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Faust

So Far

(Siehe auch: Leitfaden "Krautrock")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1972
Besonderheiten/Stil: Krautrock
Label: ReR Megacorp
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Werner Diermaier
Joachim Irmler
Jean-Herve Peron
Rudolf Sosna
Gunther Wüsthoff

Tracklist

Disc 1
1. It's a Rainy Day, Sunshine Girl 7:21
2. On the Way to Abamae 2:42
3. No Harm 10:09
4. So Far 6:12
5. Mamie is Blue 5:55
6. I've Got My Car And My TV 3:42
7. Picnic on a Frozen River 0:36
8. Me Lack Space... 0:40
9. ...in the Spirit 2:59
Gesamtlaufzeit40:16


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 2)


Das zweite Faust Album beginnt, verglichen mit den Eskapaden des Vorgängers, geradezu konventionell mit dem fröhlichen "It's a Rainy Day..." und dem lyrischen Gitarrenstück "On the Way to Abamae". Mit dem folgenden "No Harm" zeigen sich Faust dann aber wieder von ihrer kompromisslos experimentellen Seite. Zunächst beginnt das Stück mit getragenen Orgelklängen, nach einiger Zeit geht es abrupt in einen von typischen Krautrock Gitarren bestimmten Teil über, in dem immer wieder voller Inbrunst die tiefsinnigen Worte "Daddy, take a banana / tomorrow is Sunday" deklamiert werden.

Nach dem etwas ruhigeren Titelstück kommt mit "Mamie is Blue" eine heftige Industrial Noise Attacke. "I've Got My Car..." hat Kinderlied Anleihen und einen jazzigen Mittelteil. Auf zwei kurze Freifomcollagen folgt dann noch die parodistische Swingnummer "...in the Spirit".

Insgesamt ist "So Far" nicht ganz so schräg und abgefahren wie sein Vorgänger, beweist aber dennoch Fausts herausragende Stellung in der frühen Progszene.

Anspieltipp(s): No Harm
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.5.2002
Letzte Änderung: 1.5.2002
Wertung: 11/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


Nach den Aufnahmen zu "Faust" verließ Arnulf Meifurt die Gruppe, so dass Faust zum Quintett schrumpfte. Oder zum Septett, denn Toningenieur Kurt Graupner und Produzent und Coverdesigner Uwe Nettelbeck gehörten eigentlich auch zur Band. Nach dem Flop des Debuts hatte Polydor wohl dezent darauf hingewiesen, dass die Musik von Faust für die nächste LP etwas kommerzieller zu werden habe. Nun, im Vergleich zu "Faust" ist "So Far" ein klein wenig zugänglicher. Von radiotauglicher Massenware ist diese Musik, auch aus dem Blickwinkel des Jahres 1972 aus gesehen, aber immer noch meilenweit entfernt.

Die Ingredienzen zu diesem Album unterscheiden sich nicht sonderlich von denen des Debuts: Psychedelik, 60s-Punk, The Velvet Underground, Pink Floyd, Klangcollagen, Dada-Durcheinander, elektronische Sounds, Ton- und Gesprächsfetzen und Musique Concrete. Doch diesmal kommt das Ganze nicht so wild durcheinander daher. "So Far" weist deutlich mehr Struktur auf und hat eine stabile, rockmusikalische Basis.

Das Album beginnt mit "Rainy day", welches auf einem Velvet Underground-Album nicht auffallen würde, wenn da nicht die teutonische Elektronik wäre, die im Hintergrund wabert und zischt. Als fröhlich - wie Jochen - empfinde ich die Nummer nicht, eher als etwas monoton-depressiv. Nach dem kurzen, lockeren Gitarrenstück "On the Way to Abamae" kommt der Longtrack des Albums ("No Harm"), ein toller, krautig-wüster Jam mit kaputtem Gesang. Klasse!

Das Titelstück stimmt dann entspanntere Klänge an, schwebend, repetitiv, mit allerlei Sounds und Geräuschen im Hintergrund, mit einer relaxten, schwitzigen Sommer-Sonne-Lethargie-Atmosphäre. Danach wird es wüst. "Mamie Is Blue" bietet eine heftige, industrielle Krachorgie, die die Lärmattacken von Throbbing Gristle einige Jahre vorwegnimmt. Zum Abschluss der Scheibe gibt es noch eine handvoll seltsamer Miniaturen, die nochmals die weiter oben genannten Zutaten verwursten, die dazu aber des öfteren einen jazzigen Anstrich haben.

"So Far" ist meiner Meinung nach eine der besten Scheiben von Faust, schafft es doch die Gruppe, ihre experimentelle Kreativität auch musikalisch ansprechend umzusetzen und vermeidet allzu großes, dilettantisches Chaos. Kurzum: Eine Pflichtplatte für Krautrock-Interessierte!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.5.2005
Letzte Änderung: 3.8.2005
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Faust

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1971 Faust 11.00 3
1973 The Faust Tapes 10.67 3
1974 Faust IV 11.33 3
1979 71 Minutes Of... 10.00 2
1990 The Faust Concerts Vol. 1 10.00 1
1992 The Faust Concerts Vol. 2 9.00 1
1995 Rien 11.50 2
1996 Untitled 11.00 1
1997 You know FaUSt 10.50 2
1997 Faust wakes Nosferatu 11.00 2
1998 Edinburgh 1997 9.00 2
1999 Ravvivando 12.33 4
2000 the land of ukko & rauni 12.00 1
2002 Patchwork 1971 - 2002 11.00 1
2004 BBC Sessions + 10.00 2
2005 Faustimpressions 9.00 1
2007 od serca do duszy 12.00 1
2007 Disconnected 12.00 2
2007 faust ... in autumn 12.00 1
2008 Kleine Welt 11.00 1
2009 C´est com... com... compliqué 11.50 2
2010 Faust is Last 12.00 2
2011 something dirty 11.00 2
2014 j US t 9.50 2
2017 fresh air 10.00 1

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