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Riverside

Out Of Myself

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2004
Besonderheiten/Stil: Neoprog; New Artrock; RetroProg
Label: The Laser's Edge
Durchschnittswertung: 11.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Mariusz Duda vocals, bass, acoustic guitar
Piotr Grudzinski guitar
Piotr Kozieradzki drums
Jacek Melnicki keyboards

Gastmusiker

Krzysztof Melnicki trombone (in "Ok")

Tracklist

Disc 1
1. The Same River 12:02
2. Out Of Myself 3:44
3. I Believe 4:15
4. Reality Dream I 6:15
5. Loose Heart 4:51
6. Reality Dream II 4:46
7. In Two Minds 4:38
8. The Curtain Falls 8:00
9. Ok 4:46
Gesamtlaufzeit53:17


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 3)


Mit "Out Of Myself" legen die Polen Riverside ihr Debütalbum vor. Das Album entstand in 2003 in Eigenregie im Studio des Keyboarders Jacek Melnicki. 2004 wurde das Album von Laser's Edge weltweit veröffentlicht.

Die polnische Musikszene ist an mir bisher ziemlich vorbeigegangen (Riverside sind erst die zweite polnische Band nach Gargantua, welche aber musikalisch anders gelagert sind, die meinen CD-Player beehren). Das ist vermutlich schade, da von dort doch einige Bands kommen, die hochgelobt sind und schon Meriten erworben haben. Mit Riverside dürfte sich damit aber eine weitere Band in diese offensichtlich fröhlich expandierende Szene einreihen, und ich prophezeie (wünsche) den Jungs eine gute Karriere.

Musikalisch sind Riverside gar nicht so leicht zu fassen, aber wenn man sich eine Mischung aus dem aktuellen New Artrock und Elementen des NeoProg wie auch des RetroProg mit deutlich harten Einschüben vorstellt, dann hat man schon einen ganz guten Eindruck. Vergleiche insbesondere mit Porcupine Tree, Pink Floyd, (härteren) Timothy Pure oder gar Tiamat oder Opeth (Damnation-Phase) kommen einem in den Sinn.

Jemand spielt an einem Radio (Die Eagles erklingen kurz mal ;-)), und dann übernehmen ein düster-dröhnender Bass sowie eine melodisch-elegische Gitarre die Szenerie, das Schlagzeug gesellt sich hinzu, die Synthies wabern düster, und ein schier endloses Intro beginnt, bis die Spannung den Hörer förmlich unruhig hin und her rutschen lässt... Erst der nach vielleicht sieben Minuten einsetzende Gesang verschafft dann Erleichterung.

Die Songs auf "Out Of Myself" kommen durchweg eher getragen-atmosphärisch und düster daher. Dies ist kein wirklich fröhliches Album. Die Gitarre spielt oft elegische, gilmoureske Soli, während die Keyboards im Hintergrund düstere Flächen aufbauen und kleine Zwischenspiele beisteuern. Texte und Musik zusammen ergeben diese eigenwillige Art von Dichte, wie sie oft auf Konzeptalben zu finden ist. Auch wenn hier kein Hinweis auf ein durchgängiges Konzept vorliegt, haben die Songs doch offensichtlich einen thematischen Zusammenhang.

Aufgelockert wird das Soundkonzept aber durch allerlei plötzlich über den Hörer hereinbrechende agressive Ausbrüche, in denen der Gesang schon mal nahezu zum Schreien mutiert und die Gitarre heftig bratzeln darf. Das Schlagzeug ist immer präsent und bietet einiges an wuseliger Percussion und rhythmischen "Anomalien" feil. Auch die Bassarbeit steht mit ungewöhnlichen Linien (die fast an stick-artige Sounds erinnern) bemerkenswert deutlich im Vordergrund.

Ebenso brechen die beiden Instrumentals "Reality Dream" und "Reality Dream II" ein bisschen mit der New Artrock-Attitüde und bieten einigen Stoff für die Frickel-Heads unter uns. In den Songs sind aber ohnehin soviele kleine Ideen und interessante Momente versteckt, dass mehrmaliges Hören Pflicht ist und auch Spass macht. Im letzten Song "Ok" setzt dann der Gast-Posaunist gar einige jazzige Akzente.

