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Arcturus

Sideshow Symphonies

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2005
Besonderheiten/Stil: Metal; Progmetal
Label: Season of Mist
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Steinar "Sverd" Johnsen keyboards, 'ship captain'
Jan Axel "Hellhammer" Blomberg drums, 'turret gunner'
Knut Magne Valle guitar, 'space navigator'
Hugh Mingay bass, 'warcraft engineer'
Tore Moren guitar, 'medical supplies'
Simen "Vortex" Hestnæs vocals, 'alien translator'

Gastmusiker

Silje Wergeland vocals (on "Shipwrecked Frontier Pioneer", "Evacuation Code Deciphered")

Tracklist

Disc 1
1. Hibernation Sickness Complete 5:03
2. Shipwrecked Frontier Pioneer 8:33
3. Deamonpainter 5:34
4. Nocturnal Vision Revisited 5:16
5. Evacuation Code Deciphered 6:16
6. Moonshine Delirium 7:10
7. White Noise Monster 3:55
8. Reflections 3:41
9. Hufsa 5:08
Gesamtlaufzeit50:36


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 2)


Nach einer längeren schöpferischen Pause sind die seltsamen Avantgarde-Metaller von Arcturus wieder mit einem neuen Album am Start. Wie üblich mit einigen Umbesetzungen in der Band, die bedeutsamste ist sicherlich der Abgang von Sänger Rygg, der von Simen Hestnæs (auch bekannt unter seinem 'Künstlernamen' I.C.S. Vortex (Dimmu Borgir, Ex-Borknagar)) ersetzt wird. Hestnæs hatte ja bereits einen Gastauftritt auf "La Masquerade Infernale". Dazu ist Ur-Basser Mingay wieder zurückgekehrt.

Arcturus machen es sich und ihren Hörern nicht leicht und haben wieder einen Brocken sperriger Musik hingelegt. "Sideshows Symphonies" wirkt abweisend, verschlossen und gibt seine Geheimnisse nur sehr zögerlich preis. Daher wirkt das Album beim ersten Hören vielleicht eher unspektakulär, was sich aber nach intensiverem Genuss wandelt. Und das Album braucht Aufmerksamkeit.

Gegenüber dem Vorgänger "The sham mirrors" hat man die Härtegrade wieder ein Stück zurückgefahren, vielmehr bewegt sich "Sideshows Symphonies" eher in den musikalischen Gefilden von "La Masquerade Infernale". Allerdings ohne die dortigen Experimente mit Elektronik und den Anklängen an klassische Musik.

"Sideshow Symphonies" bietet eine Auswahl an hymnischen, irgendwie sakralen Songs. Verstärkt wird dieser Eindruck noch durch den getragenen, fast predigenden Gesang von Hestnæs (der im übrigen sicherlich etwas gewöhnungsbedürftig ist). Dazu kommen die elegischen Pianoläufe und die opulenten Keyboards, die zwar im Hintergrund agieren, aber diesen sozusagen auch wirklich komplett ausfüllen. Die Gitarren solieren selten, dann aber intensiv, und sorgen mit aggressiven Zwischenspielen für ordentlich rockige Aufregung. Dazu verstärkt das virtuos-heftige Drumming von "Hellhammer" Blomberg schon auch noch die metallische Komponente.

Es gibt sicherlich einige harsche Passagen, aber seltsamerweise sind es gerade die ruhigen Abschnitte, gespickt mit kleinen Gimmicks, welche die eigentlichen Höhepunkte des Albums bilden. Die stärksten Titel sind das elegische "Evacuation Code Deciphered", das noch mit überraschendem weiblichen Gastgesang aufwartet, und das fast schon folk-angehauchte, schwelgerische "Hufsa".

"Sideshow Symphonies" ist ein sperriges, aber beeindruckendes Album geworden, welches sich Genre-Zuordnungen weitgehend entzieht und von der Basis des Metal / ProgMetal aus diverse Klangwelten untersucht und erobert. Aber, "La Masquerade Infernale" war experimenteller, "The sham mirrors" heftiger und so wirkt "Sideshow Symphonies" halt doch ein bisschen wie der kleine Bruder dieser Werke, trotzdem ein empfehlenswertes Album (insbesondere, wenn man sich ohnehin für Arcturus begeistern kann).

Anspieltipp(s): Evacuation Code Deciphered, Hufsa
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.12.2005
Letzte Änderung: 1.6.2006
Wertung: 10/15
knapp ;-)

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 2)


In ihrer bislang letzten Besetzung existierten Arcturus schätzungsweise gerade mal eineinhalb Jahre, dies aber mehr als je zuvor. Nach Veröffentlichung des hier zu besprechenden Albums "Sideshow Symphonies" gingen die Norweger auf Welttournee und veröffentlichten sogar eine Live-DVD. Nach Ankündigung im Mai 2006 war allerdings auch schon Schluss mit der Band, weil Sänger Simen Hestnæs und Schlagzeuger Jan Axel Blomberg lieber den lukrativeren Tätigkeiten mit Dimmu Borgir nachgehen wollten.

