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24910 Rezensionen zu 17078 Alben von 6653 Bands.
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Fates Warning

Awaken the guardian

(Siehe auch: Leitfaden "ProgMetal")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1986 (Neuauflage 2005 (2CD's+DVD))
Besonderheiten/Stil: Progmetal
Label: Metal Blade
Durchschnittswertung: 12.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Jim Matheos Gitarre
John Arch Gesang
Frank Aresti Gitarre
Joe DiBiase Bass
Steve Zimmerman Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. The sorceress 5:44
2. Valley of the dolls 5:23
3. Fata morgana 5:25
4. Guardian 7:34
5. Prelude to ruin 7:23
6. Giant's lore (Heart of winter) 6:00
7. Time long past 1:50
8. Exodus 8:32
Gesamtlaufzeit47:51
Disc 2
1. The sorceress   (demo) 5:27
2. Valley of the dolls   (demo) 5:33
3. Prelude to ruin   (demo) 7:06
4. Fata morgana   (live) 5:09
5. Damnation   (live) 5:45
6. The apparition   (live) 5:57
7. The sorceress   (live) 4:51
8. Guardian   (live) 6:41
9. Die young   (live (Black Sabbath Coverversion)) 4:04
Gesamtlaufzeit50:33
Disc 3
1. Valley of the dolls   (live (DVD))
2. Pirates of the underground   (live (DVD))
3. Orphan Gypsy   (live (DVD))
4. Fata morgana   (live (DVD))
5. Traveler in time   (live (DVD))
6. The sorceress   (live (DVD))
7. Guardian   (live (DVD))
8. Prelude to ruin   (live (DVD))
9. Damnation   (live (DVD))
10. The apparition   (live (DVD))
11. Die young   (live (DVD))
12. Kiss of death   (live (DVD))


Rezensionen


Von: Georg Heep (Rezension 1 von 2)


Mit der Veröffentlichung ihres dritten Albums "Awaken the guardian" waren Fates Warning auf dem ersten Höhepunkt ihrer Karriere angelangt. Das älteste Mitglied unseres elitären ProgMetal-Leitfaden-Zirkels gilt noch heute als Referenzwerk für schnellen, aber immer melodischen Heavy Metal, dessen progressive Ambitionen nie dem Reiz unterkühlter Technik-Demonstration erliegen. Dream Theaters When Dream And Day Unite von 1989 wäre ohne "Awaken the Guardian" nicht möglich gewesen, und - wer weiß - vielleicht wäre ohne dieses Album die ganze Schublade "ProgMetal" auf komplexes Gefrickel á la Watchtower beschränkt geblieben - dies wiederum mit der Konsequenz, dass der ProgMetal in den 90ern sicherlich nicht die Rolle des Wachrüttlers und Jungbrunnens der Progszene hätte spielen können, die ihm in der Rückschau zugewiesen werden kann.

Dabei reizte die Band auf "Awaken the guardian" nur die künstlerischen Möglichkeiten konsequent aus, die sie sich auf dem Vorgängeralbum The spectre within bereits erarbeitet hatte. Das Spiel des durch Neuzugang Frank Aresti noch besser als zuvor aufgestellten Gitarren-Duos war gleichzeitig verspielter, komplizierter und melodischer geworden. Eingängige Speed-Metal Einschübe und träumerische Akustik-Gitarren-Abschnitte verwob man noch intelligenter in das ansonsten vorherrschende Break-Gewitter, und auf den Einsatz von Keyboards wurde auch weiterhin standhaft verzichtet.

Dennoch: Es ist nicht Matheos' Gitarrenspiel oder Zimmermans Leistung am Schlagzeug, die aus "Awaken the guardian" einen Meilenstein machen. Der einzigartige Reiz dieses Albums ist untrennbar mit dem Gesang von John Arch verbunden. Die von ihm aufgebauten, sich scheinbar im Nichts verlierenden und erst im letzten Moment doch noch festen Boden erreichenden Melodiebögen schaffen eine mal mystisch-erhabene, mal ausschweifend-orientalische Atmosphäre. Durch sie werden die instrumentalen Prog-Versuche der übrigen Musiker nicht nur wie eine Klammer zusammengehalten, im Grunde drängt der Gesang alles andere in den Hintergrund. Hier noch ein zusätzlicher melodischer Schlenker in der Gesangslinie, da noch ein hoher langgezogener Schrei: John Archs Stimme beherrscht dieses Album. Sein melodischer Instinkt beherrscht dieses Album. In Verbindung mit den Texten, die aus dem reichhaltigen Fundus der Fantasy Literatur schöpfen, und dem hierzu passenden Plattencover entwirft "Awaken the Guardian" das vielfarbig leuchtende Gemälde einer (wenn man so will) archaischen Epoche, in der die letzten große Schlachten zwischen Gut und Böse ausgefochten werden. Der vertonte Traum jedes Fantasy-Rollenspielers.

