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24086 Rezensionen zu 16461 Alben von 6399 Bands.
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Klaus Schulze

Timewind

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1975 (Do-CD Wiederauflage 2006)
Besonderheiten/Stil: Elektronische Musik
Label: Brain Metronome
Durchschnittswertung: 12.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Klaus Schulze Keyboards

Tracklist

Disc 1
1. Bayreuth Return 30.25
2. Wahnfried 1883 28.37
Gesamtlaufzeit59:02
Disc 2
1. Echoes of Time   (Bonus Revisited Records Wiederauflage - Aufnahme von 1975) 38:42
2. Solar Wind   (Bonus Revisited Records Wiederauflage - Aufnahme von 1975) 12:35
3. Windy Times   (Bonus Revisited Records Wiederauflage - Aufnahme von 2000) 4:57
Gesamtlaufzeit56:14


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 3)


Auf dem Track "Bayreuth Return" bedient Schulze zum ersten mal einen Sequencer und schafft es auf Anhieb, diesem gefühlvolle und hypnotisch-faszinierende Muster zu entlocken. Neben synthetischem Flirren, Zirpen und Rauschen tauchen Synthesizer-Improvisationen und Bruchstücke von langgezogenen Melodienlinien auf. Gegen Ende weicht die verträumte Stimmung schnellerem Sequencertempo, worauf das Stück mit einem Donnerschlag abrupt beendet wird. Angeblich mit nur zwei Tonspuren aufgenommen, wirkt "Bayreuth Return" auch heute noch ebenso einfach wie genial.

Laut beiliegendem Diagramm besteht der zweite Track "Wahnfried 1883" aus neun Keyboardspuren, die es symphonisch-bombastisch und überwältigend weiträumig erscheinen lassen. Es entstehen riesige Soundwellen, die sich ohne rhythmische Strukturen mit getragenen melodischen Motiven überschneiden.

"Timewind" ist Richard Wagner gewidmet und wurde von der französischen Akademie Charles Cros 1976 mit dem "Grand Prix Internationale Du Disques" geehrt, einer Auszeichnung, die überwiegend klassischen Werken zuerkannt wurde.Die Platte verdient als Geburtstunde des "klassischen Schulze" wirklich fast jede Auszeichnung. Mein persönlicher Favorit und ein Meilenstein der elektronischen Musik.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.4.2002
Letzte Änderung: 24.4.2002
Wertung: 14/15

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Von: Udo Gerhards (Rezension 2 von 3)


Klaus Schulzes preisgekrönte Wagner-Hommage "Timewind" teilt leider eine Eigenschaft mit der Musik des von Schulze Verehrten: Dass die Musik in einem ewigen Strom nahezu ohne Höhepunkte vor sich hin fließt (dazu passt, dass gleich die erste Nummer sehr abrupt aus heiterem Himmel aufhört, ohne dass der Schluss an dieser Stelle zwingend gewesen wäre. Er hätte schon Minuten früher oder genauso gut auch Minuten später kommen können).

"Bayreuth Return" ist in dieser Hinsicht besonders krass, da sanfte Synthesizer-Flächen und entspanntes Sequencer-Blubbern bereits nach wenigen Minuten einen Plätscher-Effekt erzeugen, den man gutwillig meditativ und böswillig einschläfernd nennen könnte. Das etwas pompösere "Wahnfried 1883" mit ansatzweise mächtigen wallenden Synthie-Wänden ist zwar weniger rhytmisch, im Ergebnis trotzdem spannender.

Aber gut, dass es jetzt von "Timewind" auch eine aufgebohrte Neuauflage aus dem Hause Revisited Records gibt, denn hier bietet die ergiebige Bonus-CD deutlichen Mehrwert:

Nicht-Hardcore-Fans bekommen nämlich mit "Echoes of Time" die meines Erachtens bessere "Bayreuth Return"-Version: Die hier von Schulze verwendeten Sounds sind griffiger, knackiger und weniger ätherisch, und so ergibt sich trotz noch längerer Laufzeit die zwar immer noch eher ambient-artige, aber insgesamt deutlich engagiertere und engagierendere Version des Stücks.

Und Hardcore-Schulze-Fans bekommen mit den Bonus-Aufnahmen einen hübschen Einblick in die - wie man so sagt - Werkstatt des Meisters. Damals musste Schulze seine Kompositionen noch im Heimstudio in Echtzeit aufnehmen, und "Bayreuth Return", "Echoes of Time" und "Solar Wind" sind allesamt Nummern, die in einer Session auf gleicher musikalischer Basis entstanden, aber - wie oben schon teilweise beschrieben - unterschiedliche Charakteristiken haben. "Solar Wind" etwa kommt insgesamt deutlich experimenteller, atonaler und klangmalerischer daher. "Windy Times" schließlich ist eine erst deutlich später (im Jahr 2000) entstandene Nummer auf Basis der "Bayreuth Return"-Sequencer-Linie, die diese durch moderne sphärische Sounds und elektronische Schlagzeug-Klänge ergänzt, aber durch die Kürze der Nummer kaum die soghafte, hypnotische Wirkung erzeugen kann, die Schulze in seinen besten Momenten auszeichnet.

