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Hawkwind

In Search of Space

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1971
Besonderheiten/Stil: Spacerock
Label: United Artists Records
Durchschnittswertung: 9.25/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Nik Turner Saxophon, Flöte, Audiogenerator
Dave Brock Gesang, Gitarre, Audiogenerator
Dave Anderson Bass, Gitarre
Del Dettmar Synthesiser
Terry Ollis Schlagzeug
Dik Mik Audio Generator

Tracklist

Disc 1
1. You Shouldn't Do That 15:41
2. You Know You're Only Dreaming 6:36
3. Master Of The Universe 6:17
4. We Took The Wrong Step Years Ago 4:48
5. Adjust Me 5:46
6. Children Of The Sun 3:14
7. Seven By Seven   (original single version) 5:21
8. Silver Machine   (original single version) 4:39
9. Born To Go   (live single version edit) 5:05
Gesamtlaufzeit57:27


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 4)


TECHNICIANS OF SPACE SHIP EARTH THIS IS YOUR CAPTAIN SPEAKING YOUR CAPTAIN IS DEAD

Wenn auf dem Albumcover solche Worte stehen, die Buchstaben mit völlig unpassenden Strichen und Punkten verziert sind, ein langes fiktives Logbuch eines "Spacecraft Hawkwind" abgedruckt ist, dann muss wohl bei der Aufnahme kräftig gekifft worden sein - entsprechend empfiehlt eine ältere Rezension von "In Search of Space", die Platte in einem "altered state of consciousness" zu hören, was immer damit gemeint sein mag ;-)

"In Search of Space" gilt jedenfalls als das definitive Werk der Heavy-Psychedelic-Space-Rocker Hawkwind.

Mit etwas elektronischem Flirren fängt es an, dann setzt ein eigentlich recht simpler und kaum variierter Grundrhythmus ein, und wir sind mitten in der wüsten 15-minütigen Jam Session "You Shouldn't Do That", deren wichtigste Ingredienzen Gitarre mit deutlich krautigem Einschlag, seltsame Geräusche und Effekte (immerhin bedienen gleich drei Leute den "Audio Generator"), ein wildes Saxophon und eigenartige, textlose Gesangseinsätze sind.

Die kürzeren Titel sind weniger gejammt, hier geht es musikalisch eher in Richtung der frühen Pink Floyd, vor allem bei "You know you're only dreaming", das außerdem noch mit schönem Flötenspiel glänzt.

Qualitätsmäßig etwas abfallend sind die beiden stärker akustischen Songs "We took the wrong step years ago" und "Children of the Sun", da wird mir zu sehr geschrammelt. Ansonsten ein empfehlenswertes Album, für die, denen die oben genannten Bands zusagen.

Anspieltipp(s): You Shouldn't Do That, Master of the Universe
Vergleichbar mit: frühe Pink Floyd, Ozric Tentacles, z.T. auch Krautrocker wie Can, Amon Düül II usw.
Veröffentlicht am: 4.5.2002
Letzte Änderung: 9.3.2003
Wertung: 10/15

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Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 2 von 4)


Ich höre mich hier so langsam durch meine alte Schallplattensammlung und dabei kommen Erinnerungen in mir hoch. Wie diese:

