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Leitfaden: Nordamerik. symphonischer Prog der 70er Jahre
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Ethos

Ardour

(Siehe auch: Leitfaden "Nordamerik. symphonischer Prog der 70er Jahre")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1976
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: Capitol
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Duncan Hammond organ, synthesizer, piano, ellophonium, voices, Mellotron
Michael Ponczek organ, synthesizer, Chamberlain
Wils Sharpe guitar, mandolin, voices
Brad Stephenson bass, voices
Mark Richards percussion

Tracklist

Disc 1
1. Intrepid Traveller 6:20
2. Space Brothers 6:14
3. Everyman 5:00
4. Atlanteans 7:11
5. The Spirit Of Music 3:54
6. Long Dancer 5:21
7. The Dimension Man 7:58
8. E'Mocean 4:35
Gesamtlaufzeit46:33


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 2)


Ethos haben von sich selbst mal gesagt, dass sie zu gerne die "amerikanische Antwort auf King Crimson" gewesen wären. Leider habe das Publikum die Frage gar nicht gestellt... Und so blieb es leider bei einer kurzen Karriere der amerikanischen Symphonic Progger.

Musikalisch lässt sich das Vorbild King Crimson sicher aus Ethos' Musik heraushören, stärker allerdings noch beim zweiten Album, "Open Up". "Ardour" jedenfalls ist sicherlich genauso durch Yes wie durch die Crimsons inspiriert (irgendwie ist es schon auffällig, dass die amerikanischen Prog-Bands der zweiten Generation wie Lift, Mirthrandir, Cathedral, Yezda Urfa und Co. häufiger Yes-Epigonen als die auf dem Festland eher verbreiteten Genesis-Kopisten sind - die natürlich die Regel bestätigende Ausnahme sind Babylon). Der King Crimson-Sound scheint etwa in "Everyman" durch, das mit seinen hektischen Riffs zwischen drin durchaus an "21st Century Schizoid Man" oder "Pictures Of A City" erinnert, ebenso wie in "Atlanteans", das vor dem flott treibenden Mittelteils fast sphärisch an Pink Floyd angelehnt ist. Auch die Art des häufigen Mellotron-Einsatzes erinnert an die ersten Crimson-Scheiben.

Die insgesamt starke Keyboard-Präsenz (Pianos, Mellotron, Synthies, eigentlich das ganze Seventies Arsenal), die hymnische Ausrichtung der Melodien (auch wenn der Gesang überhaupt nicht an Jon Anderson klingt) und der obligatorische Squire-artige Rickenbacker-Bass ergeben die Yes-Komponente. Das Ganze wird aber durch amerikanische Lockerheit ergänzt, die bei den dennoch ziemlich komplexen und verspielt-vielteiligen Stücken Ethos von den oft schwermütig-mystischen Vorbildern aus der alten Welt abhebt, auch wenn viele musikalische Komponenten (neben den oben erwähnten Ähnlichkeiten etwa der Wechsel von elektrisch-heftigen und locker-flockig akustischen Passagen, der symphonische Grundsound mit Mellotron-Bombast etc.) direkt aus dem Prog-Lehrbuch stammen.

Was Ethos jedenfalls vielen ihrer ebenfalls kurzlebigen und wenig amerikanischen Kollegen voraus haben, ist der amtliche Sound von "Ardour", die sehr professionell und direkt aufgenommen und gemischt ist. Leider ist das Album momentan (1/2004) nicht auf CD erhältlich, und ich weiss auch von keinen anstehenden Wiederveröffentlichungsplänen. Und das ist sehr schade, denn diese Scheibe sollte jedem Freude machen, der auf den Original-Symphoprog der 70er Jahre steht.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.1.2004
Letzte Änderung: 12.1.2004
Wertung: 11/15

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Von: Horst Straske @ (Rezension 2 von 2)


Das Debütalbum von Ethos charakterisiert sich durch einen steten Wechsel von elegisch-symphonischer Eleganz und typisch amerikanischem Rockgroove, was sich bereits im Opener "Intrepid Traveller" in Form von einer harmonischen Verschmelzung aus vertrackter Melodieführung sowie hymnisch-geschmeidigen Harmonien manifestiert. Es ist jederzeit offensichtlich, dass die Band den Anspruch hatte, musikalische Grenzen zwar in Form von verschachtelter Komplexität auszuloten, ohne dabei aber den Bezug zu einer stets nachvollziehbaren und griffigen Songbasis zu verlieren.

In Songs wie "Space Brothers" oder "Atlanteans" wird mit analoger Tastendominanz und quirliger Rhythmik der Grundstein für eine angenehm dosierte Progressivität gelegt, die einen yessig-crimsonesken Anstrich besitzt, sich aber gerade in den überraschend eingängigen Gesangsharmonien in einem wohligen Schönklang weidet, ohne dass die rein formal vorhandenen stilistischen Gegenpole auch nur ansatzweise im Widerspruch zueinander stehen. Über die gesamte Albumlänge wird die schon so oft misslungene Gratwanderung zwischen progressivem Anspruch und melodischer Eingängigkeit mit Bravour gemeistert, ohne sich dabei in gängigen Klischees zu verfangen.

Es spricht für die Klasse der Band, dass sie selbst im kompakten Songformat von gerade mal 3:54 Minuten in einem vom Refrain her liedhaften und melodischen Titel wie "The Spirit Of Music" beinahe durch die Hintertür progressiv-elektronische Einsprengsel derart homogen eingeflochten hat, als ob dies eine Selbstverständlichkeit wäre.

"Long Dancer" klingt vom Grundkonzept her wie eine mit Bravour in progressiven Symphonic Pomp gehüllte Flower-Power-Nummer, bei der sich der Ohrwurmrefrain nachhaltig im Gedächtnis des geneigten Hörers festzusetzen vermag, ohne dabei auch nur ansatzweise konstruiert zu wirken.

Ein fein gesponnenes Korsett aus symphonisch-entrückten Schwelgereien sowie wohl dosierter Experimentierfreudigkeit lässt dieses Album zu einem Fest für alle Anhänger des 70er Jahre Sympho-Bombasts avancieren. Auch rein soundtechnisch spielten Ethos damals in der ersten Liga. Selten hat es eine Band derart perfekt verstanden, sich zwar von den großen britischen Vorbildern inspirieren zu lassen und daraus einen solch luftigen sowie unverbrauchten Klangkosmos zu kreieren.

Anspieltipp(s): Space Brothers, The Spirit Of Music
Vergleichbar mit: schon irgendwie Yes
Veröffentlicht am: 12.10.2011
Letzte Änderung: 8.8.2014
Wertung: 13/15

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Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1977 Open Up 12.33 3
2000 Relics 10.00 1

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