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László Hortobágyi

The traditional music of Amygdala - A psychomusical expedition to the Archepelago in cooperation with the Computer Department of Ethnomusicology, Gayan Uttejak Society, Budapest

(Siehe auch: Leitfaden "Elektronische Musik")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1991 (1989 aufgenommen)
Besonderheiten/Stil: improvisiert; instrumental; Elektronische Musik; Worldmusic / Ethno
Label: Erdenklang
Durchschnittswertung: 14.5/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

László Hortobágyi all instruments

Tracklist

Disc 1
1. The Ritual of Mahâparinirvâna 8:44
2. Legend of Yrch 4:48
3. The Mârg of Excessus 10:05
4. Hypotaxis 5:11
5. Kyrie Bhajan 1:24
6. The Inanis Mantra 2:33
7. Bhairavî 7:26
8. Anankhe Gat 5:59
9. The End 2:07
Gesamtlaufzeit48:17


Rezensionen


Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 1 von 3)


Was schreibe ich noch, was nicht schon im Leitfaden für Elektronische Musik steht?

Also kommen erstmal die nackten Fakten: dies ist die zweite CD des Klangmagiers, und er nimmt uns mit auf eine Expedition zum Ende des 20. Jahrhunderts ins Reich Amygdala, um uns verschiedene Musiken dieses Reiches aus diversen Regionen und Zeitepochen vorzustellen. Ausführlich werden soziokultureller Hintergrund, rituelle Bedeutung, Herkunft, Zeitepoche, Musikstile und Ausführungstechniken der einzelnen Tracks im umfangreichen Booklet beschrieben. Es gibt also genug zum Lesen.

Die reale Amygdala, der Mandelkern, ist Teil unseres Gehirns und spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung und Steuerung der Emotionen. Sie beteiligt sich auch an der Bearbeitung der durch Erfahrung und erlernten Wissens modifizierten Emotionen. Es wird davon ausgegangen, dass die Amygdala das Zentrum für konditionierte Furcht ist. Warum diese ausführliche medizinische Erklärung meinerseits? Ich habe den Eindruck, Hortobágyi will vor allem den letzteren Punkt besonders stark ansprechen.

Musikalisch ist diese CD ein in Zeitlupentempo stattfindener Trip durch düsterste Welten. Dunkle, an- und abschwellende Klangwolken werden von verzerrten Schreien, Pauken- und Gongschlägen durchbrochen, dazwischen singen in weiter Ferne mal christliche oder buddhistische Mönche ihre Chöräle/Mantras, schrille Sitarklänge zerschneiden die Monotonie, verursachen fast schon Zahnschmerzen und auch spärliche Tablarhythmen an einigen, wenigen Stellen können einem die Lebendigkeit nicht mehr zurückgeben. Die ganze CD atmet Endzeit, Vergänglichkeit und Furcht, gleichzeitig geht aber auch eine starke Faszination von den Klangräumen aus. Es ist, als ob sich eine alte untergehende Kultur am Ende in den fast schon verfallenden Tempeln ein letztes Mal trifft, um Trost in alten Gesängen zu finden. Für mich eine der besten elektronischen Platten, die ich besitze!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.1.2004
Letzte Änderung: 19.1.2004
Wertung: 15/15
im Kopfhörer durchhören

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 3)


Den Worten von Andreas ist nicht viel hinzuzufügen. Das sind wahrhaft verstörende, teilweise schon morbide Klanglandschaften, die der ungarische Elektroniker hier erzeugt. Die wogenden, meist rhythmusfreien Synthieflächen in Kombination mit dezent eingesetzten Ethnoklängen sowie mehr oder weniger verfremdeten Stimmen - raunend, flüsternd, verzweifelt schreiend - üben eine starke Faszination aus. Für mich eine der lohnenswertesten Entdeckungen der letzten Jahre.

Wer sich einen ersten Eindruck von László Hortobágyis faszinierendem Klangkosmos verschaffen möchte, findet unter der auf der Bandseite aufgeführten URL zahlreiche Audiosamples.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.3.2004
Letzte Änderung: 9.3.2004
Wertung: 14/15
noch zu frisch für die Höchstnote - kann aber noch kommen...

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 3 von 3)


Durch die Topnoten meiner Vorrezensenten neugierig geworden, habe ich mir diese CD zugelegt. Ein erstes Erstaunen wich nach wiederholtem Hören einer gewissen Faszination für die sehr treffend als "morbide Klanglandschaften" bezeichneten Kompositionen. Das aktuell grau-regnerische Herbstwetter tut das seine dazu. Allerdings weckt "Amygdala" auch zwiespältige Gefühle in mir. Das Ganze ist auf Dauer doch sehr statisch und monoton, Themen werden wiederholt, es fehlt mir irgendwie ein Spannungsbogen, Abwechslung, ein Ausbruch in irgendeiner Form. Lediglich in "Anankhe Gat" wirds mal etwas "flotter". Ich streite auch mit mir, ob ich dieses Werk meinem Progkosmos überhaupt zurechnen soll/kann oder nicht. Wenn das Prog ist, so ist der Stern auf dem er gespielt wird auf jeden Fall am Rande des Universums zu finden. Aus diesem inneren Gefühl heraus resultiert auch, dass ich diese CD nicht bewerten kann/will.

Ich empfehle auf jeden Fall jedem, der nicht ausgewiesener Fan von ethnisch angehauchter Elektronik- oder Meditationsmusik ist, zuerst mal reinzuhören.

Anspieltipp(s): ganz oder gar nicht
Vergleichbar mit: wenig
Veröffentlicht am: 17.10.2004
Letzte Änderung: 17.10.2004
Wertung: keine am äussersten Rand der Gauss'schen Verteilungskurve angesiedelt

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von László Hortobágyi

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1994 Ritual Music Of Fomal Hoot al-Ganoubî 13.00 1
1994 The Arcadian Collection 11.00 1
1995 6th All-India Music Conference 14.00 1
1996 Terra Dei 9.00 1
1996 Summa technologiae 10.00 1
1997 Sangeet Novus Sensus (Hungisthan-version) 10.00 1
1997 Fata-Organa 12.00 2
1998 Memesis - MêMRAGAS From Another 21st Century 10.00 1
1998 Aeon - Voice of Genesis - Genesis of Voice 11.00 1
1999 Songs From Hungisthan (Arqa version) 12.00 1

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