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Flying Circus

Out Of The Waste Land

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2000
Besonderheiten/Stil: Folk; HardRock; RetroProg
Label: Early Birds / Eigenverlag
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Lorenz Gelius-Dietrich electric guitar
Michael Rick electric & acoustic guitar, background vocals, tin whistle (on "Turn Around")
Markus Erren bass, acoustic guitar (on "Into The Water" and "Waste Land, 432")
Michael Dorp lead & background vocals, lyrics
Roger Weitz keyboards, percussion
Falco Kurtz drums, background vocals

Gastmusiker

Peter Faller-Lubczyk church organ (on "Holding On")
Ulrich Joosten hurdy gurdy (on "Waste Land, 432")
unknown blackbird ;-) bird sound (on "Living A Lie")

Tracklist

Disc 1
1. The Edge Of The World 7:40
2. Living A Lie 4:51
3. Into The Water   (Phlebas, The Phoenician) 5:03
4. Turn Around 7:44
5. See Me Trying 4:58
6. Waste Land, 432 2:06
7. Talk And Thought

1. What Will You Say?
2. I am, Therefore I Think
3. Thoughts

13:34
8. The Light 3:28
9. Holding On 11:18
10. No Reason To Worry 6:00
Gesamtlaufzeit66:42


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß @ (Rezension 1 von 2)


"Out Of The Waste Land" ist das zweite Album des Grevenbroicher Sechserpacks Flying Circus. Um es wirklich kurz zu machen: Wer "Pomp" mochte, der braucht auch "Out Of The Waste Land"... und umgekehrt.

Ich habe erst "Pomp" und dann "Out Of The Waste Land" kennengelernt, na ja, eigentlich fast gleichzeitig. Eher ins Ohr und vor allem eher im Bauch gelandet, ist "Out Of The Waste Land". Ganz klar, die Band hat sich von "Out Of The Waste Land" zu "Pomp" ein Stück entwickelt: "Pomp" klingt reifer, verspielter, ruhiger, erwachsener. Die Trümpfe von "Out Of The Waste Land" sind aber frischer, ungehobelter, fast roher Sound mit hohem Suchtfaktor und einer spürbaren Spielfreude.

Vielleicht liegt's auch daran, dass mir hier der Einstieg mehr entgegen kommt, als auf "Pomp": "The Edge Of The World" ist gleich ein ordentlicher Kracher in diesem Hard Rock-Retro Prog-Gewand, welches so typisch für Flying Circus ist. Danach folgt mit "Living A Lie" gleich ein weiterer Höhepunkt, der besonders durch sein witziges Intro mit Vogelgezwitscher (Dank an die nette, unbekannte Amsel), welches dann plötzlich auf geheimnisvolle Weise die Gitarrenlinie aufnimmt, besticht.

Nach einem kurzen balladesken Ruhepunkt ("Into The Water") folgt mit "Turn Around" gleich wieder ein flotter Rocker, welcher sich immer weiter bis zum einem sinfonisch-bombastischen Ende steigert. Einzig der etwas penetrante Refrain ist hier (mal wieder) nicht so gelungen.

Mit "See Me Trying" entführen uns Flying Circus direkt auf Led Zep's "Physical Graffitti", nur um dann unvermittelt mit dem folkigen Zwischenspiel "Waste Land, 432" in den schottischen Highlands zu landen.

Das ist aber alles nur Vorgeplänkel zum Magnum Opus "Talk And Thought". Hier wird dem gefesselten Proggie über 13 Minuten so richtig Zucker gegeben. Akustische, lyrische Parts wechseln sich ab mit bombastisch-agressiven Ausbrüchen. Und Flying Circus holen einiges aus ihren Instrumenten heraus. Die Gitarren dürfen akustisch schrammeln und elektrisch jaulen. Das Schlagzeug legt mal straight, mal vertrackt einen dichten Rhythmusteppich im Zusammenspiel mit dem knackigen Bass. Die Tasten liefern zischende Flächen und elegante Zwischenspiele. Und es gibt gar einen Mini-Gentle Giant-Chor-Part.... dieser Song ist fast prototypisch für die Flying Circus-typische Soundmelange.

