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Leitfaden: Italienischer Prog der 70er Jahre
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Banco del Mutuo Soccorso

Banco del mutuo soccorso

(Siehe auch: Leitfaden "Italienischer Prog der 70er Jahre")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1972
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label:
Durchschnittswertung: 11.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Vittorio Nocenzi Keyboards, Synthesizer, Harpsichord, Clarino, Vocals
Gianni Nocenzi Piano, E-Piano, Vocals
Marcello Todaro Electric & acoustic Guitars, Vocals
Renato D'Angelo Bass, acoustic Guitar
Luigi Calderoni Drums & Percussion
Francesco Di Giacomo Lead Vocals

Tracklist

Disc 1
1. In volo 2:14
2. R.I.P. (Requiescant in pace) 6:40
3. Passagio 1:10
4. Metamorfosi 10:52
5. Il giardino del mago

1. ...passo dopo passo...
2. ...chi ride e chi geme...
3. ...coi capelli sciolti al vento...
4. Compenetrazione

18:27
6. Traccia 2:10
Gesamtlaufzeit41:33


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 2)


Zu den grossen des klassischen italienischen Prog gehören auch "Banco del mutuo soccorso" (kurz "Banco"), die schon 1972 ihr gleichnamiges Debütalbum vorlegten.

Ein kurzer Blick auf die Besetzungsliste zeigt es schon: zwei Keyboarder deuten einen tastenlastigen Sound an. Und in der Tat: Ähnlichkeiten mit "Emerson, Lake & Palmer" lassen sich teils kaum überhören: das ganze Album über immer wieder kraftvolles Piano und perkussiv-kratzige Hammond-Orgel in kantigen Linien, treibende Ostinati in der linken Hand, darüber kräftige Patterns oder ein fliessendes Solo: "Tarkus" lässt grüssen...

Aber keine Sorge, von einen reinen Plagiat sind "Banco" wirklich weit entfernt, denn dafür sind die Unterschiede wiederum zu gross. Zum einen wäre da die wesentlich höhere Präsenz der Gitarre, die sowohl in begleitender als auch flink solierender Funktion immer wieder zu Tage tritt. Zum anderen, und wohl noch wichtiger, verströmen auch "Banco" wieder jene eigentümliche, typisch italienische Atmosphäre, die so schwer zu beschreiben ist: eindringlich und intensiv aber ohne aufdringliches Pathos. Es fehlt fast vollkommen der Machismo und Schwulst von "ELP" und Co., dafür geht es lyrischer und ergreifender zu. Dazu gehört sicherlich auch der italienische Gesang und Francesco Di Giacomos einzigartige Stimme: hoch, eindringlich, flehentlich, mit viel Vibrato: sicher nicht jedermanns Sache, aber irgendwie passend zu Musik.

Das Album beginnt in "In Volo" mit ruhigen Tönen und mittelalterlichem Touch: nach schwirrenden Orgeltönen akustische Gitarre und Blockflöte, dazu deklamierte Vocals. "R.I.P." entspricht nun gar nicht seinem Namen, von friedlicher Ruhe ist hier nämlich nichts zu merken. Feurige Keyboard-Parts treiben die Band in 10/4-Rhythmus voran. Plötzlich nähern sich Schritte, Notenpapier raschelt, jemand setzt sich ans Cembalo, ein kurzes Lied, die Noten werden zusammen gepackt und Schritte entfernen sich: "Passagio". "Metamorfosi" und das Epos "Il giardino del mago" bringen immer Wechsel oben beschriebene Emersoneske Keyboard-Attacken und ruhig-sanfte bis hymnische Teile, in letzteren sogar teilweise jeweils sparsam aber effektiv unterstützt durch Holzbläser (Klarinette, Sax) und Streicher (Violine, Cello). "Traccia" ist eine kurze klassisch angehauchte Nummer (sie könnte fast ein schneller Ecksatz eines Barock-Concerto sein) mit typisch fett treibender Orgel und Piano und wortlosem Chorgesang.

"Banco del mutuo soccorso" ist insgesamt wieder mal ein extrem starkes Debütalbum aus Italien, das schwerelos den leicht schwermütig-mysteriösen, mediterranen Italo-Sound mit Keyboard-Pyrotechnik verbindet; nichtsdestotrotz konnten sich "Banco" mit "Darwin!" und Io sono nato libero" nochmal steigern. Einziges wirkliches Manko der Platte ist die teils etwas dumpfe Soundqualität gepaart mit ein paar Spielereien mit der Verteilunger der Instrumente im Stereospektrum (PinkPong-Effekt, unvermittelteis Wandern aus der Mitte auf eine der Seiten), die zumindest beim Hören via Kopfhörer etwas irritierend wirken. Aber davon abgesehen: zur Musik bleibt nur ein fettes "Daumen hoch".