Bemerkenswert auch der durchweg angenehme Gesang von Bassist Mariusz Duda. Er erinnert stimmlich nicht selten an Procupine Tree-Mastermind Steven Wilson und kann wie dieser unvermittelt vom Schönklang in agressiven, emphatischen Gesang wechseln.

Ein prächtiges Debut haben die vier Jungs aus Polen da abgeliefert. PT- und related-Fans können hier unbesehen zuschlagen. Hoffentlich können Riverside dieses Niveau halten oder gar ausbauen, dann können wir hier noch einiges erwarten. Zusammen mit den ein Stück weit ähnlich gelagerten Moongarden und RAK sind sie jedenfalls eine meiner persönlichen Entdeckungen des Jahres.

Anspieltipp(s): Out Of Myself, Reality Dream, The Same River
Vergleichbar mit: Porcupine Tree, (härtere) Timothy Pure, Pink Floyd, Opeth ("Damnation"), Moongarden, Forgotten Suns
Veröffentlicht am: 26.11.2004
Letzte Änderung: 14.10.2005
Wertung: 12/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 3)


Keine Frage: düster und voller Spannung. Neben dem Vergleich zu Porcupine Tree oder Pink Floyd fallen mir auch noch Acts aus hiesigen Landen wie The Amber Light oder Sylvan ein, die als Vergleich für diese ungewöhnliche polnische Band dienen können. Stärker als all diesen Bands ist Riverside aber der Hang zum Progmetallischen eigen, den ich mit "allerlei aggressive Ausbrüche" eigentlich etwas zu zurückhaltend formuliert finde. Denn Riverside gehen neben spacig-schwebenden Passagen inklusive floydig-elegischer Gitarrenarbeit und schönen melancholischen Gesangsmelodien auch immer wieder ziemlich metallisch zur Sache, sodass ich den Metal-Akzent schon als eine der tragenden Säulen des Bandkonzepts bezeichnen möchte.

Der düstere Artrock auf Out of Myself klingt ganz auf der Höhe der Zeit bei aller Verwurzelung im traditionellen Prog. Es fällt schwer, einzelne Songs besonders hervorzuheben, da das Album durchgängig außerordentlich hohe Qualität aufweist. Alles sehr organisch im Sound. Und auch nach x-tem Hördurchgang wirkt das Album noch interessant und verliert nicht an Substanz.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Pink Floyd, Porcupine Tree, The Amber Light, Sylvan
Veröffentlicht am: 10.12.2004
Letzte Änderung: 8.3.2012
Wertung: 12/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 3 von 3)


Hatte gestern das Vergnügen, Riverside live zu erleben. Was soll ich sagen: nicht nur die Atmosphäre der Stücke, nicht bloss die Stimme, auch die Erscheinung des Sängers und Bassisten Duda erinnerte, zumindest gestern, an Steven Wilson. Wer nun einen billigen Klon vermutet, der tut den Polen aber unrecht. Sie spielen zumeist härter und metallischer als Porcupine Tree. Eine gewisse Ähnlichkeit lässt sich jedoch nicht leugnen. An Pink Floyd werde ich allerdings kaum erinnert.

Die Kompositionen sind mal besser, mal schlechter, die Interpretation elegisch, ausladend, mit stimmungsvollen Gitarrensoli garniert; es werden aber auch immer wieder spannende Kontrapunkte in Form von harten Riffings und Breaks gesetzt. Und die Gimmicks sind für mein Empfinden wohldosiert und passend gesetzt.

Ein ansprechendes Debutalbum welches deutlich mehr zu bieten hat als heisse Luft.

Anspieltipp(s): durchhören
Vergleichbar mit: härtere Porcupine Tree
Veröffentlicht am: 8.12.2007
Letzte Änderung: 22.1.2013
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Riverside

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2005 Voices In My Head 8.33 3
2005 Second Life Syndrome 12.00 6
2005 Conceiving You (Single) - 1
2007 O2 Panic Room (EP) 10.00 1
2007 Rapid Eye Movement 10.60 5
2008 Schizophrenic Prayer - 1
2009 Reality Dream Live (DVD) 11.00 1
2009 Anno Domini High Definition 11.38 8
2011 Memories In My Head 10.33 3
2013 Shrine Of New Generation Slaves 9.43 7
2015 Love, Fear and the Time Machine 11.20 5
2016 Eye Of The Soundscape 6.50 2

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