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The Tangent

A Place In The Queue

(Siehe auch: Leitfaden "Retroprog")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2006
Besonderheiten/Stil: Canterbury; RetroProg
Label: InsideOut
Durchschnittswertung: 11.25/15 (7 Rezensionen)

Besetzung

Andy Tillison organ, piano, moog synthesizer, guitar, 'principal' voice
Sam Baine piano, synthesizer, voice
Jonas Reingold bass
Theo Travis saxophone, flute, clarinet, voice
Guy Manning acoustic guitar, mandolin, voice
Jaime Salazar drums
Krister Jonsson guitar

Gastmusiker

Dan Watts guitar (on "GPS Culture")

Tracklist

Disc 1
1. In Earnest 20:03
2. Lost In London 8:08
3. DIY Surgery 2:16
4. GPS Culture 10:07
5. Follow Your Leaders 9:21
6. The Sun In My Eyes 3:44
7. A Place In The Queue 25:19
Gesamtlaufzeit78:58
Disc 2
1. Promises Were Made   (Bonus-CD der Special Edition) 7:26
2. The First Day At School (Demo) 5:30
3. Forsaken Cathedrals 4:54
4. The Sun In My Eyes (Extended Mix) 9:12
5. Grooving On Mars   (Live at Karlsruhe 2005) 6:16
6. Kartoffelsalat im Unterseeboot 13:37
Gesamtlaufzeit46:55


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 7)


The Tangent, das Projekt von Andy Tillison (sonst auch noch Leader von Parallel or 90 Degrees), legt sein drittes Album vor. Tillison spricht im Pressetext vom "schwierigen dritten Album" und auch ich hatte fast etwas Angst vor diesem Album, denn was kann man schon von The Tangent erwarten? Zum zweiten Album schrieb ich "Ich sage aber auch: Damit ist dann auch gut, ein drittes Album dieser Art bräuchte ich wahrscheinlich auch nicht ;-)" und daran muss ich mich jetzt messen lassen...

Zunächst personelles: Allgemein bekannt dürfte sein, dass Roine Stolt das Projekt inzwischen verlassen hat. Sein "Ersatz" ist Krister Jonsson, Lesern dieser Seiten vielleicht am ehesten von seinem Mitwirken am zweiten Album von Karmakanic bekannt. Ansonsten ist Jonsson eher im Jazz beheimatet und hat ein eigenes Trio, mit der er unterwegs ist. Ein weiterer Abgang ist Zoltan Csörsz, der nicht nur die "Flower Kings" sondern eben auch The Tangent verlassen hat. Sein Nachfolger ist aber auch ein alter Bekannter, nämlich der Vorgänger von Csörsz als FloKis-Drummer: Jaime Salazar. Ansonsten ist die Stammmannschaft mit Reingold, Travis, Baine, Manning wieder mit an Bord.

Und The Tangent bieten überwiegend wieder das, was sie können und was vermutlich die Fans auch von der Band erwarten: Es gibt schwelgerischen, symphonischen, manchmal bombastischen, manchmal melancholisch-filigranen RetroProg in verspielter Perfektion. Gerade in den beiden das Album einrahmenden Longtracks ist diese Attitüde auf den Höhepunkt getrieben. Das besondere Markenzeichen von The Tangent sind ausserdem die Ausflüge in canterbureske Klanggefilde und auch diese werden wieder reichlich unternommen. Besonders Theo Travis mit Flöte, Klarinette und Saxophon sowie vermutlich Sam Baine mit sanften Pianoläufen sorgen für diese ungemein angenehmen jazzigen Einsprengsel, die der Musik von The Tangent den letzten Pfiff geben.

Jonsson ist ein ziemlich zurückhaltender Gitarrist, zumindest auf diesem Album. Daher sind die Gitarrenparts eher schmückendes Beiwerk, ausser im Track "GPS Culture", aber hier bedient 'Parallel Or 90 Degrees'-Gitarrist Dan Watts gastweise die Gitarre... dafür stehen Tillisons Keyboard-Attacken noch dominanter im Klangbild, was sich aber sehr gut macht. Tillison ist ein hervorragender Keyboarder und wer das Glück hatte ihn live erleben zu dürfen, weiss, auch ein toller Entertainer. Den Gesang übernimmt Tillison nach Stolts Abgang auch weitgehend alleine. Das dürfte manchen etwas eintönig vorkommen, aber ich mag diese eher zerbrechlichen, angejazzt klingenden, relaxten Stimmen (ähnlich der von Roine Stolt). Und hier passt diese Art der Singens auch noch wie die sprichwörtliche "Faust aufs Auge".

