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Marillion

Brave - The Film (DVD)

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1995 (Video | Wiederveröffentlichung als DVD: 2004)
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; DVD; Dokumentation; Neoprog
Label: EMI
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Steve Hogarth Vocals
Steve Rothery Guitars
Mark Kelly Keyboards
Pete Trewavas Bass
Ian Mosley Drums

Tracklist

Disc 1
1. Bridge 2.41
2. Living With The Big Lie 6.23
3. Runaway 4.39
4. Goodbye To All That

1. The Opium Den
2. The Slide
3. Standing in the Swing

8.38
5. Hard As Love 3.40
6. The Hollow Man 4.06
7. Alone Again In The Lap Of Luxury

1. Now Wash Your Hands 0.57

7.14
8. Brave 8.08
9. The Great Escape   (Spiral Remake) 4.36
10. Fallin' From The Moon 2.27
11. End Credits (The Great Escape - Orchestral) 1.28
12. The Making Of Brave

1. Introduction
2. A Brief History Of The Band
3. The Inspiration For Brave
4. The Recording Sessions
5. Why A Movie?
6. Recreating The Album
7. End Credits

28.00
Gesamtlaufzeit82:00


Rezensionen


Von: Nik Brückner @ (Rezension 1 von 2)


Bands machen Videos, Progbands machen ganze Filme. Warum auch nicht? Wie das Video zum Song passt der Film zum Konzeptalbum, einleuchtender geht's eigentlich nicht. Es wundert einen vielmehr, warum das nicht mehr Bands machen.

"Brave" erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die völlig orientierungslos auf einer Brücke aufgegriffen wurde, und deren Identität - auch ihr - lange ein Rätsel war. Marillion und ihr Regisseur Richard Stanley (den man nicht kennen muss) spinnen von dieser wahren Begebenheit aus eine eigene Geschichte, die Einsamkeit, Gewalt, Missbrauch, Drogenkonsum, Angst und die daraus resultierenden psychischen Zustände thematisiert. Die Bilder, die Stanley findet, um das zunächst ja musikalische Konzept visuell umzusetzen, sind ausdrucksstark, offen genug, um einen Kunstanspruch stellen zu können - aber auch sehr ninetiesig und teilweise zu nahe am Musikvideo. Streng genommen hat die Band in diesem Film nichts zu suchen, Hogarth als einer der Partner/Vergewaltiger des Mädchens ist völlig fehl am Platz, und wenn Marillion auftauchen, liest man immer den Subtext mit, dass der Teil, den man gerade sieht, wohl (als) Singlevideo (ins Auge gefasst) war. Es funktioniert allenfalls dann, wenn die Akteure vor dem Fernseher sitzen und Marillion dort zu sehen sind.

Blendet man solche Teile für sich aus, hat man dagegen ein stimmiges Psychogramm einer völlig verstörten Person vor sich, das dadurch gewinnt, dass der zeitliche Ablauf der Handlung nicht chronologisch ist, und allenfalls dadurch verliert, dass die Symbolik hie und da doch etwas simpel ist (wenn etwa einzelne Figuren hinter weißen, ausdruckslosen Masken verschwinden - als visuelle Interpretation der Hollow Men ist das, weil allzu abgegriffen, ungenügend).

In seinen besten Momenten ist der Film, und das ist ungewöhnlich für eine Produktion aus dem Umfeld des Musikvideos, solide bis hervorragend gespielt, was zu seiner teilweise recht unmittelbaren Wirkung sehr beiträgt.

"Brave", das Album, hat dabei ein ähnliches Problem wie Genesis' "The lamb lies down on Broadway": Ein großartiges Konzept und herausragende Texte stehen recht unspektakulärer, oft gar alltäglicher Musik gegenüber. Im Filmkontext funktioniert das, weil in Momenten, in denen man als Hörer von der Musik abdriftet, oft genug die Bilder ausreichen um einen als Zuschauer zu fesseln, letztlich ist die Musik allein, obwohl sie zu dem Besten gehört, was Marillion in der Post-Fish-Ära hervorgebracht haben, nicht tiefgründig genug, um das anspruchsvolle Konzept zu tragen. Der Film gleicht diese Schwäche aber ohne Weiteres aus und ist dem Album damit sicher vorzuziehen.

Die DVD ist mit einer Bonusdoku ausgestattet, an der mir persönlich der Bluesjam am Schluss am besten gefällt, die aber vor allem Einblicke in die Konzeptfindung und die Erarbeitung von Album, Film und Liveshow bietet.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.10.2008
Letzte Änderung: 9.1.2012
Wertung: 10/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 2)


Nach dem nur mässig erfolgreichen, recht poppigen Holidays in Eden, mit welchem man sich eigentlich breitere Hörerschichten erschliessen wollte, entschied sich die Band dazu, wieder einen Schritt zurück in Richtung mehr Progressive Rock zu gehen. Ab 1992 begann man mit dem Schreiben neuer Stücke und hatte bald Material für ein halbes Album zusammen. Da erinnerte sich Steve Hogarth eines Tages an eine Radiomeldung, die er einige Jahre zuvor gehört hatte. Dabei wurde von einer jungen Frau berichtet, die auf der Severn Bridge, welche in der Nähe von Bristol England mit Wales verbindet, aufgefunden worden war. Von dieser Brücke springen immer wieder Selbstmörder in den Tod. Die Frau weigerte sich zu sprechen. Man wusste nicht, wer sie war und woher sie kam. Dieses Schicksal war für Hogarth die Inspiration für die Geschichte von Brave.

Für die Aufnahmen mietete man sich im Château de Marouatte in der Dordogne ein, einem düsteren, gothischen Bau aus dem 15.Jahrhundert, welches in der Folge mit seinem speziellen Ambiente die mitunter düstere Musik des Albums mitprägte.

Der Film ist sehr intensiv, verstörend und zum Teil auch bildgewaltig. Es bleibt bis zum Schluss der Geschichte unklar, warum die Protagonistin, hervorragend gespielt von Josie Ayers, auf der Brücke ist. Den Rahmen der Handlung bilden die Fragen und hypnotischen Anweisungen des Psychiaters der geschlossenen Abteilung, in welcher sich die Frau nach der initialen Brückenszene wiederfindet. In der Folge wird man zu verschiedenen Stationen aus der Vergangenheit der Frau mitgenommen: Kindheit, Spaziergang mit den Eltern im Wald, Umzug in die Grossstadt, in welcher die Frau einsam und verloren scheint, bis sie an drogensüchtige Obdachlose gerät, mit denen sie ein leerstehendes Haus besetzt und dort wohnt. Wir werden Zeuge, wie die Frau eine Beziehung mit einem der Obdachlosen eingeht, aber in der Intimität mit ihm von Abscheu erfüllt ist und sich immer wieder in quälenden Albträumen wiederfindet, die sie selber nicht zu deuten in der Lage scheint. Schliesslich wird sie immer und überall von den "Hollow Man" verfolgt, gesichtlosen Männern mit einer weissen Maske.

Erst am Ende des Films, zur Musik von "The Great Escape", wird aufgelöst, welche Geister die Frau jagen und dass sie als Kind vom Vater missbraucht wurde. Dabei wird dieses Trauma nur in zwei kurzen Bildsequenzen aufgelöst, als sie einem der Hollow Man die Maske abnimmt und darunter ihr Vater zum Vorschein kommt, gefolgt von einem kurzen Moment des unbeschwerten Spiels als Kind im Garten ihres Hauses.

Der Film endet mit dem Sprung von der Brücke. Im Gegensatz dazu endet die Geschichte auf der CD mit einem Happy End und dem Stück "Made Again". Auf der damaligen Doppel-LP liess man den Schluss offen. Auf der vierten Seite der LP gab es zwei Rillen, eine mit "The Great Escape" gefolgt von "Made Again", die andere mit "The Great Escape" gefolgt von 20 minütigem Wasserrauschen als Symbol für die Ertrunkene.

Der Film ist sehr eindrücklich und die Musik passt perfekt zu dieser Geschichte. Im Zusammenspiel von Story, Bild und Musik wird Brave zu einem beeindruckenden Gesamtkunstwerk. Und nachdem man den Film gesehen hat, ist die Musik eine andere geworden, hat mehr Tiefe, wirkt zusammenhängender und wie ein grosses, in sich stimmiges Bild.

Brave ist eines der besten Alben der Hogarth-Ära.

Anspieltipp(s): The Great Escape
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.6.2016
Letzte Änderung: 27.6.2016
Wertung: 12/15
Play it loud with the lights off.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Marillion

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1982 Market Square Heroes 9.00 3
1983 Script for a jester's tear 10.80 5
1984 Fugazi 11.25 4
1984 Real To Reel 11.00 2
1985 Misplaced Childhood 10.33 6
1986 Brief encounter 7.00 1
1987 Clutching at Straws 9.00 4
1988 B-Sides Themselves 7.00 3
1988 The Thieving Magpie 11.67 3
1989 Live From Loreley (DVD) 9.50 2
1989 Seasons End 11.00 3
1991 Holidays in Eden 5.00 5
1992 Live At The Borderline 8.00 1
1993 Live In Caracas 6.00 1
1994 Brave 11.00 3
1995 Afraid of sunlight 10.00 3
1996 Made Again 9.00 1
1997 Best of both worlds - 1
1997 This Strange Engine 10.25 4
1998 Tales From The Engine Room 4.50 5
1998 Radiation 2.33 4
1999 Marillion.com 7.00 3
2000 The singles '82-88' 10.00 3
2001 Anoraknophobia 11.25 4
2002 Brave Live 2002 8.00 1
2002 Singles Box Vol.2 '89-'95 9.00 1
2002 Anorak In The UK Live (2CD Set) 10.00 1
2002 Anorak In The UK Live 12.00 1
2003 Best of - 1
2003 Recital Of The Script (DVD) - 1
2004 Marbles 8.00 4
2004 Marbles on the road (DVD) 12.33 3
2004 Marbles ("condensed version") 6.00 1
2005 Marbles Live 10.00 2
2007 Somewhere Else 8.67 3
2008 Happiness is the Road - Essence 8.50 2
2008 Happiness is the Road - The Hard Shoulder 6.50 2
2008 Early Stages - The Official Bootleg Box Set 1982 - 1987 12.00 1
2009 Less Is More 8.00 1
2010 the official bootleg box set vol 2 - 1
2010 Size Matters 10.00 1
2012 Sounds That Can't Be Made 9.50 2
2016 F*** Everyone And Run (F E A R) 11.33 3
2017 Marbles In The Park 12.00 1
2017 Living in F E A R - 1

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