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The Flower Kings
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24551 Rezensionen zu 16784 Alben von 6538 Bands.
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The Flower Kings

Adam & Eve

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2004
Besonderheiten/Stil: RetroProg
Label: Inside/Out
Durchschnittswertung: 8.25/15 (8 Rezensionen)

Besetzung

Daniel Gildenlöw Vocals, Percussion
Roine Stolt Guitars, Keyboards, Vocals
Hasse Fröberg Vocals
Jonas Reingold Bass
Zoltan Csörsz Drums
Thomas Bodin Keyboards

Tracklist

Disc 1
1. Love Supreme 19.50
2. Cosmic Circus 3.00
3. Babylon 2.41
4. A Vampires View 8.50
5. Days Gone By 1.10
6. Adam & Eve 7.50
7. Starlight Man 3.30
8. Timelines 7.40
9. Drivers Seat 18.22
10. The Blade Of Cain 5.00
Gesamtlaufzeit77:53


Rezensionen


Von: Jörg Schumann @ (Rezension 1 von 8)


Roine Stolt hat sich beinahe 2 Jahre Zeit gelassen für Adam&Eve. Um so erstaunlicher ist es, dass es diesmal "nur" ein einfaches Album wurde und keine Doppel-CD. Früher, als der Mann fast jährlich Doppelalben rausblies, wäre aus diesem oeuvre wohl wieder eine DoCD geworden; mit CD1 "Adam" und CD2 "Eve". Doch zur Sache.

Nach Unfold the Future lag die Latte hoch, sehr hoch. Nicht nur meine Wenigkeit hatte dem Album auf den BBS höchste Weihen zuteil werden lassen.

Ich nehme es vorweg: Adam und Eve kann den Vorgänger nicht toppen, schlecht ist das Album aber auch nicht. Doch alles der Reihe nach.

Ich beginne mit den Stücken, die man mit wenigen Worten abtun kann und abtun will: Da wäre Cosmic Circus........nanu, irgendwie haben wir das doch schon mal gehabt.....ach ja, Circus Brimstone, Cosmic lover, the magic circus of zeb, cosmic lodge......Roine Stolt scheinen die Titel auszugehen. Die Musik bringt im übrigen auch nichts Neues. Wirkt irgendwie bekannt und vertraut und ist deshalb mit 3 Minuten Dauer erfreulich kurz. Der Titeltrack ist anfänglich eine ordentliche Metal-/HardRock-Nummer, die zwar gut gemacht ist, aber irgendwie nicht richtig zu den FloKis passt, sondern eher aus der Ecke "Extreme" zu kommen scheint. Allerdings wirds gegen Ende doch noch versöhnlich, wenn Jonas Reingold ein knackiges Basssolo spielt, das Ganze etwas vertrackter, krummtaktiger und dichter wird. Ein Stück, das mit der Zeit wohl immer besser werden wird. In jedem Fall ist es mal was Neues.

Die Freude wird einem allerdings mit der jämmerlichen 08/15-Nummer "starlight man" gleich wieder genommen. Ich wiederhole mich gerne: mit 3:30 erfreulich kurz. Nur das stets solide bis hervorragende Spiel der Band, allen voran von Jonas Reingold, verhindert, dass solches "Unkraut" zum absoluten Ärgernis wird.

"Timelines" beginnt zwar ganz interessant, fetzig und progressiv, doch dann......Stecker raus......Weichspüler rein.......gepflegte Langeweile......, alles schon mal da gewesen. Zu rund, zu wenig Kanten, zu wenig Innovation, irgendwie wird Stolt hier zum George Michael des RetroProg, der den perfekten Progsong komponieren will. Etwas PinkFloyd, eine Prise Jazz, Roine`s relaxte, ultracoole Stimme, zum Schluss nochmals etwas krachenden, schräg-dissonanten Prog (danke!), das war`s..... Zu wenig für 8 Minuten.