Neben Theo Travis, der mit wirklich mitreißenden Beiträgen, vor allem an der Flöte, glänzt, ist Jamie Salazar der heimliche Star des Albums. Salazars druckvolles und doch verspieltes Drumming konnte mich schon bei den Flower Kings begeistern. Hier ist es wahrlich beeindruckend und sorgt für ordentlich Groove. Zumal auch Jonas Reingold seine besten Seiten - pardon, Saiten - auspackt und dem Bass ordentlich Zucker gibt.

Solide bisher könnte man sagen... allerdings überzeugen die Songs auf "A Place In The Queue" schon mit deutlich mehr Drive, Spielfreude und Verspieltheit als die auf dem Vorgänger "The World That We Drive Through" und können von daher mehr begeistern. Aber Tillison hat noch ein paar Asse im Ärmel: "Lost In London" beschwört in magischer Weise die Atmosphäre der "Canterbury Sequence" vom Debütalbum und überrascht dann mit rockigen Einschüben, herrlich. "Follow Your Leaders" bietet den Tangent-Sound sozusagen in gestraffter Form und mit ordentlich Rockpower. Und vor allem in "GPS Culture" adaptiert Tillison erstmals unter anderem auch klassischen Yes-Sound, was ihm ausserordentlich gut gelingt und eine ganz andere Klangfarbe einbringt. Aber das versteckte Highlight ist die Theo Travis-Komposition "DIY Surgery". Auf nur 2:16-Minuten werden rockige Ausbrüche und jazziges, rauhes Saxophon in einen Klasse-Song komprimiert, der so klingt, wie die modernen Van der Graaf Generator hätten klingen sollen, wenn sie den Versuch unternommen hätten ihren "klassischen" Sound in die Neuzeit zu transportieren.

Allerdings soll an dieser Stelle auch "The Sun In My Eyes" nicht verschwiegen werden: Eine - ähmm - Hommage an End-70er / Anfang 80er Disco-Pop? Es klingt auf jeden Fall wie eine Mischung aus Village People, Earth, Wind & Fire und den Versuchen Roine Stolts solche Musik zu machen (siehe The lonely heartbeat). Ich weiss nicht.... *skip*

Fazit: "...Ich sage aber auch: Damit ist dann auch gut, ein drittes Album dieser Art bräuchte ich wahrscheinlich auch nicht...." Das ist es auch nicht unbedingt geworden. The Tangent haben die "Befreiung" vom langen Schatten des Roine Stolt genutzt, um frischer und eigenständiger, aber trotzdem mit dem unverwechselbaren Tangent-Sound, an den Start zu gehen. Ein paar Überraschungen sorgen zusätzlich für Spaß und wenn man vom Fehlschlag "The Sun..." absieht, haben The Tangent ein rundum empfehlenswertes Album für Retro-Heads, Schönklang-Fans etc. vorgelegt.

Anspieltipp(s): Lost In London, Follow Your Leaders
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.1.2006
Letzte Änderung: 5.2.2006
Wertung: 11/15
Fans addieren einen Punkt, "more-of-the-same"-Averse ziehen zwei ab

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 7)


Die Platte ist schön verpackt: Nach weiß und schwarz dominiert jetzt grün. Zu sehen ist eine Phantasiearchitektur, eine Mischung aus Gaudí und Escher, ausgeführt in einem Stil, der ein Mix aus Roger Dean und Per Nordin ist - durchaus kompatibel also mit den Klischeevorstellungen vom Kunstgeschmack der Physikstudenten, die Proghörer ja bekanntlich sind. Klappt man das(?)/den(?) triple-Digipack auf, finden sich zwei CDs, auf denen ein Pilot und ein Baby in nahezu derselben Haltung abgebildet sind - hm! Hinter einem grünen, mit dem Photoshop-tool "Sketch" verfremdeten Bandphoto zieht man das etwa 16seitige Booklet hervor, das sogar ein special enhanced foldout feature enthält. Darauf ist eine Stadt zu sehen, mit Blick in die M. C. Escher Street und in die Espedair Street, dazwischen blickt man auf die Victoria Fälle. Die Straßen der Stadt sind recht escherig verschachtelt, und überall kleben Plakate: Beatles, VdGG, Tangent. Dazu gibts ein Live on stage Photo und ein paar weitere kleine Bilder mit Flugzeugen, Autos und Häusern drauf. Zu lesen gibt's Tillisons Text zur Inspiration dieses Albums durch Yes' "Tales from topographic Oceans", ein wesentlich mutigeres Album übrigens, sowie die Songtexte und die üblichen Angaben darüber, wer was gemacht hat.

Im ganzen eine sehr schön gemachte Verpackung - wenn man auf besagte Kunstrichtung steht.

