SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
21.4.2018
Holger Czukay - Movies
20.4.2018
HeKz - Invicta
TesseracT - Sonder
19.4.2018
The Grandmothers of Invention - Live in Bremen
Robert John Godfrey - 70th Birthday Concert with The Enid. Live at Union Chapel
RTFACT - Life Is Good
18.4.2018
WorldService Project - Serve
The Pink Mice - in Synthesizer Sound
Dry River - Circo de la Tierra
17.4.2018
Homunculus Res - Della stessa sostanza dei sogni
Forever Twelve - Home
Metaphor - Entertaining Thanatos
16.4.2018
Delusion Squared - Anthropocene
Roxy Music - For Your Pleasure
The Pink Mice - in action
Perfect beings - Vier
Metaphor - The Sparrow
15.4.2018
radio massacre international - zabriskie point
ARCHIV
STATISTIK
24538 Rezensionen zu 16776 Alben von 6533 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Campo di Marte

Concerto Zero - Live 1972/2003

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2003
Besonderheiten/Stil: live; Klassischer Prog
Label: Vinyl Magic
Durchschnittswertung: 9/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Enrico Rosa Guitars, Vocals
Paul-Richard Ursillo Bass (CD 1)
Alfredo Barducci Organ, French Horn, Flute (CD 1)
Mauro Sarti Drums, Flute, Vocals
Carlo-Felice Mareovecchio Drums, Vocals (CD 1)
Eva Rosa Recorders, Synthesizer (CD 2)
Alexander-Matin Sass Piano, Synthesizer, Organ (CD 2)
Maurillo Rossi Bass (CD 2)

Tracklist

Disc 1
1. Prologio Parte 2 (Settimo Tempo) 7:55
2. Alba (Secondo Tempo) 12:32
3. Epilogo (Quarto Tempo) 5:42
4. Prologio Parte 1 (Quinto Tempo / Sesto Tempo) 5:27
Gesamtlaufzeit31:36
Disc 2
1. Primo Tempo / Settimo Tempo 10:02
2. Back in Time 3:26
3. Bluesy Rocky 6:07
4. Italian Irish 5:02
5. Secondo Tempo 4:07
6. Terzo Tempo / Quarto Tempo 8:13
7. Rock Barock 2:45
8. Outro 3:51
Gesamtlaufzeit43:33


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 2)


Diese Doppel-CD, die aber zum Preis von einer Einzel-CD verkauft wird (werden sollte), bietet zwei Konzertmitschnitte von Campo Di Marte. Auf CD 1 gibt es eine Aufnahme aus dem Jahre 1972 zu hören, die in Florenz auf dem "Space Electronic"-Festival gemacht wurde und als Promo für die Plattenvertragssuche verwendet wurde. Die einzige davon gepresste LP wurde nach Abschluss des Vertrags mit United Artists an Enrico Rosa zurückgegeben, der sie einem Freund vermachte, bei dem sie fast 30 Jahre in einer Schublade lag, ehe sie hier nun erstmals einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Auf CD 2 gibt es dagegen ein Mitschnitt eines Konzerts (allerdings ohne Publikum) der reformierten Band aus dem Jahre 2003 zu hören.

Der Mitschnitt aus dem Jahr 1972 zeigt die Band in ihrer Blütezeit, kurz bevor sie sich an die Aufnahmen zu ihrer ersten und einzigen LP machten. Das vorgestellte Material ist daher in seiner Gesamtheit auch auf "Campo di Marte" zu finden. In Klammern ist oben in der Titelliste angegeben, um welchen späteren Albumtrack es sich jeweils handelt. Leider ist die Klangqualität dieser CD sehr schlecht (durchschnittliches Bootleg). Trotzdem dürfte es denjenigen, die die Studioscheibe kennen, keine Schwierigkeiten bereiten, die Stücke wiederzuerkennen. Etwas rauher (soweit man das bei dem Klang beurteilen kann), verspielter und improvisierter kommt die Musik live herüber. Alles in allem gibt es hier tollen klassischen Prog, bei dem besonders der Einsatz von Flöte und Waldhorn als sehr charakteristisches Merkmal heraussticht. Wenn der Klang nicht so schlecht wäre, wäre dies ein hervorragendes Live-Dokument der Gruppe.

Ganz anders CD 2. Die Klangqualität ist erstklassig. Wie extra in Booklet vermerkt, ist dies kein Konzertmitschnitt, sondern eine Live-im-Studio-Aufnahme, da es der Band nicht möglich war, eine Aufzeichnung ihres Konzerts vom Vortag zu verwirklichen. Die Gruppe, der nur noch zwei Mitglieder der 70er-Jahre-Formation angehören, bietet eine Mischung aus alten Stücken von "Campo di Marte" und neueren Nummern. Sehr hardrockig sind die neuen Versionen von "Campo di Marte" geraten, dominiert vom E-Gitarrenspiel von Enrico Rosa, seinem kraftvollen Gesang und der Orgel von Sass, allerdings klanglich wunderbar aufgelockert durch das Blockflötenspiel von Eva Rosa, gelegentlichen Ausflügen am Klavier und diversen im Hintergrund dahinwabernden Synthesizerklängen. Mitunter lässt Enrico Rosa dabei an der Gitarre ganz schön "die Sau raus" (am Anfang von "Terzo Tempo" z.B., oder der wilden Bach-Verrockung "Tertio Tempo/"Rock Barock"). Wenn er allerdings zur Akustikgitarre greift, wird es folkig-beschaulich bzw. jazzig ("Back in time", "Italian Irish", "Secondo Tempo", letzteres mit einer Einlage von Eva Rosa am Wind Controller, einem Blasinstrumente immitierenden Synthesizer, die täuschend echt nach Waldhorn klingt). Einzig der Bluesrocker "Bluesy Rocky" fällt etwas aus dem Rahmen und passst nicht zum Rest der Scheibe.