"The blade of cain" gefällt mir ganz gut. Zuerst wird Spannung aufgebaut, ein weicher Bass gesellt sich dazu, dann eine weinende Gitarre, erhaben und bombastisch soliert Stolt in gewohnter, gekonnter Manier über dichtem Rhythmusfundament und rollenden Keyboard-/Synthesizersounds. A propos Sound: das Album klingt hervorragend, die Produktion ist sauber und glasklar.

Mit "Babylon" gibt es noch ein kurzes Instrumental, das spannend und zerrend ist und..... gerne etwas länger und ausführlicher hätte sein dürfen.

Ich komme zu den Höhepunkten des Albums.

"A vampires view" beginnt beinahe gruselig mit Kirchenglocken im Wind und gepitchter Keyboardflöte. Ein eindringlicher "Sprechsingender" Daniel Gildenlöw jagt einem eine Gänsehaut über den Rücken. Die progressiven Geister schweben durch die Stube.... um im nächsten Moment durch eine etwas banale Bridge wieder verscheucht zu werden. "I am back at the beginning", ja, das macht Spass. Fette Kirchenorgel, mächtige Drums, das omnipresente, magistrale Organ von Gildenlöw, dann Klavierkadenzen, ein Gitarrensolo, scharrender Bass, eine rollende Hammondorgel, eine Marschtrommel, dann geht es fliessend über in "days gone by", wieder das Klavier, das einen wehmütigen Walzer spielt. Hier jagt ein Höhepunkt den anderen. Neben "Adam & Eve" ist dieser Titel der eigentümlichste, von seiner Art her "neueste" des Albums.

"Drivers Seat", ein aus zwei Teilen bestehender longtrack, schwankt sehr in seiner Qualität. Der instrumentale Anfang ist sehr ansprechend, doch kaum wird gesungen, wirds gewöhnlich. Dann schweigt der Sänger und die Mannschaft legt wieder mit Schmackes los. Das setzt sich so fort. Alles in allem ist das über weite Strecken solide bis gut. Wirklich enttäuscht bin ich nicht, dafür spielen Stolt, Bodin, Gildenlöw, Reingold, Csörsz und Bruniusson einfach zu gut zusammen, beherrschen ihre Instrumente zu perfekt und machen aus jeder noch so durchschnittlichen Komposition ein hörbares Werk. Aber so völlig überzeugt sitze ich nicht im Fahrersitz. Zwischendurch wirds immer wieder hochklassig, wenn das "Orchester" ein instrumentales Feuerwerk zündet, wie so oft auf ihrem Meisterwerk geschehen.

Die zweite Hälfte ab 11 Minuten ist gewöhnlich, ein völlig überforderter Hasse Fröberg presst sich in Höhen, in den er nichts zu suchen hat. Wenigstens lockern instrumentale parts das Ganze auf. Der Schluss ist wieder erste Sahne. Alles in allem ist "drivers seat" aber gute 10 Minuten zu lang.

Last but not least komme ich zum längsten Stück der Platte, welches dieser beinahe seinen Namen gegeben hätte, was dann ja bekanntlich am Widerstand der WeltMusikGemeinde scheiterte: "Love supreme". Neben "Vampire" das stärkste Stück der Platte. Aber auch hier finden sich gewöhnliche Passagen, die das Stück in die Länge ziehen. Doch summa summarum wird hier überdurchschnittlicher Retro-Prog zelebriert, der nicht zuletzt durch die Stilsicherheit der Band selbst in seichten Gewässern nicht Schiffbruch erleidet, dem das zuweilen überambitionierte Organ Hasse Fröbergs nicht wirklich schadet und der "Adam & Eve" ins obere Mittelfeld der FloKis-Alben rückt. Mir persönlich gefällt das Album besser als The Rainmaker, Back in the world of Adventures und weite Teile von Space Revolver und Flowerpower. Zumindest jetzt noch, wo das Album neu ist.

