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Xhol (Caravan)
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24281 Rezensionen zu 16596 Alben von 6469 Bands.
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Xhol (Caravan)

Motherfuckers GMBH & CO KG

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1972
Besonderheiten/Stil: Jazzrock / Fusion; Krautrock
Label: Ohr
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Tim Belbe Sax, Flute
Klaus Briest Bass
Gerhard "Öcki" Egmont von Brevern Organ
Gilbert "Skip" van Wyck III. Drums, Percussion

Tracklist

Disc 1
1. Radio 2:30
2. Leistungsprinzip 1:30
3. Orgelsolo 9:26
4. Side 1 first day 7:05
5. Grille 6:58
6. Love Potion 25 13:11
Gesamtlaufzeit40:40


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 2)


"2 Years old" steht auf dem Cover dieser Scheibe, dann "Xhol Caravan", wobei das Caravan durchgestrichen ist, und schliesslich der Titel dieser, der dritten, LP von Xhol: "Motherfuckers GMBH & CO KG". In der Tat stammen die Aufnahmen aus dem Jahre 1970 (die LP wurde 1972 veröffentlicht), daher "2 Years old". Ungefähr zur selben Zeit haben Xhol Caravan das "Caravan" aus ihrem Namen gestrichen, um Verwechslungen mit der bekannten Band aus Canterbury zu vermeiden. Vielleicht auch, um zu verhindern, daß Plattenrezensenten sofort auf eine der Inspirationsquellen ihrer Musik stoßen, denn deutlich Canterburesque-jazzrockig ist die Musik von Xhol. Die Wurzeln der Band liegen im Soul, so nannte sich die erste Inkarnation der Gruppe noch Soul Caravan. Irgendwann Ende der 6ziger wurde das Soul gegen Xhol ausgetauscht und damit der Soul gegen Jazz. Krautig-meditativen Jazzrock machten Xhol seitdem, dominiert von Sax bzw. Flöte und einer wabernden Hammondorgel. "Motherfuckers GMBH & CO KG" sollte die letzte LP der Band sein, veröffentlicht als es die Gruppe schon gar nicht mehr gab.

Mit "Radio" fängt die Platte an. Da dreht jemand am Senderknopf eines Radios herum. Interferenzen, Rauschen, Ansager, Sprachfetzen purzeln aus den Boxen und dazwischen Ausschnitte aus souligen, jazzigen Nummern (die übrigens alle von der ersten und einzigen Soul Caravan-Scheibe "Get in high" stammen). Das letzte Stückchen klingt nach Soft Machine und leitet damit in "Leistungsprinzip" über, einem lupenreinen Canterbury-Jazzrocker mit Orgel, verspieltem Sax, brummendem Bass und Schlagzeug. Die Nummer geht nach eineinhalb Minuten in "Orgelsolo" über, welches ebendieses ist: Ein langes, klangwaberndes Solo auf der E-Orgel, krautig-spaceig, "kosmisch", schweineorgelig-röhrig, durchgeknallt-jazzrockig - klasse!

"Side One First Day" ist dann ein flottes Stück Jazzrock. Hammond-Orgel, Bass, Schlagzeug und eine hallende Flöte jammen treiben durcheinander.

Die zweite LP-Seite beginnt mit "Grille". Wie der Titel schon ausdrückt hört man hier das Zirpen einer Grille, gut 7 Minuten lang, mit dezentem Flötenspiel und Perkussiongeklapper im Hintergrund. Schließlich gibt es mit "Love Potion 25" einen langen, jazzrockigen Jam auf "Love Potion No. 9" (einstmals ein Hit für die Clovers) erstmals mit Gesang (soulig - gar nicht schlecht) am Anfang und am Ende. Das klingt wie eine Mischung aus Procol Harum (ohne Gitarre) und Soft Machine, mit viel Orgel - leicht psychedelisch - hallendem Sax, die zwischendurch sehr jazzig wird und schön rockig-wüst am Ende.

"Motherfuckers GMBH & CO KG" ist, trotz des bescheuerten Titels, eine für das Entstehungsjahr 1970 erstaunlich reife und abwechslungsreiche Krautrock-Scheibe und wohl so etwas wie ein Klassiker dieses Genres. Krautrockinteressierte und Freunde Canterburesque-jazziger Klänge sollten hier unbedingt mal reinhören!

Anspieltipp(s): Side One First Day, Orgelsolo
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.4.2004
Letzte Änderung: 26.9.2004
Wertung: 11/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 2)


Was für eine seltsame Platte! Vom krautigen Jazzrock, der auf Electrip geboten wurde, sind Xhol ein ganzes Stück abgerückt und wandeln nun verstärkt auf spacigen Pfaden, bis hin zur puren "kosmischen Musik" von Orgelsolo. Wenn mir jemand erzählt hätte, das sei ein frühes Stück von Tangerine Dream, ich hätte es ohne weiteres geglaubt.

Ganz hat man jazzigen Klängen dann aber doch nicht abgeschworen, mit Side 1 First Day und Love Potion 25 sind zwei herrliche lange Jams dabei, wobei gerade ersteres auch wieder einen gewissen "kosmischen" Touch hat. Dagegen hätte dem Flöte-Percussion-Jam Grille eine Straffung gut getan, dieses Stück scheint mir doch ein bisschen ausgewalzt!

Insgesamt eine schöne Platte für den Kraut-/Jazzrock-Interessierten. Weniger begeistert bin ich allerdings von der CD-Ausgabe (erschienen bei ZYX Music), die praktisch keine Informationen enthält, nicht einmal eine Besetzungsangabe! Anm.: Kollege Achim weist mich darauf hin, dass das bei der LP-Ausgabe nicht anders war...

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.9.2006
Letzte Änderung: 20.6.2009
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Xhol (Caravan)

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1969 Electrip 11.00 2
1971 Hau-RUK 11.00 1
2006 Altena 1970 10.00 1
2006 Altena 1969 10.00 1
2009 Essen 1970 9.00 1

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