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Trigon

Emergent

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2005
Besonderheiten/Stil: improvisiert; instrumental; HardRock; Psychedelic; sonstiges
Label: Eigenverlag
Durchschnittswertung: 11.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Rainer Lange Gitarre
Stefan Lange Bass
Tihomir Lozanovski Schlagzeug

Gastmusiker

Udo Gerhards Keyboards (4,5,6,13)

Tracklist

Disc 1
1. Emergent 07:41
2. Kamasutra Debakel 05:34
3. Lederne Beistelldamen 04:34
4. Raff an Dörte 05:21
5. Zeitgeist bedingte Unfälle 03:41
6. Fette Beute 05:49
7. Mission Critical Dropout 05:30
8. Die üblichen Verdächtigen 03:55
9. TurbulenZen 04:01
10. Lecker Mississipischlamm 04:04
11. Trigonesse oblige 03:18
12. Willkür und Tücke 05:12
13. Spacechick strikes back 05:14
Gesamtlaufzeit63:54
Disc 2
1. Die Quälerei hört net uff   (Bonus-CD für Vorbesteller) 05:41
2. Continuum 06:51
3. Hyperboogie 04:51
4. SchmelZEN 06:08
5. Grober Unsinn 04:56
6. Zu früh für mehr als gut 05:09
7. Silver Surfer schmiert ab 04:27
8. Verdammt subtil 05:20
Gesamtlaufzeit43:23


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 3)


Die drei Wilden aus Karlsruhe legen wieder mal ein Studioalbum vor. Das ist in der nun schon längeren Trigon'schen Karriere immer noch ein eher seltenes Ereignis, denn es ist erst das vierte. Allerdings werden die Abstände zwischen den Veröffentlichungen kürzer, das lässt hoffen ;-)

Wieso eigentlich die "drei Wilden"? Ist Trigon nicht schon längst zu einer Viererbande mutiert? Ja und Nein: Udo Gerhards, seines Zeichens Webmaster und Rezensent auf diesen Seiten sowie bei der Münchner Formation Nekropolis 23 aktiv, ist seit einiger Zeit ständiges Mitglied im Live-LineUp von Trigon und auch Gast bei vier Stücken auf "Emergent". Aber leider, leider ist das auch seine Abschiedsvorstellung bei Trigon. Die räumliche Trennung und viele andere gute Gründe ließen leider kein dauerhaftes Engagement mehr zu.

Neues also aus dem Kamasutra Bunker Studio, zwischen April 2004 und Juli 2005 entstanden die Aufnahmen: "Emergent" zeigt Trigon nicht gesetzt, aber weiter gereift. Offensichtlich haben wir hier einen musikalischen Fall von gutem Wein, der nicht altert, aber besser und besser wird. Bei Trigon zeigt sich dies in tiefgründigeren "Arrangements" (nun ja, "Arrangements" ist vielleicht nicht ganz richtig, noch entsteht bei Trigon alles meist spontan und improvisiert), die mehr Platz für fragile Momente und Zwischentöne lassen. Und Trigon loten die Möglichkeiten, die man als Rock-Power-Trio mit Gitarre / Bass / Schlagzeug so hat, wirklich weidlich aus. Wer sich Zeit nimmt und genau zuhört, der wird herausfinden, dass dies nicht in einem gewissen Gleichklang enden muss.

Der Reifeprozess von Trigon zeigt sich auch daran, dass die Musiker immer gleichberechtigter werden. Hat in der Vergangenheit die Rainersche Gitarre nicht selten alles niedersoliert, und waren Bass und Schlagzeug nur Begleitwerkzeuge, so hat sich das geändert. Tihomir am Schlagzeug lässt sich sowieso nicht in ein Schema pressen und in das des simplen Rhythmusklopfers schon gar nicht. Nein, das Schlagzeug spielt tatsächlich mit, fast schon melodiös. Ich denke, da ist Tihomir Lozanovski nicht soweit von ähnlich "spielenden Schlagzeugern" wie Daniel Denis oder Dave Kerman entfernt. Tihomir ist sicherlich ein Glücksfall für Trigon.

Und auch Stefan Lange am Bass steht deutlich profunder im Klangbild, die Läufe sind varianten- und fintenreich und nicht selten übernimmt ein fettes Bassriff sozusagen die Führungsarbeit. Trotzdem steht natürlich das virtuose Gitarrenspiel von Rainer Lange immer noch im Mittelpunkt, aber eben - siehe oben - nicht mehr so dominant. Ein Sänger wird hier immer noch nicht vermisst...

Und das ist auch ein Verdienst von Udo Gerhards. Bei seinen vier Einsätzen auf "Emergent" wird deutlich, dass die meist sanft in die Songs integrierten Tastenklänge, genau das sind, was nochmal den Unterschied ausmacht. Fast wirken die zarten Flächen, die geschickten Unisono-Läufe zwischen Keyboard und Gitarre wie stützende Hände, auf denen die Songs zu fliegen beginnen. Ich hoffe, dass der Nachfolger von Udo, der bereits in den Startlöchern steht, ein ähnlich glückliches Händchen beweist.

Vielleicht experimentieren Trigon auch mal mit weiteren Gastmusikern, z.B. Flöte oder Trompete (beides war ja schon mal live zu erleben und das kam gut). Ich könnte mir auch Geige interessant vorstellen, aber ich schweife ab...

Nachdem stellenweise ziemlich relaxten Vorgängeralbum "Continuum" (wenn man mal nur die Studiowerke betrachtet) bieten Trigon auf "Emergent" wieder die ganze Bandbreite. Es beginnt eher psychedelisch-relaxt ("Emergent"), lässt dann schon mal die Rocksau raus ("Lederne Beistelldamen" oder "Fette Beute"), bevor man sich sozusagen in die sumpfigen Gebiete des Mississippi-Deltas begibt ("TurbulenZen" oder "Lecker Mississipischlamm", das mich unverschämt an Gov't Mule erinnert), um dann endlich space-rockig in den Orbit abzuheben ("Spacechick strikes back"). Hmmm... "Lederne Beistelldamen" erinnert für Sekunden an "Communication Breakdown" von Led Zep, aber woher kenne ich nur das Eröffnungsriff von "TurbulenZen"?

Als kleines Schmankerl haben die Karlsruher dann noch den Track "Trigonesse oblige" auf das Album gepackt, welcher, getragen von melancholisch-klagender Gitarre, mal eine ganz ungewohnte Seite von Trigon zeigt.

Für mutige Vorbesteller wird "Emergent" sozusagen als Doppel-CD ausgeliefert: Dem Original-Album liegt dann noch eine von der Band produzierte und von Gitarrist Rainer Lange gemasterte CDR bei, die nochmals satte knapp 44 Minuten Trigon-Musik enthält. Und die Songs, die hier präsentiert werden, stehen nicht nur den Titeln von der Original-"Emergent" in nichts nach, sondern halten sogar die eine oder andere Überraschung bereit. Die Überraschungen werden hier natürlich nicht gelüftet, nur soviel: In "Hyperboogie" beweisen Trigon, dass sie immer mal wieder neue Randgebiete erschliessen und diesmal gar wie ZZ Top auf Spacerock klingen ;-) Bei einigen Titeln der Session für die Bonus-CD scheinen mir auch noch Tasten zu erklingen, aber wer weiss? Da muss jeder selbst seine Ohren anstrengen. Fans des Trigon-Sounds sollten gleich zum Doppelpack greifen...

Der Prog-Untergrund hält zusammen: Das einfache, aber effektive Artwork stammt von [progrock-dt]-Listenmitglied Marco "Anifan" Scheiper und das Mastering hat kein Geringerer als Grobschnitts Eroc übernommen.

Anspieltipp(s): Fette Beute, TurbulenZen, Spacechick strikes back
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.8.2005
Letzte Änderung: 12.1.2006
Wertung: 11/15

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Von: Marcus Kästner @ (Rezension 2 von 3)


Trigon zählen mit Sicherheit zu den bekannteren unbekannten Größen im deutschen Rockuntergrund. Das liegt nicht nur daran, dass man (zum gegenwärtigen Zeitpunkt) bereits seit 16 Jahren unter diesem Namen zusammen musiziert, oder dass man in der Diskographie schon 26 Alben auf der Haben-Seite verbuchen kann, oder dass man Plattformen wie das Internet perfekt zu nutzen weiß um auf sich aufmerksam zu machen.

Nein, es liegt insbesondere daran, dass Trigon eine außerordentlich gute Live-Band sind. Das scheint mittlerweile erst richtig zur Geltung zu kommen, gab es doch 2005 Auftritte wie beim Baja-Prog-Festival in Mexico und in Frankreich als Vorgruppe der vielgerühmten Prog-Metaller Pain Of Salvation oder eben zuletzt die Deutschlandtour zusammen mit den Altrockern von Nektar.

Ja, live sind Trigon großartig; lediglich das passende Studio-Pendant in CD-Format fehlte bislang. Das soll nicht heißen, dass Alben wie "Continuum" und "Beschränkte Haftung" schlecht wären; den Live-Effekt in ein Studiowerk bannen, das gelang den Karlsruhern nur nicht vollends. Zwar war die Schroffheit und die Energie zu vernehmen, aber stets fehlte ein Quentchen. Es hat eben nicht gänzlich begeistert, nicht ganz so reingehauen.

Und "Emergent"?

"Emergent" haut rein - und bietet dabei eine wunderbare Symbiose aus satter Produktion und Garagenatmosphäre. Der Spaß, die Spiellaune, die Virtuosität, die Wildheit, das alles ist spürbar, hautnah, als säße man direkt vor den Musikern im "Kamasutra-Bunker". Und doch klingt alles bestens differenziert und sauber. Ein großes Kompliment daher an Mastering-Genius Eroc und die Risikofreudigkeit der Trigonauten, das Album für einen finanziellen Mehraufwand durch jenen veredeln zu lassen.