Und den Titel für das hässlichste Album-Cover heimst es auch noch ein, doch das nur am Rande.

Fazit: FloKis-Fans jeglicher Couleur werden diesem Album etwas abgewinnen können. Natürlich kann auch ein Roine Stolt nicht jeden Tag ein Album wie "unfold the future" komponieren, ein bischen näher am Vorgänger hätte Adam&Eve stilistisch aber schon sein dürfen. Dem Album gelingt dennoch der Spagat zwischen dem etwas einfacher-straighteren Rock von Revolver und v.a. Rainmaker und dem komplexeren, teilweise jazz-inspirierten Prog von "unfold the future". Dabei hat es doch sein eigenes Gesicht und mit dem Titelstück und "a vampires view" Innovation bzw. musikalisches Neuland an Bord, das aufhorchen lässt.

Anspieltipp(s): love supreme, a vampires view
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.7.2004
Letzte Änderung: 13.10.2007
Wertung: 10/15

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Von: Jürgen Gallitz-Duckar @ (Rezension 2 von 8)


Aaaaaah - endlich ist es da. Als ausgewiesener Flower Kings Fan, die mich, nebenbei gesagt, nach enthaltsamen Jahren wieder zurück zum Prog-Rock gebracht haben, konnte ich das neue Werk kaum erwarten.

Hat sich die Erwartungshaltung nun erfüllt? Alles in allem - JA. Es ist definitiv ein Floki Album, es hat definitiv gute Stücke, aber es hat leider auch ein paar arge Schwachstellen.

Das beginnt schon mal außen. Ein starkes Cover. Stark für jede 08/15 Heavy-Metal Band. Adam & Eve für 14jährige. Jede Wette - da landen sie bei den großen Märkten sofort wieder in der HM Ecke. Oder anders gesagt - Wenn ich die Band nicht kennen würde, würde ich sie mit diesem Cover nicht mal mit Handschuhen anfassen. Brrrrr!!! Mein Auge isst immer mit und hier übergibt es sich leider.

Musikalisch gehts dafür viel besser weiter. Der Fast-Titel-Track wartet und damit gleich das für mich beste Stück auf dem Album. Erinnert wohlig an Yes und andere Größen from the old time.

Cosmic Circus und Babylon sind beide kurz und gut. Genau diese kurzen Spielereien machen für mich übrigens ne ganze Menge der Flokimagie aus. Diese Mischung aus vertrackten, bombastischen, langen Stücken mit eingängigen, kurzen und/oder instrumentalen Songs.

Weiter zum Vampir. Klasse, ungewöhnlich aber leider auch nicht soooo ungewöhnlich wie ich nach den ersten Rezis hier dachte. Am besten gefällt mir daran eigentlich der Schlußteil und der Übergang zum wundervollen kurzen Days gone by.

Adam poltert ins Ohr. Genau so zartfühlig wie auf dem Cover gibts hier die Hardrockkeule. Nicht so furchtbar wie das Cover schließen lassen könnte, aber auch wieder nicht so gut, dass mans bräuchte. Jonas rettet das Stück mit seinem Bass-Solo.

Starlight Man plätschert dahin, Timelines gefällt dann wieder sehr gut. Schräger Beginn, verhaltenes Gebluese, schöne Solis - guter Song. Herrlich auch das entspannte Bar-Jazz Feeling im Song.

Drivers Seat ist dann wieder recht typisch für nen Floki Langläufer. Viel gute Abwechslung, Melodie, getragene pathetische Teile, exzellente frickelige Bandarbeit nur Hasse kriegt ne dicke Rüge. In diesen Höhen hat er nix verloren weil er da schlichtweg nur mit ner Leiter hinkommt. Übrigens auch im ersten Song ist er wohl der Kreischer vor dem Herrn.

Blade of Cain ist dann ein schöner, ruhig-symphonischer Ausklang.