Als rotznäsiger 16-jähriger (oder so) besaß ich eine sehr günstige Live-CD mit bescheidener Klangqualität der Band Hawkwind. Warum ich mir diese damals kaufte, kann ich nur noch vermuten, lag aber vermutlich am "Sachlexikon Popularmusik" und dem Eintrag zu Spacerock. Jedenfalls stand da in dem Minibooklet der CD, daß Hawkwind sowas wie eine Musikkommune waren, die eigentlich alle gar nicht richtig spielen können und nur Krach machen. Nik Turner, der Saxphonist, soll nur deshalb dieses Instrument bekommen haben, weil er NICHT darauf spielen, aber damit Töne erzeugen konnte. Und dann hatten sie bei Konzerten eine Animierdame, Stacia mit Namen, die leicht- bis gar nicht bekleidet zur Musik tanzte. Das gefiel mir als Spätpubertierendem natürlich besonders (war aber kein Photo dabei). Am besten gefiel mir der Song "Masters Of The Universe", was bestimmt auch etwas mit den damals populären He-Man und Skeleton zu tun hatte. Das war schon ein wildes Gekloppe des Schlagzeugers, die Gitarre dröhnte dazu und das Saxophon, nun, machte seltsame Geräusche. Deswegen bin ich zum Gebrauchtplattenhändler meines Vertrauens gegangen und habe mir die LP "In search of space" zugelegt, auf der eben jener Song zu finden ist. Die war damals noch mit einem schönen, dreifach aufklappbaren Cover ausgestattet. Aber natürlich konnte die Studioaufnahme nicht mit der urwüchsigen Kraft der Liveplatte mithalten. Und vermutlich waren die Schokozigaretten, die ich damals "rauchte", auch nicht das richtige Stimulanz.

Soviel zu meinen Erinnerungen.

Die beiden Songs "You Shouldn't Do That" und "Master of the Universe" haben auch als Studioaufnahmen ob ihres repetitiven Rhythmus und der spacigen Audiogeneratoren immer noch ihren Reiz, besonders wenn man sie LAUT hört. Die folkigen "We Took The Wrong Step Years Ago" und "Children Of The Sun" fallen etwas ab. Und "You Know You're Only Dreaming" und "Adjust Me" liegen irgendwo dazwischen, klingen vielleicht nicht ganz so zeitlos wie die beiden erstgenannten.

Anspieltipp(s): You Shouldn't Do That, Master of the Universe
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.10.2005
Letzte Änderung: 30.10.2005
Wertung: 10/15

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Von: Markus Peltner @ (Rezension 3 von 4)


Auch wenn man den Begriff "Spacerock" noch nie gehört hat: Legt man Hawkwinds "In Search Of Space" ein, so kommt man automatisch in die Situation, das gehörte irgendwie einzuordnen oder aber betiteln zu wollen. Und nichts passt dabei besser, kein Ausdruck ist in diesem Fall besser gewählt als "Spacerock". Die Musik klingt in keinster Weise wie "Tangerine Dream", Klaus Schulze oder sonstige Synthesizer Akrobaten, denn bei "Hawkwind" stehen die Gitarren, zusammen mit Bass und Schlagzeug, im Vordergrund. Und dann gibt es zusätzlich noch den Synthesizer, der bei Hawkwind meist "Audio Generator" genannt wird. Gleich drei Personen versuchen sich an diesem und erzeugen diese spacigen Sounds, dieses Fiepsen, Summen und Gurren, was durchaus an das Weltall denken lässt, obwohl es dort oben stumm ist, absolut stumm.

Und dann ist die Musik auch noch ziemlich abgefahren. Fast schon monoton kann man das erste Stück "You Shouldn't Do That" nennen. Da wird immer wieder auf demselben Riff rumgeritten und dann gibt es dazu jede Menge Saxophon Einlagen und eben diese "sphärischen" Töne aus dem "Audio Generator". Wenn man solche Musik macht, dann muss man was eingeworfen haben. Das braucht man allerdings nicht, um sich das Ganze anzuhören. "High" wird man davon auch ohne Drogen - oder verrückt. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass viele Leute mit diesem "Spacerock" nur wenig anfangen können. Allerdings hat das Lied was. Es ist nicht laut, es ist nicht atonal, es ist nicht besonders melodiös, aber es ist hypnotisierend und wenn man sich darauf einlassen kann auch richtiggehend packend. Und so trifft noch ein weiteres Adjektiv das Wesen dieses Stückes: Meditativ. Allerdings werden hierbei nur Meditationen unterstützt, die nicht der ganz leisen, ganz ruhigen Töne bedürfen.