Durch das Bonus-Material kann man die "Timewind"-Neuauflage durchaus empfehlen, wer aber in den "Sequencer-Schulze" der 70er reinschnuppern möchte, ist vielleicht im Großen und Ganzen mit "Mirage" besser bedient.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.12.2006
Letzte Änderung: 11.12.2006
Wertung: 9/15
Timewind selbst 8, aufgewertet durch das Bonusmaterial

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 3 von 3)


Endlich gibt es in der Reihe der Schulze-Remasters nun auch Timewind, das für mich zu den besten Alben des Berliners gehört und auch sonst ein Klassiker elektronischer Musik ist. Hier zeigt sich zum ersten Mal der klassische, Sequenzer-orientierte Stil, der prägend für die Arbeiten der so genannten "Berliner Schule" werden sollte.

Im ersten Stück passiert zugegebenermaßen nicht wirklich viel, aber der Kontrast aus ätherisch flirrenden Klängen voller Leichtigkeit und den im Hintergrund omnipräsenten schweren Klangbögen verleiht Bayreuth Return einen unwiderstehlichen Reiz. Lediglich der abrupte Schluss ist nicht so recht geglückt, da muss ich Kollege Udo Recht geben. Trotzdem gehört alleine dieses Stück zu den absoluten Schulze-Klassikern!

Wahnfried 1883, benannt nach Wagners Villa in Bayreuth und nach seinem Todesjahr, zeigt sich schwer und elegisch, mit langgezogenen Melodielinien. Mit dem Verzicht auf Sequenzer oder sonstige rhythmische Komponenten steht es eher in der Tradition von Schulzes monolithischen Frühwerken.

Die Bonus-CD der Neuausgabe (siehe Udos Rezension) wertet dieses Meisterwerk noch einmal zusätzlich auf!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.12.2006
Letzte Änderung: 25.3.2007
Wertung: 14/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Klaus Schulze

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1972 Irrlicht 10.00 5
1973 Cyborg 11.00 3
1974 Blackdance 8.00 3
1975 Picture Music 10.00 2
1976 Moondawn 11.00 3
1977 Body Love Vol. 2 12.00 3
1977 Body Love 10.67 3
1977 Mirage 12.20 5
1978 X 13.00 5
1979 Dune 11.67 3
1980 Dig It 10.00 4
1980 ...Live... 10.67 3
1981 Trancefer 12.33 3
1983 Dziekuje Poland 11.50 2
1983 Audentity 11.33 3
1984 Angst 9.33 3
1985 Inter*face 9.50 3
1986 Dreams 10.00 3
1988 En=Trance 9.50 4
1990 The Dresden Performance 12.00 1
1990 Miditerranean Pads 8.50 2
1991 Beyond Recall 11.00 2
1991 2001 - 1
1992 Royal Festival Hall Volume 2 11.00 1
1992 Royal Festival Hall Volume 1 11.00 1
1993 The Dome Event 12.00 1
1994 Le Moulin De Daudet 11.00 2
1994 Totentag 13.00 1
1994 Das Wagner Desaster - Live 9.67 3
1994 Goes Classic - 1
1995 In Blue 8.50 2
1996 Are you sequenced? 7.33 3
1997 Dosburg Online 9.50 2
2000 The Ultimate Edition - 1
2000 Jubilee Edition Third Part 9.00 1
2000 Silver Edition 13.00 1
2000 Jubilee Edition First Part 10.00 1
2000 Historic Edition 12.00 1
2000 Contemporary Works 1 13.00 1
2000 Jubilee Edition Second Part 10.00 1
2001 Live @ Klangart 1 + 2 11.00 2
2002 Virtual Outback 10.00 1
2002 Contemporary Works 2 12.00 1
2005 Vanity of Sounds 11.50 2
2005 Moonlake 9.50 2
2006 The Crime of Suspense 10.50 2
2006 Ballett 1 10.00 1
2006 Ballett 2 10.00 1
2007 Ballett 3 8.00 1
2007 Ballett 4 9.00 1
2007 Kontinuum 7.67 3
2009 La Vie Electronique 1 11.00 1
2009 La Vie Electronique 4 11.00 1
2009 La Vie Electronique 2 11.00 1
2009 La Vie Electronique 3 11.00 1
2010 La Vie Electronique 6 11.00 1
2010 La Vie Electronique 7 11.00 1
2010 Big in Japan (Live in Tokyo 2010) 10.00 2
2010 La Vie Electronique 5 11.00 1
2010 La Vie Electronique 8 11.00 1
2011 La Vie Electronique 9 10.00 1
2013 Shadowlands 10.00 1
2016 Another Green Mile 7.00 2
2017 Ballett 3&4 6.00 1
2017 Androgyn 9.00 1

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