Die zum Album passenden Escher-Sculptures gibt' übrigens unter http://www.3d-mouseion.com/escher%201%20ned.htm

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Spock's Beard, Neal Morse, Transatlantic, Flower Kings, Transatlantic, Neal Morse, Spock's Beard und den Flower Kings
Veröffentlicht am: 3.2.2006
Letzte Änderung: 9.2.2006
Wertung: keine INSIDEout-Musik in INSIDEout-Verpackung

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 3 von 7)


"0 von 1 Kunden fanden die letzte Rezension hilfreich"

Da macht es sich der geschätzte Kollege Brückner dann doch etwas zu einfach. Ich dachte immer, dass eine Rezension wenigsten in Ansätzen auf die Musik eingehen und sich nicht nur mit Beigemüse beschäftigen sollte. So nett und informativ seine Gedanken zum Digipack auch sein mögen, so kann ich daraus doch leider nichts Substanzielles rausziehen, das mir irgendetwas über die Musik erzählt oder mir diese näherbringt.

Natürlich könnte ich den unterschwellig vorhandenen, aber nicht zu übersehenden, abschätzigen Ton bzw. Stil als Blaupause der Musik interpretieren ("nach weiss und schwarz jetzt grün", "Kunstgeschmack von Physikstudenten", "kleine Bilder mit Flugzeugen, Autos, Häusern drauf"). Oder ich ziehe den Schluss, dass der doppelt-gemoppelte Vergleich mit Spocks Beard, Transatlantic, Neal Morse und den Flower Kings das Album als blosse Kopie, schwachen Aufguss alter Kamellen oder ideenloses Fliessbandprodukt wertet. Auch das scheint mir etwas gar eindimensional gedacht, da die Bands zwar alle bei InsideOut unter Vertrag sind, beinahe in allen Bands die gleichen Leute mitspielen, sich die Musik von Tangent aber doch hörbar von derjenigen Spocks Beards unterscheidet.

Schliesslich und zu guter Letzt verstehe ich nicht, wie man sich immer wieder über die Verpackung und das Outfit einer CD echauffieren kann, wenn einem doch die Musik nicht gefällt. Wobei ich noch am Rande hinzufügen möchte, dass meiner Meinung nach ein Album an seinem Erscheinungstage nicht wirklich abschliessend und fair beurteilt werden kann.

Komme ich zu der eigentlichen Rezension. Beim ersten Hördurchgang im Hintergrund, daneben spielende Kinder und Post erledigen, ist die Scheibe an mir vorbeigerauscht. Ich dachte kurz: naja, wie erwartet nix Neues.

Jetzt bin ich beim vierten Durchgang. Der beste bisher. Und die ersten Eindrücke verdichten sich langsam zur Gewissheit, dass das Album gegenüber seinem Vorgänger ii: The World That We Drive Through spannender und abwechslungsreicher geworden ist.

Roine Stolt fehlt ohne zu fehlen, Tillisons Stimme ist ansprechend, Salazar spielt gewohnt solide, wenn auch mir persönlich Csorsz besser gefallen hat und die Kompositionen sind Tangent-typisch, dieses Mal allerdings wieder etwas angejazzter als zuletzt, mit mehr Gebläse und Tasten und tendenziell etwas weniger Gitarre.

Mein Favorit ist "GPS Culture", ein verspielter Kracher mit drive, Krummtakten, einer Spur Genesis- und Yes-Attitude, tollem Flötensolo (hat Ian Anderson eigentlich ein Patent auf bzw. alleiniges Nutzungsrecht für dieses Instrument ?) mit grummelnder Bassbegleitung und fetten Hammond-Orgel Akkorden.

Der kleine aber feine Geheimtip des Albums ist "DIY Surgery", ein schräges, ausgeflipptes Intermezzo aus freejazzigen Saxophonlinien, wilden Breaks und irrem Sprechgesang über "do it yourself - surgery". Skuril. Klasse!

Ebenfalls auf der Habenseite finden sich die beiden, zugegebenermassen eine Idee zu ausladend geratenen, Longtracks wieder, die absolut kurzweilig sind. Ebenso das erst ruhige, dann wild ausbrechende "Lost in London".

Auch "Follow your leaders" ist grundsolide, hat für mich keine Schwächen und macht Spass. "The Sun In My Eyes" ist bei aller Toleranz dann aber doch unnötiger Magerquark, der Tiefpunkt der Platte, mit unter 4 Minuten Dauer aber erfreulich kurz.

Fazit: ein gutes Album mit zwei überdurchschnittlichen Kompositionen, im Vergleich zur "Stolt-Ära" etwas gewandeltem Stil und.... toller Verpackung!

Anspieltipp(s): GPS Culture, DIY Surgery
Vergleichbar mit: Tangent ohne Stolt
Veröffentlicht am: 3.2.2006
Letzte Änderung: 6.2.2006
Wertung: 10/15

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 4 von 7)


Nachtrag:

Inzwischen liegt mir auch die Special Edition von "A Place In The Queue" vor. Die liebevolle und sehr schön gemachte Verpackung hat ja Kollege Nik schon ausführlich gewürdigt. Für den Sammler sollte dies allein schon der Grund sein, zu dieser Ausgabe zu greifen...