Die zweite CD in diesem Set beinhaltet erstaunlich frische, abwechslungsreiche und mitunter ziemlich krachige Musik, die man (ich) den alten Herren und Damen fast nicht mehr zugetraut hätte. Trotzdem ist "Conzerto Zero" wohl nur für diejenigen wirklich interessant, die "Campo di Marte" schätzen und sei daher nur als Sammlungsergänzung empfohlen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.9.2004
Letzte Änderung: 22.5.2006
Wertung: 9/15

Zum Seitenanfang

Von: Kristian Selm (Rezension 2 von 2)


Campo Di Marte gehören zu jenen Bands, die leider nur sehr kurz existierten, aber dennoch einen bleibenden Eindruck hinterließen. 1971 vom Gitarristen Enrico Rosa und Schlagzeuger / Flötist Mauro Sarti gegründet, veröffentlichte die Band aus Florenz 1973 ihr einziges, sehr starkes Album beim Major United Artists, um sich jedoch bereits ein Jahr später wieder zu trennen. Doch manches mal erfährt die Geschichte eine völlig unerwartete Fortsetzung, denn seit 2003 ist die Band mit diesen beiden Gründungsmitgliedern wieder aktiv. Passend dazu gibt es mit "Concerto Zero" ein jahrzehnteübergreifendes Tondokument, welches Aufnahmen von 1972 und 2003 vereint.

Die erste CD enthält einen lediglich etwas über 30-minütigen Livemitschnitt aus dem Jahr 1972, noch bevor Campo Di Marte ihren Plattenvertrag unterschrieben. Die Aufnahmequalität ist in den Bereich ?historisch? einzuordnen, sprich hier bekommt man bestenfalls ordentliche Bootlegqualität geboten, muss man sich mit Übersteuerungen, Rauschen, einem recht unausgewogenen Gesamtklang auseinandersetzen. Lauscht man jedoch durch die Störgeräusche durch, gräbt sich tiefer in die Songsubstanz vor, so wird erkennbar, warum Campo Di Marte bei United Artists erfolgreich vorstellig wurden. Die inhaltliche Substanz der sehr rauen Mischung aus jeder Menge expressivem Hard Rock, frühem Progressive Rock, etwas Blues Rock und vor allem ausladenden Soloparts überzeugt ebenso wie die spielerische Ausführung. Im Gegensatz zu anderen Bands aus Italien bevorzugten Campo Di Marte eine weniger verspielte, eher direkte Version des Progressive Rocks aus Bella Italia. Nur selten schlägt die sonst typisch italienische Komponente mit euphorischen, überladenen Emotionen oder verspielten, lyrischen Momenten zu. Kreischende Gitarren, sorgfältig eingewobene Flöten- und Orgeltöne bestimmen den Sound der Band, der Gesang spielt eher eine untergeordnete Rolle. Mit einem völlig überdrehten Klangchaos enden die Aufnahmen sehr abrupt und unerwartet.

Bei den aktuellen Aufnahmen der neuen Besetzung handelt es sich um fast rein instrumentale Liveeinspielungen ohne Publikum, sprich die Aufnahmen wurden direkt und ohne jegliche Nachbearbeitung unter Konzertbedingung auf Tonträger gebannt. Zum Teil wurde das ursprüngliche Material von 1973 neu arrangiert, zum Großteil handelt es sich jedoch um neue Songs, allesamt von Enrico Rosa komponiert. Geblieben ist der direktere Ansatz, der immer noch Inspiration durch Hard und Progressive Rock mit leichten Blues-Ansätzen erkennen lässt, jedoch fließen vor allem durch Eva Rosa an diversen Blasinstrumenten klassische, wesentlich pastoralere Einfälle ein. Der Gesamtsound von Campo Di Marto anno 2003 wirkt einerseits folkiger, verspielter, nimmt aber andererseits ebenso relaxte Rock-Elemente auf. Dennoch ist eine eindeutige Verknüpfung mit den 70ern offensichtlich, die Interpretation des Quintetts klingt somit zwar nach Vergangenheit, bietet aber keineswegs nur verstaubte Zitate. Als Bonus bekommt man noch einen von Videokamera aufgenommenen Livetitel des Reunionkonzertes, der aber vom Sound her leider ebenfalls in die Kategorie grausiger Bootleg einzuordnen ist.

Rein von der Laufzeit her hätte das gesamte Material dieses Doppelalbums locker auf eine CD gepasst, Campo Di Marte entschieden sich aber wohl aufgrund der historischen Trennung für 2 CDs. Entschädigt wird man dafür durch eine ansprechend gestaltete Verpackung des digitalen Doppelpacks. Zwei Booklets mit ausführlichen Erklärungen in Englisch zur Entstehung der einzelnen Aufnahmen, diverse Bilder und ein aufklappbarer Pappschuber in Mini-LP-Format geben dem Inhalt eine vorzügliche Heimat. Bleibt abzuwarten, ob in absehbarer Zeit vielleicht doch noch ein reguläres Studioalbum hinterher gelegt wird.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.5.2006
Letzte Änderung: 6.3.2012
Wertung: 9/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Campo di Marte

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1973 Campo di Marte 11.33 3

Zum Seitenanfang

© 1999-2018; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum