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24974 Rezensionen zu 17123 Alben von 6671 Bands.
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Fripp & Eno

No Pussyfooting

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1973 (Remaster-Ausgabe als Doppel-CD mit Bonustiteln 2008 bei DGM)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Ambient; Elektronische Musik
Label: EG Records
Durchschnittswertung: 11.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Robert Fripp guitar
Brian Eno synthesizers

Tracklist

Disc 1
1. The Heavenly Music Corporation 20:52
2. Swastika Girls 18:58
3. The Heavenly Music Corporation   (Bonustitel der Neuausgabe, "reverse") 20:52
Gesamtlaufzeit60:42
Disc 2
1. The Heavenly Music Corporation   (Bonustitel der Neuausgabe, "half speed") 41:49
2. Swastika Girls   (Bonustitel der Neuausgabe, "reverse") 18:54
Gesamtlaufzeit60:43


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


1972 stellte Brian Eno seinem Freund Robert Fripp zwei Revox-Tonbandgeräte vor, die mit einer Gitarre zusammengekoppelt, die steuerbare Soundverzögerung und Tonwiederholung ermöglichten. Diese faszinierende Erfindung wurde von den beiden Musikern auf ihren beiden Alben "No Pussyfooting" und "Evening Star", eingesetzt, lebte dann unter dem Namen Frippertronics Ende der 70er/Anfang der 80er auf Fripps Soloalben weiter, um schließlich als Digitalausgabe desselben Prinzips unter der Bezeichnung "Soundscapes" in den 90ern aufzutauchen.

Dazu sollte man anmerken, dass Fripp & Eno nicht die einzigen waren, die sich mit Gitarrenloops beschäftigten, nicht einmal der Erfinder hiervon scheint eindeutig festzustehen. Fripp blieb wohl aber der bekannteste und aktivste Musiker, der sich mit dieser Technologie auseinandersetzte.

"No pussyfooting" besteht aus zwei langen Tracks, die nicht nur Gitarrenloops zu bieten haben. Der erste, "Heavenly Music Corporation", 1972 aufgenommen, beginnt mit stehenden Sounds der Fripp'schen Gitarre, es folgen hypnotisch klingende Schleifentöne, dann beginnt Fripp darüber zu solieren. Allmählich legen sich immer mehr Gitarrenspuren übereinander, Gitarrentöne kehren mit Verzögerung wieder.

"Heavenly music corporation" wirkt wie ein langes, mehrschichtiges, oft angriffslustiges Solostück von Fripp. Bei Duos bleiben Solostücke jedoch eher Ausnahme. Der zweite Track, "Swastika Girls", beginnt mit einem Sound, der wie eine verzerrte, unter Wasser gespielte Gitarre klingt.Höchstwahrscheinlich handelt sich dabei jedoch um einen VCS3-Synthie. Dazu kommt eine eindeutig gitarrenerzeugte, repetitive Struktur, im Hintergrund hört man ein zweites, weniger dichtes Gitarrenmotiv. Das geht so einige Zeit weiter, nur winzige Details ändern sich, noch eine Gitarrenlinie und ein bassähnliches Motiv kommen hinzu, bis Fripp schließlich zu solieren anfängt.

Heute wirkt "No Pussyfooting" ebenso mutig und kompromißlos wie Anfang der 70er. Musikalisch betrachtet, bleibt dieses Album eine gitarrenorientierte, faszinierende Soloplatte von Robert Fripp, auf der er die meiste Zeit mit Gitarrensolos füllt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 26.4.2002
Letzte Änderung: 29.4.2002
Wertung: 12/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 2)


Im September 2008 erschien No Pussyfooting in einer Remaster-Ausgabe als Doppel-CD mit umfangreichem Bonusmaterial in Form alternativer Versionen der beiden Stücke. Da wären zum einen rückwärts gespielte Fassungen von beiden Stücken, was ich zuerst für einen etwas albernen Gag hielt. Dahinter steckt aber eine etwas kuriose Geschichte: das Album sollte Ende 1973 in der John Peel Radioshow vorgestellt werden, jedoch war das Tonband mit der Musik nicht zurückgespult und wurde daher rückwärts abgespielt. Erstaunlicherweise klingt die Musik immer noch sehr natürlich, so als wäre sie genau so gedacht!

Zusätzlich gibt es The Heavenly Music Corporation noch in einer "half speed version". Auch dies ist nicht nur ein Gag, sondern hat einen interessanten Hintergrund. Im Zeitalter der Schallplatte gab es neben den üblichen Umdrehungszahlen von 33 (für Langspielplatten) und 45 (für Singles) auch Schallplatten, die mit 16 Umdrehungen pro Minute gespielt wurden; hauptsächlich wurde dies für Hörbücher und Sprachkurse genutzt. Gitarrenschüler spielten gerne ihre Lieblingsstücke in dieser langsameren Geschwindigkeit ab, um die Gitarrenparts besser studieren zu können, und tatsächlich hatte dies auch jemand mit No Pussyfooting probiert. Erstaunlicherweise klingt auch diese Version völlig natürlich, als sei sie genau so komponiert worden! Natürlich hat das Stück jetzt einen völlig anderen Charakter, es klingt viel dunkler und mächtiger, streckenweise erinnert es jetzt an die Frühwerke deutscher Elektroniker wie Klaus Schulze.

Auch wer die alte CD-Ausgabe hat, sollte auf die Remaster-Version umsteigen, die Alternativversionen der beiden Stücke sind - zumindest für den "Frippertronics"-Liebhaber - wirklich lohnenswert und keine bloße Spielerei oder Füllmaterial.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.1.2009
Letzte Änderung: 7.1.2009
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Fripp & Eno

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1975 Evening Star 11.50 2
1994 The Essential Fripp and Eno 11.00 1
2004 The Equatorial Stars 10.00 2
2007 Beyond Even (1992-2006) 10.00 1
2014 Live in Paris 28.05.1975 12.00 1

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