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Wigwam

Being

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1974
Besonderheiten/Stil: Jazzrock / Fusion; Klassischer Prog
Label: Love Records
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Pekka Pohjola Bass, Violin, Piano, Mini-Moog
Jukka Gustavson Pianos, Organs, Mini-Moog, VCS 3, Vocals
Ronnie Österberg Drums, Percussion, Vocals
Jim Pembroke Lead Vocals, Sermon, Piano

Tracklist

Disc 1
1. Proletarian 2:16
2. InspiRed Machine 1:21
3. Petty-Bourgeois 3:39
4. Pride of the Biosphere 2:31
5. Pedagogue 9:28
6. Crisader 4:45
7. Planetist 3:18
8. Maestro Mercy 2:17
9. Prophet 6:02
10. Marvelry Skimmer 2:28
Gesamtlaufzeit38:05


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Ganze drei Jahre haben sich Wigwam zeitgelassen um den Nachfolger von "Fairyport" zu präsentieren. "Being" - ihre vierte LP erschien erst 1974. Nach deren Veröffentlichung brach Wigwam bald auseinander. Pohjola (der seitdem solistisch tätig ist) und Gustavson gingen ihrer Wege, Pembroke und Österberg führten die Band weiter, die sich dann mit "Nuclear Nightclub" anschickte die progmusikalischen Gefilde zu verlassen.

Wie schon auf "Fairyport" kann man die einzelnen Stücke aufgrund der Autorenschaft in Gruppen einteilen. Gustavsons Kompositionen ("Proletarian", "InspiRed Machine", "Pedagogue", "Crisader" und "Prophet"), die den Grossteil der Spielzeit ausmachen, sind recht komplexe Prognummern auf Jazzbasis, dominiert von Gustavsons Spiel an Orgel, E-Piano und anderen Tatseninstrumenten, Pohjolas charakteristischem Bass und Österbergs vielseitiger Perkussion. Die Nummern sind mitunter aufwendig instrumentiert (wie das lange "Pedagogue", in dem eine handvoll Gastbläser zum Einsatz kommt) und haben eine gewisse klanglichen Verwandschaft zur Canterbury-Szene. So recht passt Pembrokes kräftige, etwas nölige Stimme nicht in diese filigranen Kompositionen und wirkt eher störend. Besonders erwähnenswert ist Pekka Pohjolas knackig-wummerndes Basspiel in "Prophet" und das schöne Solo von Gustavson am perlenden E-Piano in "Pedagogue". Das kurze "Planetist" von Pojhola unterscheidet sich nicht sonderlich von Gustavsons Stücken und bietet symphonisch-jazzrockige Klänge mit ausgiebigen Saxophonlinien vom Gast-Saxophonist Pekka Pöyry (von Tasavallan Presidentti).

Pembroke ist, wie schon auf "Fairyport" für die Songs zuständig. Die drei von ihm komponierten Nummern sind recht poppige, geradlinige Rocknummern, die entweder leicht kitschig-affektiert geraten sind ("Maestro Mercy", "Marvelry Skimmer") oder ins Alberne abgleiten ("Petty-Bourgeois"). Letzteres hat einen gewissen Zappaesque-parodistischen Anstrich, der recht gut zu dem darauffolgenden, eigenartigen, von Gustavson und Pohjola komponierten "Pride of the Biosphere" passt, das zu Orgelbegleitung einen langen, absurden Sermon bietet. Ich habe mir nicht die Mühe gemacht zu verstehen, was da vorgetragen wird (alle Sprach- und Gesangeskunst auf dieser Scheibe ist in Englisch gehalten), aber schon der kalauerige Tonfall des Rezitanten lässt vermuten, dass der Text nicht viel Sinn macht.

Bei diesen musikalischen Gegensätzen ist es nicht verwunderlich, dass die Band bald nach Erscheinen von "Being" zerfallen ist. Schade, dass sich mit Pembroke die "Pop-Fraktion" durchgesetzt hat. "Being" ist trotzdem eine gelungene, wenn auch etwas unausgeglichene Scheibe, die zumindest mit Gustavsons und Pohjolas Nummern hervorragenden skandinavischen Prog bietet. Neben "Fairyport" ist "Being" wohl die interessanteste Wigwam-Scheibe. Schönes Cover!

Anspieltipp(s): Prophet
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.11.2004
Letzte Änderung: 5.2.2007
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Wigwam

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1969 Hard'N'Horny 6.00 1
1970 Tombstone Valentine 8.00 1
1971 Fairyport 11.00 1
1975 Nuclear Nightclub 8.00 1
1975 Live Music from the Twilight Zone 9.00 1
1976 The Lucky Golden Stripes And Starpose 5.00 1
1977 Dark Album 6.00 1
2001 Wigwam plays Wigwam 10.00 1

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