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This Heat

Deceit

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1981
Besonderheiten/Stil: RIO / Avant; sonstiges
Label: Rough Trade
Durchschnittswertung: 15/15 (1 Rezension)

Besetzung

Charles Bullen Voice, Guitar, Clarinet, Drums, Tapes
Charles Hayward Voice, Drums, Keyboards, Guitar, Bass, Tapes
Gareth Williams Voice, Bass, Keyboards, Tapes, Mask

Tracklist

Disc 1
1. Sleep 2:15
2. Paper Hats 6:03
3. Triumph 2:56
4. S.P.Q.R. 3:29
5. Cenotaph 4:39
6. Shrink Wrap 1:41
7. Radio Prague 2:25
8. Makeshift Swahili 4:01
9. Independence 3:42
10. A New Kind Of Water 4:58
11. Hi Baku Shyo (Suffer Bomb Disease) 4:04
Gesamtlaufzeit40:13


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


"Sleep, sleep, sleep, go to sleep, sleep, go to sleep, you are now in a deep sleep" tönt es zu Beginn der 2. LP von This Heat. Wenn der Hörer sich davon vielleicht hat einlullen lassen, wird er mit Sicherheit im Verlauf von "Paper Hats" wieder wach werden, wenn Haywards desperates Kreischen sich in eine wüste Klang-Krachorgie auflöst.

Im Vergleich zum Debut ist "Deceit" - was Betrug oder List bedeuten kann (Melodieselige und Neoprogger also vorsicht!), aber auch, wenn man den Titel ein paarmal schnell hintereinander auspricht, den Bandnamen ergibt - etwas songorientierter und weniger laut geraten. Um Betrug geht es in der Tat auf dieser Scheibe, zumidest stellenweise. So thematisiert "Makeshift Swahili" z.B. (unter anderem) die Vertreibung der nordamerikanischen Indianer und um die davor gemachten Versprechen. In "Independence" wird der Text der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung "kritisch" vertont. Zeitkritik unter dem Motto "history repeats itself" - der Anfang von "Cenotaph" - steht hier im Mittelpunkt, auch außermusikalisch, so ist z.B. "Suffer Bomb Disease", der Titel des letzten Tracks, in japanischen Schriftzeichen abgedruckt. Ansonsten sind die Texte recht kryptisch und mitunter schwer zu enträtseln, wie auch die dazugehörige Musik.

Im Vergleich zum Erstling ist "Deceit" also nicht mehr so extrem und laut, ist reduzierter, dafür aber subtiler. Die industrialartigen Momente sind nicht mehr vorhanden, oder besser, sie sind verändert worden. Klang es auf "This Heat" mitunter nach einem Dampfhammer, so erweckt die Musik auf "Deceit" eher den Eindruck eines Uhrwerks, ein rhytmisch-monotones Klappern und Klopfen, das in seiner repetitiven Motorik am ehesten noch an Can erinnert ("Paper Hats" z.B., das nicht nur vom Titel her Erinnerungen an "Paperhouse" von "Tago Mago" weckt). Für diesen Effekt ist einmal mehr Haywards metronomenhaftes, aber gleichzeitig unglaublich vielseitiges und abwechslungsreiches Schlagzeugspiel verantwortlich. Dazu kommen Bullen und Williams, die hauptsächlich Töne, die ihren Ursprung in Gitarre und Bass haben, beisteuern, verfremdet, mehrfachst übereinandergelegt und durcheinander gemischt. Aber auch Klarinetten- und Keyboardklänge gibt es hier zu hören, ebenso fast unkenntlich gemacht, zusammen mit einer Myriarde anderer Sounds, Sprachfetzen und Geräusche, deren Ursprung kaum zu erahnen ist. Bullen und Hayward besingen die Stücke oft gemeinsam, in gleich - oder auch gegenläufigen, einander kontrastierenden Gesangslinien. Auch die Art und Weise zu singen ist sehr verschieden. Bullen singt die Texte recht emotionlos-gleichförmig vor sich hin, während Hayward durchaus Melodien von sich gibt, mitunter aber sehr schräg und fast verzweifelt kreischt ("Paper Hats", "Makeshift Swahili"), damit aber unglaublich intensive Emotionen freilegt. "Radio Prague", "Triumph" und "Suffer Bomb Disease" sind reine, minimalistische Klangkreationen, fast zerbrechliche Music-Concrete-Experimente. Alles auf dieser Scheibe ist schräg und seltsam, gibt aber das Zeitgefül der frühen 80er eindringlich wieder. Aber diese Musik ist zeitlos; wäre das Album 15 Jahre später erschienen, hätte es wohl unter Post-Rock-Freaks für Aufsehen gesorgt. So tat dies die Scheibe in New Wave-Kreisen.

"Deceit" ist eine der wichtigen Scheiben der 80er, mit progressiver Musik einer Avantgarde-Formation, die sich, wie z.B. auch Art Zoyd, Univers Zero, Present, Shub Niggurath oder Fred Frith (und die diversen Formationen, mit denen er tätig war), erfolgreich von ihren 70er-Prog-Wurzeln gelöst hatten, um etwas wirklich Neues zu machen.

Anspieltipp(s): Paper Hats
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.12.2003
Letzte Änderung: 6.3.2006
Wertung: 15/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von This Heat

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1979 This Heat 14.00 2
1980 Health & Efficiency (EP) 9.00 1
1993 Repeat 6.00 1
1996 Made Available - John Peel Sessions 12.00 1

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