Musikalisch ist diesmal die Special Edition aber auch empfehlenswerter als bei "The World That We Drive Through". Man kann hören, dass The Tangent auch wie Mostly Autumn klingen können, sogar inklusive einem echtem Bryan Gilmour (oder war's Dave Josh?)-Gitarrensolo ("Promises Were Made"). Dazu gibt es mit "Forsaken Cathedral" noch einen richtigen The Tangent-Knaller, vom Stil her ein bisschen in Richtung "GPS Culture". Atmosphärisch sehr schön kommt auch das sanfte Saxophon-Solo von Theo Travis, welches Tillison mit Keyboard-Klängen untermalt ("Grooving On Mars").

Gut, die 'extended Version' von "The Sun In My Eyes" braucht eher niemand, allerdings ist die lange Version allemal witziger geraten, als die Album-Version. Und mit der Textbeilage versteht man nun auch, dass das Lied eine subtile Anklage Tillisons gegen die erlittenen Qualen während seiner Schulzeit wegen seines 'anderen' Musikgeschmacks ist. So kann man den Song akzeptieren, ein Fremdkörper bleibt er trotzdem.

"The First Day At School" ist eine nette Ballade. Das abschliessende "Kartoffelsalat im Unterseeboot" gewinnt in jedem Fall die Kategorie "ausgefallenster Songtitel". Eine eher elektronisch angehauchte Klangcollage mit Flötentönen und sanfter Gitarre, wahrscheinlich wieder eine Hommage an einen deutschen Elektroniker, die ich mangels Kenntnis derselben nicht erkenne. Ist aber bei weitem nicht so langweilig wie "Exponenzgesetz" und daher schon mal geniessbarer.

Also: Fans greifen zur "Special Edition"...

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.2.2006
Letzte Änderung: 5.2.2006
Wertung: keine

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Von: Jürgen Gallitz-Duckar @ (Rezension 5 von 7)


Der Sound von The Tangent war mir bisher schon sehr willkommen. Jetzt ist er es noch ein großes Stück mehr. Tatsächlich hat Stolts Abgang Tillison aus der Reserve gelockt. Irgendwie lockerer, verspielter erscheint mir der Stil nun. Und ja, auch eigenständiger, eindeutig. Wenngleich Referenzen rauszuhören sind und auch gehört werden sollen, so geht er nun mehr einen eigenen Weg. Und das ist ja schon mal nie verkehrt.

Mehr Piano, mehr Keyboards allgemein, auch mehr Gebläse prägt nun das Soundbild. So gefallen mir beide 20-Minüter bisher von all diesen Mammut-Tangents am besten. Beide sind wesentlich abwechslungsreicher und spannender/dramatischer inszeniert als ihre Vorgänger. Theo Travis bekommt Raum und das tut gut. Harte Rockeinlagen wie noch bei "Up-Hill from here" vom Debut fehlen völlig und auch das tut gut.

Das leicht schräge "DIY Surgery", das kraftvolle "GPS Culture" mit netten kleinen Yes-Reminiszenzen z.B. in kurzen Tastenspielereien, das wunderbar ironisch betitelte "Follow your leaders" – alles dicke Volltreffer. Ganz besonders gefällt mir auch die ungewöhnliche Auflockerung hier, in Form der End-70er-Disco-Funk-Rock Nummer "The sun in my eyes". Diesen Text (Tillison erinnert sich hier an seine Schulzeit und dass er wegen seines Prog-Geschmacks Probleme mit Mitschülern hatte – etwas das ich ihm 100% nachfühlen kann) in so eine Art Musik zu verpacken und ihn damit zu konterkarieren, ist schlitzohrig. Hut ab! Der Song ist aber auch einfach gut gemacht. Wenn Tillison ein etwas ausdrucksstärkerer Sänger wäre, könnte das fast im Radio laufen.

Ganz besonders gefallen mir auch die Liner Notes. Andy Tillison reflektiert die 70er Jahre und sein erstes Erlebnis mit dem wunderbaren "Tales from topographic oceans". Das geht sogar soweit, dass ein Foto von ihm von 1973 drin ist und er dazu schrieb, das wäre das Jahr, in welchem er die Idee zu diesem vorliegenden Album hat. Humor, Melancholie, etwas Wehmut wechseln sich in den angenehmen Notizen von ihm ab.