"You Know You're Only Dreaming", die zweite Nummer, wie auch "Adjust Me", Track Nummer vier, erinnern stark an Stücke, wie sie auch auf "A Saucerful Of Secrets", "More" oder "Ummagumma" von Pink Floyd hätten veröffentlicht worden sein können. In großen Teilen experimentell und ein wenig abgefahren. Da ist die Ähnlichkeit zu manchen Pink-Floyd-Stücken dieser Ära unüberhörbar. Titel Nummer 3, "Master Of The Universe", ist dann ein Hawkwind Klassiker. Ein harte und treibende Nummer, die zum "Headbanging" einlädt. Rhythmisch ein richtiger Kracher und was auf den ersten Track zutraf, das stimmt auch hier: Das Stück ist monoton, aber genau darin liegt auch das "gewisse Etwas".

Akustische Nummern gibt es ebenfalls auf dem Album. Da ist zum einen "We Took The Wrong Step Years Ago", ein Stück, welches mit synthetischem Mövengekreische eingeleitet wird. Und zum anderen der Titel "Children Of The Sun". Und auch diese beiden Stücke haben was. Ersterer von den beiden gefällt durch seine schöne Melodie, letzterer kann mit einer schönen Flöteneinlage aufwarten und überzeugen.

Die remasterte Veröffentlichung aus dem Jahr 1996 wartet nun noch mit drei Bonustracks auf. Und darunter befindet sich sogar die "Original Single Version" von "Silver Machine", mit Sicherheit einem der bekanntesten Stücke von Hawkwind. Dazu noch die Single Version von "Seven By Seven", sowie eine Live-Single-Version von "Born To Go". Bei allen drei Titeln hört man zwar deutlich, dass es sich dabei um nicht remasterte Fassungen handelt, allerdings schmälert die schlechtere Qualität nur bei der letzten Aufnahme ein wenig den Hörgenuss.

Nicht unerwähnt sollte hier auch das Booklet bleiben. Das ist aufwendig und schön gestaltet und es enthält unter anderem die Geschichte der Reise des "Spacecraft Hawkwind" in Form eines Logbuchs. Da hat man sich wirklich Mühe gegeben, doch ist das Ganze leider in so kleiner Schrift abgedruckt, dass eine Lupe zum Entziffern des Textes sehr hilfreich ist.

Fazit: Wer sich für Musik der siebziger Jahre interessiert und den Fokus dort auf die erste Hälfte des Jahrzehnts legt, der sollte auch "Spacerock" kennen. Und zum Einstieg ist "In Search Of Space" bestens dazu geeignet. Derartige Musik gibt es heute nicht mehr. Allerdings, wenn man sich ab und an mit Techno die Dröhnung gibt und dazu abtanzt und gleiches dann mal mit dieser Platte bei voller Lautstärke ausprobiert... Ich bin mir nicht sicher, ob die dabei gemachten Erfahrungen so unterschiedlich sein werden. Aber man kann sich auch nur "hörend" auf diese Scheibe einlassen, die sogar noch mit weiteren Durchgängen wächst - und damit zehn Punkte erreicht.

Anspieltipp(s): You Shouldn't Do That, You Know You're Only Dreaming, Master Of The Universe
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.2.2012
Letzte Änderung: 3.3.2012
Wertung: 10/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 4 von 4)


"In Search Of Space" könnte von den Rahmenbedingungen her das eigentliche Debütalbum von Hawkwind sein, wenn man es am Ruf der Band und dem "Hawkwind"-Album misst. Denn mit "Master Of The Universe" ist einer dieser knackigen, straighten Hardrocksongs enthalten, für die die Band so bekannt ist. Auch der große Hit "Silver Machine" datiert aus dieser Zeit, ist aber bloß auf den Remasters enthalten.