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: teils ELP
Veröffentlicht am: 4.4.2002
Letzte Änderung: 4.4.2002
Wertung: 11/15

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Von: Horst Straske @ (Rezension 2 von 2)


Banco widmeten sich bereits auf ihrem Debüt einer von fulminanten Tastenläufen und von hingebungsvollem Gesang geprägten mediterranen Form der progressiven Rockmusik, die sich zum rechten Zeitpunkt in einer überquellenden Dynamik entlädt und sich dabei in perfekt auf den Punkt gebrachten symphonisch-abstrakten Emotionen weidet. Nach einer in andächtige Mystik gehüllten Einleitung ist nachfolgend in "R.I.P. (Requiescant in pace)" der für die Band so typische Wechsel aus pompösem Tastenprunk, straffen Rockelementen, romantisch-folkloristischen Einschüben und der darüber regelrecht schwebenden Gesangskunst von Francesco di Giacomo allgegenwärtig. Es ist jederzeit offensichtlich, dass die Römer stets darum bedacht waren, die Musik ihrer angelsächsischen Vorbilder in eine eigenständige Soundfarbe zu hüllen, die in "Metamorfosi" nach rockigem Beginn und anschließenden klassisch anmutenden Pianoeinlagen von einer sprudelnden Energie erfüllt ist.

Wenn der inbrünstige Gesang zum Ende einsetzt, wird der rasante Symphosound noch von einer weihevollen Leidenschaft erfüllt, um dann im hymnisch-komplexen Finale auszuklingen. Banco verstanden es, in ausgewogener Instrumentierung und variantenreichen Arrangements eine über weite Strecken regelrecht überquellende Leidenschaft zu kreieren. Man ließ sich stets Zeit für einen sorgsamen Spannungsaufbau ohne vordergründige Klischees oder durchschaubare Effekte. Stattdessen sind sämtliche Kompositionen trotz ihres technischen Anspruchs und fulminant inszenierten Pomps doch von einer emotionalen Wärme geprägt, die insbesondere in solch einem Epos wie "Il giardino del mago" auch als ordnendes Element fungiert und stets ein Abdriften in eine zügellose Instrumentalorgie verhindert.

Wo ELP als Vorreiter des Tastenprunks gerne einmal in Richtung eines selbstgefälligen Budenzaubers tendierten und mitunter recht schablonenhaft eingängige Harmonien eingliederten, sind Bancos Kompositionen von einem tiefgründigen Gesamtkonzept erfüllt, in dem rasante Keyboardeinlagen, rockige Gitarrenriffs, folkloristische Sanftmut und verklärte Gesangsmelodien stets zu einem vielschichtigen Klangbild zusammengefügt sind, das sich dem Hörer anfangs ein wenig zögerlich erschließt, aber nach mehrmaligen Hördurchgängen nachhaltig im Gedächtnis festsetzt. Das klingt auf dem Debütalbum nach 40 Jahren schon recht verstaubt und sollte vor allem auf den beiden nachfolgenden Werken in all seiner ausgefeilten Dramaturgie noch gesteigert werden. Als kantiger Rohdiamant ist das erste Banco-Album trotz vor allem klanglicher Abstriche in seiner unvergleichlichen musikalischen Leidenschaft ein unverzichtbares Zeugnis der leider viel zu kurzen progressiv-kreativen Phase innerhalb der italienischen Rockmusik.

Anspieltipp(s): Il giardino del mago
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.2.2012
Letzte Änderung: 3.2.2012
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Banco del Mutuo Soccorso

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1972 Darwin! 14.00 2
1973 Io sono nato libero 14.00 2
1975 Garofano Rosso 9.50 2
1976 Come in un'ultima cena 11.50 2
1976 As in a last Supper 13.00 1
1978 ...di terra 11.00 2
1979 Canto di Primavera 10.50 2
1980 Urgentissimo 2.00 1
1980 Capolinea 6.50 2
1981 Buone notizie 2.00 1
1983 Banco 3.00 1
1985 ...E via 1.00 1
1989 Non mettere le dita nel naso 2.00 1
1991 B.M.S. (Neu-Aufnahme 1991) 11.00 1
1991 Darwin (Neu-Aufnahme 1991) 11.00 1
1994 Papagayo Club 1972 8.00 2
1994 Il 13 3.00 2
1997 Nudo 11.00 1
2000 En Concierto, May 1999 - Mexico City 13.00 1
2003 No Palco 11.33 3
2004 Ció che si vede è (DVD) 11.00 1
2004 Donna Plautilla 8.00 1
2005 Seguendo le Tracce 12.00 2
2007 Banco Live 1980 (DVD) 12.00 1
2012 Quaranta 11.00 1
2012 40 anni 12.00 1
2014 Un'idea che non puoi fermare 11.00 1

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