Fazit - ein alter netter Bekannter ist mir zu Besuch immer willkommen. Hat sich nur ganz leicht verändert, aber ich erkenne ihn immer noch blind.

P.S: Herr Gildenlöw fällt mir weder positiv noch negativ auf. Roine's cooler Gesang ist immer noch ein Floki-Hauptgrund für das Gefallen in meinem Ohr.

Anspieltipp(s): Love Supreme, Timelines, Drivers Seat
Vergleichbar mit: dieser bekannten schwedischen Retro-Prog Band - irgendwas mit Kings im Namen
Veröffentlicht am: 26.7.2004
Letzte Änderung: 22.4.2013
Wertung: 10/15
A Flower ? Aber sicher doch, nur ein paar welke Blätter sind dran

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 3 von 8)


Fädnis suppt aus meinen Boxen. Es ist die alte Flower-Kings-Krankheit. Ja, die Latte lag hoch, aber lag die Latte mit "Fragile" nicht auch hoch? Und sie können's ja! Gott, was war "Unfold the Future" für ein Album! Gut es gab Abstriche, aber warum gerade die beibehalten...

Roine, das war nix. Ich mag dich echt gern, aber schon als ich dir in Pratteln dreimal (!) sagte, daß "Unfold the Future" eure beste Platte ist, schienst du mir nicht zuhören zu wollen. Nix is mehr mit Jazzrock, nix Progressives is mehr zu hörn, nich mal Progressive Rock - gut seien wir fair, es gibt entsprechende Passagen. Aber die sind viel zu dünn gesät. Und die Tatsache, daß es Longtracks normalerweise nur im Progressive Rock gibt, heißt nicht, daß alles, was lang ist, auch Prog ist. "Love Supreme" zum Beispiel ist einfach nur lang ("Garden of Dreams"-Hasser: Finger weg! Da ist "Garden" noch besser)! Gut, für den Liebhaber von 3-Akkord-Prog im 4/4-Takt ist hier einiges geboten, aber der reine Wechsel von E(lektrisch) zu A(kustisch) hat mich noch nie glauben lassen, daß ich Prog vor mir habe, und das klappt auch hier nicht. Zugegeben, "A Vampire's View" (auch noch falsch geschrieben) und "Adam & Eve" sind anders, aber das erstere ist einfach zu effekthascherisch inszeniert, außerdem kann ich es mir einfach viel zu leicht als Reggae vorstellen, und das zweite - na gut, na gut, ja, das is geil. Jonas Reingold basst sich einen ab - aber: wo sonst ist er zu hören? Auf "Unfold the Future" hat er geglänzt, und zwar nahezu ununterbrochen. Hier darf er meist nicht mehr als der Manfred mit seiner Tuba. Schad!

Also: vor dem Kauf genau reinhörn! Das Album enthält gefühlt nur geringen mengen Prog. Anders als Jörg sehe ich es ganz weit unten im Flower-Kings-Katalog (in der oberen Hälfte ist eh' nur "Unfold the Future" und vielleicht "Stardust we are"). Zu vieles ist schon (besser) dagewesen. Schätze, die nächste Tour geht an mir vorbei.

