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Electric Light Orchestra

Discovery

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1979
Besonderheiten/Stil: Rock / Pop / Mainstream
Label: CBS
Durchschnittswertung: 5.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Jeff Lynne Lead Vocals, Guitars
Bev Bevan Drums, Percussion, Backing Vocals
Richard Tandy Keyboards, Backing Vocals
Kelly Groucutt Bass, Backing Vocals

Tracklist

Disc 1
1. Shine a little Love 4:42
2. Confusion 3:42
3. Need her Love 5:09
4. The Diary of Horace Wimp   ((Ende Seite 1)) 4:17
5. Last Train to London 4:31
6. Midnight Blue 4:20
7. On the Run 3:56
8. Wishing 4:14
9. Don't bring me down 4:08
Gesamtlaufzeit38:59


Rezensionen


Von: Kristian Selm (Rezension 1 von 3)


Tja, jetzt kommt ein schlimmes Geständnis: "Discovery" war die erste LP, die ich mir vom Taschengeld kaufte. Eingelullt von dem im Jahre 1979 dauerhaft im Radio dudelnden "Don't bring me down" musste einfach diese Scheibe her - Jugendsünden eben... Zum damaligen Zeitpunkt gefiel mir das Album eigentlich recht gut, mit dem gehörigen Abstand der Zeit und einer gewissen progmusikalischen Weiterbildung ist die frühpubertierende Freude heute einem gelassenen Gähnen gewichen.

Der Titel des Albums sagt eigentlich schon alles: "Disco" "very". Die Discowelle hatte eben auch nicht vor dem Electric Light Orchestra halt gemacht, und dies nach dem noch großartigen und musikalisch ganz andersartigen Doppelalbum "Out of the blue". Doch was auf "Discovery" damals zeitgemäß poppig klang, ist bei heutiger Betrachtung nur noch eine sehr große Verwässerung von dem, was das Electric Light Orchestra einmal auszeichnete. Flache Arrangements, laue Ideen bei den Hooklines und inhaltlicher Wohlfühlklang ohne Substanz bestimmen das Album. Lediglich das originell vertonte Tagebuch von Horace Wimp ("The diary of Horace Wimp") erinnert in Ansätzen an die Vergangenheit.

Doch es sollte musikalisch noch schlimmer kommen, ich sage nur "Xaaaanaaaaaduuuuuu"...

Anspieltipp(s): The diary of Horace Wimp
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.2.2005
Letzte Änderung: 13.4.2012
Wertung: 2/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 3)


Die Zeit der „schlimmen Geständnisse“... meins geht genau anders rum: ich war Ende der 70er Jahre ein großer ELO-Fan und hab's mir damals nicht gekauft, sondern erst in reifen Jahren. Die Alben von Eldorado bis Out of the Blue zeigten als Teenager auf meinem Plattenteller schnell Verschleißerscheinungen... Und was wartete ich nach dem sensationellen Out of the Blue auf das Nachfolgewerk! Das ganze Jahr 1978 vergebens... Und dann kam es im Frühjahr 1979 - endlich! -, angekündigt durch die Single „Shine a litte Love“.

Der Song war zwar hochmelodisch - wie eigentlich das komplette Album, immerhin wurden aus der einfachen LP von 9 Songs 5 als Singlehits ausgekoppelt!! -, aber er klang unglaublich flach und einfach viel zu poppig und zu zeitgeistig. Die Rockbasis, die Out of the Blue noch ausgezeichnet hatte, war mit Discovery dahin. Das Wortspiel mit Disco kam nicht von ungefähr. Und das war so ziemlich das Letzte, was ich von Lynne & Co. hören wollte. Der einzige Lichtblick war auch für mich „The Diary of Horace Wimp", das noch am ehesten an den intelligenten Artpop der mittleren 70er Jahre anschloss.

Auf der CD-Version sind noch ein paar kleine Bonus-Tracks enthalten: a) „On the Run" als Homedemo (0:59), b) "Second Time around" (0:41), Homedemo eines ruhigen Stückes a la „Need her Love" oder „Moonlight Blue" und c) „Little Town Flirt" (2:53). „Little Town Flirt" ist im Stil der 50er Jahre als Hommage an den von Lynne verehrten Del Shannon gedacht. Der Song funktioniert so auch tatsächlich sehr gut, nimmt einerseits schon ein bisschen den Rocknroll-is-king-Touch der späteren ELO vorweg, zeigt andererseits aber auch, wie ähnlich sich zumindest der Rock-Schlager der späten 50er und der Stayin'-Alive-Disco der späten 70er waren. Nik Cohn hat es wohl ähnlich gesehen.

Anspieltipp(s): The Diary of Horace Wimp, Groosss...
Vergleichbar mit: Bee Gees' Saturday Night Fever
Veröffentlicht am: 26.5.2012
Letzte Änderung: 6.1.2018
Wertung: 5/15
nach BBS-Kriterien, als zeittypisches Pop-Album ziemlich gut

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Von: Peter Meyer @ (Rezension 3 von 3)


Tja, jetzt kommt ein noch schlimmeres Geständnis: „Discovery“ ist m. E. noch unter heutigen Maßstäben ein ganz gutes Album, populärmusikalisch, wohlgemerkt. Es war die erste Platte von ELO, die in Großbritannien die Nr. 1 der Charts erreichte (Nr. 5 in den USA). Wie schon zuvor beschrieben, kann man Musikern nicht vorwerfen, mit ihren Produkten Geld verdienen zu wollen. ELO blieb voll im Geschäft, mindestens zwei weitere Jahre lang, bevor das allgemeine Interesse abzuflauen begann und das runde Raumschiff Risse bekam. Schließlich übernahmen nach dem Ausstieg von Lynne sogar gestandene und namhafte Musiker wie Pete Haycock (slide guitar, vocals) von der Climax Blues Band Verantwortung (ELO II), aber die Gruppe hatte den Zenith überschritten.

Ich kannte von „Discovery“ nur die seinerzeit ausgekoppelten Singlehits. Die musste man haben, unbedingt, erprobtes Mittel zum Zweck waren Aufnahmen von Radiocharts. Ich betrachte es nicht als Jugendsünde, diese Musik sehr gemocht zu haben und höre mir die fünf ausstehenden Stücke jetzt mit dem distingierten Abstand von fast 40 Jahren erstmalig an, mit einer, wie Kristian Selm so treffend formulierte, „gewissen progmusikalischen Weiterbildung“. Fünf Single-Auskopplungen waren überdurchschnittlich viel für ein einziges Album (mit Shine a Little Love und Don´t Bring Me Down zwei Top-Ten-Notierungen auf dem schwierigen US-Markt - in UK waren´s derer vier). Der geneigte Pophörer bekam was für´s Geld, wenn man das mit anderen zeitgenössischen Produktionen vergleicht. Und diese fünf haben ihren Platz als Pop-Evergreens gesichert, sind noch heute fester Bestandteil vieler Ü30-Parties.

Und wie das so ist, von den übrigen vier Songs muss man tatsächlich drei als Füllmaterial betrachten. Need Her Love und Midnight Blue sind konturlose Schnulzen mit bekannten, auswechselbaren Songstrukturen, blassen Hooklines und uninspiriertem Arrangement, On the Run ein belangloses Uptempo-Liedchen. Bei Wishing wird das Thema mit einem wunderbaren Moog-Synthesizer gespielt, ein typischer Jeff-Lynne-Titel, nicht schlechter als das meiste vom Vorgängeralbum. „Progressive“ ist da nichts mehr, allerdings: Verärgern tut´s auch nicht gerade. Wo „Out of the Blue“ als Doppelalbum eindeutig zu lang geraten ist, hat „Discovery“ eine handliche Länge. Im Vergleich zu anderen ehemals progrelevanten Acts wie BJH (Gone to Earth, XII, Eyes of the Universe), ELP (Love Beach) oder Renaissance (Camera Camera), die ebenfalls zunehmend verwässerten, schneidet dieses Album gar nicht mal so schlecht ab.

Interessenten möchte ich dann aber doch eine der zahlreichen Greatest Hits Compilations "The Very Best of the Electric Light Orchestra" (1989), "Light Years: The Very Best of Electric Light Orchestra" (1997) oder "Flashback" (2000) empfehlen, da sind alle fünf Single-Auskopplungen drauf.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Out of the Blue, A New World Record
Veröffentlicht am: 4.1.2018
Letzte Änderung: 4.1.2018
Wertung: 10/15
wegen der populärmusikalischen Bedeutung, nach BBS-Kriterien 4

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Electric Light Orchestra

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1971 No Answer (a.k.a The Electric Light Orchestra) 10.00 2
1973 E.L.O. 2 10.67 3
1973 On the Third Day 10.00 2
1974 The Night the Light Went on in Long Beach 9.50 2
1974 Eldorado 9.67 3
1975 Face the Music 8.50 2
1976 A New World Record 9.00 3
1977 Out Of The Blue 8.67 3
1980 Xanadu 1.00 2
1981 Time 8.67 3
1983 Secret messages 7.00 2
1986 Balance of power 2.00 2
1998 Live at Winterland '76 9.00 1
1998 Live at Wembley '78 4.00 2
1999 The BBC Sessions - 1
1999 Live at the BBC 11.00 1
2001 Zoom 7.00 1
2006 Out of the Blue • Live at Wembley (DVD) 8.00 1
2010 Live: The Early Years 9.00 1

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