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Zinkl

The Temptations of St.Anthony

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2004
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Prudence/BSC
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Anton Zinkl keyboards,synthesizers

Gastmusiker

Silas Toball drum solo (2)

Tracklist

Disc 1
1. The Lucifer Affair 21.10
2. The Dance of the drunken angels 6.15
3. The Time Machine 14.24
4. The Temptations of St.Anthony 7.20
Gesamtlaufzeit49:09


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @


Auf seiner siebten (wenn man das Album mit Alquimia mitrechnet) CD beschäftigt sich der musikalische Einzelkämpfer Anton Zinkl mit einem vergangenen Teil unserer Geschichte, genauer gesagt mit dem Mittelalter. Von dieser Rückbesinnung zeugen nicht nur das Cover zierende Motive aus jener Zeit und die Tracktitel. Auch in der Musik, die teilweise bereits 1994 komponiert wurde, schimmern bisweilen längst vergangene Zeiten durch. Nichtdestoweniger klingt die Musik von Zinkl alles andere als angestaubt. Mir scheint jedoch, dass Zinkls Einfälle teilweise, wie z.B. in "The Lucifer Affair", etwas sparsamer verteilt sind, so dass eine zeitweilige Entspanntheit in seiner Musik feststellbar ist. "The Lucifer Affair" könnte also vielleicht diejenigen Kritiker versöhnlicher stimmen, die bisher über die angeblich überladene Musik von Zinkl geklagt haben. Dafür bietet "The Time Machine" wieder die charakteristisch kurzweilige Abfolge von verschiedensten Themen und Stimmungen.

Das Besondere an der elektronischen Musik von "The Temptations of St.Anthony" ist die Tatsache, dass auch klassischer Prog der 70-er sowie moderne und die ganz alte Klassik hierfür stilgebend waren. Auch einige jazzige Einsprengsel können ausgemacht werden. Angesichts der oft auftauchenden Hammond-Orgelklänge und Keyboardläufe kommen mir wiederholt die Tastenzauberer des klassischen Prog in den Sinn. In jenen Takten von "The Dance of the drunken angels", die so klingen, als würde der Hörer sie mit einem benebelten Verstand wahrnehmen, beweist Zinkl auch noch Humor.

Unter dem Strich ist Zinkl eindeutig sich selbst treu geblieben: Eine dezent dunkle Stimmung gehört schon dazu, ebenso der ständige Wechsel zwischen orchestralen und introvertierten Passagen. Romantische Momente werden von bedrohlichen oder stolzen Motiven abgelöst, neben avantgardistischen Akzenten stößt man kurz auf elektronische Chöre, oder auf hübsche kleine Melodien, die mehrere Jahrhunderte alt sein könnten. Auf "The Lucifer Affair" wird der Hörer sogar von einem progrockigen Riff überrascht.

Für einige scheinen Zinkl's rastlose musikalische Sprünge zu viel des Guten zu sein. Mir kommen diese Stücke aber gar nicht unentschlossen vor, vielmehr glaube ich darin lange, mit vielen Nebengeschichten versehene Erzählfäden ausmachen zu können. Offenbar ist die Musik von Zinkl für viele Elektronik-Hörer zu dicht, viele Rock-Konsumenten werden dagegen ihre Liebe Mühe mit einigen für ihre Hörgewohnheiten vielleicht allzu sterilen Sounds haben.

Wer sein Schubladendenken aber ablegen kann, wird auf dieser CD mit überdurschnittlichem Einfallsreichtum und viel Originalität belohnt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.10.2004
Letzte Änderung: 29.10.2004
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Zinkl

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1994 No snaildance, please 10.50 2
1995 Lovely Night Creatures 10.00 2
1997 Plexus Andromeda 8.67 3
1999 Circus Maximus 8.67 3
2002 Dance music for insects 11.00 3
2014 Cockaigne 10.00 1

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