8 Wochen später:

Nun, die Wogen haben sich geglättet, die Aufregung ist vorbei und nicht mal mehr der Hardcore-Fan hört mehr dieses Album. Ich gehöre zwar nicht zu den Leuten, die schon vorsichtig sind, wenn irgendwo "Roine Stolt" draufsteht. Man muß wirklich Respekt haben vor einem, der so viel arbeitet - Gleichklang hin oder her. Ich meine, im Vergleich mit den Paten des Prog, Yes, die alle Jubeljahre mal ein Album vorlegen, das jede dahergelaufene Popoboyband als Talentverschwendung betrachten würde, sind das Tempo und die Qualität, die Roine vorlegt, höchst beachtlich. Mal ehrlich: hätten Yes ein Album wie "Adam & Eve" vorgelegt, würden wir das sogar als Aufwärtstrend werten, oder? (Gott, ich hab so Angst vor dem nächsten Yes-Album! Allerdings: Im Moment sieht es ja ganz so aus, als gäbe es nie wieder eins...) Dennoch: auch nach 8 Wochen höre ich nichts anderes auf der Platte als lange Popsongs. Also doch mehr als nur erster Ärger über den vollständigen Rückzug aus den - weit anregenderen - Jazzgefilden. Ich meine, also wirklich, wenn ich schon solche Passagen höre, wo Roine über einer ständig wiederholten Schlagzeugfigur und einem harmonisch kreisenden Keyboardteppich soliert! Wer da nicht denkt "Prinzip verstanden, weiter im Text"! Gut, über "Unfold the Future" hat man sich auch gestritten, aber nie ging es um die Qualität dieses Albums! Man war sich lediglich uneins darüber, wieviel Jazz der einzelne Progfan so verträgt. Hier ist es ganz anders. Und das ist auch der Grund, warum ich die Platte mit dem Affen frühestens in 8 Wochen wieder auflege...

8 Monate später:

Mittlerweile haben die Flower Kings-Fans "Adam und Eve" zum schlechtesten Album der Band gewählt - zu Recht natürlich! Ratet, was Nummer eins geworden ist: "Unfold the Future" - ebenfalls zu Recht. Vielleicht kommt man jetzt doch ins Grübeln...

8 Jahre später:

Die Flower Kings gibt es nicht mehr, schon seit Jahren nicht. Das Interesse am Fließbandprog stoltscher Prägung war nach und nach geschwunden und "Adam und Eve" wird mittlerweile zur eher schwachen Spätphase der Band gerechnet. Doch offensichtlich will es Roine Stolt nicht auf sich sitzen lassen, dass man von einer schwachen Spätphase der Flower Kings spricht, er will es nochmal wissen und hat für 2012 ein neues Album angekündigt! Man darf gespannt sein, an welche der verschiedenen Flower-Kings-Traditionen er anknüpft.

Anspieltipp(s): "The Devil's Danceschool", "The Truth Will Set You Free". Nein, im Ernst: keine, leider!
Vergleichbar mit: Flowerpower, The Rainmaker
Veröffentlicht am: 26.7.2004
Letzte Änderung: 25.4.2012
Wertung: 6/15
ein echter Rückschritt

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 4 von 8)


Das letzte Flower Kings Album konnte mich ja wirklich begeistern. Und anders als bei seinen Vorgängern schafft es Unfold The Future auch heute noch hin und wieder in die geheiligte Rotationsmechanik meines CD Players. Adam & Eve muss deshalb gegen einen echt harten Brocken anstinken und verreckt deshalb auch gnadenlos.

Etwas unschlüssig höre ich das Album nun schon zum x-ten Male. Nein, ich bin mir mittlerweile sicher, es flutscht einfach nicht. Auch das vielfach so hoch gepriesene A Vampire's View zieht bei mir nicht. Da ist vielmehr der Titeltrack, der mal aufhorchen lässt, weil er endlich mal mit mehr Groove und Tempo als der schnöde Rest daherkommt. Auch die Longtracks können mich keinesfalls bei der Stange halten. Nach einigen Minuten ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich mich anderen Dingen hingebe und mich frage, 'was hörst du eigentlich gerade?'.

Ich spreche nur ungern dieses Fazit aus, doch für mich ist Adam & Eve keineswegs der Paradiesapfel, vielmehr plätschert es wie ein romantisches Bächlein durch den Garten Eden. Dieses Album tut niemandem Weh, überrascht aber auch auf keinem Stück nur annähernd durch wirklich begeisternde Ideen, die letztlich mitreissen könnten. Mir fehlen die spannenden jazzigen Momente des Vorgängers. Als die bessere Flower Kings Veröffentlichung in diesem Jahr schlage ich daher glatt die letzte Karmakanic (Wheel Of Life) als Kaufempfehlung vor.

