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Zinkl & Alquimia

Underwater

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2001
Besonderheiten/Stil: Elektronische Musik; sonstiges
Label: BSC Music/Prudence
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Anton Zinkl keyboard,percussion programming
Alquimia voices,percussion,keyboards

Gastmusiker

Tomislav Butorac violin (10,11)
Fritz Götz tenor horn (1,8)
Erich Harant guitar (5)
Mathis Nitschke waterbells (1)
Isabell Popp french horn (1,8,10)
Luxas Santana percussion (5)

Tracklist

Disc 1
1. Nightfishing 7:18
2. Samba Piranha 4:13
3. Honeysea 4:40
4. Ray Undercover 3:36
5. Miss Lobster's Exhibition 5:34
6. Aquarium Chant 0:35
7. Deepseacreeps 2:40
8. Maestro Octopus 0:11
9. Atlantis 4:19
10. Siren 6:04
11. Shrimpjazz 2:17
12. Vampirella's Ark 8:55
Gesamtlaufzeit50:22


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


"Underworld" ist höchstwahrscheinlich eine der charmantesten, außergewöhnlichsten Art-Pop-Elektronik-Avantgarde-Platten des Jahres 2001. Oder etwas ernsthafter werdend, wage ich gleich mal eine These: ein Album, das kühne Elektronik, Atmosphäre und die nach allen Richtungen offene Popmusik verbindet, gab es bis 2001, dem Veröffentlichungsjahr von "Underwater", noch nicht. Oder doch: Björk vielleicht? Diesen Vergleich könnte ich teilweise sogar durchgehen lassen. Nur war die auf einigen Björk-Alben zu hörende elektronische Musik bei allem Respekt etwas eindimensionaler und weniger stimmungsvoll. Aber schon Vergleiche zwischen der vokal extrovertierten Björk und den filigranen Gesangskünsten von Alquimia wären ziemlich unsinnig.

Die aus Mexiko stammende, in London lebende esoterisch-exzentrische Chanteuse (für weitere Bezeichnungen sei hiermit auf die Webseite der Künstlerin verwiesen) Alquimia und der eigenwillige Münchener Elektroniker Zinkl kreieren hier eine einmalige Klangwelt, die dem hochwertigen ArtPop a la Kate Bush (der Opener-Song "Nightwishing" würde mit der raffinierten Melodie und der hohen Stimme der Sängerin auf einem der Kate Bush-Alben kaum auffallen) ebenso viel verdankt, wie der Klassik, der World Music, sowie der Welt der elektronischen Experimente und erstaunlichsten Soundeffekte, die man als Markenzeichen von Zinkl bezeichnen kann. Obwohl: Unter Markenzeichen wird meistens etwas Statisches, und seltener etwas derart Variantenreiches und im Wandel Begriffenes verstanden.

Auf dieser Platte werden warme elektronische, manchmal leicht angejazzte, Grooves zur Erzeugung von gebrochenen Rhythmen, und avantgardistischen Mustern benutzt, Orchestrales trifft auf Dissonantes, Eingängiges wechselt sich mit Verstörendem ab, und Alquimia schreckt nicht davor zurück, sich und ihre stimmlichen Aktivitäten in den nicht selten mehrteiligen, verwinkelten Songs als "Vampirella", "Lobster" oder "Voice orchestra" zu bezeichnen. Und das Beste daran ist: diese Bezeichnungen wirken in der bizarren Unterwasser-Fantasiewelt von Zinkl und Alquimia nicht einmal unpassend.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.4.2004
Letzte Änderung: 2.4.2004
Wertung: 12/15

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 2 von 2)


Über ZINKL habe ich ja bereits zu genüge geschrieben. Und dass ich seine elektronischen Sounds sehr mag brauche ich wohl auch nicht zu verheimlichen. Nun hat Anton Zinkl über das Internet die Mexikanerin ALQUIMIA (mit Wohnsitz London) getroffen und beide waren sich schnell einig, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Über Internet konnte man sich gut austauschen und im Zeitraum von ca. einem Jahr entstand eine geheimnisvolle Unterwasserwelt....

.... blubb. Was die beiden auf "Underwater" bieten hat meine Vorstellungen von Zinkl-Musik mit Gesang bei weitem übertroffen. Hier wurde ein Werk konzipiert, welches einen schweren Groove mit elektronischer Verspieltheit und gleichzeitig melodiöser Leichtigkeit in Form einer göttlichen Stimme bietet. Wer das Album hört, dem kommen Parallelen zu klassischen Werken, zu Musicals, Björk oder Kate Bush in den Sinn. Hier werden Stimmungen gezaubert.

Hier steckt viel Potenzial um ein größeres Publikum anzusprechen. Allein die Thematik wurde so genial umgesetzt, dass man sich förmlich in einer Unterwasserwelt gefangen fühlt. Wer es nicht glaubt lausche einfach mal "Samba Piranha". Das ist sowas von genial und groovy, dass man gar nicht mehr still bleiben kann. Auch "Honeysea" hat Hitpotential. Geradezu mysteriös und skurril hingegen wirkt "Miss Lobster's Exhibition". Ein Hummer, der ein Museum führt und in diesem Wasserleichen aus gesunkenen Schiffen ausstellt - der gruselige Alptraum eines jeden Seemanns *g*. Phantastisch auch "Atlantis", bei dem die Stimme als Instrument eingesetzt wird und für Rhythmus und Melodie gebraucht wird. "Siren" ist sehr verspielt und es werden auch Violine und French Horn eingesetzt. Das dreiteilige "Vampirella's Ark" baut auf einem starken Groove auf und versetzt einem endlich den letzten Kick. Genial! Hier ist die Gänsehaut programmiert, besonders über den Kopfhörer entwickeln sich fantastische Klangdimensionen, die einen in die Tiefe tauchen lassen und das Bedürfnis wecken jetzt nochmal von vorne das Album anzuhören.

Der Versuch "ZINKL & ALQUIMIA" ist geglückt! Leute, gebt diesem Album eine Chance. Ihr bereut es nicht. Die Paarung von gefühlvoll melodiösen Vocals und groovigem Programming ist ein großartiges Erlebnis. Die Thematik des Albums ist grandios umgesetzt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.7.2004
Letzte Änderung: 10.7.2004
Wertung: 12/15

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