ABSCHWEIFUNG – kleine Gedanken zu den Booklet-Bemerkungen: Tillisons nachdenkliche Ausführungen zur Rezeptur von Prog-Songs im Booklet (und die Tatsache, dass die großen Alten es leichter hatten, weil sie diese Rezeptur erst erfanden) kann ich absolut nachvollziehen. Denn selbstverständlich ist Prog-Rock heute ein Genre wie viele andere im Musikbusiness. Wir Käufer sind Kunden, die bedient werden sollen und wollen damit die Maschine für Musiker, Plattenfirmen und Hörer läuft. Progressiv im eigentlichen Wortsinne ist da vieles nicht mehr, aber das ist an sich ja auch noch nicht ein Verlust, solange dabei gute Musik rauskommt. Es gibt gottseidank genügend Künstler, die es sich permanent abverlangen, immer etwas Neues zu kreieren, und das ist auch gut und schön so, und ich möchte es nicht missen. Wenn dann jemand allerdings her geht und "nur" Rezepturen bedient und Bedürfnisse befriedigt, und das am Ende geschmacklich hinhaut, was soll man da kritisieren? Das wäre Jammern auf hohem Niveau. Ich gehe z.B. sehr gerne essen und probiere unbekannte Restaurants und Geschmacksrichtungen aus. Und manchmal esse ich eben gerne ??Kartoffelsalat ;-) Ja – na und? Muss ich denn meinen Kartoffelsalat nun mit Kokos würzen damit er mal ganz was Neues ist? Mir ist gutgemachte, von Herzen kommende Musik (und dies hier ist ihm eine Herzensangelegenheit gewesen), die schonmal dagewesen ist und eine bestimmte Nachfrage befriedigt, allemal lieber, als ein Musiker, der meint, er müsste unbedingt etwas Neues, nie dagewesenes schaffen und ob dieser intellektuellen Verkrampfung dann einfach langweilt. Auch Prog braucht für mich Bauch und Herz, und wenn der Kopf dann mal zurücksteht, ist es kein Beinbruch. ABSCHWEIFUNG - Ende

Zur Verpackung hat Kollege Nik schon alles gesagt. Für mich ein Augenschmaus. Die Art von CD-Gestaltung, bei denen ich immer schwach werde. Und Roine sollte hier mal ein Auge riskieren, nach dem furchtbar tumben "Adam & Eve" Cover. Die an Escher angelehnte Collage im Booklet, welche sich auf den entsprechenden Teil im Titelsong bezieht (The Escher staircase), sieht z.B. wie ein düsteres Computer-Spiel aus und verlockt mich gleich in diese Welt einzusteigen.

Die Bonus CD beginnt leider etwas schwächer. "Promises were made" kann mich gar nicht begeistern. Ich mag Sam Baines Gesang nicht und auch der Song geht mir zu sehr in den schwerfälligen 70er Rock. Das leichtfüßige des eigentlichen Albums fehlt hier völlig und ist vielleicht ein Grund warum das Stück auf die Bonus-CD "verbannt" wurde. "The first day at school" ist eine wunderbar melancholische Piano-Ballade und gefällt gut, hat auch überhaupt keinen Demo-Charakter im Sound. Bei "Forsaken cathedrals" erhöre ich typische Roine Stolt Gesangslinien, auch das Stück gefällt.

Die lange Version von "The sun in my eyes" gewinnt noch mehr. Tillison soliert hier viel mehr mit seinen Synthies und durch die Länge des Songs groovt sich das Stück erst so richtig ein. Ein Knaller um in der Rock-Disco zu laufen. Mein heimlicher Favorit des Albums. Komplett unproggy und groovig wie Hölle.

"Grooving on Mars" ist ein schönes, leicht spaciges Live-Instrumental, bei welchem Tillison einfühlsam Theo Travis unterstützt. Wunderbar das kleine Zitat von "Riders on the storm" mit dem perlenden Piano am Ende.

Nachdem Herr Tillison ja schon auf dem Vorgänger-Album mit der sehr gelungenen Tangerine Dream Referenz "Exponenzgesetz" seine Liebe zum Krautrock deutlich machte, schiebt er hier mit der Titelvergabe "Kartoffelsalat im Unterseeboot" noch einen nach. Amon Düül II wären stolz gewesen auf so nen Titel ;-)

Spacige Spielereien gibt's zum Salat im U-Boot und es schmeckt mir. Ein Stück für Psychedelic und Spacerock-Fans die Electronic-Sounds auch genießen. Also z.B. für mich ;-)

Alle Aspekte zusammengenommen, ohne jeden Zweifel, das beste Album von The Tangent bisher.

Anspieltipp(s): Alles
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.2.2006
Letzte Änderung: 7.3.2014
Wertung: 13/15
lockerer, verspielter, inspirierter wie zuvor

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Von: Christian Rode @ (Rezension 6 von 7)


Im Booklet der übrigens mit sehr hübschem Fantasy-Artwork versehenen CD plaudert Tillison das am schlechtesten gehütete Geheimnis der Band aus. "On the previous albums we have conscientiously tried to make progressive music that should satisfy those who enjoyed the genre during its heyday." Die Offensichtlichkeit dieses Vorhabens eben war es ja auch, die in mir bereits beim Debut bei aller Freude an der Musik recht ambivalente Gefühle hervorgerufen hatte. Dass The Tangent sich damit aber eben auch in Gegensatz zum musikalischen Lebensgefühl der klassischen Progbands setzten, die eben frei heraus experimentieren konnten, ist ihm dann mit der Zeit wohl doch selbst etwas sauer aufgestoßen. "So be warned, we do go a bit 'off topic' here. We've tried to use our imagination, and our feeling to make a new age Progressive Rock album."