"Emergent" verfügt aber nicht nur über einen genialen Sound sondern bietet die ganze Trigon-Palette mitsamt Spannungskurven, Ruhephasen, Höhenflügen und Momenten zum "Abrocken". Darüber hinaus gibt es Ungewohntes wie das sphärisch-elegische 'Space Chick Strikes Back' und das romantische, leicht melancholische 'Trigonesse Oblige'. Ersteres gewinnt vor allem durch den Gastmusiker Udo Gerhards an den Tasten an Atmosphäre. Seine weiteren Beiträge zu 'Raff an Dörte', 'Zeitgeistbedingte Unfälle' und 'Fette Beute' lassen die Stücke in einem volleren, satteren Licht erscheinen.

Aber auch in der Stammbesetzung hat sich einiges getan. Tihomir Lozanovski hat sich mittlerweile perfekt eingefunden und liefert zusammen mit Bassist Stefan Lange nicht nur die Rhythmusarbeit für die Soli von Gitarrist Rainer Lange, hier und dort trommelt er sich mit seinem melodiösen Spiel in den Vordergrund. Auch Stefan, der am deutlichsten vom überarbeiteten Sound profitiert, wagt öfter die "Flucht nach vorn" und liefert sich Duelle mit seinem Bruder. Dessen Soli bestimmen aber nach wie vor das Bild, werden aber immer variabler, nicht ausschließlich frickelig.

Dass die "Jungs" ob ihres, pardon, fortgeschrittenen Alters dabei immer noch so frisch wie eh und je klingen, braucht eigentlich keiner Erwähnung, impliziert aber einmal mehr die Klasse dieses Albums. Das Trigon-Rezept funktioniert, immer wieder aufs Neue, ohne zu altern.

"Emergent" besitzt also das eingangs erwähnte Quentchen. Mehr noch: Es ist ein großer Schritt nach vorne. Wenn "Herzberg 2004" das beste Live-Album der Trigonauten ist, dann ist "Emergent" das beste Studioalbum und damit definitiv eines der Alben des Jahres!

Anspieltipp(s): 'Raff an Dörte', 'Space Chick Strikes Back'
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.10.2005
Letzte Änderung: 2.10.2013
Wertung: 12/15
Sie werden immer besser!

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Von: Sal Pichireddu @ (Rezension 3 von 3)


Bisher konnte mich die spielfreudige Karlsruher Combo nur auf ihren Live- Veröffentlichungen klanglich voll überzeugen. Neben einiger ordentlich klingenden Studio-Alben (Nova, Beschränkte Haftung etc.) und den hinlänglich bekannten und gelobten Live-Alben (v.a. Burg Herzberg Festival 2002 und Herzberg 2004), gab es in der Vergangenheit eine Vielzahl sogenannter Public-Jam-Alben, die mit wenig Aufwand im Proberaum aufgenommen und in mühevoller Heimarbeit leidlich gemastert wurden. Das Ergebnis klang dann teilweise stumpf und konnte nur selten die Energie vermitteln, die doch Trigon als Band in besonderem Maße auszeichnet. Das so vorgestellte neue Material wirkte einfach nicht, es verkaufte sich unter Wert. Für eine Band, die bei solchen Veröffentlichungen neues Material, experimentellere Stücke und neue Einflüsse in die Musik einfließen lassen möchte, ist dieser Zustand auf Dauer höchst unbefriedigend.

Das professionelle Mastering von Grobschnitt-Mastermind Eroc macht auf "Emergent", ihrem mit Abstand besten und am besten klingenden Public-Jam-Album, den Unterschied. Was man vorher auf den Public-Jam-Aufnahmen nur erahnen konnte, ist nun endlich hörbar und bedarf eigentlich auch keiner aufwendigeren Aufnahmetechnik mehr. Trigon rocken und grooven einfach wie Hölle und belegen, dass sie sich zu einer der wichtigsten deutschen Jam-Rock mausern. Mehr denn je ist die Rhythmus-Sektion Stefan Lange/ Tihomir Lozanovski hervorzuheben, die den dominierenden Gitarrensounds von Power-Gitarrist Rainer Lange Paroli bieten können. Davon profitiert der gesamte Sound der Band, macht ihn abwechslungsreicher und, dank des Masterings, plastischer und dreidimensionaler.

Für mich ist "Emergent" eines der Highlights des abgelaufenen Jahres 2005. Außerdem hat das Album ja sozusagen historischen Wert, beinhaltet es doch die letzten gemeinsamen Aufnahmen mit dem mittlerweile ausgestiegenem Nekropolis 23-Tastenmann Udo Gerhards.

Anspieltipp(s): Raff an Dörte, TurbulenZen, Spacechick strikes back
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.1.2006
Letzte Änderung: 19.1.2006
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Trigon

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2000 Beschränkte Haftung 10.00 1
2002 HeiZEN 8.50 2
2002 Burg Herzberg Festival 2002 9.00 1
2003 Das UMO-Mandat 11.00 1
2003 2. Artrock-Festival - Live 2003 10.00 1
2004 Live im Schlachthof Lahr, 16.10.2004 10.00 1
2004 Herzberg 2004 12.00 3
2004 Continuum 11.00 1
2004 Progparade 4 - Live 9.50 2
2007 Live 2007 (DVD) 12.50 2
2011 2011 12.00 1

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