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Grobschnitt

Ballermann

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1974 (Remaster-Ausgabe 2008 bei Revisited Records)
Besonderheiten/Stil: Krautrock; Spacerock
Label: Brain - Metronome
Durchschnittswertung: 11.33/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Joachim Ehrig Schlagzeug, elektronische Effekte, Gesang
Gerd Kühn Gitarre
Stefan Danielak Gitarre, Gesang
Bernhard Uhlemann Bass
Volker Kahrs Keyboards

Tracklist

Disc 1
1. Sahara 5:33
2. Nickel-Odeon 9:14
3. Drummer's Dream 6:11
4. Morning Song 5:42
5. Magic Train 13:20
6. Solar Music, Part 1 17:28
7. Solar Music, Part 2 15:58
Gesamtlaufzeit73:26


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 4)


"Ballermann" ist das zweite Grobschnitt-Album und das erste, auf dem sie ihren typischen Stil entwickeln. Es beginnt gleich ziemlich abgedreht mit einer von Schlagzeuger Eroc (Joachim Ehrig) in gewollt falschem Englisch gesprochenen Einleitung zu dem Song "Sahara". In gleicher Weise besorgt Eroc auch den Gesang zu diesem Titel, der mit einer merkwürdigen orientalisch klingenden Geräuschcollage beginnt. In krassem Gegensatz zu diesem Klamauksong steht "Nickelodeon", das nach flottem Beginn in langsame Orgelschleifen mit leicht bluesiger Gitarre übergeht. Dazu der Wahnsinnsgesang von "Willi Wildschwein" (Stefan Danielak), der mit sich überschlagender Stimme unverständliche Sätze (soll wohl Englisch sein) schreit, brüllt, fleht. "Drummer's Dream" zeigt dann die eher lyrisch-verträumte Seite von Grobschnitt, die einige Jahre später das Album "Rockpommels Land" bestimmen sollte.

Die zweite Seite dieses Doppelalbums (auf einer CD erschienen) fällt gegenüber dem Rest etwas ab. "Morning Song" ist mir doch etwas zu schleppend gemacht, und "Magic Train" beginnt zwar mit einem schönen Klavierintro, aber der 13-minütige Song hat doch einige Längen.

Dafür wird man aber voll und ganz durch das legendäre "Solar Music" entschädigt, das mit insgesamt 33 Minuten die ganze zweite Platte einnimmt. "Solar Music" ist der ultimative Grobschnitt-Titel, der auf keinem Konzert fehlen durfte, dabei auch mal Längen von bis zu einer Stunde erreichte, live stets mit spektakulärem Bühnenfeuerwerk zelebriert wurde (Eroc kannte als Chemielaborant allerlei pyrotechnische Substanzen) und über die Jahre bis zur Trennung der Gruppe 1989 immer wieder verändert wurde. Der Titel geht zurück auf die späten Sechziger, als ein Teil der späteren Grobschnitt-Musiker in einer Band namens "The Crew" spielte. Eine aus der damaligen Zeit stammende Urform von "Solar Music" ist auf einem von Erocs Soloalben erschienen. "Solar Music" ist ein fast völlig instrumentaler (nur die ersten paar Minuten sind mit Gesang) psychedelischer, kosmischer Trip mit ständig wechselnden musikalischen Motiven und Stimmungen, wilden Gitarrenduellen, spacigen Keyboardflächen... eigentlich unmöglich zu beschreiben, man muss diesen Klassiker einfach gehört haben. Und doch wirkt diese tolle Aufnahme fast "dünn" gegen die einmalige Version auf dem 1978er Live-Album. Dazu aber mehr in einer späteren Rezension.

Auf jeden Fall gehört "Ballermann" schon wegen "Solar Music" zu den wichtigsten Grobschnitt-Alben.

Anspieltipp(s): Nickel-Odeon, Solar Music
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.5.2002
Letzte Änderung: 17.12.2004
Wertung: 10/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 4)


Im November 2008 erschien Ballermann in einer Remaster-Ausgabe, wodurch endlich eine klaffende Lücke in der Grobschnitt-Diskographie geschlossen wurde. Nicht, dass es bisher keine CD-Ausgabe gegeben hätte, aber diese war von lausiger Klangqualität, mumpfig und dumpf, dazu äußerst lieblos aufgemacht.