Den Rahmen des Albums bildet wie gewohnt ein leicht jazziger, perfekter Retroprog, manifestiert v.a. in den Longtracks "In Earnest" und "A Place in the Queue". Dazwischen aber werden im Gegensatz zu den gefälligeren Vorgängeralben mal sachte, mal überraschend "neue" Ansätze entfaltet. Diese bestehen zunächst in einem Rückgriff auf den Sound von Canterbury, der hier als smoother Jazz-Pop mit psychedelischem Flair, stark durch die Flöte bestimmt, daherkommt. Das Jazzrockige erfährt im leider nur kurzen "DIY Surgery" eine Verschärfung. Die stärkere Akzentuierung von psychedelischem Jazzrock kommt auch im von rockigen Hammondriffs und Synthieeskapaden durchsetzten "Follow your Leaders" bestens zur Geltung. Hieran reicht "GPS Culture" mit seinem pop-proggigen Yes-Bezug nicht ganz heran, sondern wirkt eher wieder weniger originell. "The Sun in my Eyes" hingegen macht deutlich, dass die Band schwächelt, wenn sie Discosounds allein auf psychedelischen Jazz unter Verzicht auf ihre Retroprog-Basis aufbaut. Das klingt dann irgendwie nach den Pet Shop Boys... Ich find's nicht so übel wie einige der Kollegen, aber, nun ja... es fehlt eben was.

Mit diesem dritten Album beginnen The Tangent sich weiter frei zu schwimmen. Stilistisch sind sie weiterhin ganz klar in den proggigen 70-ern zu verorten, aber es ist nach zwei soliden Alben endlich etwas Mut zum Experiment mit dem vorhandenen Material spürbar geworden.

Anspieltipp(s): Follow your Leaders, A Place in the Queue
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 26.2.2006
Letzte Änderung: 20.10.2013
Wertung: 11/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 7 von 7)


Warum ich oben nichts zur Musik geschrieben habe, hat nichts mit Ignor- oder Arroganz zu tun, es sollte die Kenner des Tangent-Œuvres erstmal zum Schmunzeln anregen. Außerdem: Zum einen hatte Thomas bereits vieles Notwendige zur Musik gesagt, zum Zweiten lese ich immer so gern die Coverbeschreibungsrezensionen in den deutschen Progmagazinen und wollte endlich auch mal eine schreiben - zwinker - und zu guter letzt enthält das Album schlicht und einfach genau dieselbe Musik wie alle anderen Tangent-Alben, so daß ich es allenfalls für lohnenswert hielt, auf die wirklichen Unterschiede zwischen diesen Veröffentlichungen aufmerksam zu machen, und die liegen nun mal im Bereich der Covergestaltung.

Was mir sauer aufstieß, viel saurer als die marktgeschmeidig auf Stromlinie gebrachte Musik oder das blöde klischeehafte Cover, sind Andy Tillisons Bemerkungen über sich, seine Musik und ihre Hörer, die offensichtlich nur noch als Käufer interessant sind. Weshalb er ihnen folgenden, bereits zitierten Text ins Gesicht schreibt:

"On the previous Tangent albums we have conscientiously tried to make progressive music that should satisfy those who enjoyed the genre during its heyday. We've observed rules and conventions, and used stylistic references all over the place. Indeed, the same is true here, too. [...]. Nowadays if we veer too far away from the original blueprint, it's as though we're somehow going 'off topic'."

Meiner Meinung nach - und man kann diese Sätze, wie oben nachzulesen ist, auch anders verstehen - erklärt er das Album damit für irrelevant, indem er ihm den Status eines eigenständigen musikalischen Statements abspricht, und es im Gegenteil als ein "conscientiously" stromlinienförmig auf den Markt zugeschnittenes Produkt abseits jeglicher eigener Kreativität beschreibt, nur darauf ausgerichtet, to "satisfy those who enjoyed the genre during ist heyday". Wenn es nur noch um Satisfaction geht, und nicht um künstlerischen Ausdruck, sehe ich - von der Qualität der Musik mal abgesehen - keinen Unterschied mehr zu gecasteten Popoboybands. Tangent haben, so Tillison, nicht komponiert, sie haben "rules and conventions" befolgt, die angeblich Yes und Co. (dadurch, daß sie sich einen Dreck um rules and conventions geschert haben) mal aufgestellt haben. Wenn Tillison - ganz marktwirtschaftlich - sich selbst seines künstlerischen Freiraums beraubt, sei ihm das zugestanden, aber mich als williges Käufervieh abstempeln zu lassen, dem man nur nach bestimmten Rezepten seinen Fraß anzurühren braucht, dafür bin ich mir dann doch zu schade. Das Wort "Zielgruppe" ist ein Etikett einer Vermassung geworden, für die ich mich nicht vereinnahmen lassen will - schon gar nicht von jemandem, der aussieht wie ein Hippie - und sollte dringend mal zum Unwort des Jahres gewählt werden.

