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Gary Hughes

Once & Future King part I

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2004
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Melodic Rock / AOR; Rock / Pop / Mainstream
Label: Frontiers Records
Durchschnittswertung: 5/15 (1 Rezension)

Besetzung

Gary Hughes Vocals King Arthur, Gitarre, Piano, Keyboards, Backing Vocals, Programming
Chris Francis Elektrische und akustische Gitarren
Hohn Halliwell Akustikgitarre (6, 12)
Steve McKenna Elektro- und Akustik-Bässe
Paul Hodson Piano und Keyboards (6)
Graham Woodcock Keyboards (8)
Arjen Anthony Lucassen Keyboard Intro (1)
Lana Lane Vocals Queen Guinivere
Danny Vaughn Vocals Lancelot
Bob Catley Vocals Merlin
Irene Jansen Vocals Morgana
Sean Harris Vocals Sir Galahad
Damian Wilson Vocals Narrator (Excalibur)

Tracklist

Disc 1
1. Excalibur (The Prologue) 6.22
2. Dragon Island Cathedral 6.03
3. At the End of Day 4.30
4. The Reason Why 4.36
5. Shapeshifter 4.45
6. King for a Day 4.47
7. Avalon 4.00
8. Sinner 5.01
9. In Flames 5.03
10. Lies 5.31
Gesamtlaufzeit50:38


Rezensionen


Von: Markus Wierschem @


Zu den wohl größten Sagenzyklen überhaupt zählt die Artus-Sage. Schier unüberschaubar ist die Menge und Literatur zu diesem Feld, seien es die Sagensammlung von Sir Thomas Mallory, unzählige Romane und Dichtungen oder wissenschaftliche Abhandlungen.

Auch in der Musik hat die Artus-Sage eine große Tradition. Die wohl erste Vertonung leistete Henry Purcell 1691 mit "King Arthur or The British Worthy", damals als "Halboper in einem Prolog und 5 Akten" bezeichnet und noch zwischen Theater und Oper angesiedelt. Damals tauchten Figuren wie Guinivere, Lancelot oder die Ritter der Tafelrunde noch gar nicht auf.

1770 vertonte Thomas Arne dasselbe Libretto, nachdem er sich mit "The Opera of Operas or Tom Thumb the Great" bereits einmal mit dem Artusstoff befasst hatte. 1771 schuf Charles Dibdin mit "The Institution of the Garther or Arthur's Tableau Restored" den vorerst letzten britischen Beitrag zu diesem Sujet, das Mitte des 19. Jahrhunderts vor allem dank der Mittelalterbegeisterung der Romantiker auch den Kontinent erreichte.

Soweit die Geschichte.

Zeitsprung. Wir schreiben 2004. Die cineastische Katastrophe "King Arthur" läuft in den Kinos. Auch musikalisch ist es alles andere als still um den sagenhaften Monarchen. Wieder einmal macht sich ein Brite daran, die Artus-Saga in Form einer Oper zu vertonen, diesmal einer Rock-Oper. Gary Hughes, seines Zeichens Mastermind der Hardrock-Band TEN nahm sich des traditionsreichen Stoffes an und liefert auf 2 Silberlingen seine Interpretation der Sage um Artus, Lancelot und Merlin. Dank Arjen Lucassen hat das tot geglaubte Genre der Rockoper ja seit Mitte der 90er ein beachtliches Revival erfahren, und ganz im Stil des Meisters hat auch Hughes sich einige namhafte Sänger für sein Projekt an Land gezogen. Mit Damian Wilson, Irene Jansen und Lucassen selbst sind sogar drei Künstler aus dem Ayreon-Umfeld dabei.

Die grobe Geschichte der Artussaga ist wohl jedem bekannt, von daher spare ich es mir darauf einzugehen. In der Kritik wurden beide Teile des Albums zum Großteil recht wohlwollend aufgenommen.

Tatsächlich beginnt es mit Excalibur auch sehr viel versprechend. Ein bombastisches, orchestrales Keyboard-Intro (gespielt von eben A. Lucassen) bereitet das Feld, dass man gleich denkt "Der König kommt!". Dann setzt Damian Wilson mit seiner tollen, operesken Stimme ein, begleitet von rockigen Gitarren und ordentlich Double-Bass.

Dragon Island Cathedral nimmt das Tempo etwas raus, und Gary Hughes begeistert mit gutem Gesang und ein paar sehr griffigen Gitarrenmelodien. Ohrwurmpotential.

At the end of day ist dann eine recht pathetisch dargebotene, kitschige Pianoballade, ein Duett zwischen Gary Hughes und Lana Lane. Viele Hörer halten letztere ja für DIE weibliche Stimme des Prog der letzten 20 Jahre ... was ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen kann. Auf mich wirkt es übertrieben, gepresst und gezwungen.

The Reason Why schlägt in dieselbe Kerbe, und ist wieder Pathos zum Abwinken. Passieren tut auch nicht viel, Hardrockgeschrammel, Gitarren, Piano, das Übliche.

In Shapeshifter hat Irene Jansen ihren Auftritt und stellt meiner Meinung nach besagte Lana Lane ziemlich in den Schatten. Der Song selbst vermittelt fast so was wie Tanzlust, jedenfalls wippt der Fuß ganz gut. Könnte wohl fast auch in den Charts laufen, trotzdem einer der besseren Songs.

King for a day bietet eindeutig mehr Pathos und Kitsch als ich verkrafte, was zu gleichen Teilen an Danny Vaughn und dem operesk-orchestralen Hintergrund liegt.

Avalon ist noch schlimmer ... fast schon Schlager mit etwas härteren Gitarren. Am Anfang kriege ich beinahe Brechreiz und habe Bilder von blondgelockten Strahlemännern mit offenem Hemd, silberner Rüstung und Brusthaartoupet (fragt mich nicht, wie das so gehen soll!) vor meinem Auge.

Eine deutliche Verbesserung bietet dann Sinner. Vielleicht auch nicht, aber nach dem absoluten Tiefpunkt des Albums ist der Song eine wahre Offenbarung und schlägt mehr in die härtere und flottere Ecke von Dragon Island Cathedral.

In Flames ist ein langsam aufbauender Midtempo-Rocker mit ein paar Keyboardthemen, die so auch bei "American Gladiators" hätten laufen können. Dazu singt Magnums Bob Catley. Wirkt auf mich ziemlich unspektakulär und langweilig.

Als versöhnlichen Abschluss gibt es dann Lies, gesungen von Hughes. Keine abgenudelte Melodie, die Grenze zum Kitsch nicht überschritten und dabei recht griffig - aber auch nicht der Weisheit letzter Schluss.

Das positive Fazit der Fachpresse kann ich für mich nicht ziehen. Von den Sängern überzeugen mich nur Damian Wilson und Irene Jansen, mit Abstrichen auch Gary Hughes selber. Der Rest der Riege tut mir zwar nicht weh, lässt mich aber völlig kalt. Dialoggesänge, wie sie etwa bei Ayreon geboten werden, sucht man hier vergeblich.

Was aber wirklich stört ist das überzogene Pathos, das die Grenze zur Pathetik allzu oft überschreitet und die Riesenladung Kitsch in einigen Songs - kurz: die Klischees des Hardrock, die in aller Breite zelebriert werden. Die Produktion erscheint mir relativ dumpf und untransparent – wo ist eigentlich der Bass? Progressive Rock finde ich eigentlich keinen – er erschöpft sich in dem Auftreten einiger Prog-Größen und dem Konzeptcharakter. Vor fünf Jahren hätte ich die CD vielleicht noch geliebt, heute stößt es mir stellenweise übel auf und reißt mich garantiert nicht mehr mit.

Was diesen Teil rettet, sind ein paar gute Songs, die an sich soliden musikalischen Leistungen und die interessante Thematik.

Trotzdem, den zweiten Teil des Albums habe ich nicht mehr gekauft – da greife ich doch lieber zum wahren Meister der Rockoper, Arjen Lucassen, oder höre Blind Guardians "Mordred's Song".

Insgesamt also: Besser als der Film "King Arthur", aber nicht viel.

Anspieltipp(s): Excalibur, Dragon Island Cathedral;
Vergleichbar mit: Ayreon - ohne Space-Factor, Dialoge und musikalische Abenteuer
Veröffentlicht am: 1.2.2005
Letzte Änderung: 9.10.2013
Wertung: 5/15
Unter Einbezug des Progfaktors; als Hardrockalbum sicherlich besser

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