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Electra

Adaptionen

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1976
Besonderheiten/Stil: Klassikrock / Adaptionen
Label: Amiga
Durchschnittswertung: 9.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Rainer Uebel Hammond, Synthesizer
Wolfgang Riedel Bass
Peter Ludewig Drums
Gisbert Koreng Gitarre
Bernd Aust Musikalische Leitung, Flöte, Sopransaxofon

Tracklist

Disc 1
1. Borodin Suite 13:20
2. Bach '75   (Ende Seite 1) 6:25
3. Säbeltanz 6:05
4. Prelude cis-moll 4:40
5. In der Halle des Bergkönigs 3:25
6. Türkischer Marsch 3:53
Gesamtlaufzeit37:48


Rezensionen


Von: Ralf J. Günther @ (Rezension 1 von 3)


Rockbearbeitungen "klassischer" Musik hatten ihre Hochphase zu Ende der 60er und in den frühen 70er Jahren. Ungeachtet des Publikumsinteresses sahen Kritiker darin zumeist nur Anbiederung an die Bildungskultur und Verrat an den Idealen des Rock. Für die Entwicklung des Progs waren die frühen Kunstmusik-"Adaptionen" jedoch offenbar ein notwendiges Durchgangsstadium. Auch unter DDR-Bands wurde die Kunst der Adaption gepflegt, etwa bei der Stern Combo Meißen, die u.a. die "Finnlandia" von Sibelius verrockte. Häufig erschienen Stücke aus dem Liverepertoire allerdings erst mit enormer zeitlicher Verzögerung auf Schallplatte (die Finnlandia gar erst 1996).

Electra nahmen 1975 ein komplettes Album mit "Klassikrock" auf. Wie bei vielen westlichen Vorbildern spielte unter den adaptierten Stilen die Klassik im engeren Sinne allerdings keineswegs die dominierende Rolle. Wichtig waren auch der Barock (der mit seiner starken Motorik dem Rock entgegenkam), vor allem aber die romantischen und die "nationalen" Traditionen des 19. und 20. Jahrhunderts, die das Bedürfnis nach Pathos und Bombast offenbar in besonderem Maße zu befriedigen vermochten. Bei Electra erscheint infolgedessen Mozart als einziger waschechter Klassiker. Eine weitere Vorlage wurde dem Barockmeister Bach abgelauscht, hingegen begegnen nicht weniger als vier Komponisten, die man grob der romantischen bzw. "nationalen" Richtung zurechnen kann (Borodin, Rachmaninoff, Chatschaturjan und Grieg). Das Auftreten russischer Namen ist bei einer DDR-Produktion nicht verwunderlich. Wobei allerdings hinzuzusetzen wäre, daß ein Russe - Mussorgskij - ja auch die Vorlage zu ELPs berühmten "Pictures at an Exhibition" lieferte. Was schließlich den in Georgien geborenen, armenischstämmigen Aram Iljitsch Chatschaturjan (1903-1978) angeht, so war der als Lenin-Preisträger in der DDR zwar sicherlich ein besonders genehmer Komponist, sein "Säbeltanz" von 1942 (aus dem Ballett "Gayane") ist jedoch - wie Holger zu Recht hervorhebt - gewissermaßen selbst schon Pop. Extrakte aus diesem Stück wurden daher auch im Westen sehr häufig zum Zwecke des Rock´n´Rolls verwendet. Sie fanden sich sogar im Repertoire einer so feingeistigen Gruppe wie Status Quo.

Electra müssen sich mit ihren Bearbeitungen nicht hinter westlichen Namen (schon gar nicht hinter Ekseption) verstecken. Ihr Album war ein Erfolg und die Band plante bereits einen - offenbar weit komplexer angelegten - Nachfolger. Doch setzte sich schließlich die Vorstellung durch, man arbeite dadurch gegen das Publikum, zumal die Zeit des "Klassik-Krams" ohnehin abgelaufen sei. Zudem wünschte man sich - wie Äußerungen von Bandleader Bernd Aust zeigen - offenbar mehr Airplay. Künstlerisch war die folgende Hinwendung zu Vokalwerken jedoch vielleicht ein Fehler. Siehe dazu die weiteren Electra-Besprechungen auf dieser Seite.

Nach einer ersten CD-Veröffentlichung von 1993, die zusätzlich den Bonustrack "Das Lächeln" enthielt, ist die im Herbst 2000 erschienene Ausgabe die zweite CD-Auflage der "Adaptionen". Der Bonustrack fehlt nunmehr, dafür gibt es zusätzlich die komplette "Sixtinische Madonna" (s.u.), die - chronologisch irreführend - die Kompilation sogar eröffnet.

Anspieltipp(s): Borodin-Suite
Vergleichbar mit: ELP, Adaptionen der Stern Combo Meißen
Veröffentlicht am: 1.5.2002
Letzte Änderung: 5.4.2013
Wertung: 8/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 3)


Electra bereiten in den Adaptionen in gepflegter ELP-Manier instrumental Werke von Borodin, Bach, Chatschaturjan, Rachmaninow, Grieg und Mozart auf. Der Sound ist orgeldominiert, lässt aber auch ausreichend Raum für die Flöte und gelegentlich das Saxophon. Ein Album ohne Ausfälle und schwache Songs; kein Wunder bei diesen Komponisten... ;O) Wer die alten Sachen von ELP mag, sollte auch bei Electras Adaptionen nicht nein sagen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: ELP
Veröffentlicht am: 21.5.2002
Letzte Änderung: 14.3.2012
Wertung: 10/15

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Von: Holger Grützner @ (Rezension 3 von 3)


Jawoll! Ich stimme Christian zu.

Die „Adaptionen" waren electras 2. LP und machten die erste Schwache mit eigenen Stücken aus dem Jahr '73 vergessen. Sie waren mit dieser Veröffentlichung der Konkurrenz von LIFT und Stern Combo Meissen um ein Jahr voraus. Da der offizielle Erstling der SCM recht lau ausfiel und LIFT sich ihren guten Ruf erst noch erkämpfen mußten, schien es so, als wäre electra das Flaggschiff des Artrocks made in GDR. Die Nachfolgealben der Band bomben diese dann aber meiner Meinung nach deutlich auf Platz 3 zurück.

Auf „Adaptionen" jedoch erlebt man die Band in Höchstform.

Sie übertreffen Ekseption.

Sie übertreffen Wakemanns „Fragile"- Füllselbeitrag „Cans and Brahms".

Sie scheitern ein bisschen an Chatschaturjans Säbeltanz.

Was allerdings nicht verwundert, weil er in seiner klassischen Form schon Rock ist. Gegen eine Orchesterfassung z.B. vom Gewandhausorchester unter Leitung von Kurt Masur kann man nicht an. Wenn es aus den steifen, in Ehren ergrauten Fiedelisten herausbricht... - das kommt einem Aufstand der Toten gleich! Wer will da noch mit Rockinstrumentarium einen drauf setzen?! Love sculpture, die erste Band von Dave Edmunds, hatte mal einen mittleren Hit mit diesem Stück. Die Puhdys haben sich daran versucht.....

In diesem Dreigespann sind electra mit ihrer Fassung immer noch die besten.

Aber ihre Borodin Suite reißt alles wieder raus. Allein schon dieses Stück lohnt die Anschaffung.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Stern Combo Meissens "Live 1976"
Veröffentlicht am: 31.5.2002
Letzte Änderung: 5.4.2013
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Electra

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1980 Die Sixtinische Madonna 5.67 3
1980 3 10.00 1
1996 Die Hits 1971-1989 - 1
2001 Live 10.00 1

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