Nun hat also Klangzauberer Eroc Hand angelegt, und erwartungsgemäß klingt die Neuausgabe um Klassen besser (auch im Vergleich zur Schallplatte). Wo dereinst ein dumpfer Klangbrei vorherrschte, sind nun auch feine Nuancen hörbar. Das ganze Klangbild ist viel dynamischer, dennoch klar und transparent. Natürlich können die Aufnahmen ihr Alter nicht völlig verbergen, aber das stört zu keinem Zeitpunkt wirklich.

Neben der klanglichen Verbesserung hat Eroc hie und da noch ein wenig mehr bearbeitet. So gehen die beiden Teile von Solar Music nunmehr nahtlos ineinander über (sind aber nach wie vor als separate Titel aufgelistet und indiziert), und bei Magic Train wurden an einer Stelle zusätzliche Instrumentenspuren dazugefügt. Für die Grobschnitt-Experten: da, wo zum ersten Mal der Gesang einsetzt. An dieser Stelle war ursprünglich nur die Bass Drum zu hören. So was ist für mich immer ein zweischneidiges Schwert, einerseits hat mir dieser Part nie so recht gefallen, andererseits schreckt man als Hörer geradezu auf, wenn sich bei einem Album, das man seit Jahrzehnten kennt und häufig hört, plötzlich etwas ändert. Aber wie gesagt, dem Song tut es gut.

Die Neuausgabe kommt im edlen Digipak, in dem auch das kultige Bild von der Innenseite des LP-Covers reproduziert ist (Musiker und Roadies (?) grell geschminkt), ein informatives Beiheft rundet das Ganze ab. Somit kann ich jedem Besitzer der alten Ausgabe nur raten umzusteigen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.11.2008
Letzte Änderung: 5.12.2008
Wertung: keine siehe oben

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Von: Markus Peltner @ (Rezension 3 von 4)


Im Jahr 1974, in dem so viele tolle progressive Rockplatten das Licht der Welt erblickten, in diesem Jahr schickten sich fünf Hagener Musiker an, es ihren britischen Kollegen gleich zu tun und veröffentlichten mit "Ballermann" ebenfalls einen Klassiker, der auch heute, Ende 2011 und damit 37 Jahre später, nichts von seinem Glanz verloren hat.

Die Platte beginnt zunächst mit einem Spaß, bei dem Eroc ein paar einleitende Worte zur neuen Platte und zum Song "Sahara" im breitesten Denglisch spricht. Das Ganze endet mit dem Satz: "Come on boys, let's sing, that the camels are breaking together - one - two - three - four!" Was folgt ist ein schräger La-la-la-Gesang, der dann in einen breiten Gitarren- und Keyboardsound übergeht. Eroc übernimmt weiterhin den Gesang und auch wenn dieser, sowohl in seiner Art, als auch vom Text her, nicht ganz ernst zu nehmen ist, so ist das Lied trotzdem klasse. Tolle Melodie verbunden mit einem breiten, fetten und dichten Sound. Klasse gemacht. Das Lied endet schließlich, indem es immer schneller und schneller gespielt wird, sich die Stimmen gen Mickey Mouse verabschieden und dabei langsam ausgeblendet werden.

Die zweite Nummer, "Nickel-Odeon", beginnt wieder mit einem breiten Orgelsound, in den sich dann die Gitarre einklinkt. Das Stück ist die ersten knapp zweieinhalb Minuten ein Instrumentalstück, ehe sich Stefan Danielak mit seinem Gesang zur Instrumentierung dazugesellt. Und hier passt der Gesang sehr gut. Vielleicht, weil er nicht ganz so übertreibt im Ziehen der Vokale, wie es noch auf weiteren Nummern der Platte zu hören sein wird. Hier passt es und auch die Musik ist klasse. Der Gesang wird durch sehr ruhige, zurückhaltende Passagen unterbrochen, alle wie gehabt sehr harmonisch aufeinander abgestimmt, getragen vom breiten Orgelsound und einer Gitarre, die in diesem Stück manchmal so wunderschön frickelig und gleichzeitig melodiös sein darf.