"The Light" führt uns dann wieder zurück in die Gefilde des akustischen Zeppelins, bevor ein wunderbarer E-Piano-Lauf "Holding On" einleitet. Die äusserlich eher ruhige Nummer besticht durch eine unterschwellig spürbare Energie, die einen unruhig hin und her rutschen lässt. Zu sehr wünscht man sich die Entladung der Spannung, die einem aber nicht gewährt wird. Emotionaler Höhepunkt ist dann sicherlich die von allerlei spacigem Geblubber und einer floyd-artigen Gitarre begleitete Kirchenorgel-Einlage. Erhaben und geheimnisvoll... Mit dem getragenen Rocker "No Reason To Worry" klingt dieses schöne Album dann gelungen aus.

Michael Dorp klingt in meinen Ohren hier noch nicht so stark nach Geddy Lee wie auf "Pomp", daher hat das ganze Album eher so ein Späte-Led Zep-Feeling. Flying Circus zelebrieren hier schon ihren selbstgewählten Stil "Hard Prog" auf's schönste und gelungenste. Irgendwie beherrschen die Grevenbroicher die Gradwanderung zwischen Songdienlichkeit, Melodiosität, aber doch genügend Vertracktheit, so dass dem Proggie nicht langweilig wird.

Ist das eher abgeklärte "Pomp" was für's Hirn, zielt das rauhe "Out Of The Waste Land" direkt auf Herz und Bauch. Brauchen tut man beide, wenn man mit Hard und Progressive Rock der 70er in modernem Gewand 'was anfangen kann.

Eine Erwähnung verdient vielleicht noch das Booklet: Wieder sehr liebevoll und professionell gestaltet (von Sänger Michael Dorp), zeigt es unter anderem sehr gelungene Gemälde des Gitarristen Lorenz Gelius-Dietrich.

Anspieltipp(s): Talk And Thought, Living A Lie
Vergleichbar mit: Led Zeppelin, Rush, Yes, Pink Floyd... gut gemischt ;-)
Veröffentlicht am: 18.1.2005
Letzte Änderung: 19.1.2005
Wertung: 11/15

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Von: Kristian Selm @ (Rezension 2 von 2)


Drei Jahre nach dem Debüt "Seasons" legen Flying Circus mit "Out of the wasteland" einen vielversprechenden Nachfolger hinterher. Die Band aus Grevenbroich ist ihrem selbstbetitelten Stil "HardProg" nicht nur treu geblieben, sie haben ihn noch mehr verfeinert und ausgebaut. "Out of the wasteland" klingt wesentlich progressiver und komplexer, ohne auf das bewusst auf 70er getrimmte Klangbild zu verzichten, ohne zu überladen und rücksichtslos den Hörer zu überfahren. Die Band entschuldigt sich richtig goldig für ihren antiken Sound (Zitat aus der Presseinfo: "Flying Circus klingen altmodisch. Geschliffene Sterilität wird vermieden und ersetzt durch einen Sound, der Wert legt auf Wärme und Ursprünglichkeit."), doch wäre so viel Selbstkritik gar nicht notwendig gewesen, denn Flying Circus klingen dadurch nicht nur authentisch, Sound und Musik passen auf diese Weise einfach perfekt zusammen.

Dazu kommt noch ausgereiftes Zusammenspiel, die gekonnte Abwechslung aus dynamischen und atmosphärischeren Passagen. Selbst kleinere Folkanleihen fügen sich überaus harmonisch ein. Vergleiche zu ziehen ist immer etwas unfair, da jede Band an ihrer eigenen Identität feilt, doch bei Flying Circus erinnert einiges an die frühen Rush. Zum einen hat der sehr gute Sänger Michael Dorp eine Stimmlage, die mehrfach an Geddy Lee erinnert, zum anderen klingen manche Arrangements und Stimmungen ziemlich dem kanadischen Trio entliehen. Weitere durchscheinende Einflüsse sind Led Zeppelin, deren akustische Seite sich stellenweise wiederspiegelt. Doch genug der Vergleiche, es sind vor allem die weit ausladenden Instrumentalpassagen, die die innere Spannung schüren und für manch überraschende Wendung sorgen, die Flying Circus unheimlich eigenständig wirken lassen. Mit dem richtigen Druck nach vorne, aber genauso dem Raum, einen Song erst langsam zu entwickeln, sich immer mehr steigern zu lassen, beweist die Band ebenfalls ihre kompositorische Fähigkeit.

Eine gewollte Reise zurück in die 70er, die nicht nur Hard Rock und Progressive Rock vereint, sondern ihn lebendig wieder auf CD und Bühne neu definiert.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.2.2005
Letzte Änderung: 14.2.2005
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Flying Circus

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1997 Seasons 9.00 1
2004 Pomp 11.00 3
2010 Forth 11.00 1

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