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Traumhaus

Traumhaus

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2001
Besonderheiten/Stil: Neoprog
Label: Angular Records
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Alexander Weyland Gesang, Klavier, Tasteninstrumente
Michael Dorniak Schlagzeug, Bass, Harmoniegesang
Bernhard Selbach Gitarren, Harmoniegesang
Frank Woidich Orgel, Tasteninstrumente, Harmoniegesang

Gastmusiker

Nina Weyland Gesang (3,5)

Tracklist

Disc 1
1. Aufwärts 4:35
2. Ausgeliefert 17:44
3. Zu spät 6:06
4. Peter & der Wolf 5:09
5. Wandler 8:44
6. Das Neue 5:38
7. Navanita 5:21
8. Am Abgrund 6:55
Gesamtlaufzeit60:12


Rezensionen


Von: Christian Rode @ (Rezension 1 von 2)


Traumhaus, das ist deutschsprachiger Neo-Prog, in der Tradition von Anyone's Daughter, Novalis und auch IQ. Textlich wird es dabei zuweilen etwas pathetisch, aber das ist die Krux mit diesen deutsch textenden anspruchsvollen Prog-Rockbands... Möchte nicht wissen, wie so mancher englischsprachiger Song mit deutschem Text klingt. Obwohl, Hammill und Gabriel haben uns davon ja Kostproben geliefert...

"Aufwärts" geht gut ab, ist schwer melodisch mit angenehmem Gesang, satten Keyboards und leider abschreckend naivem Text. Nun ja, mit "Ausgeliefert" zeigt Traumhaus, dass es auch anders geht, handelt es sich doch um eine feinfühlige und eindringliche Beschreibung von Kindesmissbrauch. Eine Mischung aus melancholischen und harten Teilen, setzt Akzente mit trübsinnigen Keyboards und Klavier. Ist auch der absolute Longplayer der Scheibe mit fast 18 Minuten. Nach sachtem Anfang geht "Zu spät" mächtig ab mit fetten Keyboards, groovend-verzwicktem Rhythmus und massivem Refrain. Inhaltlich geht es um das Ende der Spaßgesellschaft, ins Nichts perpetuiert. "Peter und der Wolf" ist ein Instrumental. Ich weiß aber auch nicht, was daran an Prokofjew erinnern soll ...

"Wandler" stellt nach "Ausgeliefert" den zweiten Höhepunkt dar. Poetischer, leicht melancholischer Gesang eines Träumers. Nach waberndem Beginn kommen akustische Gitarre und filigrane Synthies ins Spiel. Mit dem Schlagzeugeinsatz wird's ein kraftvoller Midtempo-Song mit wunderschöner Melodie und perfektem Arrangement. Zum Ende wird es rein instrumental, temporeicher und überhaupt noch viel proggiger mit phantastischem Orgelsound. "Das Neue" hat wieder verstärkt diesen pathetischen Ton im Text. Geht schon in Richtung Polit-Rock. Man muss es halt mögen... Musikalisch solide mit flirrender Keyboard-Einlage. Zum Schluss klingt's fast wie Prog-Metal. Das Instrumental "Navanita" bleibt in dieser Spur und erinnert an die alten Sachen von Deep Purple. "Am Abgrund" ist schließlich ein Song gegen Versagensängste und Selbstmord, textlich wieder ansprechend umgesetzt, wenngleich etwas sehr um Schöngeistigkeit bemüht. Musikalisch das dritte Highlight, klarster Prog mit häufigen Tempiwechseln.

Trotz verträumtem Bandnamen klingen Traumhaus erstaunlich frisch im klassischen únd doch zeitgemäßen Neoprog-Gewand.

Anspieltipp(s): Wandler, Ausgeliefert
Vergleichbar mit: Anyone's Daughter, Novalis, Elektra, IQ
Veröffentlicht am: 17.12.2003
Letzte Änderung: 28.2.2005
Wertung: 10/15

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Von: Kristian Selm @ (Rezension 2 von 2)


Endlich hat mal wieder eine Band aus Deutschland den Mut, sich daran zu wagen in der eigenen Muttersprache zu singen. Doch damit nicht genug, das Quartett aus Limburg spielt dazu auch noch eine recht souveräne Mischung aus gut durchdachtem Rock mit jeder Menge Elementen aus Art-Rock, NeoProg und auch härteren, teils ProgMetal-artigen Elementen. Das Ganze wurde dann noch in eine optische ansprechende Verpackung gesteckt, was somit den ersten, sehr positiven Gesamteindruck verstärkt.

Doch gerade Texte und Musik verdienen selbstverständlich einer genaueren Betrachtung. Was von Beginn an auffällt, ist eine gewisse Art von Lässigkeit, mit der Traumhaus an den Start geht. Ihre Lieder wollen nicht partout mit Komplexität glänzen und als Plattform des eigenen Könnens dienen, vielmehr gelingt es den vier Hessen, den Liedern eine innere Struktur ohne holprige Übergänge, aber mit einem natürlichen Liedfluss zu verpassen. Dennoch sind Traumhaus weit davon entfernt, lediglich langweilige Einheitskost ohne Esprit durch den Äther zu jagen. Zwar gibt es mit "Aufwärts" oder "Zu spät" auch rockigere, straightere Abgeh-Nummern mit jeder Menge eingängigen Parts. Doch als Kontrast dazu stehen z.B. das über 17-minütige, sinfonisch vielschichtige "Ausgeliefert", welches von sexuellen Missbrauch handelt, oder das Instrumental "Peter & der Wolf", in dem auch einmal selbstironisch das "James Bond Theme" zitiert wird.

Weiteres Markenzeichen ist der hohe Melodieanteil, der den Zugang zu dieser Scheibe von Anfang an recht einfach gestaltet. Gerade da es sich um deutsche Texte handelt, wird man dadurch mehr dazu aufgefordert, den Texten zu folgen, ist vielleicht auch eine Spur kritischer, wobei Traumhaus über weite Strecken das schwierige Unterfangen gelingt, nicht platte, sondern interessante Texte abzuliefern. Nun gut, Textzeilen wie "Es ist zu spät und keiner weiß, wie's weiter geht" sind nicht der Weisheit letzter Schluss, aber manche Banalität englischer Texte überhört man sonst auch ganz selbstverständlich.

Musikalisch stehen vor allem die Keyboards mit verschiedenen Sounds im Vordergrund, die relativ harten Gitarrenparts setzen einen insgesamt immer noch harmonischen Gegenpart. Manchmal werden zwar in den Instrumentalteilen bestimmte Passagen nach meinem Geschmack zu oft wiederholt, doch die innere Spannung bleibt über weite Strecken bestehen. Der schon öfters erwähnte Vergleich mit Anyone's Daughter ist etwas irreführend, denn abgesehen von der Sprache gehen Traumhaus musikalisch einen anderen, härteren, weniger sinfonischen Weg. Nichtsdestotrotz ist "Traumhaus" eine solide, ansehnliche Produktion, die Hoffnung für die Zukunft und vielleicht auch wieder den vermehrten Einsatz der deutschen Sprache macht.

Anspieltipp(s): Ausgeliefert, Wandler
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.11.2004
Letzte Änderung: 13.11.2004
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Traumhaus

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2005 Hinaus EP 11.33 3
2008 Die andere Seite 10.33 3

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