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Annexus Quam

Osmose

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1970
Besonderheiten/Stil: Jazz; Krautrock
Label: Ohr
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Uwe Bick Schlagzeug, Gesang, Percussion
Jürgen Jonuschies Bass, Gesang, Percussion
Werner Hostermann Klarinette, Orgel, Gesang, Percussion
Peter Werner Gitarre, Gesang, Percussion
Hans Kämper Posaune, Gitarre, Gesang, Percussion
Ove Volquartz Saxophon
Harald Klemm Flöte, Gesang, Percussion, Luftpumpe

Tracklist

Disc 1
1. Osmose I 4:15
2. Osmose II 3:11
3. Osmose III 10:36
4. Osmose IV 18:20
Gesamtlaufzeit36:22


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 2)


Eine recht umfangreiche Truppe, die sich da unter dem Namen "Annexus Quam" zusammen gefunden hat. Die relativ hohe Anzahl verwendeter Blasinstrumente lässt schon vermuten, dass ein gewisser Jazz Einfluss auf dieser Platte zu hören ist; und tatsächlich ist "Osmose" eine interessante und originelle Mischung aus typischem Kraut/Space-Rock und Jazz.

Im ersten Teil fehlt der Jazzanteil noch weitgehend, es handelt sich um typisch "krautigen" Spacerock mit viel Orgel. "Osmose II" ist dann schon sehr perkussiv, im Anfang sind sogar ein paar Latin-Einflüsse zu hören, dann setzt die typische Kraut-Orgel ein, dazu seltsamer, textloser psychedelischer Gesang - schon eine ungewöhnliche Nummer, leider schon nach knapp über 3 Minuten ausgeblendet.

Am interessantesten sind der dritte und vierte Teil. "Osmose III" beginnt in recht langsamem Tempo, die psychedelischen Orgelschleifen bilden einen interessanten Kontrast zum Bläsersatz, der hier erstmals voll eingesetzt wird. Als hätte die Bläsersektion von Soft Machine mal kurz in der Amon Düül II Kommune reingeschaut und mit denen eine Jam Session abgehalten! Später wird es dann etwas flotter, und krautige E-Gitarre wird von einer furiosen Querflöte begleitet.

"Osmose IV" ist das abwechslunsgreichste und gelungenste Stück auf dieser CD. Nach einem langsamen Klavierintro wechselt dieser Teil zwischen psychedelischen Gitarrensoli, lyrischen Sequenzen mit Flöte, gregorianisch inspirierten Gesangssätzen, von nervös zischelnden Becken begleitet, bis hin zu absoluten Freiformklängen. Und immer wieder setzen die Bläser jazzige Akzente. Bei aller stilistischen Vielfalt wirkt "Osmose IV" dennoch wie aus einem Guss, alles geht nahtlos ineinander über.

Ein dicker Tip für alle, die auf jazzige Klänge stehen!

Anspieltipp(s): Osmose III, IV
Vergleichbar mit: Amon Düül II, Soft Machine
Veröffentlicht am: 27.4.2002
Letzte Änderung: 15.11.2002
Wertung: 12/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


Unser neuer Name "Annexus Quam" kommt aus dem Lateinischen und heisst übersetzt: Verbindung wie. Er charakterisiert damit unsere Musik, in der wir versuchen, auf der Basis von Kollektivimprovisation bestehende und neue Musikformen miteinander zu verbinden.

Musik?

Über Musik: Musik ist die phantasievolle Ordnung von akustischem Material und damit eine Ausdrucksform des Menschen wie die Sprache, die Malerei und die Bildende Kunst. Sie lässt uns teilhaben am Leben und Wirken eines Geistes, der ordnend, belebend und schöpferisch ist. Um diesem Anspruch in der Musik gerecht werden zu können, ist es notwendig, sich von den Formen des Reproduzierens zu lösen und eigene Ideen zu verwirklichen.

Osmose?

Das Stück "Osmose" ist ein musikalischer Prozess, der dem Hörer die Beziehungen der Spieler untereinander aufzeigt, die miteinander kommunizieren. Jeder Musiker ist dabei autonom und trägt durch seinen Beitrag individuell und spontan zum musikalischen Gesamtgeschehen bei.

Annexus Quam kamen aus Kamp-Lintfort und nannten sich zuerst Ambition of Music. Gegründet im September 1967, spielte die Band zuerst zeittypische Beatnummern, bewegte sich dann aber, beeinflusst durch gemeinsame Tätigkeiten mit dem örtlichen Posaunenchor, in Jazzgefilde und integrierte verschiedene Bläser. Ende des Jahrzehnts war aus der Beatband Ambition of Music ein Improvisations-Septett geworden, welches sich vornehmlich in psychedelisch-jazzig-rockigen Gefilden aufhielt und sich in experimentellen Klangschöpfungen übte. Dementsprechend änderte die Gruppe zur Jahrzehntwende ihren Namen und spielte ihre erste LP als Annexus Quam ein. "Osmose" erschien 1970 als neunte Ohr-Produktion.

Schon das Cover von "Osmose" (der Original-LP) war interessant. Da waren vier bunt bedruckte Dreiecke an einem ihrer Schenkel so befestigt, dass sich, je nachdem welches der Dreiecke man auf- oder zuklappte, verschiedene Coverbilder ergaben. Auf der Rückseite der LP legte die Gruppe ihre Geschichte und ihr Konzept dar, aus dem ich eingangs ein paar Auschnitte zitiert habe.

Diesen Zitaten kann man schon so ungefähr entnehmen, dass den Hörer auf "Osmose" eher seltsame und freiere Klänge erwarten. Eine schwebend-meditative, mitunter auch bewegt dahinjammende Mischung aus krautig-psychedelischem Rock, bläsergestütztem Jazzrock, freieren Improvisationen und experimentellen Klangexkursen gibt es in den vier Teilen von "Osmose" zu hören. Die Basis des Ganzen bildet ein floydig-spacig-jazziges Rockfundament, welches die Musik intensiv vorantreibt und über dem sich allerlei schwebende und wabernde Klänge erheben, Blasinstrumente hallend solieren und mitunter auch einige bizarre Gesangseinlagen erklingen. Dazu kommen Abschnitte freieren Klangexperimentierens bzw. verhaltenen Klangschwebens. Beeindruckend ist die instrumentale Vielfalt der Musik, die dabei nie allzu schräg oder wüst gerät, und auch nie in ein zielloses Durcheinander degeneriert. Das Ergebnis ist ein abwechslungsreiches und dichtes Album, welches sicher zu den interessantesten und überzeugendsten Krautrockproduktionen zählt.

Die vier Abschnitte von "Osmose" sind offenbar Teile einer oder mehrerer, vermutlich live im Studio eingespielten Improvisation(en), die nachträglich gekürzt wurde(n). Leider hängen die vier Teile nicht zusammen, sondern werden durch Ausblenden voneinander getrennt. Falls in irgendeinem Archiv der Originalmitschnitt der "Osmose"-Session(s) schlummert, wäre eine CD-Wiederveröffentlichung mit den ungekürzten Nummern interessant. Ansonsten ist "Osmose" eine für Freunde von freieren Klangexkursen sehr empfehlenswerte Scheibe, die in keiner Krautrocksammlung fehlen sollte!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.11.2006
Letzte Änderung: 12.11.2006
Wertung: 12/15

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Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1972 Beziehungen - 1

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