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24896 Rezensionen zu 17067 Alben von 6651 Bands.
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Franco Battiato

Sulle Corde Di Aries

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1973
Besonderheiten/Stil: Elektronische Musik; Folk; Jazz; sonstiges
Label: BMG Ricordi
Durchschnittswertung: 11.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Franco Battiato Gesang, VCS 3, Gitarre, Klavier
Gianni Mocchetti Gitarre, Mandoline, Gesang
Gianfranco D´Adda Percussion

Gastmusiker

Gianni Bedori Saxophon
Gianfranco Robertson Violoncello
Daniele Cavallanti Klarinette, Saxophon
Gaetano Galli Oboe
Rossella Conz Soprangesang
Jutta Nienhaus Soprangesang, Rezitation

Tracklist

Disc 1
1. Sequenze e frequenze 16:20
2. Aries 5:25
3. Aria du rivoluzione 5:00
4. Da Oriente ad Occidente 6:31
Gesamtlaufzeit33:16


Rezensionen


Von: Horst Straske @ (Rezension 1 von 2)


Nachdem mir BBS-Kollege Sal vor ein paar Jahren mal persönlich die ersten drei Alben des Sizilianers Franco Battiato empfohlen hatte und diese auch für den Progressive Newsletter sehr positiv besprochen hatte, erwarb ich diesen Sommer endlich mal ein Werk des Italieners. "Sulle Corde Di Aries" ist das dritte Werk von Franco Battiato und wird auch in anderen Publikationen dem Fan des Progressive Rocks als Einstieg in die bizarre Klangwelt dieses Musikers empfohlen. Allgemein ist zu lesen, dass sich Franco Battiato in seiner Karriere den verschiedensten Genres gewidmet hat. Die Bandbreite reicht dabei von experimenteller Elektronik bis zu eingängiger Popmusik.

"Sulle Corde Di Aries" eröffnet dem Hörer einen elektronischen Klangkosmos, der im Opener "Sequenze e frequenze" einen hypnotischen Charakter entwickelt. Eine avantgardistisch anmutende Mixtur aus weiblichem Operngesang und flirrenden Elektroniksounds sorgt gleich zu Beginn für eine beklemmende Atmosphäre. Stilistisch kommen hier Erinnerungen an die elektronische Musik der Berliner Schule vom Schlage Tangerine Dream und Klaus Schulze auf. Es schließt sich ein getragener Gesangspart von Herrn Battiato an, der von dem elegischen Spiel des VCS 3 Synthesizers untermalt wird. Im weiteren Verlauf bewegt sich diese Komposition immer mehr in die Richtung einer sakralen Ästhetik. Ganz behutsam steigern sich die im Raum schwebenden Synthieklänge zusammen mit einer ausgefeilten Percussion (Marimba oder Xylophon) zu einem hypnotisierenden Finale. Der zweifelsfrei gebotene Minimalismus entfaltet aber hierbei eine kaum in Worte zu fassende Eindringlichkeit, die den Hörer gefangen nimmt und in eine irreale Klangwelt entführt.

Nach diesem beeindruckenden Einsteig tendiert "Aries" nach elektronischem Beginn mit lautmalerischem Gesang und expressivem Saxophonspiel in jazzigere Gefilde, wobei aber der getragene Charakter erhalten bleibt. Die Percussion verleiht dem Ganzen auch einen leicht orientalischen Charakter.

"Aria di rivoluzione" wirkt dann gleich zu Beginn wie ein Klagelied und Franco Battiato trägt voller Leidenschaft einen stark politisch eingefärbten Text vor. Großes Erstaunen macht sich breit, wenn plötzlich in deutscher Sprache ein Gedicht von Wolf Biermann rezitiert wird. Der Vortrag erfolgt übrigens durch Jutta Nienhaus, der Sängerin der ebenfalls auf den BBS besprochenen deutsch-italienischen Formation Analogy. Für heutige Begriffe wirkt der in diesem Gedicht gleichsam glorifizierte Guerillakampf gegen die "imperialistschen Peiniger" äußerst befremdend. Darin wird dem gewaltsamen Widerstand die Krone der Ästhetik aufgesetzt und eine für heutige Begriffe naive, linke Schwarzweißmalerei betrieben. Dennoch ist hier auch der zeitgenössische Kontext zu berücksichtigen, in dem dieser Titel entstand, so dass hier schon wiederum ein faszinierendes Zeitdokument vorliegt. Da ist vom "Wohlklang der Stalinorgel" und der "Schönheit der Maschinenpistole über der Schulter des Guerillakämpfers" die Rede.

Mit kraftvollem Gesang von Battiato wird der abschließende Titel "Da Oriente ad Occidente" eröffnet, der mit schönem Oboespiel einen klassischen Charakter erhält. Hierzu gesellen sich akustisches Gitarrenspiel und eine ausgefeilte Percussion.

Insgesamt ist "Sulle Corde Di Aries" ein eindrucksvolles Album, das sich mit seiner Mixtur aus einem frühen Elektroniksound, folkloristischen und jazzigen Anleihen jeglicher Kategorisierung entzieht. Wer bereit ist, in diese minimalistisch-getragenen Soundlandschaften einzutauchen, kann dieses Album in fast jedem größeren Plattenladen Italiens zum Spottpreis von derzeit 5,- EUR erwerben.

Anspieltipp(s): Sequenze e frequenze
Vergleichbar mit: ein wenig frühe Tangerine Dream oder Klaus Schulze
Veröffentlicht am: 13.11.2003
Letzte Änderung: 14.11.2003
Wertung: 12/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 2)


Hier haben mir die babyblauen Kollegen mal wieder zu einer echten Entdeckung verholfen. Die von Battiato verwendeten elektronischen Klänge erinnern etwas an die "Kosmische Musik" der frühen Tangerine Dream, durch die Kombination mit Jazz- und Ethnoanleihen bekommt die Musik aber einen ganz eigenen Charakter. Battiatos Gesang, der eigentlich mehr ein feierliches Rezitieren ist, verleiht vor allem "Sequenze e frequenze" eine fast schon sakrale Atmosphäre. Für Liebhaber experimenteller Elektronik ein heißer Tipp!

Anspieltipp(s): Sequenze e frequenze
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.1.2005
Letzte Änderung: 21.1.2005
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Franco Battiato

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1972 Fetus 10.67 3
1972 Pollution 12.50 2
1974 Clic 11.00 2
1977 Battiato (a.k.a. Zâ) - 1
1978 L'Egitto prima delle sabbie - 1
1978 Juke Box - 1
2002 La Convenzione 9.00 1

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