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Wigwam

Fairyport

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1971
Besonderheiten/Stil: Canterbury; Jazzrock / Fusion; Klassischer Prog
Label: Love Records
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Jukka Gustavson Vocals, Pinao, E-Piano, Organ
Ronnie Österberg Drums, Percussion, Vocals
Pekka Pohjola Bass, Violin, Vocals, acoustic Guitar, Keyboards
Jim Pembroke Vocals, Harmonica, Piano

Gastmusiker

Unto Haapaaho Bass Clarinet
Eero Koivistoinen Sax
Tapio Louhensalo Bassoon
Risto Pensola Clarinet
Pekka Pöyry Sax
Hannu Sexelin Sax
Jukka Tolonen Guitar
Ilmari Varila Oboe

Tracklist

Disc 1
1. Losing Hold 7:10
2. Lost Without A Trace 2:33
3. Fairyport 6:53
4. Gray Traitors 2:48
5. Caffkaff, The Country Psychologist 5:22
6. May Your Will Be Done Dear Lord 5:32
7. How To Make It Big In Hospital 3:06
8. Hot Mice 3:22
9. P.K:S Super Market 2:23
10. One More Try 3:30
11. Rockin' Ol' Galway 2:32
12. Every Fold 3:13
13. Rave-Up For The Roadies (live) 17:21
14. Losing Hold - Finlandia (live)   (Bonustrack CD-Reissue) 10:56
Gesamtlaufzeit76:41


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Mit ihrer dritten LP liessen Wigwam den an Traffic und Procol Harum angelehnten, blues- bzw. hardrockigen Protoprog ihrer ersten beiden Scheiben hinter sich und lieferten ihr erstes eigenständiges Album ab. Pembroke und Kollegen hatten eine ganze Anzahl von Stücken aufgenommen, und man konnte sich offenbar nicht entscheiden, was dem LP-Zeitlimit zum Opfer fallen sollte. Daher entschied die Band kurzfristig aus dem Material ein Doppelalbum zu machen. Um dieses voll zu bekommen, wurde auf der vierten LP-Seite ein kurz vorher entstandener Live-Mittschnitt untergebracht.

Wigwams Musik auf "Fairyport" basiert auf Bass-, Schlagzeug- und Keyboardklängen, dazu kommt der kraftvolle, bluesige Gesang von Pembroke. Gitarren kommen kaum zum Einsatz (Gastgitarrist Tolonen klampft auf zwei Nummern und sehr ausgiebig im abschließenden Live-Jam), dafür auf einer Reihe von Stücken eine Ladung Holzbläser.

Die Stücke auf "Fairyport" kann man grob in drei Gruppen einteilen. Da sind einmal die Kompositionen von Jukka Gustavson: "Fairyport", "Gray Traitors", "Caffkaff, The Country Psychologist" und "May Your Will Be Done Dear Lord". Das sind komplexe Prognummern, aufwendig instrumentiert, mit mitunter deutlichem Jazzeinschlag, in denen auch die meisten der blasenden Gastmusiker zum Einsatz kommen. Klasse ist deren Einsatz in "Fairyport", welches gegen Ende ein beeindruckendes Wechselspiel von Fagott, Klarinetten, Oboe und Saxophon bietet. Die Trilogie aus "Gray Traitors", "Caffkaff" und "May Your Will Be Done Dear Lord" ist wohl der Höhepunkt der Scheibe, eine abwechslungsreiche Prog-Suite. Beherrscht werden diese Nummern von der Tastenarbeit Gustavsons an Piano, E-Piano und Orgel, dazu gibt es gelegentliche jazzige Soli von Pohjala am Bass und das vielseitige Schlagzeugspiel von Österberg. In "May Your Will may Be Done Dear Lord" kommen auch wieder die Gastbläser dezent zum Einsatz.

Die zweite Gruppe von Stücken stammen von Pembroke. Das sind songorientierte, angenehme, aber nie seichte Rocksongs, die die Platte gekonnt auflockern. "Lost Without A Trace" z.B. ist ein schöner, beschaulicher Song, bietet Pembrokes Gesang nur von Piano und akustischer Gitarre (Tolonen) begeleitet. "How to Make it Big" dagegen ist ein treibender Bluesrocker, inclusive "dreckigem" Gitarrensolo (wieder von Tolonen). "One More Try" ist mit ein paar Streicheklängen unterlegt, enthält aber auch ein sehr fetziges Orgelsolo. Das fast country-rockige "Rokin' Ol' Galway" und die Ballade "Every Fold" schließen die ursprünglich dritte LP-Seite ab.

Die dritte Gruppe bilden die beiden Instrumentalkompositionen von Pohjola "Hot Mice" und "P.K:S Supermarket". Ersteres ist jazzig gefällig, letzteres eine folkige Rockpolka. Dann gibt es noch zwei Gruppenkompositionen. Das die LP einleitende "Losing Hold" ist ein Canterburesque-flotter Jazzrocker mit dominanter Orgel. Einzig der prägnante Gesang von Pembroke paßt nicht ins Canterbury-Schema (und auch nicht so recht in dieses Stück). Die ursprünglich letzte LP-Seite wurde von dem langen "Rave-Up For The Roadies" eingenommen. Das ist ein fetziger Blues/Jazzrock-Jam (mit Tolonen als Gast), der hauptsächlich aus Gitarren-Orgel-Duellen und Soli dieser beiden Instrumente besteht. Nett, wenn auch die Klanqualität nicht so toll ist. Auf dem letzten CD-Reissue dieser Scheibe (Love Records, 2003) ist noch eine Live-Aufnahme von "Losing Hold" enthalten, die offenbar eine Adaption von Sibelius' Finlandia beinhaltet.

Alles in allem ist "Fairyport" eine schöne, frühe Prog-Scheibe aus Finnland. Neben den Alben von Tasavallan Presidentti gehören die Veröffentlichungen von Wigwam zum Besten, was der skandinavische Prog Anfang der Siebziger hervorgebracht hat. Ich persönlich mag die etwas packendere Musik von Presidentti allerdings lieber!

Anspieltipp(s): Fairyport, Losing Hold
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.5.2004
Letzte Änderung: 6.8.2015
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Wigwam

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1969 Hard'N'Horny 6.00 1
1970 Tombstone Valentine 8.00 1
1974 Being 10.00 1
1975 Nuclear Nightclub 8.00 1
1975 Live Music from the Twilight Zone 9.00 1
1976 The Lucky Golden Stripes And Starpose 5.00 1
1977 Dark Album 6.00 1
2001 Wigwam plays Wigwam 10.00 1

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