Im Gegensatz zu "The Sham Mirrors" ist "Sideshow Symphonies" ruhiger ausgefallen, aber nicht weniger eklektisch. Wurde auf dem Album von 2002 noch auf schillernde Brillanz, nach vorne gehende Rhythmen, aggressive Instrumentalarbeit und den maximal möglichen Kontrast zwischen Parts gesetzt, geht die Band hier wesentlich subtiler zu Werke. Schon der Opener "Hibernation Sickness Complete" bietet keine Frickelriffs, sondern spacige Keyboardeffekte, elegischen Gesang mit vielen Arabesken und Schlenkern und zurückhaltende Metalinstrumente. Selten klang ein Blastbeat so sanft wie gegen Ende dieses Songs.

In "Shipwrecked Frontier Pioneer" zeigt sich der Unterschied ebenfalls recht deutlich: Die Gitarren stehen bei eigentlich den "The Sham Mirrors"-Songs recht ähnlichen Riffs im Mix weit hinten und sind auch weniger hart verzerrt. Hingegen baut sich die Spannung vor allem um den variationsreichen Gesang und die säuselnden Keyboards herum auf. Mit Frauengesang im Mittelteil kommt zudem eine gänzlich neue Komponente zum Klang hinzu. Kompositorisch ist dieser Longtrack wieder recht nah am Vorgängeralbum, klingt aber so wie erwähnt wesentlich sanfter.

"Deamonpainter" nimmt die Härte nochmals etwas zurück und klingt rhythmisch geradezu relaxt, Hammondorgel und unverzerrte Gitarren tun dazu ihr übriges. Dazu gibt es durchkomponierte Gitarrenarbeit, die ein wenig an die Landsleute und Kammerprog-Metaller Winds erinnert. "Nocturnal Vision Revisited" bringt Härte ebenfalls nur äußerst kontrolliert zum Einsatz und ist im Gegenzug stellenweise regelrecht psychedelisch. Das folgende "Evacuation Code Deciphered" geht dann wieder etwas härter zur Sache, lässt mit all seiner Theatralik aber auch an das 97er Album "La Masquerade Infernale" denken. Zum Ende gibt es ein schönes Duett von Simen Hestnæs und Silje Wergeland.

"Moonshine Delirium" hat dann einige der härtesten Momente der Platte, was freilich eine relative Angabe ist. Kompositorisch ist dieses Stück allerdings ziemlich programmatisch-schlüssig und leitet nach einem psychedelischen Mittelteil in einen schönen instrumentalen Schlusspart über. "White Noise Monster" ist wiederum eine eher straighte Nummer, die das psychedelische Element der anderen Songs mit einem flotten Rhythmus kombiniert. Zum Ende gibt es mit dem floydigen Instrumental "Reflections" und dem düsteren "Hufsa" noch zwei eher ruhige, ausladend psychedelische Nummern. Letzteres haut allerdings mit seinem ziemlich dichten Schlussteil noch ordentlich rein.

Mein Fazit zu "Sideshow Symphonies" attestiert der Band eine überlegte Weiterentwicklung. Teile des Materials klingen wie geschliffene und anders produzierte Verweise auf den früheren Stil, die zahlreichen Psychedelic-Andeutungen sind hingegen neu. Hier passt insbesondere die "spacigere" Ausrichtung des Artworks, musikalisch vor allem durch sanftere Klänge von Keyboards und Gitarren untermalt. Die ruhigeren Stücke erschließen sich dem Hörer allerdings nicht so schnell wie die Hymnen des Vorgängeralbums und verlangen deshalb mehr geistige Bewältigung durch den Hörer. Neuerdings nennt man diese Eigenschaft auch "sperrig", und ich muss wohl kritisieren, dass Arcturus in ihren Kompositionen nicht immer präzise auf den Punkt kommen. Spaß macht dieser symphonische Raumflug aber allemal.

Anspieltipp(s): Hibernation Sickness Complete, Evacuation Code Deciphered, Moonshine Delirium
Vergleichbar mit: einem ruhigen Querschnitt durch die bisherigen Album plus Psychedelia
Veröffentlicht am: 29.12.2010
Letzte Änderung: 29.12.2010
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Arcturus

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1996 Aspera Hiems Symfonia 10.00 1
1997 La Masquerade Infernale 11.00 2
1999 Disguised Masters 11.00 1
2002 The sham mirrors 11.67 3
2003 Aspera Hiems Symfonia / Constellation / My Angel - 1
2015 Arcturian 12.00 2

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