verfasser verschiedener Bände zum Thema Progressive Rock im allgemeinen und Yes im besonderen, hat die noch fast unbekannte Formation in seinem letzten Buch "Avant-Rock" (das der BBS-Besprechung noch harrt) mit einigen Zeilen gewürdigt, die es in sich haben. Denn TriPod erscheinen bei Martin im Zusammenhang mit niemand Geringerem als King Crimson und den 5 UU's.

Ganz grob gesprochen kann man die Band sicherlich in die Abteilung "Crimsonesques" stecken. Manche Riffs und bisweilen auch das Schlagzeugspiel von Steve Romano erinnern an die Herren Fripp und Bruford. Allerdings führt die Analogie auch nicht allzu weit, denn die Besetzung des Trios "TriPod" ist für Rockverhältnisse recht ungewöhnlich: Es gibt weder Gitarre noch Keyboards, sondern nur Blasinstrumente, Bass und Trommeln, dazu ein bisschen Gesang.

Ein solches Line Up dürfte vielen Rockfreunden wohl etwas spartanisch und gefährlich "jazzig" vorkommen. Sanft, swingend oder gar lyrisch geht es bei TriPod allerdings nicht zu. Die Musik ist riffig und hart. Gleichwohl soll die auf den ersten Blick so unrockige Besetzung aber offenbar so etwas wie ein Markenzeichen der Gruppe werden. Auf ihrer Webseite stellt sie diese Besonderheit jedenfalls sehr heraus. Ob das Konzept wirklich tragfähig ist, darüber wage ich nach dem hier vorliegenden offiziellen Debüt (zuvor gab es nur eine private Demo-CD) keine eindeutige Prophezeiung.

Auf den vierzehn vergleichsweise kurzen Stücken finden sich viele starke Momente. Immer dann, wenn die Rhythmen verwickelter werden, wenn das Tempo anzieht, wenn die Gruppe mit Verve in einen Song einsteigt, dann macht die TriPod-Musik Spaß. Die ganz hohe Schule dessen, was sich in reduzierter Besetzung an musikalischem Wahnwitz inszenieren lässt (wie bei Ruins) erreicht die Band aber nicht. Leider schleichen sich - je länger die Platte läuft desto mehr - auch immer mal wieder recht vertraute und statische Riffs ein, die mich nicht sehr begeistern. Da außerdem der Gesang nicht allzu viel Kraft hat und sich für meinen Geschmack an einigen Stellen in zu vielen Phrasenwiederholungen ergeht (z.B. bei "Fashion"), gibt es dann doch Passagen, wo mehr instrumentale Abwechslung gut täte. Andererseits: Ein Stück wie mein Anspieltipp "Dance of the Kabuki" (und manches andere) ist wirklich gelungen.

Insgesamt also ein neues Projekt, das man im Auge behalten und an das man ein Ohr verwenden sollte. Viel spricht dafür, dass TriPod noch von sich reden machen werden.

Anspieltipp(s): Dance of the Kabuki
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.10.2003
Letzte Änderung: 12.10.2003
Wertung: 9/15

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Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 2 von 3)


Kollege Ralf J.G. hat eigentlich schon das Wesentliche zum Debütalbum des Trios gesagt. Viel mehr als eine Bestätigung des bereits Gesagten ist von mir in diesem Fall leider nicht zu erwarten, da ich offenbar bei solchen Avant-Rock-Projekten die Musik änhlich wie mein Vorredner wahrnehme. Das Album läßt sich energetisch und kompositorisch relativ überzeugend an, obwohl mich einige Songthemen auffallend oft an bestimmte ältere Songs erinnern (Ich sage besser nicht welche ;-). Auch für manche (wie z.B. die bereits genannten King Crimson-Hörer) ansprechende, dissonant-aggressive, nicht selten jazzig durchsetzte Atmosphäre ("Dance of the Kabuki" ist ein gutes Beispiel dafür, und: welcher Yesfan denkt bei gewissen Akkorden dieses Stückes nicht an dritten Teil von "Tales from Topographic Oceans"?) weiß zu überzeugen.

