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The Valentine Six

The Valentine Six

(Archiv-Tipp 9/2017)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1997
Besonderheiten/Stil: Blues; Gothic; Jazz; Jazzrock / Fusion
Label: Crippled Dick Hot Wax (EFA)
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Parker Valentine Saxophone & Vocals
Lily Wolf Piano

Gastmusiker

Tony Corsano drums (3,5,6,7,11)
L. Ray Cash Guitar (3,5,6,7,9,11)
Robert Lee Oliver II Bass (5,6,7)
Soupy Sessa drums (1,2,4,8,9)
G. Baby Woods Guitar (1,2,4,8,9)
J. Porterfield Bass (1,2,4,8,9)

Tracklist

Disc 1
1. Ghost Face 2:34
2. Sonic 3:39
3. Motel Girl 3:17
4. Thin Red LIne 3:28
5. Blood Orange 4:44
6. Silencer 3:17
7. Tucson 2:21
8. Always is my Name 5:58
9. Bad Penny 4:10
10. Kill Street 2:40
11. Motel Lights 2:42
Gesamtlaufzeit38:50


Rezensionen


Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 1 von 2)


Blues, Gothic, Jazz-Rock, Barmusik? Funktioniert das zusammen? Ehrlich, bei der Aufzählung der einzelnen Stilarten kommt man schon gehörig ins Schwitzen. Doch wie sonst soll man The Valentine Six beschreiben?

Ins Schwitzen bringt einen auch der Opener. Das Saxophon quietscht schwer und unheilschwanger zu bebenden Rhythmen. Das Piano spielt hektisch, und spätestens wenn man den Gesang hört fühlt man sich in einer schmuddeligen Nacht-Bar, wo bei schummriger Beleuchtung düstere Gestalten in Anzügen und Sonnenbrillen die musikalische Untermalung für knapp bekleidete GoGo-Tänzerinnen abliefern.

"Plötzlich fliegt die Tür auf, alle Blicke starren zu dem gefürchteten Mister Doe hinüber, der schwer, die Zigarre lässig im Mundwinkel hängend, mit seinen Aufpassern in der Tür steht. Totenstille. Die Musik spielt einen schweren Blues, die GoGo-Girls wagen nicht, sich zu bewegen. Mister Does Anwesenheit legt eine bedrückende Schwere in die Luft. Niemand wagt zu atmen, als er das Hinterzimmer aufsucht, wo Bandenchef und Clubbesitzer Al Bonee ein illegales Casino betreibt. Die Tür schließt schwer krachend ins Schloss. Einer von Does Gorillas steht davor, die Arme vor dem muskulösen Körper verschränkt. Hektische Betriebsamkeit bricht aus. Die Band spielt nun einen düsteren Jazz. Die Girls verschwinden von der Bühne. Wenige hartgesottene starren wie gebannt auf die Tür, in der vor nun schon fünf Minuten Mister Doe verschwand. Nichts geschieht. Plötzlich ein lautes Poltern. Die Gitarre baut Western-Feeling auf. Es ist kurz vor zwölf. Die Tür öffnet sich. Der Gorilla davor starrt in den Gang. Heraus trit die zauberhafte Miss Lee, geschmückt mit einer Federboa und Glitzer in den hochgesteckten Haaren. Für einen Moment verfliegt die Spannung im Saal. Miss Lee stolziert aufreizend zur Bühne. Die Musik spielt dazu einen schnellen Blues. Miss Lee legt eine professionelle Show hin, wohl wissend, dass ihr Geliebter Al Bonee im Hinterzimmer in Lebensgefahr schwebt. Die Tür fliegt laut krachend auf. Miss Lee stürzt in Panik von der Bühne. Ein Schuss fällt. Al Bonee stürzt aus der Tür, reißt Miss Lee am Arm gepackt mit heraus. Kurz dahinter ein bewaffneter Mister Doe. Wieder ein Schuss. Miss Lee sinkt zu Boden, kurz bevor sie mit Al Bonee den Ausgang erreicht hat. Stille. Miss Lee liegt auf der Treppe. Eine Blutlache bildet sich, fließt zäh über die Stufen. Niemand sagt etwas. Alle verharren auf ihren Plätzen. Nur die Gitarre weint zum getragenen Gesang von Parker Valentine."

Es ist ein düsterer Ganovenfilm, der sich abspielt, wenn man die Klänge von The Valentine Six hört. Wer düsteren und schweren, teilweise minimalistischen Jazz/Blues mit diesem typischen Piano-Bar Feeling mag, der ist bestens aufgehoben. Die Stimme von Parker Valentine ist düster und erinnert eher an Gothic denn an Jazz oder Blues. Aber das macht dieses Album nur noch spannender.

Anspieltipp(s): Ghost Face (=das volle Brett), Motel Girl (=voll minimalistisch), Always Is My Name (=voll düster)
Vergleichbar mit: Akinetón Retard, Alamaailman Vasarat
Veröffentlicht am: 27.11.2005
Letzte Änderung: 28.11.2005
Wertung: 11/15

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Von: Udo Gerhards (Rezension 2 von 2)


Keine Barszene. Sondern flirrende Spiegelbilder in der brennendheißen Wüste. Sand, Kakteen und Staub soweit das Auge reicht. Von hinten tritt ein ganz in schwarz gekleideter Mann ins Bild. In der rechten Hand einen Zigarillo, in der linken einen Gitarrenkoffer. Ob darin eine Gitarre oder ein Maschinengewehr verpackt ist, ist die Frage. Nur eines ist sicher: es wird Gewalt geben.

The Valentine Six regen anscheinend heillos die Fantasie an. Ihr Sound zwischen schrägem Jazzrock mit leichten avantgardistischen Untertönen à la Akinetón Retard und Mariachi-Sound, ihr Changieren zwischen Easy Listening und vertrackter Rhythmik ist so cool wie die Hölle - und hat nur einen Fehler: dieser Grundklang ändert sich über die gesamte Dauer des Albums zu wenig. Das, was The Valentine Six machen, ist mitreissend und - ich muss mich wiederholen - schlicht cool. Schwitzig, schräg und heiß - aber cool. Aber eben das gesamte Album über sehr ähnlich, zwar mal in etwas heftiger und mal in elegisch-ruhig. Und das führt trotz der recht geringen Laufzeit von nur gut 38 Minuten zu leichten Abnutzungserscheinungen gegen Ende der CD.

Trotzdem: wer einmal hören möchte, wie man gleichzeitig vertrackt und eingängig, ungewöhnlich und vertraut und eben - und nochmal - verteufelt cool sein kann, sollte The Valentine Six für sich entdecken.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.11.2005
Letzte Änderung: 27.11.2005
Wertung: 10/15

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