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Leitfaden: Konzeptalben
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Banco del Mutuo Soccorso

Darwin!

(Siehe auch: Leitfaden "Konzeptalben")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1972
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label:
Durchschnittswertung: 14/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Vittorio Nocenzi organ & keys
Gianni Nocenzi keys
Marcello Todaro guitars
Renato d'Angelo bass
Pier Luigi Calderoni drums
Francesco di Giacomo vocals

Tracklist

Disc 1
1. L 'Evoluzione 13:57
2. La conquista della posizione eretta 8:41
3. Danzo dei grandi rettili 3:41
4. Cento mani e cento occhi 5:20
5. 750.000 anni fa . . . L' Amore? 5:35
6. Miserere alla Storia 5.57
7. Ed ora io domando tempo al Tempo ed edli mi risponde . . . non ne ho! 3:24
Gesamtlaufzeit46:35


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 2)


Gleich mit ihrem zweiten Album, eben "Darwin!" gelang den italienischen Ausnahme-Proggern Banco del mutuo soccorso ein grosser Wurf. Und auf nichts anderes haben sie wahrscheinlich gezählt, schliesslich handelt es sich um ein Konzep-Album über nichts geringeres als die Evolution... Wie weit sie diesem Konzept gerecht werden, kann ich nicht endgültig beurteilen, da die Texte wie bei Ihren ersten Platten üblich komplett auf Italienisch sind, die Musik jedenfalls ist hervorragend.

Die Zutaten des Debut-Albums werden konsequent weiterentwickelt. Dies wären zum einen heftige Attacken in doppelten Keyboards (meist Orgel und Piano, aber auch oft in fetten analogen Synthies, die geschickt Spannung und Atmosphäre aufbauen) mit leichten Emerson-Anleihen, zum anderen die intensiven, pathetischen (mich aber nicht nervenden) flehentlichen italienischen Vocals von Francesco di Giacomo, ausserdem treibende Instrumentalstellen, raffinierte Anleihen bei klassischer Polyphonie und ab und an auch leichtes jezziges Feeling und perfekte Instrumentenbeherrschung ohne angeberisches Gehabe.

Gleich die Eröffnungsnummer "L 'Evoluzione" beginnt energisch und intensiv, steigert sich zwischendrin zu einen fast hektischen Instrumentalteil mit einen klasse Klarinetten-Solo(!) und bringt gegen Ende einen ebenso souveränen wie raffinierten polyphon-verspielten Teil, der Gentle Giants analogen, zeitgenössischen Versuchen nicht nachtsteht. Die Klarinette taucht im Verlaufe der Platte übrigens immer wieder auf, teils verfremdet oder zumindest stark mit Effekten bearbeitet. Leider wird aus dem italinienischen Booklet, das zudem in meiner Kopie auch noch am rechten Rand etwas abgeschnitten ist (und das bei einem Label der BMG-Gruppe... :-( ), mir nicht ganz klar, wer diese Klarinette spielt, ich tippe auf Gianni Nocenzi.

Die zweite Nummer, "La conquista della posizione eretta", baut im langen einleitenden Instrumentalteil durch treibende Rhythmik und fette Fanfaren-Synthies geschickt Grusel-Atmosphäre auf, bis der etwas hymnischer-symphonischere Gesangsteil einsetzt. Und die dritte Nummer, "Danzo dei grandi rettili", zeigt, dass Banco auf mit den Augen zu zwinkern verstehen: die grossen Reptilien tanzen nämlich zu einem locker-flockigen Jazzwalzer...

Und so geht es munter weiter, immer intensiv, von hoher musikalischer und handwerklicher Qualität. Insgesamt gefällt mir "Darwin!" von den drei, und die sind alle grossartig, ersten Banco-Alben am besten, da es insgesamt bei aller Vielfalt sehr ausgewogen und geschlossen daherkommt. Für alle, die sich näher mit den Klassikern der Italo-Szene befassen wollen, ist dies eine Pflichtplatte und sicher auch ein guter Einstieg.