Anspieltipp(s): Adam & Eve
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 26.7.2004
Letzte Änderung: 17.8.2011
Wertung: 6/15
Zu lahm, zu langatmig, ohne Überraschungen

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 5 von 8)


Eigentlich habe ich immer ein etwas komisches Gefühl, wenn ich etwas über ein Flower Kings-Album schreibe... als absoluter Fanboy, der ich nunmal bin (immerhin habe ich mal gesagt "Die Flower Kings können kein wirklich schlechtes Album machen"), gerät man schon schnell in die Gefahr entweder allzu rosarot lobhudelnd oder - getroffen von Enttäuschung - allzu heftig mit seinen "Lieblingen" ins Gericht zu gehen...

Als Nachfolger des Kritiker- und Rezensentenlieblings "Unfold The Future" musste "Adam & Eve" schon einige Schläge einstecken... was vielleicht nicht verwunderlich ist, nachdem Roine Stolt die bewusste Rückbesinnung auf den melodisch-symphonischen Sound früherer Tage und die Abwendung von allzu jazz-rockigen Elementen angekündigt hat (seine Ausführungen zu diesem Thema auf der Website sind übrigens sehr empfehlenswert!).

"Adam & Eve" hinterlies bei mir beim ersten Hören (nach dem ich den Cover-Schock ;-) überwunden hatte) zugegebenermassen auch ein eher zwiespältiges Gefühl... War das nun gut oder schlecht? War das wirklich ein tolles neues Flower Kings-Werk? Schon diese Fragen zeigen, dass es sich nicht um ein eingängiges Werk handelt, das einen sofort vom Hocker haut... aber heute, nach einigen Durchläufen mehr, hat sich das Bild schon ein Stück weit gewandelt und, wie ich finde, zum Besseren.

Zunächst: Jou, da sind sicherlich einige Titel auf dem Album, die müsste man nicht haben. Wenig überraschend sind das die eher kurzen Werke, aber nicht weil sie kurz sind, sondern weil sie mit ihren nahe an der Popmusik gebauten (belanglosen) Melodien und Harmonien einfach nicht überzeugen können. "Cosmic Circus", "Babylon" und "Starlight Man" sind zwar keine Skip-Kandidaten (am ehesten noch das wirklich ärgerliche "Starlight Man"), aber so richtig "dazu" gehören sie auch nicht. Aber diese Titel machen gerade mal ca. 9 Minuten und ein bisserl was aus!

Dagegen stehen zwei wirklich gute und mitreissende Longtracks in perfekter Flower Kings-Manier: Hymnisch, melodisch, instrumental hochklassig gespielt, yeslastig, (milde) abgedrehte Parts... so wie der Fan seine "Könige" liebt. "Love Supreme" und "Drivers Seat" sind Highlights.

Der Titelsong "Adam & Eve" mit seiner witzigen, comichaften Metalattitüde (ja, auch Roine Stolt kann witzig sein) und das coole, fast schon blueslastige "Timelines" mit wunderbaren Gitarren sind ungewöhnliche, unterhaltsame Farbtupfer auf diesem Album. Auch der hymnisch-melodische Abschluss "The Blade Of Cain" erweist sich als unterhaltsamer Titel, der das Album würdig abschliesst.

Bleibt noch: "A Vampires View".... tja, dies ist natürlich kein Flower Kings-Song, macht aber nix. Dieses absolut obercoole und mit der Zeit immer mehr faszinierende Mini-Musical (es braucht wirklich etwas Zeit!) mit dem zugegebenermassen hier vollkommen begeisternden Daniel Gildenlöw an den Vocals ist ein echtes Schmuckstück. Diese Atmosphäre ist eigentlich kaum noch zu toppen.