Ohne die übrigen Stücke abwerten zu wollen, sei doch der Opener des Albums, "The sorceress", hervorgehoben. Seine gesanglichen Eskapaden geben die Richtung für die übrigen Lieder vor. Der Zuhörer, der bereits an dieser Stelle merkt, dass er mit dem stilbedingt hohen Gesang wenig anfangen kann, sollte seine Nerven schonen und sich anderen Platten zuwenden. Ein weiterer Höhepunkt des Albums stellt das eingängiger gehaltene "Guardian" dar, welches zum Ende mit einem der gefühlvollsten Momente der Fates Warning Geschichte überrascht. Das sich anschließende "Prelude to ruin" wirkt dagegen ein wenig zu vertrackt.

Nachdem Metal Blade 2002 bereits Night on Bröcken und The spectre within klangtechnisch überarbeiten ließ und beide Alben (mit Bonustracks und Linernotes zusätzlich aufgewertet) neu veröffentlichte, traute sich die Plattenfirma 2005 endlich auch an den Rerelease von "Awaken the guardian" heran. Das Resultat dieser Bemühungen lässt sich mehr als sehen: Aus "Awaken the guardian" - Das Album ist nun "Awaken the guardian" - Die Box geworden. Allein das bis ins Detail liebevoll ausgearbeitete Artwork der Verpackung (kräftigere Farben, verschiedene Oberflächen-Strukturen) lässt Sammler und Fans im Chor aufjauchzen.

Auch der Inhalt des Doppel-CD+DVD-Packets bietet nur marginale Ansätze für Kritik.

Die erste CD enthält das eigentliche Album selbstverständlich "audio remastered", wobei meine technischen Gerätschaften allerdings keine nennenswerten Verbesserungen ausmachen können.

Zu Beginn der zweiten CD finden sich drei Demo-Versionen verschiedener "Awaken the guardian" Stücke, die zwar im Vergleich mit den endgültigen Fassungen keine tiefer gehenden Abweichungen aufweisen, aber aufgrund der in diesem Stadium noch nicht bis ins Detail ausgearbeiteten Gesangsmelodien zumindest einen kleinen Einblick in die spontan-kreative Gesangstechnik von John Arch gewähren.

Der Rest dieser CD ist jedoch Gänsehaut pur. Unwahrscheinlich dass irgendjemand, der diese Zeilen liest (und sei er auch ein noch so großer Fates Warning - Fan), die Band in der John Arch-Phase live gesehen hat. (Ansonsten: Sofort bei mir melden und Bericht erstatten!) Selbst Live-Aufnahmen aus dieser Zeit waren, abgesehen von den Bonustracks der 2002er Wiederauflagen, eigentlich nicht aufzutreiben. Nun aber hat man die Möglichkeit anhand einer erstklassigen Songauswahl nachzuhören, wie diese Stücke "live" geklungen haben. "Erstklassige Songauswahl" bedeutet: "Fata Morgana", "The Sorceress" und "Guardian" von "Awaken the Guardian", "Damnation" vom Debut, das göttliche "The apparition" vom zweiten Album und die Black Sabbath Cover Version "Die Young". Mutige Versuche der Band, das Publikum zum Mitsingen der ja nicht ganz soooo einfachen Melodien zu bewegen oder Archs Textaussetzer (zu Beginn von "Damnation") runden die authentische, qualitativ durchaus im oberen Bootleg-Bereich angesiedelte Zeitreise perfekt ab. Allein aufgrund dieser sechs Stücke kommt eigentlich kein Fan der Band am Kauf der Wiederveröffentlichung vorbei.

Leider sind keinerlei Daten zu den Demo- bzw. Live-Versionen der Lieder angegeben. Ort und Zeitpunkt der jeweiligen Aufnahmen wären schon von Interesse gewesen.

Die DVD enthält schließlich den Mitschnitt eines Konzerts, das die Band im "Sundance"-Club (Long Island, NY) am 28.12.1986 gab. Sound und Bild (natürlich mit nur einer einzigen Kamera aufgenommen) sind so schlecht, dass man dem Ganzen eigentlich nicht viel abgewinnen kann. Auf der anderen Seite handelt es sich hierbei wohl um die einzigen überhaupt existierenden bewegten Bilder aus der frühen Phase der Band, womit das ganze dann den Flair einer etwas anderen Geschichtsstunde bekommt, bei der man nicht fehlen möchte.