Anspieltipp(s): La conquista della posizione eretta
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.4.2002
Letzte Änderung: 4.4.2002
Wertung: 14/15

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Von: Horst Straske @ (Rezension 2 von 2)


"Darwin" ist ein Monument des italienischen Progressive Rocks, das vom schroffen Tastenbombast der Nocenzi-Brüder und dem unvergleichlichen Gesang von Francesco di Giacomo geprägt wird. Seine von Pathos erfüllte opernhafte Stimme schwebt regelrecht über dem filigranen Keyboardprunk und haucht den verschachtelten Kompositionen eine kaum in Worte zu fassende Magie ein.

Schon der Opener "L 'Evoluzione" ist von einer unglaublichen Mixtur aus mystischer Eleganz und ehrfürchtiger Pathetik erfüllt. Nach dem sakralen Charakter des Anfangsparts erfüllt der voluminöse Gesang das musikalische Geschehen mit einer pompösen Wehmut. Langsam gewinnt dieser Titel an Tempo und wird von symphonisch-abstrakten Soundflächen dominiert. Manischer Einsatz des analogen Tasteninstrumentariums sorgt für eine dynamische Komponente, wobei aber niemals reiner Keyboardbombast geboten wird, sondern stets für einen ausgewogenen Gesamtsound gesorgt wird.

Mit dem folgenden "La conquista della posizione eretta" wird zu Beginn aber erst einmal ein rasantes Synthiegewitter geboten, wobei der Wechsel zwischen exzessiven Ausflügen und einer majestätisch-eleganten Ästhetik fließend ist. Nachdem sich die Instrumentalisten in Richtung des pathetischen Höhepunktes hingearbeitet haben, setzt wiederum der inbrünstige Gesang ein und stellt einen Gegenpol zum vorhergehenden Klanggewitter dar.

Der Gegensatz zwischen den klassisch ausgeprägten Gesangslinien und der voluminösen Instrumentalbearbeitung kommt besonders im Fall des Titels "Cento mani e cento occhi" zum Tragen. Hier stehen gierig-abgedrehte Hammond- und Synthieparts wiederum opernhaften Vokaleinsätzen gegenüber. Perlendes Klavierspiel dient als ein perfektes Bindeglied zwischen diesen dennoch auf einzigartige Weise harmonisierenden stilistischen Gegensätzen.

Im nur von Klaviertönen geprägten Beginn von "750.000 anni fa . . . L' Amore?" erstrahlt die Stimme von Francesco di Giacomo in einem fast schon Ehrfurcht einflößenden Glanz und Zauber, der kaum in Worte zu fassen ist.

Mit dem folkloristisch angehauchten Titel "Ed ora io domando tempo al Tempo ed edli mi risponde . . . non ne ho!" findet dieses Meisterwerk der progressiven Rockmusik italienischer Herkunft sein perfektes Ende. Auch jenseits der appeninischen Halbinsel müssen sich etliche Alben des Genres mit solch einem Geniestreich messen lassen.

Anspieltipp(s): La conquista della posizione eretta
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.7.2004
Letzte Änderung: 14.7.2004
Wertung: 14/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Banco del Mutuo Soccorso

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1972 Banco del mutuo soccorso 11.50 2
1973 Io sono nato libero 14.00 2
1975 Garofano Rosso 9.50 2
1976 Come in un'ultima cena 11.50 2
1976 As in a last Supper 13.00 1
1978 ...di terra 11.00 2
1979 Canto di Primavera 10.50 2
1980 Urgentissimo 2.00 1
1980 Capolinea 6.50 2
1981 Buone notizie 2.00 1
1983 Banco 3.00 1
1985 ...E via 1.00 1
1989 Non mettere le dita nel naso 2.00 1
1991 B.M.S. (Neu-Aufnahme 1991) 11.00 1
1991 Darwin (Neu-Aufnahme 1991) 11.00 1
1994 Papagayo Club 1972 8.00 2
1994 Il 13 3.00 2
1997 Nudo 11.00 1
2000 En Concierto, May 1999 - Mexico City 13.00 1
2003 No Palco 11.33 3
2004 Ció che si vede è (DVD) 11.00 1
2004 Donna Plautilla 8.00 1
2005 Seguendo le Tracce 12.00 2
2007 Banco Live 1980 (DVD) 12.00 1
2012 Quaranta 11.00 1
2012 40 anni 12.00 1
2014 Un'idea che non puoi fermare 11.00 1

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