Damit gibt es hier weit über eine Stunde gute Musik, dass ist nicht so schlecht, würde ich sagen. Auch wenn die einzelnen Tracks sicherlich nicht die Klasse der "Übersongs" von "Stardust We Are" oder "Retropolis" erreichen.

Fazit: Die musikalischen Leistungen der Band sind wie immer über alle Zweifel erhaben. Roine Stolt lässt die Gitarre einige Male sehr schön fliegen, leider singt er ziemlich wenig, was schade ist, da dies irgendwie ein "Trademark" der Flower Kings ist. Ich finde Hasse Fröbergs Gesang gelegentlich auch etwas daneben, aber es ist keineswegs so schlimm, wie weiter oben gelegentlich zu lesen. Daniel Gildenlöw bleibt für mich (glücklicherweise) relativ unauffällig und "banddienlich", vom seinem transsylvanischen Höhepunkt mal abgesehen. Fans von Alben wie "Stardust We Are", "Retropolis" oder auch "The Rainmaker" dürfen sich über ein Album genau nach ihrem Gusto freuen und möglicherweise wird dies eine Vielzahl von Flower Kings-Fans sogar für richtig gut halten...

Anspieltipp(s): Love Supreme
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.8.2004
Letzte Änderung: 6.9.2007
Wertung: 9/15
...unter vielen guten Flower Kings-Alben wohl das schwächste...

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Von: Christian Rode @ (Rezension 6 von 8)


Manchmal harmonieren Verpackung und Inhalt einfach wunderbar. Eine solche Sternstunde der Verpackungskunst eröffnen die Flower Kings mit ADAM & EVE. Das Album hat für mich den Charme eines amerikanischen Comics oder B-Movies der 50-er Jahre, wenngleich die Musik - natürlich - typischer, eingängiger Retroprog ist. Die Songs stehen dabei mehr in der Tradition von RAINMAKER als von UNFOLD THE FUTURE. Letzteres wurde mit ADAM & EVE (und den nachfolgenden Alben) als Irrweg in der Entwicklung der Flower Kings ausgewiesen.

Ich empfinde das Album als kurzweilig und stilistisch vielseitig: sei es das stark Yes-mäßige Love Supreme, das allerdings einfach kein Ende finden will; das comichaft-skurile A Vampires View (inkl. Nachklapp Days gone by); der groovige Longtrack (mit allem drin und dran und doch zu lang...) Drivers Seat; das comichafte (!), hardrockige Titelstück; aber auch das elegant-relaxte bis furiose Timelines; das poppige Starlight Man; und schließlich last not least der Erwähnung wert, die nur 3-minütige zauberhafte Hymne Cosmic Circus. Einfach eine gelungene Mischung und als Ganzes ein stimmiges Album.

Nach dem auf mich zu langatmig, zerfasert und stellenweise unmotiviert jazzig wirkenden UNFOLD THE FUTURE bin ich von den Flower Kings doch wieder ganz angenehm überrascht.

Anspieltipp(s): Timelines, Cosmic Circus
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.8.2004
Letzte Änderung: 19.10.2013
Wertung: 11/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 7 von 8)


Langatmig, zerfasert, unmotiviert - diese Schlagworte aus der vorhergehenden Rezension nehme ich gerne auf. Aber anders als Kollege Christian nicht für "Unfold the Future", sondern für "Adam & Eve". Denn gegenüber seinem genialen Vorgänger ist dieses Album in jeder Hinsicht ein Rückschritt. Aber nicht etwa zu anderen hervorragenden Werken der Band wie "Retropolis", sondern leider zum unseligen "The Rainmaker", dem für mich bisher schwächsten FloKi-Album. Über weite Strecken ist mir "Adam & Eve" einfach zu glatt und süßlich, da können auch das einigermaßen originelle, aber etwas effekthascherische "Vampire's View" oder das krampfhaft-hardrockige Titelstück nichts dran ändern. An einigen Stellen nervt mich außerdem der affektierte Gesang, vor allem beim schon von anderen Rezensenten erwähnten "Driver's Seat".