Ich hatte mich bei einem Konzert davon überzeugen lassen, daß Tangent doch keine Retortenband sei, sie hatten Power und waren echt überzeugend. Nachdem ich Tillisons Ausführungen im neuen Booklet gelesen habe, weiß ich, daß ich mich heftig geirrt habe. Ehrlich gesagt, ich schäme mich dafür, das nicht früher in derselben Deutlichkeit bemerkt zu haben, in der Tillison diese Geringschätzung seiner selbst und seiner Fans formuliert hat.

Das Album ist also in meinen Augen mangels künstlerischen Ausdrucks das Gegenteil von Kreativität, und damit eigentlich das Gegenteil von dem, was Musik als Kunst ausmachen sollte, damit wiederum das Gegenteil von dem, was dem Anspruch des anspruchsvollen Hörers genügen sollte. Soweit meine Meinung. Ganz folgerichtig entspann sich in der letzten Woche eine sehr interessante, kontroverse und kollegiale Diskussion unter den BBS-Rezensenten, die auch schon in einigen der obigen Rezensionen durchschimmert, und deren wichtigste Argumente ich Euch nicht vorenthalten möchte:

Ein wichtiger Einwurf gegen meine Lesart lautete: "Könnte Tillisons Aussage auch englischer Humor sein?" Wohl nicht. Der Text ist in ein so ehrlich gemeintes Bekenntnis zu "Tales from topographic Oceans" und dem ganzen klassischen Prog eingebunden, daß es zuweilen sogar eine Spur pathetisch ist, schwarzer Humor klänge anders.

Ein weiterer Einwand gegen meine Interpretation der Tillisonschen Bemerkungen lautete: "Halte dies für eine grundehrliche Aussage und würde das nicht als eine Art von künstlerischer Bankrotterklärung ansehen. Tillison ist wenigstens ehrlich und gibt unverblümt zu, nach welchem Grundmuster die Retroprogschiene zu laufen hat." Klar, schön, wenn jemand in diesem Punkt mal ehrlich ist, ich kann die Interviews mit Jon Anderson zur Veröffentlichung neuer Yes-Platten schon lange nicht mehr ertragen, aber ist es nicht umso schlimmer, wenn Tillison in diesem Punkt auch noch ehrlich ist? Ich denke, dahinter steht die derzeit ohnehin aktuelle Glaubensfrage, ob man bestimmte Aussagen als pragmatisch oder als zynisch einstuft. Ein anderer Kollege hat dann darauf hingewiesen, daß mit der gleichen Art von Ehrlichkeit oft genug vorgetragen werde, man wolle "die Leute nur unterhalten": "Das ist keine Ehrlichkeit, sondern die vorweggenommene Abwehr berechtigter Kritik. Armselig." Andererseits wurde der Eklektizismus und das hohe Bewußtsein desselben bei allen Beteiligten auch als charmant empfunden - da würde ich dann mitgehen, wenn das Ganze in einer ernstgemeinten Verzweiflung des Künstlers angesichts der Unmöglickeit, Neues zu schaffen, mündete, oder ironisch gemeint wäre, so kann ich nur der Mehrheit der Diskutanden zustimmen: meist resultiert es in Langeweile.