Es folgt "Drummer's Dream", welches mit einem schönen Klavierlauf eingeleitet wird. Hier gibt es sogar mal mehrstimmigen Gesang der Hagener Kombo zu hören. Und auch das haben sie drauf. Der Sologesang Danielaks wirkt hier aber irgendwie überzogen und übertrieben. Ansonsten ist das Stück eine schöne Nummer, die sich immer im Fluss befindet. "Morning Song" im Anschluss daran, ist wieder ein sehr melodiöses und ruhiges Lied, bei der Sänger Wildschwein hauptsächlich seine Kopfstimme benutzt. Und das klingt gar nicht mal schlecht, das macht er hier richtig gut. Das Lied wird im weiteren Verlauf sogar ein wenig härter, bis es schließlich wieder auf die eher lustige Seite beendet wird, indem sich Eroc wieder in die Vocals mit einbringt.

"Magic Train" ist mit seinen 13:20 Minuten das drittlängste Lied auf der Platte und stellt eigentlich zwei Lieder dar, die im Grunde genommen nichts miteinander zu tun haben. Da ist zuerst dieser wunderschöne Klavierpart, der etwas länger als drei Minuten andauert und dann leider irgendwie viel zu früh endet. Unglaublich schön. Es kommt zur Pause und der zweite Teil von "Magic Train" beginnt. Dieser wird durch den Gesang Stefan Danielaks eröffnet und der Song entwickelt sich dann zu einem richtigen Stück progressiver Rockmusik. Für mich klingt Grobschnitt in keinem anderen Song so sehr nach Genesis wie hier. Da sind diese Ideen, diese Breaks, diese Tony Banks-Keyboardläufe, diese Steve Hackett-Gitarrenriffs. Bis auf den Gesang wirklich ganz, ganz nah bei Genesis der frühen 70er.

Ja und dann kommt es, das Meisterwerk von Grobschnitt: "Solar Music", hier 33 Minuten lang und für mich eine der besten Versionen des Stücks. Am schönsten genießt man diese Musik relaxt auf dem Sofa mit Kopfhörern auf den Ohren. Tolle Klangwelten eröffnen sich dem Hörer, von sphärisch schwebend bis druckvoll treibend, von ganz zart bis kraftvoll und laut. 33 Minuten Abwechslung pur und das wirklich durchgängig melodiös und immer packend. Auch hier sind wieder einige Scherze eingebaut. Am besten gefällt mir jener, bei dem am Ende des ersten Teils das Mainzelmännchen meiner Jugend sein "Guten Abend" in das Mikrophon plärrt. "Solar Music" hat alles und wer Krautrock, aber auch progressive Rockmusik mag, der kann an diesem Stück Musik nicht vorbeigehen - denn "Solar Music" muss man gehört haben. Und am besten die Live-Version von 1978 gleich hinterher.

Fazit: "Ballermann" ist ein, wenn nicht der Klassiker von Grobschnitt. Das liegt natürlich mit an der ersten Veröffentlichung des Songs "Solar Music". Aber auch die anderen Stücke können gefallen, auch wenn sie natürlich nicht an diesen Übersong heranreichen. In all den Jahren hat die Platte nichts von ihrer Klasse eingebüßt und kann immer noch begeistern. Empfehlen zum Kauf würde ich die remasterte Version von 2008. Diese Ausgabe der CD erhöht das Klangerlebnis noch einmal.

Anspieltipp(s): Sahara, Magic Train, Solar Music Part 1, Solar Music Part 2
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.12.2011
Letzte Änderung: 3.3.2012
Wertung: 13/15
Krautrock at its best

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Von: Günter Schote @ (Rezension 4 von 4)


…und weiter geht die Black & White-Serie mit “Ballermann”, dem zweiten Grobschnitt-Streich. Auch dieses Doppelalbum kommt in einer schwarzen, einer weißen Scheibe und toll reproduziertem Artwork.