Zwar würde ich "Adam & Eve" nicht als totalen Reinfall bezeichnen, aber verglichen mit "Unfold the Future" oder "Retropolis" bietet es doch nur biedere Hausmannskost.

Anspieltipp(s): Driver's Seat
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.8.2004
Letzte Änderung: 7.8.2004
Wertung: 7/15

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Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 8 von 8)


Nach den eher schlechten Kritiken hatte ich lange mit dem Kauf dieser CD gezögert. Da ich sie aber recht preiswert erwerben konnte, griff ich zu.

Nun ja, positiv finde ich die Kürze. Endlich mal kein Doppelalbum mit ewiglangen Titeln, die zusammengestückelt klingen, sondern recht kurze, griffige Songs.

Allerdings greifen sie dafür zu tief in die Rubrik "Süss" und "kitschig". Der Opener klaut zu sehr bei YES, ist instrumental auch gar nicht so schlecht, nur der Sänger kann das Niveau nicht mithalten. Es folgen mit "Cosmic Circus" (zu viel "Tormato" gehört?) und "Babylon" kurze, schwülstige Tracks, wobei letzterer noch ganz nett vor sich hin groovt. Mit dem gelobten "A vampyres view" kann ich auch nicht so viel anfangen. Er beginnt zwar ganz gut, wandelt sich aber schnell in einen Song, der besser in einem Musical zu diesem Thema passen würde. Mir ist das zu theatralisch, gerade auch vom Sänger.

"Adam & Eve" gefällt mir in seiner hardrockigen Schlichtheit sogar. "Starlight man" - ups ist das hier PENDRAGON mit besserem Sänger? "Timeless" beginnt wirklich klasse, mit KING CRIMSON-Touch, wird aber schnell zu Kitsch pur. "Drivers seat" ist mal wieder ein typischer FK-Longtrack, gefällt mir aber, ebenso wie der letzte Titel.

Insgesamt finde ich die CD sehr durchwachsen. War mir "Unfold the future" zu bemüht "progressiv", sind sie auf dieser CD etwas zu sehr in die Gegenrichtung gependelt. Mein Rat an Stolt bleibt also erhalten. Lieber etwas weniger Output, dafür aber mit mehr Substanz. So bleibt das zwar ein nettes, aber nur selten in den Player gelegtes Scheibchen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.1.2005
Letzte Änderung: 7.1.2005
Wertung: 7/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Flower Kings

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1995 Back in the world of Adventures 10.67 3
1996 Retropolis 11.40 5
1997 Stardust We Are 12.00 4
1998 Scanning The Greenhouse 11.00 2
1998 Edition limitée Québec 1998 7.00 2
1999 Flowerpower 8.20 6
2000 Alive on Planet Earth 12.00 2
2000 Space Revolver 10.17 6
2000 Fan Club CD 2000 7.00 2
2001 The Rainmaker 8.40 5
2002 Unfold the Future 10.36 12
2002 Live in New York - official bootleg 10.00 2
2002 Fan Club CD 2002 10.00 2
2003 Meet the Flower Kings: live recording 2003 11.25 4
2003 Meet the Flower Kings: live recording 2003 (DVD) 8.33 3
2004 BetchaWannaDanceStoopid!! 10.50 3
2005 Fan Club CD 2005 (Harvest) 8.50 2
2006 Instant Delivery (DVD) 10.00 2
2006 Paradox Hotel 8.50 6
2007 The Sum of no Evil 9.20 5
2007 The Road Back Home 7.67 4
2008 Carpe Diem 10.33 3
2011 "Tour kaputt" Live 11.00 2
2012 Banks Of Eden 8.00 4
2013 Desolation Rose 7.20 5
2017 A Kingdom Of Colours 12.00 1

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