Zusätzlich findet sich auf der DVD eine musikalisch unterlegte Diashow.

Liest man die sympathischen Linernotes von Dream Theaters Mike Portnoy (sinngemäß "Als ich Fates Warning damals hörte, war mir klar, wie meine eigene Band zu klingen hatte...") zu Ende, so erfährt man folgendes interessante Detail: Mr. Portnoy besuchte 1986 höchstpersönlich ein Fates Warning Konzert im "Sundance", im Gepäck das 1986er Majesty-Demo (Vorgängerband von Dream Theater). Nach der Show drückte er es Jim Matheos selbstbewusst in die Hand und dieser rief ihn am nächsten Tag zurück. So entstand eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden Musiker, die bis heute andauert.

1986? ... "Sundance"? ... Sollte sich diese historische Begebenheit just im Anschluss an das auf der DVD enthaltene Konzert abgespielt haben? Dann würde man Mike P. ja vielleicht sogar unter den bangenden Gästen erkennen können. Und tatsächlich ... auf dieser DVD bekommt man per eingeblendetem Namen nicht nur die Menschen auf der Bühne, sondern (im letzten Track) auch einen ganz bestimmten Menschen vor der Bühne vorgestellt.

Kurze Zusammenfassung: Ein musikalischer Klassiker, der fast perfekt wiederveröffentlicht wurde. Was will man mehr? Daumen hoch und "Danke schön" an eine Plattenfirma, die den Käufern bei ihren Wiederveröffentlichungs-Projekten wirklich etwas für ihr Geld bietet (siehe auch Psychotic Waltz, Voivod, Omen ...).

Anspieltipp(s): The sorceress, Guardian
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.7.2005
Letzte Änderung: 17.3.2014
Wertung: 14/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 2)


Was macht "Awaken the Guardian", das dritte Album der bis dato Metal spielenden Band Fates Warning, zu einem Progmetal-Album (vielleicht zum ersten überhaupt)? Oder anders gefragt: wo unterscheidet es sich eben so grundlegend von seinem Vorgänger, dem man dieses Prädikat noch nicht ankleben kann?

Ich glaube man kann diese Frage kurz und bündig damit beantworten, dass die Kompositionen zum einen deutlich an Komplexität, sowohl metrisch und rhythmisch als auch bzgl. der Farbenvielfalt des Gitarrenspiels, zugelegt haben, dass auch der Gesang ausdrucksstärker und variationsreicher geworden ist und sich schliesslich das Gewicht von purem Tempo und uniformem Metalgeriffe in Richtung mehr Gefühl und Atmosphäre verschoben hat. Die Stücke haben ausserdem mehr Tiefe bekommen und sind, wie Georg schon angemerkt hat, verspielter. Dies alles stellt einen markanten Fortschritt gegenüber The spectre within dar.

Natürlich hat John Arch auch auf den früheren Alben schon gezeigt, wozu seine Stimme in der Lage ist, aber erst jetzt höre ich ihm wirklich gerne zu, finde ich seinen Gesang nicht nervend, sondern interessant und abwechslungsreich. Mir scheint die Stimme auch eine Idee weniger in den Vordergrund gemischt und weniger schrill. Arch singt mehr, wo er zuvor oft gepresst beinahe geschrien hat.

Interessant die oben erwähnte Anekdote über Mike Portnoy. Das Majesty - the official 1986 Demo darf man als weitere Keimzelle des Progmetal sicher nicht unerwähnt lassen. Das erste "richtige" Studioalbum When Dream And Day Unite klingt an der einen oder anderen Stelle dann tatsächlich ein wenig nach "Awaken the Guardian", später entwickeln Dream Theater aber einen eigenen Stil. Wo ich "Awaken the Guardian" auch meine durchschimmern zu hören ist im starken Debut von Psychotic Waltz.

Summa summarum ein wichtiges Album, das wesentlich eine neue Spielform des Progressive Rock mitbegründet hat.

Anspieltipp(s): The Sorceress
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.2.2011
Letzte Änderung: 20.2.2011
Wertung: 11/15
Metal-Fans addieren 2 Punkte

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Fates Warning

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1984 Night on Bröcken 7.00 2
1985 The spectre within 7.50 2
1988 No exit 9.00 2
1989 Perfect Symmetry 12.00 3
1991 Parallels 8.50 4
1994 Inside Out 6.00 3
1997 A Pleasant Shade of Gray 11.67 6
1998 Still Life 11.33 3
2000 Disconnected 10.00 4
2004 X 10.40 5
2005 Live In Athens (DVD) 11.50 2
2013 Darkness In A Different Light 10.67 3
2016 Theories Of Flight 10.50 4

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