Durch den neuen Keyboarder Volker Kahrs (aka Mist) änderte sich der Sound der Band deutlich. Wo es auf dem Debüt noch Krautiges gab, findet sich auf „Ballermann“ nun verstärkt der Einfluss von Genesis und Yes.

Doch zunächst wird man mal ordentlich von Eroc begrüßt. Das ist nett. Und wie es sich für Grobschnitt gehört, beginnt das Album mit einem hübschen Klamauk namens „Sahara“. Witziger Text, lustige Darbietung, die Musik dazu ist jedoch gekonnter Symphonic Prog nach britischem Vorbild.

Dass die Band beim abendlichen Bier ihr Yes Album und Nursery Cryme rauf unter runter hörte, klingt vor allem in „Nickel-Odeon“ deutlich durch. „Magic Train“ wird von einem tollen Piano-Intro eingeleitet und endet mit einem Augenzwinkern in Richtung Genesis. Doch beide Songs zeigen, dass die Band ihre neue Ausrichtung erst noch feinjustieren musste.

Anders sieht das bei ihrem Sahnestück aus. „Solar Music“ macht einfach Spaß. Das mit dem "Spaß" klingt nach "Yogurette"-Werbung, ist aber halt so. Ich erzähl‘ mal kurz: ich legte die weiße Platte auf. Sofort dachte ich, dass ich den Song erst vor einem Jahr totgenudelt hatte, als die Solar Movie-Box erschien. Und davor habe ich ihn in der Silver-Mint-Serie auch 2, 3 Mal gehört. Ok, eher 20, 30 Mal. Jetzt schon wieder? Ätz! Willie Wildschwein zählt den Song ein One, two, three, four… und sofort war ich drinne und hörte in wachsender Begeisterung beide Seiten „Solar Music“ durch. Ist das Kraut, Psychedelic oder Prog? Es ist Grobschnitt, von allem was drin! Essentielles deutsches Liedgut.

Auch auf „Ballermann“ ist der Sound druckvoll und sauber in das Plastik gepresst worden. Wie bei der Neuauflage des Debüts sind die Schallplatten sauber, knacksfrei und liebevoll mit zwei informativen Inlays versehen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.9.2017
Letzte Änderung: 12.9.2017
Wertung: 11/15
So überführt man analoge Tonträger ins 21. Jahrhundert!

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Grobschnitt

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1972 Grobschnitt 10.33 3
1975 Jumbo 11.00 1
1977 Rockpommel's Land 10.50 4
1978 Solar Music Live 13.50 2
1979 Merry-Go-Round 9.00 1
1980 Volle Molle 8.00 1
1981 Illegal 8.00 2
1982 Razzia 6.00 3
1984 Kinder und Narren 1.00 1
1985 Sonnentanz 10.00 1
1987 Fantasten 1.50 2
1990 Last Party - Live 5.00 1
1994 Die Grobschnitt Story 11.00 1
1998 Die Grobschnitt Story 2 10.00 1
2002 The History of Solar Music Vol. 1 12.00 3
2002 The History of Solar Music Vol. 2 12.33 3
2002 The History of Solar Music Vol. 3 11.67 3
2003 The History of Solar Music Vol. 4 12.67 3
2003 Illegal Tour 1981 Complete 12.00 2
2004 The History of Solar Music Vol. 5 9.50 2
2004 Die Grobschnitt-Story 5 12.00 2
2006 Die Grobschnitt Story 6 - Rockpommel's Land And Elsewhere 12.00 2
2006 The International Story 12.00 1
2007 Grobschnitt Live (1/2007) 11.00 1
2007 Grobschnitt Live (2/2007) 10.00 1
2008 2008 Live 9.00 1
2008 Grobschnitt Live (1/2008) 12.00 1
2010 Die Grobschnitt Story 0 10.00 1
2010 2010 Live 11.00 1
2013 Symphony Live 2012 10.00 1
2015 79:10 14.00 1
2016 Solar Movie 13.00 1

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