Einige haben dann auch darauf hingewiesen, daß eine Platte eben nicht der Ausdruck eines Einzelnen ist, sondern eben auch eine Plattenfirma hinter dem Projekt steht. Nun ist InsideOut ein respektables Label, aber es bestand doch Konsens darin, daß es so etwas wie InsideOut-Musik gibt, (ein Kollege nannte das den "SB/Morse/FK/Stolt-Eintopf"), ganz nach dem Motto von Miss Sophie. Das verbindende Element in der Musik dieser Bands sei ihr Wiedererkennungswert. Nur: Das reine Wiedererkennen von etwas mache ja noch lange keine Qualität aus. Es ist interessant, daß aber gerade der Bereich kommerzieller Kunst über den Faktor Wiedererkennungswert funktioniert: Der Zielgrupp stammt aus den 70ern und möchte natürlich mehr von dem, was er bereits mag, also von dem, was er kennt. Das ist bei uns nicht anders: Die ganze Rhetorik um die ach so anspruchsvolle Musik: geschenkt! Wer erträgt es denn schon, jeden Tag das absolut Neue zu hören? Wie schnell kann man sich schon weiterentwickeln! Aber liege es dann nicht an uns Fans selbst, daß immer mehr solcher Platten produziert werden? Die Antworten auf diese Frage machten fast den Löwenanteil unserer Diskussion aus: der New Artrock biete eben keinen Ersatz für das, was wir am herkömmlichen Prog so lieben. Oder: letztlich liege es an den alten Hasen, die durch die Abkehr vom Pop und die Rückkehr zu ihren Wurzeln den Retroprog überflüssig machen könnten. Da Yes und Co. aber nur noch maximal Mittelmäßiges produzierten, würden eben solche Bands wie Tangent auf den Plan gerufen. Wichtig erscheint mir auch der folgende Gedanke: "Schuld daran ist auch das Wort,Prog' an sich: Wann immer jemand sich als,Progfan' outet, hat er damit - egal wie bewusst er's tut - den Begriff über den Inspirationsgehalt der Musik gestellt, und schon wird mehr über ein Wort gesprochen und nachgedacht als über den musikalischen Kern." Daß mit dem Wort eine Marke existiert, mit der man - das wird von allen zugestanden - Geld verdienen kann und soll, ist unausweichlich. Allerdings wurde auch angemerkt, daß die vielen Supergroups, die den - absolut gerechtfertigten - Wunsch nach mehr von demselben beliefern, auch nicht mehr die Qualität produzieren, wie das vor Jahren mal der Fall war - dafür gebe es einfach zuviele - vielmehr sei die von vielen dieser Bands produzierte Musik leblos und uninspiriert (das Eingeständnis desselben lese ich auch aus Tillisons Bemerkungen heraus). Einig waren wir uns darin, daß Off-Topic-Parts (von denen der Eine mehr hört als der Andere) die eigentlich interesanten sind. Hier wurden Spock's Beard mal als perfektes Beispiel, mal als lobenswerte Ausnahme genannt.

Noch ein persönliches Wort: es ist eine Sache, ein Pavlovscher Hund zu sein, weil man den Retroprog kauft - ich mache das auch, und trage deswegen weder Bart noch Perücke dabei - aber es ist eine andere, von Tillison mit der Nase draufgestoßen zu werden. Das möchte ich doch lieber selbst machen.

Um dabei nicht mißverstanden zu werden: "Queue" ist auch meiner Meinung nach das beste Tangent-Album bisher. Aber es ist auch, und das wird niemand bestreiten, am wenigsten offensichtlich Herr Tillison, eine Eintopfplatte. Deshalb besteht auch kein Widerspruch zwischen meinem Eindruck, die beste Tangent-Platte vor mir zu haben und dem Gefühl, von Tillison beleidigt zu sein, umso klarer ist vielmehr der Zusammenhang zwischen beidem: Würde ich nicht bemerken, wie gut das Zusammenrühren von Vorgefertigtem funktioniert, wäre ich ein schlechter Rezensent, wäre ich durch ebendiese Absage an jegliche künstlerische Integrität aber nicht befremdet, ein schlechtes Publikum. Beides setzt den gleichen Standpunkt voraus, also kein Widerspruch. Ich habe ja sogar das Recht, richtig schlechte Platten zu mögen! Daß "Queue" mir gefällt, ist nun wirklich nicht ihr Verdienst, mein Geschmack ist immer noch subjektiv. Genau das scheint mir aber Tillison nicht zugestehen zu wollen.

Ein versöhnlicher Gedanke zum Schluß: Einige haben mit Recht darauf hingewiesen, daß es neben dem Retroprog viele Subgenres gibt, in denen sich in den letzten Jahren so einiges getan hat, was mit Fug als "progressiv" bezeichnet werden kann. Niemand sei gezwungen, sich auf Retro zu beschränken, und gerade abseits davon, allerdings auch nur abseits davon habe sich der Prog als erneuerungsfähig bewiesen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.3.2006
Letzte Änderung: 26.3.2013
Wertung: keine

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Tangent

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2003 The Music That Died Alone 10.80 5
2004 ii: The World That We Drive Through 9.14 8
2005 ii(.v) :pyramids and stars. an official live bootleg from aschaffenburg colos-saal 3/11/04 7.67 3
2007 Going Off On One 11.00 2
2008 Not as good as the Book 10.75 4
2009 Down And Out In Paris And London 10.00 2
2010 A Place On The Shelf 12.00 1
2011 Going Off On Two 11.00 2
2011 COMM 10.00 1
2013 Le Sacre Du Travail 13.00 1
2013 L'Étagère Du Travail 10.00 2
2015 A Spark In The Aether - The Music That Died Alone - Volume Two 10.33 3
2017 The Slow Rust Of Forgotten Machinery 12.00 2

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