Ich schrieb "könnte". Denn um zu solchen Sachen vorzudringen, muss man sich erst mal durch "You Shouldn't Do That" kämpfen. Diese Nummer ist leider kein Fortschritt gegenüber den schluffigen Kraut-und-Rüben-Nummern des selbstbetitelten Albums aus dem Vorjahr, sondern aufgrund seiner immensen Länge sogar noch schwerer zu verdauen. Endlosese Gegniedel, das heute, ähnlich wie beispielsweise die Soloalben eines Bo Hansson, nur noch von seiner historischen Konnotation lebt. Auf Dauer nicht wirklich schön zu hören, sondern eher ermüdend.

Dafür fällt der Rest von "In Search Of Space" dann doch etwas interessanter aus, wenngleich die meisten Nummern nur über Strecken wirklich erwähnenswerte Sachen bieten. Da wären z.B. die düsteren und recht ausgedehnten Intros von "You Know You're Only Dreaming" oder "Adjust Me". Abseits davon verfallen Hawkwind leider immer wieder in hippieskes Geboller mit freiformigen, aber enervierenden Einsätzen von Saxofon und Synthies. Immerhin sind "We Took The Wrong Step Years Ago" sowie "Children Of The Sun" mit ihrer spartanischen Akustik-Instrumentierung fokussierter ausgefallen, als es die damalige Rock-Rhythmusgruppe der Band mit ihrer relaxten Toleranz gegenüber Disziplinlosigkeiten bei den sonstigen Songs erlaubt hätte.

Unterm Strich ist auch "In Search Of Space" ein Album, das Hawkwind eher im Werden als im Sein zeigt. Bis zu letzterem wird es 1971 noch mindestens drei Jahre dauern, ehe die Band Alben wie "Hall Of The Mountain Grill" oder "Warrior On The Edge Of Time" aufnehmen konnte. Na ja, ihren Zeitgeschmack hat die Band damals getroffen. Aber so richtig nachvollziehen kann man das heute wohl auch nicht mehr.

Käufer der Remaster-Aufgabe bekommen mit dem formidablen "Seven By Seven" übrigens noch eine interessante, melancholische Rocknummer der Marke "psychedelische Wishbone Ash" obendrauf geboten. Warum sowas damals als Single-B-Seite versauern musste, während "You Shouldn't Do That" auf dem Album landete, ist mir allerdings schleierhaft.

Anspieltipp(s): Master Of The Universe, You Know You're Only Dreaming
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.2.2012
Letzte Änderung: 14.3.2012
Wertung: 7/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Hawkwind

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 Hawkwind 8.00 3
1972 Doremi Fasol Latido 9.00 3
1973 Space Ritual 12.00 3
1974 Hall of the Mountain Grill 11.33 3
1975 Warrior on the Edge of Time 10.67 3
1976 Astounding Sounds, Amazing Music 9.00 2
1977 Quark, Strangeness And Charm 11.50 2
1978 25 Years On 7.00 1
1979 PXR 5 9.50 2
1980 Levitation 13.00 2
1980 Live '79 11.00 1
1981 Sonic Attack 10.00 2
1982 Choose Your Masques 5.00 1
1982 Church of Hawkwind 8.50 2
1985 The Chronicle of the Black Sword 9.50 2
1986 Live Chronicles 10.33 4
1988 The Xenon Codex 8.00 2
1990 Space Bandits 10.00 3
1991 Palace Springs 11.00 1
1992 Electric Tepee 10.00 1
1993 It Is The Business Of The Future To Be Dangerous 11.00 1
1994 The business trip 11.00 1
1994 California Brainstorm 10.00 1
1996 Love in Space 9.00 1
1997 The 1999 Party 8.00 1
1998 In Your Area 11.00 1
1999 Complete '79 Collector Series Vol 1 7.50 2
2000 The Chronicle of the Black Sword (DVD) 7.00 1
2001 Yule Ritual - London Astoria 29.12.00 10.50 2
2002 Canterbury Fayre 2001 12.00 1
2004 In Concert - Out of the Shadows (DVD) 10.00 1
2005 Take me to your leader 13.00 1
2010 Blood of the earth 10.00 1
2012 Onward 10.00 1
2016 The Machine Stops 10.00 1

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