Mythos
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Ohr |
| Durchschnittswertung: |
10.5/15 (2 Rezensionen) |
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Besetzung
| Harald Weisse |
Bass, Kontrabass |
| Thomas Hildebrand |
Drums |
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| Stephan Kaske |
Flute, Guitar, Vocals, Keyboards |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Mythoett
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3:08
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| 2. |
Oriental Journey
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8:16
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| 3. |
Hero's Death
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9:47
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| 4. |
Encyclopedia Terra Part 1
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10:17
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| 5. |
Encyclopedia Terra Part 2
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7:24
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| Gesamtlaufzeit | 38:52 |
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Rezensionen

Das Debut-Album von Mythos ist meiner Meinung nach eine der interessantesten und abwechslungsreichsten Veröffentlichungen des Ohr-Labels und bietet eine gelungene Mischung aus Psychedelischem, Space- bzw. HardRock und klanglichen Experimenten. Mythos war schon 1969 von Stephan Kaske, Thomas Hildebrandt und Harald Weisse gegründet worden, ehe man, nach ausgiebiger Live-Tätigkeit, von Ohr unter Vertrag genommen wurde. 1972 erschien der hier besprochenen, selbstbetitelte Erstling.
Die Scheibe beginnt mit "Mythoett", einer kurzen Bearbeitung von Händels "Feuerwerksmusik" für Flöten, Bass und Schlagzeug. Nett! Mit "Oriental Journey" betritt der Hörer dann orientalisch-psychedelische Gefilde. Das Stück, dass nach Aussage der Gruppe die Glückseligkeit nach Drogengenuss beschreibt, ist ein recht angenehmes Klanggewebe aus akustischen Gitarrenklängen, Sitar, hallendem Piano, warm brummendem Bass, dezenter Flöte, exotischer Perkussion und Schlagzeug, unterlegt mit seltsamen Klangeffekten und entrücktem Gesang. Mit "Hero's Death" wird es dann hardrockig und spacig. Die Becken hallen und ein aufsteigendes Synthesizerwabern deutet die Richtung der Musik an: Ins All. Gitarre und Bass setzen, sich langsam steigernd, ein, repetitiv, drohend schrammelnd, psychedelisch verzerrt und dazu ertönt wieder der entrückte Gesang, der zudem so klingt, als würde er durch ein Megaphon gesungen. Es entwickelt sich ein flotter spaciger Jam, bis plötzlich die Musik ruhiger wird, eine elegische Flöte einsetzt, begleitet von zischenden Beckenklängen und Mellotronstreichern. Die E-Gitarren setzen dann wieder jaulend ein und bringen das Stück, nach einem langen, psychedelischen Freispielteil, wieder vom Gesang begleitet zu Ende. Klasse!
Das lange, zweiteilige "Encyclopedia Terra" schliesst die Platte dann ab. Hier geht es um einen Zeitreisenden, der sich 32 mal um hundert Jahre in die Zukunft schicken lässt, um schliesslich festzustellen, dass kein Leben mehr auf der Erde existiert, da die dumme Menschheit sich selbst vernichtet hat (diese Geschichte wird zumindest am Ende von Part 2 erzählt). Das Stück ist ein rund 18 minütiges Konglomerat aus krautigen Trioimprovisationen von E-Gitarre, Bass und Schlagzeug, Tonbandeinspielungen, Geräuschen, Flöte, Mellotronklängen und Synthesizerdröhenen. Sehr gelungen ist eine Sequenz gegen Ende des ersten Teils, die einen Krigsschauplatz darstellt. Sirenengeheul vom Synthesizer, "Maschienengewehrknattern" vom Schlagzeug, "Schüsse" von der E-Gitarre und der dröhnende Bass erzeugen ein durchaus beeindruckendes, martialisches Szenario. Im zweiten Teil wird es friedfertiger, die Flöte und diverse Mellotronsounds gewinnen die Oberhand und verabschieden schliesslich den Zeitreisenden in die Ewigkeit.
"Mythos" ist eine durchaus interessante Scheibe, der zwar auch diese bedeutungsschwangere Kopfigkeit vieler Krautrockproduktionen anhängt (siehe die Geschichte hinter "Encyclopedia Terra"), die aber alles in allem sehr abwechslungsreich geraten ist und vor allem durch das perfekte und schwungvolle Zusammenspiel der Instrumente überzeugt. Für Krautrock-Interessierte sei "Mythos" daher dringend empfohlen!
| Anspieltipp(s): |
Encyclopedia Terra |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
8.10.2004 |
| Letzte Änderung: |
15.3.2005 |
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Mythos klingen auf ihrem Debüt so, als ob sie gerade einen Selbsterfahrungstrip in den Hindukusch hinter sich gebracht hatten, bevor sie sich für die Aufnahme ihres Debüts in die heiligen Hallen von Dieter Dierks begeben hatten, um diese "bewusstseinserweiternden" Erfahrungswerte in ihren psychedelischen Krautrock zu transferieren. Im teutonisch geprägten Space-Psychedelic-Sound ist der Band ein Rohdiamant des Krautrocks gelungen. Nichts ist perfekt und bis in das letzte Detail ausgeklügelt, was wohl gar nicht im Sinne der Band war. Eine erfrischende Spontaneität und ein hypnotisch-kriechender Entdeckungsgeist zeichnen die Songs des Erstlings von Mythos aus. Etwaige Holprigkeiten werden in sprudelnder Lebendigkeit sofort in das Gegenteil gekehrt und zu improvisationsfreudigen Tugenden auserkoren.
Der verzerrte Anti-Gesang von Stephan Kaske reiht sich homogen in das sich entlang schlängelnde Klanggebräu ein. Süßliche Melodien passen nun gar nicht zu diesem Stil. Dennoch offerieren Mythos trotz aller versponnenen musikalischen Freizügigkeiten wohl durchdachte Ruhepole, um dann gleich wieder zum großen Schlag auszuholen.
Nach dem von quirligem Flötenspiel dominierten Opener "Mythoett" entführt "Oriental Journey" nachfolgend in fernöstliche Klangwelten. Nach diesem meditativen Krautrocker gewährt der nachfolgende Titel "Hero's Death" die volle Space-Psychedelic-Breitseite. Viele Namen können bei der Beschreibung des Stils von Mythos genannt werden. Hier bietet die Band in entfesselter Manier eine Heavy-Blues-Version der frühen Pink Floyd. Das hört sich so an, als ob die Briten um Waters & Co. zusammen mit Iron Butterfly gejammt hätten.
Ganz unvermittelt tritt dann ein von zartem Mellotron getragener Part in den Vordergrund, um dann wieder im ungeschliffenen Psychedelic-Sound zu versinken. Der Erstling von Mythos wandelt unbeirrt zwischen den verschiedenen stilistischen Gegenpolen und versteht es, einen kraftvollen Psychedelic-Sound mit elegischen Klangflächen zu verschmelzen.
| Anspieltipp(s): |
Hero's Death |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
5.4.2010 |
| Letzte Änderung: |
5.4.2010 |
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