Im weiteren Verlauf des Album schleichen sich allerdings einige Klischees ein, so dass man nicht von durchgehend starkem Werk sprechen kann. So ist "World of Surprise" nicht mehr als ein spartanisch arrangierter Pop-Rock-Song, bei dem ich mir wieder mal einen weniger konventionellen Schlagzeuger herbeiwünsche. Auch die Zusammensetzung der Trios, die dann letzten Endes in überlautem Durchschnittschlagzeug und für eine so dominante Rolle nicht immer Interessantes spielendem Saxophon resultiert, erscheint mir nicht allzu tragfähig. Den Gesang halte ich bei dieser Art von Musik glücklicherweise für nicht besonders wichtig, sonst gäbe es Minuspunkte.

Erwähnenswerte Besonderheiten des Albums: das kurze "East Flatbush", das Technorhythmen mit ethnischen Elementen kombiniert, und das dunkle "Ghosts", das offenbar nur aus Bassparts mit ein wenig Perkussion besteht. Und aus "Fuzz" ist ein angenehm anarchistischer, zeitweise funkiger Jam geworden.

Insgesamt ein gutes Album mit Schwächen, das Hoffnung auf eine musikalische Steigerung macht, die beispielsweise durch Hinzunahme eines zusätzlichen Instruments zu erreichen wäre. Wie wäre es beispielsweise mit Oboe oder Fagott, wenn man schon unverwechselbar bleiben will?

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 31.1.2004
Letzte Änderung: 31.1.2004
Wertung: 11/15

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Von: Sal Pichireddu @ (Rezension 3 von 3)


Bei manchen Alben ist das (bei mir) so. Ich höre sie das erste Mal und bin total enttäuscht. Auch mehrmalige Durchläufe können daran nichts ändern - das Album bleibt ein Flop. Die CD verschwindet im Regal und wird vergessen, bis ich sie, nach über einem Jahr, wieder aus dem Regal ziehe, sie auflege und es auf einmal funktioniert. Mag sein, dass sich meine Hörgewohnheiten in den letzten Monaten weiterentwickelt haben (ich hoffe es doch), mag sein, dass ich seinerzeit nicht in der Stimmung für diesen dreckigen, urbanen Rockjazzprog (eigentlich wollte ich Bratzeljazzrock schreiben) war, sei es wie es sei, heute sage ich: TriPod rockt, TriPod kracht, TriPod hat eine fast schon sexuelle Energie in den Songs (und ich meine bestimmt keinen kuscheligen Blümchensex mit Elfen damit).

Die krachende, scheppernde Rhythmussektion, das (mir fällt wirklich kein besserer Ausdruck ein) vulgäre Saxophon, dass so herrlich unanständig klingt, dass man sich vorkommt, als sei man im verrufensten Viertel einer Großstadt, in einer üblen Kaschemme, die dahingerotzten, sehr extrovertierten Vocals (die ich sehr Seventies-mäßig finde ... vielleicht irgendwo zwischen Steve Harley, Alex Harvey und Glam-Rock à la frühe Roxy Music), alles, was ich zunächst aufgesetzt und wenig überzeugend fand, funktioniert nun tadellos. TriPod macht raue Musik, verzichtet auf jedweden Schnörkel und setzt in Songs wie "Conversation Drag" oder "Dance Of The Kabuki" eine seltsame urbane, fast schon paranoide Stimmung in elektrisierender Musik um.

Mir ist klar, dass nicht jedermann im Prog-Lager damit etwas anfangen können wird, doch wer in der Musik nicht ewig nur nach Anmut, Harmonie und perfekter Schönheit sucht, der könnte bei TriPod eine Aha-Erlebnis haben.

Anspieltipp(s): Jerome's Spotlight, Dance Of The Kabuki, Conversation Drag, As The Sun
Vergleichbar mit: am ehesten mit dreckigen Roxy Music ohne Dandy-Gehabe
Veröffentlicht am: 16.4.2004
Letzte Änderung: 13.5.2004
Wertung: 11/15
Maybe for those, who love action...

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